Wawel-Schloss Krakau: Polens Königshügel neu entdecken
12.06.2026 - 05:38:19 | ad-hoc-news.deWer das Wawel-Schloss Krakau betritt, den Zamek Krolewski na Wawelu (wörtlich „Königliches Schloss auf dem Wawel“), steht mitten in einem dichten Geflecht aus Geschichte, Mythen und polnischer Identität. Die goldenen Kuppeln der Kathedrale, der arkadengesäumte Renaissancehof und der Blick über die Weichsel verschmelzen zu einem jener Orte, an denen Europa sich auf wenigen Quadratmetern verdichtet.
Wawel-Schloss Krakau: Das ikonische Wahrzeichen von Krakau
Das Wawel-Schloss Krakau erhebt sich auf einem Kalkfelsen über der Weichsel und dominiert die Silhouette von Krakau wie kaum ein anderes Bauwerk. Als jahrhundertelange Residenz der polnischen Könige, Krönungsort und nationale Nekropole ist der Wawel-Hügel für Polen ungefähr das, was der Berliner Schlossplatz, der Kölner Dom und die Wartburg zusammen für Deutschland bedeuten – geistiges Zentrum, Symbol staatlicher Kontinuität und Projektionsfläche kollektiver Erinnerungen.
Die Anlage besteht aus mehreren eng verzahnten Bereichen: dem Königsschloss mit seinen Arkadenhöfen und Prunksälen, der Wawel-Kathedrale mit königlichen Grabmälern, dem Domschatz, dem berühmten Sigismund-Glockenturm sowie Befestigungsanlagen und Gärten. Für Reisende aus Deutschland ist der Ort ein idealer Einstieg in die polnische Geschichte – von der Piasten- und Jagiellonen-Zeit über die Teilungen Polens bis zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit und zur Rolle der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert.
Die offizielle Verwaltung des Königsschlosses auf dem Wawel versteht das Ensemble ausdrücklich als „nationales Symbol“ und als Museum von Rang, in dem Kunst, Architektur und Geschichte Polens zusammengeführt werden. Internationale Reiseführer wie „GEO Saison“, „Merian“ oder Marco Polo ordnen den Wawel daher regelmäßig als wichtigste Sehenswürdigkeit Krakaus und als einen der zentralen Kulturschätze Polens ein.
Geschichte und Bedeutung von Zamek Krolewski na Wawelu
Die Geschichte des Zamek Krolewski na Wawelu beginnt weit vor dem Glanz der Renaissance. Archäologische Forschungen belegen Besiedlungsspuren auf dem Wawel-Hügel bereits aus der Steinzeit, später folgten frühmittelalterliche Befestigungen und Fürstensitze. Spätestens im 11. Jahrhundert entwickelte sich der Wawel zur Residenz der polnischen Herrscher; in etwa derselben Epoche wurde auch die erste Kathedrale errichtet, die jedoch mehrfach durch Brände zerstört und neu aufgebaut wurde.
Im 14. Jahrhundert, zur Zeit der Piasten- und frühen Jagiellonenherrscher, wurde das Wawel-Schloss zu einer gotischen Burganlage mit repräsentativen Wohntrakten ausgebaut. Unter König Kasimir dem Großen, der in polnischer Erinnerung eine ähnliche Reformrolle spielt wie Karl IV. im Heiligen Römischen Reich, erhielt der Wawel eine erste groß angelegte bauliche Gestalt mit steinernen Befestigungen, Hofgebäuden und Sakralbauten.
Seine Blüte erlebte der Wawel im 16. Jahrhundert, als die Dynastie der Jagiellonen Polen-Litauen zur europäischen Großmacht formte. Damals ließ insbesondere König Sigismund I. der Alte italienische Baumeister nach Krakau holen, um die gotische Burg in ein repräsentatives Renaissance-Schloss nach dem Vorbild italienischer Residenzen zu verwandeln. Es entstand der bis heute berühmte dreigeschossige Arkadenhof mit Säulen, Loggien und einem klar gegliederten, hellen Erscheinungsbild – ein Höhepunkt der Renaissancearchitektur nördlich der Alpen, den Kunsthistoriker beispielsweise in Publikationen von ICOMOS und nationalen Denkmalämtern immer wieder hervorheben.
