Wanli Changcheng bei Peking – Steinband durch Berge und Geschichte
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 18:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Wanli Changcheng, die in China gebräuchliche Bezeichnung für das gewaltige Mauer- und Festungssystem im Norden des Landes, zieht sich auch nördlich von Peking wie ein Steinband über die Berge und markiert seit Jahrhunderten die historische Grenze zum Hinterland der Hauptstadt. Die heute sichtbaren Abschnitte bei Peking gehören vor allem zu den Befestigungen der Ming-Dynastie aus dem Zeitraum zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert und zeigen in dichter Folge Türme, Zinnen und steile Treppen über den Vorgebirgen.
Wanli Changcheng bei Peking – Mauern auf den Graten der Berge
Wer der Mauer im Raum Peking folgt, bewegt sich meist auf schmalen Berggraten, auf denen der Wehrgang dem natürlichen Verlauf der Höhenlinien folgt und so ein gegliedertes Relief aus Treppen, Rampen und Plattformen bildet. Besonders bekannt ist der Abschnitt bei Badaling im Norden der Stadt, der mit massiven Brüstungen, Zinnen und sorgfältig behauenen Steinquadern als typisches Beispiel der Ming-Bauweise gilt und häufig als Sinnbild von Wanli Changcheng verwendet wird.Typisches Beispiel der Ming-Bauweise Die Mauer folgt hier einer Abfolge von Bergkuppen, deren Hänge mit Stützmauern und Treppen ausgebaut wurden, sodass ein geschlossener Wehrgang entsteht, der sich in langen Bögen durch die Landschaft zieht.
Weiter nordöstlich von Peking liegt der Abschnitt bei Mutianyu, der sich über mehrere Kilometer an einem Bergrücken entlangzieht und mit einer Reihe eng stehender Wachtürme und Mauerkronen in gut erhaltenem Zustand erhalten ist.Der Abschnitt bei Mutianyu Zwischen den Türmen wechseln sich flache Stücke mit steilen Treppen ab, die direkt auf der Gratlinie liegen und einen Eindruck davon vermitteln, wie eng die Befestigung an das Bergrelief angepasst wurde.
Geschichte eines Grenzsystems über zwei Jahrtausende
Die Ursprünge von Wanli Changcheng reichen bis in die Zeit der streitenden Reiche im 7. bis 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, als einzelne Staaten im Norden Chinas Erd- und Holzbefestigungen errichteten, deren Reste als frühe Abschnitte der späteren Mauer gelten.Frühe Abschnitte der späteren Mauer Unter dem ersten Kaiser Qin Shihuangdi im 3. Jahrhundert v. Chr. wurden mehrere dieser bestehenden Grenzwälle verbunden, sodass ein zusammenhängendes System von Befestigungen an der Nordgrenze entstand.
Die heute baulich prägendsten Teile bei Peking stammen jedoch aus der Ming-Dynastie, die von 1368 bis 1644 herrschte und in dieser Zeit große Abschnitte der Grenzbefestigungen mit Stein und Ziegeln erneuern ließ.Teile der Grenzbefestigungen mit Stein und Ziegeln In dieser Epoche wurden auch bedeutende Pässe wie Juyongguan nordwestlich von Peking ausgebaut, die als kontrollierte Durchgänge durch die umgebenden Berge fungierten und durch Mauern, Tore und Türme gesichert waren.
Länge, Aufbau und UNESCO-Welterbe
Wanli Changcheng besteht aus einer Vielzahl einzelner Mauern, Gräben, Erdwälle und natürlichen Barrieren, die sich über mehrere Regionen Nordchinas erstrecken und zusammen ein komplexes Verteidigungssystem bilden. Eine umfassende Kartierung chinesischer Denkmalschutzbehörden ergab eine Gesamtlänge aller zugeordneten Mauern, Gräben und natürlichen Sperren von 21.196,18 Kilometern, wobei auch überlagernde Abschnitte und verschiedene Bauphasen einbezogen sind.Eine umfassende Kartierung chinesischer Denkmalschutzbehörden Innerhalb dieser Gesamtheit nimmt die Ming-Mauer, zu der auch die Abschnitte bei Peking zählen, einen besonders geschlossenen Teil mit mehreren tausend Kilometern Länge ein.
Der grundsätzliche Aufbau der Ming-Abschnitte zeigt sich auch bei Badaling und Mutianyu: Eine massive Kernmauer aus Bruchsteinen oder Ziegeln trägt oben einen begehbaren Wehrgang, flankiert von Zinnen und Schießscharten, die in regelmäßigen Abständen durch höher aufragende Wachtürme unterbrochen werden.Massive Kernmauer aus Bruchsteinen oder Ziegeln 1987 wurde Wanli Changcheng als Gesamtanlage in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, womit sowohl die historischen Erd- und Steinbefestigungen als auch die markanten Mauerzüge bei Peking offiziell als Kulturerbe von außergewöhnlichem universellem Wert anerkannt sind.In die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen
Wanli Changcheng besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die für Besuche ausgebauten Abschnitte von Wanli Changcheng bei Peking liegen nördlich der Stadt im Hügelland und sind über Straßen und Busverbindungen aus dem Stadtgebiet erreichbar.
- Auf den Mauern verlaufen lange Treppen mit teils steilen Stufen, die sich direkt an den Berggraten orientieren und damit eine gute Trittsicherheit und eine grundlegende Kondition erfordern.
- Der Abschnitt bei Badaling liegt im Nordwesten von Peking, während Mutianyu weiter nordöstlich im Huairou-Distrikt verläuft und jeweils von eigenen Zugangspunkten an der Peripherie zu erreichen ist.
- Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Renminbi (Yuan).
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Wanli Changcheng auf Social-Media-Plattformen
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Wanli Changcheng: häufige Fragen
Wo liegt Wanli Changcheng im Raum Peking?
Bei Peking verlaufen mehrere Abschnitte von Wanli Changcheng im Hügelland nördlich der Stadt, darunter Badaling im Nordwesten und Mutianyu im Nordosten.
Was bietet ein Besuch von Wanli Changcheng bei Peking?
Ein Besuch zeigt steinerne Wehrgänge mit Zinnen, Wachtürmen und langen Treppen, die den Berggraten folgen und weite Blicke über die Landschaft erlauben.
Was kennzeichnet Wanli Changcheng insgesamt?
Wanli Changcheng ist ein über Jahrhunderte gewachsenes System aus Mauern, Türmen, Pässen und Gräben entlang der historischen Nordgrenze Chinas, das seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört.
