Wat Pho in Bangkok: Tempelstadt des liegenden Buddha
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 17:06 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Wat Pho in Bangkok gehört zu den ältesten Klosteranlagen der thailändischen Hauptstadt und ist vor allem für den monumentalen liegenden Buddha sowie als Zentrum der traditionellen Thai-Massage bekannt.Der offizielle Name Wat Phra Chettuphon Wimon Mangkhalaram Ratchaworamahawihan geht auf die Zeit zurück, in der der Tempel unter König Rama I. im späten 18. Jahrhundert erneuert und erweitert wurde.Die Wurzeln der Anlage reichen in das 17. Jahrhundert der Ayutthaya-Periode zurück, als an dieser Stelle das Kloster Wat Photharam bestand.
Wat Pho zwischen Ayutthaya-Tradition und Rattanakosin-Hauptstadt
Die Geschichte von Wat Pho beginnt mit einem Kloster der späten Ayutthaya-Zeit, das im 17. Jahrhundert unter König Phetracha entstand und den Namen Wat Photharam trug.Der historische Name erinnert an das Kloster des Bodhi-Baumes im nordindischen Bodhgaya, das in der buddhistischen Tradition eine herausragende Rolle spielt.Mit der Verlegung der Hauptstadt nach Bangkok unter König Rama I. im Jahr 1782 rückte das Kloster in die unmittelbare Nachbarschaft des neuen Königspalastes.
Zwischen 1789 und 1801 ließ König Rama I. die verfallene Anlage umfassend restaurieren und erweitern und erhob sie zum königlichen Tempel erster Klasse.In dieser Phase entstand auch der lange offizielle Name Wat Phra Chettuphon Wimon Mangkhalaram Ratchaworamahawihan, während sich aus Wat Photharam im Alltag die kurze Bezeichnung Wat Pho entwickelte.Im 19. Jahrhundert setzte König Rama III. eine zweite Bauphase in Gang, in deren Verlauf sich das Gelände zu einer weitläufigen Tempelstadt mit Höfen, Hallen und Chedis verdichtete.
Der liegende Buddha und die dichten Höfe des Tempelkomplexes
Das bekannteste Bild von Wat Pho ist der liegende Buddha, der in einer eigenen Halle entlang der Längsachse des Bauwerks fast die gesamte Innenfläche füllt.Die Figur entstand im 19. Jahrhundert während der Herrschaft von König Rama III. und zeigt den Buddha auf seiner rechten Seite in der Phase des Übergangs ins Nirwana.Die Statue ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch und vollständig mit Goldblatt überzogen, während die Fußsohlen mit Einlegearbeiten versehen sind, die die traditionellen Zeichen eines Buddha zeigen.
Rund um die Vihara des liegenden Buddha erstreckt sich ein enges Gefüge aus Innenhöfen, Wandelgängen und Chedis, in denen sich die verschiedenen Bauphasen des 18. und 19. Jahrhunderts ablesen lassen.Mehrere mit farbigen Glas- und Keramikfliesen verkleidete Chedis fassen die Innenhöfe und dienen als monumentale Grabmäler für Könige der Chakri-Dynastie, während in Galerien entlang der Hofränder zahlreiche Buddhafiguren aus unterschiedlichen Epochen Thailands aufgestellt sind.Die Anlage gilt als eine der größten Sammlungen von Buddha-Bildern in Thailand, was sich in der Dichte der Reihen und der Vielfalt der Stile zeigt.
Wat Pho als Zentrum von Massage, Medizin und Gelehrsamkeit
Über seine Rolle als Pilger- und Besichtigungsort hinaus ist Wat Pho eng mit der Geschichte der traditionellen Thai-Massage und der Volksmedizin verbunden.Im 19. Jahrhundert wurde der Tempel zu einem frühen Zentrum öffentlicher Bildung in Thailand ausgebaut, wobei die Wissensbestände nicht in Büchern, sondern direkt auf Steinplatten und Wänden festgehalten wurden.Über 1.000 Marmortafeln mit Inschriften aus den Bereichen Medizin, Massage, Astronomie und Literatur sind in Pavillons und Galerien des Tempelkomplexes eingelassen und machen den Gang durch die Anlage zugleich zu einem Spaziergang durch ein Lehrbuch aus Stein.
Die im Gelände verteilten Pavillons mit Darstellungen von Massagepositionen und Körperlinien veranschaulichen die Grundlagen der traditionellen Thai-Massage, die hier institutionalisiert wurde und bis heute mit dem Namen Wat Pho verbunden ist.Die Kombination aus Tempel, Lehrinschriften und praktizierter Massage macht Wat Pho zu einem Ort, an dem religiöse, medizinische und bildungsbezogene Funktionen zusammenkommen, und hebt ihn deutlich von anderen Klosteranlagen der Stadt ab.Zugleich verweist die Nähe zum Großen Palast und zum Wat Phra Kaeo auf die Rolle des Tempels im Gefüge der königlichen Residenzstadt Bangkok, in der religiöse und staatliche Architektur eng miteinander verbunden sind.
Wat Pho besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Wat Pho liegt im historischen Stadtteil Phra Nakhon von Bangkok südlich des Großen Palastes am Sanam-Chai-Platz und ist über den Flussweg mit Booten auf dem Chao-Phraya sowie über Straßenverbindungen im Altstadtgebiet erreichbar.
- Innerhalb des Tempelkomplexes führen Wege durch mehrere Innenhöfe, teils mit gepflasterten Flächen und Stufen, und der Zugang zum liegenden Buddha erfolgt über einen überdachten Gang mit weiteren Stufen.
- Die Anlage liegt auf niedrigem Flussniveau am Chao-Phraya-Ufer, sodass der Kontrast zwischen dicht bebauter Tempelarchitektur und dem breiten Strom direkt vor der Altstadt spürbar ist.
- Amtssprache ist Thai, gezahlt wird in Thailändischen Baht.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Wat Pho auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Wat Pho.
Wat Pho: häufige Fragen
Wo liegt Wat Pho in Bangkok?
Wat Pho liegt im Altstadtbezirk Phra Nakhon von Bangkok direkt südlich des Großen Palastes am östlichen Ufer des Flusses Chao Phraya und gehört damit zum historischen Kern der Rattanakosin-Insel.
Was bietet ein Besuch von Wat Pho?
Ein Besuch von Wat Pho führt durch eine weitläufige Tempelstadt mit dem monumentalen liegenden Buddha, zahlreichen Chedis, Galerien mit Buddhafiguren und Pavillons, in denen Inschriften und Darstellungen zur traditionellen Thai-Massage und Medizin zu sehen sind.
Was kennzeichnet Wat Pho im Vergleich zu anderen Tempeln?
Wat Pho ist durch die Kombination aus alter Ayutthaya-Klostertradition, Erweiterungen der Chakri-Dynastie, dem großen liegenden Buddha und seiner Rolle als Zentrum von Massage und Gelehrsamkeit gekennzeichnet, die sich in Steininschriften und Lehrpavillons im gesamten Gelände widerspiegeln.