Die politische Bedeutung des Wawel veränderte sich, als der polnische Hof Ende des 16. Jahrhunderts nach Warschau verlegt wurde. Dennoch blieb der Wawel Krönungsort und Begräbnisstätte der Könige. Während der Teilungen Polens im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Anlage zeitweise von fremden Mächten militärisch genutzt und litt unter Vernachlässigung und Umbauten. Gerade diese Phase macht den Ort für deutsche und mitteleuropäische Leser interessant, weil hier sichtbar wird, wie europäische Großmachtpolitik die Kulturlandschaft prägte.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelten polnische Eliten und Intellektuelle den Wawel zum Symbol des „unterdrückten, aber fortbestehenden“ nationalen Erbes. Restaurierungen und sammlerische Aktivitäten verwandelten das Schloss schrittweise in ein Museum der polnischen Geschichte und Kunst. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Wiedergründung Polens wurde der Wawel zu einem Staatsheiligtum, in das etwa die sterblichen Überreste des Nationaldichters Adam Mickiewicz und später bedeutender Staatsmänner überführt wurden.
Auch das 20. Jahrhundert hinterließ Spuren: Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg nutzte der Generalgouverneur Hans Frank den Wawel als Amtssitz. Nach 1945 kehrte der Fokus auf museale und nationale Repräsentation zurück; in der Volksrepublik Polen diente der Ort zugleich der Geschichtspolitik wie der Pflege der Erinnerung. Heute wird der Wawel als staatliches Museumskomplex betrieben, der Kunstsammlungen, historische Innenräume und sakrale Schätze beherbergt und damit an die lange Tradition des Ortes als kulturelles Zentrum anknüpft.
International wird der Wawel seit Ende des 20. Jahrhunderts in einem Atemzug mit anderen herausragenden europäischen Residenzen erwähnt. Die Altstadt von Krakau inklusive Wawel gehört seit den Anfängen des UNESCO-Welterbes zur Liste der Stätten von „außergewöhnlichem universellen Wert“ – die UNESCO betont den Wert als Zeugnis einer über Jahrhunderte gewachsenen königlichen Residenzstadt mit herausragender gotischer, Renaissance- und Barockarchitektur.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch ist das Wawel-Schloss ein vielschichtiges Palimpsest. Der markante Renaissancehof mit seinen dreigeschossigen Arkaden ist das bekannteste Bildmotiv: harmonische Proportionen, helle Putzflächen, Säulen und offene Gänge vermitteln mediterrane Leichtigkeit inmitten Mitteleuropas. Kunsthistorische Standardwerke und Museumsführer heben hervor, dass der Hof in seiner Geschlossenheit und Eleganz zu den schönsten Renaissanceanlagen nördlich der Alpen zählt.
Die Wohn- und Repräsentationsräume im Inneren zeigen eine Mischung aus Renaissance- und frühbarocken Ausstattungen, ergänzt um spätere Sammlungen. Besonders bekannt sind die prunkvollen Wandteppiche, die sogenannten Wawel-Tapisserien, die im 16. Jahrhundert in Brüssel gefertigt wurden. Sie zeigen biblische Szenen, allegorische Darstellungen und üppige Ornamentik und gelten als eine der kostbarsten Sammlungen dieser Art in Europa. Museumsbeschreibungen in Polen und internationale Kunstpublikationen unterstreichen den außergewöhnlichen Rang dieser Tapisserien, die nur phasenweise und unter konservatorischen Bedingungen gezeigt werden.
Die Wawel-Kathedrale (offiziell Kathedrale des heiligen Stanislaus und des heiligen Wenzel) prägt mit ihren unterschiedlichen Türmen und Kapellen die Silhouette des Hügels. Besonders auffällig ist die Sigismundkapelle mit ihrer goldenen Kuppel, die von Kunsthistorikern als eines der bedeutendsten Renaissance-Bauwerke in Mitteleuropa gewertet wird. Im Inneren der Kathedrale befinden sich die Grabmäler zahlreicher polnischer Könige, Bischöfe und Nationalhelden; die Krypten haben eine ähnliche symbolische Rolle wie die Fürstengruft im Wiener Stephansdom oder die Hohenzollerngruft im Berliner Dom.
Ein weiteres ikonisches Element ist die Sigismundglocke im Sigismundturm, eine der größten Glocken Polens. Sie wird nur zu besonderen nationalen und kirchlichen Anlässen geläutet und symbolisiert damit die Verbindung von sakraler Tradition und Staatsbewusstsein. Führungen und offizielle Informationsmaterialien betonen, dass ihr Klang für viele Polinnen und Polen mit den wichtigsten Momenten der nationalen Geschichte verbunden ist.
Der Wawel umfasst zudem museale Bereiche wie die „Staatlichen Repräsentationsräume“, die „Königlichen Privatgemächer“, die Waffensammlung und Schatzkammer. Hinzu kommen archäologische Ausstellungen, die die frühmittelalterliche Geschichte des Hügels sichtbar machen. Kunsthistoriker und Institutionen wie der polnische Denkmalschutz betonen, dass gerade diese Überlagerung von Funktionen – Residenz, Kathedrale, Festung, Museum – den Wawel zu einer einzigartigen Kulturlandschaft macht.
Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Wawel im polnischen Selbstverständnis des 20. Jahrhunderts. Der spätere Papst Johannes Paul II., damals Erzbischof von Krakau, hatte seinen Amtssitz in unmittelbarer Nähe; Pilgerwege verbinden den Wawel mit weiteren kirchlichen Orten der Stadt. Kulturjournalistische Beiträge deutscher Medien wie „Die Zeit“, „FAZ“ oder „Süddeutsche Zeitung“ heben immer wieder hervor, dass sich auf dem Wawel religiöse, historische und politische Dimensionen verdichten – ein Aspekt, der für kulturinteressierte Reisende aus Deutschland besonders spannend ist.
Wawel-Schloss Krakau besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise:
Krakau liegt im Süden Polens an der Weichsel. Der Wawel-Hügel befindet sich nur wenige Gehminuten südlich der historischen Altstadt. Von vielen Hotels in der Innenstadt ist das Wawel-Schloss in 10 bis 20 Minuten zu Fuß erreichbar. Für Reisende aus Deutschland bieten sich unterschiedliche Anreisewege an:
– Flug: Ab großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt (FRA), München (MUC), Berlin (BER) oder Düsseldorf (DUS) bestehen regelmäßig Direkt- oder Umsteigeverbindungen zum Flughafen Krakau-Balice. Die reine Flugzeit auf Direktverbindungen liegt im Bereich von rund 1,5 bis 2 Stunden; Umsteigeverbindungen dauern entsprechend länger.
– Bahn: Krakau ist über internationale Zugverbindungen unter anderem ab Berlin, Wien und Prag erreichbar. Reisende aus Deutschland nutzen häufig ICE- oder EC-Verbindungen bis nach Berlin oder Breslau (Wroc?aw) und steigen dort in internationale Züge nach Krakau um. Die genauen Fahrpläne ändern sich regelmäßig; ein Blick in die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn ist daher empfehlenswert.
– Auto: Von Süddeutschland führt der Weg meist über Autobahnen in Tschechien oder über die polnischen Autobahnen in Richtung Krakau. In Polen bestehen Mautpflichten auf bestimmten Autobahnabschnitten; aktuelle Hinweise geben Automobilclubs wie der ADAC sowie polnische Straßenbetreiber. In der Krakauer Innenstadt ist der Verkehr dicht, Parkplätze in der Nähe des Wawel-Hügels sind begrenzt; viele Reiseführer empfehlen daher, außerhalb zu parken oder auf öffentliche Verkehrsmittel und Fußwege zu setzen. - Öffnungszeiten:
Die Öffnungszeiten von Wawel-Schloss, Museen und Wawel-Kathedrale variieren je nach Saison, Wochentag und Ausstellungsbereich. Auch religiöse Feiern und staatliche Veranstaltungen können zu temporären Schließungen führen. Die Verwaltung des Wawel weist daher ausdrücklich darauf hin, dass Besucherinnen und Besucher die tagesaktuellen Öffnungszeiten, Einlasszeiten und eventuelle Einschränkungen direkt auf der offiziellen Website des Wawel-Schlosses prüfen sollten. Dies gilt insbesondere an Feiertagen und zu Beginn der Sommer- und Wintersaison. - Eintritt und Tickets:
Der Zugang zum Wawel-Hügel und zu Teilen des Außengeländes ist in der Regel frei zugänglich. Für den Besuch bestimmter Innenräume – etwa der Repräsentationsräume, der Königlichen Privatgemächer, der Schatzkammer oder der Waffensammlung – werden separate Tickets oder kombinierte Eintrittskarten angeboten. Auch einige Bereiche der Kathedrale, wie bestimmte Krypten oder der Sigismundturm, können ticketpflichtig sein. Da Preise und Ticketstrukturen regelmäßig angepasst werden und teils kontingentierte Zeitfenster gelten, empfehlen offizielle Stellen und renommierte Reiseführer, die aktuellen Konditionen direkt bei der Verwaltung des Wawel-Schlosses zu überprüfen. Üblich sind unterschiedliche Tarife für Erwachsene, Ermäßigungen für Kinder, Studierende und Senioren sowie gelegentliche kostenlose Besuchstage. Die Bezahlung ist in der Regel in Z?oty möglich, häufig auch mit gängigen Kredit- und Debitkarten; der Richtwert in Euro hängt vom jeweiligen Wechselkurs ab. - Beste Reisezeit:
Krakau ist ganzjährig ein beliebtes Städtereiseziel. Die Monate späten Frühjahrs und frühen Herbstes – etwa Mai, Juni sowie September und Anfang Oktober – gelten vielen Reiseautoren als besonders angenehm, da die Temperaturen meist mild sind und der Besucherandrang etwas moderater ausfallen kann als in der Hochsaison. In den Sommermonaten Juli und August ist der Wawel oft sehr stark frequentiert, insbesondere mittags und am Wochenende. Wer Menschenmengen meiden möchte, sollte nach Möglichkeit früh am Morgen oder später am Nachmittag anreisen. In den Wintermonaten, besonders rund um Weihnachten, sorgt die Kombination aus winterlicher Atmosphäre, vielleicht Schnee, und dem Licht der Stadt für eine ganz eigene Stimmung; allerdings sind die Tage kurz und das Wetter kann spürbar kalt werden. - Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Verhalten:
– Sprache: Amtssprache in Polen ist Polnisch. In Krakau, insbesondere in touristischen Bereichen wie dem Wawel, sprechen viele Beschäftigte in Museen, Gastronomie und Hotellerie Englisch; Deutschkenntnisse sind seltener, aber gerade jüngere Menschen verfügen häufig über Grundkenntnisse. Beschilderungen im Wawel und in den Ausstellungen sind meist mindestens auf Polnisch und Englisch, teilweise in weiteren Sprachen erhältlich.
– Zahlung: Landeswährung ist der polnische Z?oty (PLN). In Krakau sind Kartenzahlungen weit verbreitet; gängige Kreditkarten und viele Debitkarten werden akzeptiert, ebenso kontaktloses Bezahlen per Smartphone. Kleinere Betriebe, Kioske oder öffentliche Toiletten können aber weiterhin auf Bargeld bestehen, daher empfiehlt es sich, etwas Bargeld mitzuführen. Der Gegenwert in Euro hängt vom jeweils aktuellen Wechselkurs ab.
– Trinkgeld: In Restaurants und Cafés ist ein Trinkgeld von etwa 10 % des Rechnungsbetrags verbreitet, wenn man mit dem Service zufrieden ist. Häufig wird das Trinkgeld bar auf dem Tisch liegen gelassen oder mit der Bedienung abgesprochen; automatische Servicegebühren sollten auf der Rechnung klar ausgewiesen sein. In Museen, an Garderoben oder bei Führungen sind kleine Trinkgelder üblich, aber nicht zwingend.
– Kleiderordnung und Verhalten: Der Wawel ist nicht nur Museum, sondern auch bedeutender sakraler Ort. Für den Besuch der Kathedrale wird eine respektvolle Kleidung empfohlen, die Schultern und Knie bedeckt. In bestimmten Bereichen, etwa in der Kathedrale oder in Sonderausstellungen, kann Fotografieren eingeschränkt oder komplett untersagt sein; entsprechende Hinweise sollten beachtet werden. Laute Gespräche, Mobiltelefone auf voller Lautstärke oder Essen in sakralen Räumen werden als störend empfunden. - Einreisebestimmungen und Zeitzone:
Polen gehört zur Europäischen Union und zum Schengenraum. Deutsche Staatsbürger können in der Regel mit gültigem Personalausweis oder Reisepass einreisen; dies gilt auch für Österreich und die deutschsprachige Schweiz, soweit EU- bzw. Schengen-Regelungen greifen. Da sich Einreisebestimmungen aufgrund politischer oder sicherheitsrelevanter Entwicklungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Hinweise und Vorgaben beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für medizinische Versorgung empfiehlt sich mindestens die Mitnahme der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) bzw. der Versicherungskarte der gesetzlichen Krankenkasse; viele Experten empfehlen zusätzlich eine private Auslandsreisekrankenversicherung.
Polen liegt in derselben Zeitzone wie Deutschland (Mitteleuropäische Zeit, MEZ, sowie Mitteleuropäische Sommerzeit, MESZ). Somit besteht in der Regel keine Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Krakau, was die Reiseplanung gerade für Kurztrips erleichtert.
Warum Zamek Krolewski na Wawelu auf jede Krakau-Reise gehört
Der Besuch des Wawel-Schlosses ist weit mehr als eine klassische Schlossführung. Viele Reisende berichten, dass gerade die Kombination aus Architektur, Geschichten und Blickbezügen – hinunter auf die Weichsel, hinüber zur Altstadt, hinauf zu den Glockentürmen – den Ort unvergesslich macht. Wer vom Hauptmarkt Rynek Glówny durch die Grodzka-Straße Richtung Süden geht und plötzlich die Silhouette des Wawel vor sich aufragen sieht, erlebt einen jener Momente, in denen ein Stadtplan zur realen Bühne wird.
Für deutschsprachige Besucher bietet der Wawel eine dichte, aber gut erschließbare Einführung in die polnische Geschichte. In wenigen Stunden lässt sich verstehen, warum der Ort für Polen so emotional bedeutsam ist – vergleichbar mit der Rolle von Orten wie der Wartburg, dem Hambacher Schloss oder dem Brandenburger Tor für die deutsche Erinnerungskultur. Führungen, Audioguides und Ausstellungsbeschilderungen in mehreren Sprachen helfen, diese Zusammenhänge nachvollziehbar zu machen.
Hinzu kommt die Nähe zu anderen Highlights der Stadt: Vom Wawel ist es nur ein kurzer Spaziergang zurück in die Altstadt mit Tuchhallen, Marienkirche und Collegium Maius, oder hinunter entlang der Weichsel in Richtung Viertel Kazimierz, dem historischen jüdischen Viertel mit Synagogen, Cafés und kleinen Galerien. Viele Reiseberichte verknüpfen deshalb den Besuch des Wawel mit einem Tagesprogramm, das religiöse, historische und kulinarische Eindrücke miteinander kombiniert.
Auch atmosphärisch lohnt sich der Wawel zu verschiedenen Tageszeiten. Früh am Morgen ist der Hügel oft noch vergleichsweise ruhig, das Licht fällt weich auf die Fassaden, und in den Innenhöfen ist das Klacken der Schritte gut zu hören. Später am Tag füllen Besuchergruppen, Schulklassen und Reisegruppen die Anlage; dann dominiert das lebendige Miteinander. Am Abend, wenn die Mauern angestrahlt werden und die Stadtlichter sich in der Weichsel spiegeln, wirkt der Wawel fast theatralisch – ein passender Abschluss für einen intensiven Tag in Krakau.
Für Familien mit Kindern bieten insbesondere die archäologischen Ausstellungen, die Waffensammlung und die Erzählungen von Drachenlegenden – wie der Sage vom Wawel-Drachen, der in einer Höhle am Fuß des Hügels gehaust haben soll – einen spielerischen Zugang. Kulturinteressierte Reisende schätzen hingegen die konzentrierte Kunstsammlung, die Tapisserien und die Möglichkeit, unterschiedliche Epochen direkt nebeneinander zu erleben. Für spirituell Interessierte wiederum ist die Kathedrale mit den Grabmälern und der Verbindung zur Person Johannes Paul II. ein Schwerpunkt.
Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nicht zuletzt die gute Erreichbarkeit ein Argument: Krakau ist von vielen Städten aus in einem verlängerten Wochenende erreichbar, und der Wawel lässt sich mit anderen kulturellen Besuchen – etwa dem ehemaligen jüdischen Viertel, Museen zur Stadtgeschichte oder Ausflügen in die Region Kleinpolen – kombinieren. Viele deutschsprachige Medien haben in den vergangenen Jahren Krakau als eine der spannendsten Kulturstädte Mittelosteuropas beschrieben, mit dem Wawel als „Pflichtpunkt“ auf jeder Route.
Wawel-Schloss Krakau in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Medien taucht das Wawel-Schloss regelmäßig als Fotomotiv und Reiseinspiration auf – vom klassischen Arkadenhof über Panoramaaufnahmen bei Sonnenuntergang bis zu Detailbildern der Kapellen und Tapisserien. Reisende aus aller Welt teilen Eindrücke von Führungen, Konzertabenden in Krakau oder spirituellen Momenten in der Kathedrale. Für viele entsteht der erste Impuls, sich näher mit Krakau zu befassen, genau durch diese Bilder und Kurzvideos.
Wawel-Schloss Krakau — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Wawel-Schloss Krakau
Wo liegt das Wawel-Schloss Krakau genau?
Das Wawel-Schloss Krakau liegt auf einem Hügel unmittelbar südlich der historischen Altstadt von Krakau, direkt über einer Biegung der Weichsel. Der Hügel ist von der Innenstadt aus bequem zu Fuß erreichbar, etwa über die Grodzka-Straße, und bildet gewissermaßen den südlichen Abschluss des historischen Zentrums.
Was macht Zamek Krolewski na Wawelu historisch so bedeutend?
Der Zamek Krolewski na Wawelu war über Jahrhunderte Residenz der polnischen Könige, Krönungsort und Begräbnisstätte zahlreicher Herrscher und Nationalhelden. Er steht damit im Zentrum der polnischen Staats- und Kulturgeschichte und hat ähnlich identitätsstiftende Bedeutung wie herausragende historisch-politische Orte in Deutschland oder Frankreich.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch des Wawel-Schlosses einplanen?
Für einen ersten Überblick über den Wawel-Hügel, den Arkadenhof und einen Besuch der Kathedrale sollten mindestens zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Wer zusätzlich mehrere museale Bereiche wie Repräsentationsräume, Schatzkammer, Waffensammlung oder archäologische Ausstellungen besuchen möchte, sollte eher einen halben bis ganzen Tag einrechnen.
Ist ein Besuch des Wawel-Schlosses mit Kindern geeignet?
Ja, der Wawel eignet sich gut für Familien. Kinder können die Burghöfe, Mauern und Türme erkunden, und die Drachenlegende sowie die Waffensammlung bieten anschauliche Anknüpfungspunkte. Dennoch sollte bedacht werden, dass manche Innenräume und Ausstellungen längere, eher textlastige Rundgänge umfassen; hier empfiehlt sich eine kindgerechte Auswahl.
Wann ist die beste Reisezeit für das Wawel-Schloss aus deutscher Sicht?
Für viele Besucher aus dem deutschsprachigen Raum sind das späte Frühjahr und der frühe Herbst ideal, wenn das Klima meist mild und der Besucherandrang etwas geringer ist als im Hochsommer. Wer winterliche Stimmung und möglicherweise Schnee schätzt, kann auch in der Advents- und Winterzeit außergewöhnliche Eindrücke sammeln, sollte dann aber mit kühlen Temperaturen und kürzeren Tageslichtzeiten rechnen.
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