Vigeland-Park Oslo: Warum Vigelandsanlegget so berührt
20.05.2026 - 13:54:17 | ad-hoc-news.deEin Wintermorgen in Oslo: Über dem leicht verschneiten Rasen des Vigeland-Park Oslo liegt blasses Licht, zwischen nackten Bäumen stehen Hunderte Skulpturen aus Stein und Bronze. Das Vigelandsanlegget (norwegisch für „Vigeland-Anlage“) wirkt wie ein Freiluft-Atelier, in dem jede Figur eine andere Phase des menschlichen Lebens erzählt – von ausgelassen spielenden Kindern bis zu alten Menschen, die sich aneinander festhalten.
Vigeland-Park Oslo: Das ikonische Wahrzeichen von Oslo
Der Vigeland-Park Oslo ist die bekannteste Parkanlage der norwegischen Hauptstadt und eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Skandinaviens. Der rund 320 Hektar große Frognerpark, in dessen Zentrum das Vigelandsanlegget liegt, ist zwar ein klassischer Stadtpark, doch mittendrin entfaltet sich ein einzigartiges Kunstensemble: mehr als 200 Skulpturen aus Bronze, Granit und Schmiedeeisen, entworfen von nur einem Künstler, Gustav Vigeland.
Norwegische und internationale Reiseführer wie der „Marco Polo Reiseführer Norwegen“ und das „ADAC Reisemagazin Skandinavien“ betonen, dass es weltweit keinen vergleichbaren Skulpturenpark gibt, der vollständig dem Werk eines einzelnen Bildhauers gewidmet ist und zugleich so eng mit dem Alltag einer Großstadt verknüpft ist. Während Jogger, Familien und Pendler den Park wie jeden anderen nutzen, bewegt sich die Kunst ohne Absperrungen dazwischen – frei zugänglich, berührbar, fotografierbar.
Für Besucher aus Deutschland ist der Vigeland-Park Oslo zudem ein ideales Entree in die nordische Kultur: Er verbindet skandinavische Zurückhaltung mit einer überraschend direkten Darstellung von Emotionen. Statt religiöser oder politischer Monumente zeigt das Vigelandsanlegget den Menschen in all seinen Facetten: verletzlich, widersprüchlich, humorvoll.
Geschichte und Bedeutung von Vigelandsanlegget
Die Entstehungsgeschichte des Vigeland-Parks beginnt im frühen 20. Jahrhundert. Nach Angaben des offiziellen „Vigeland-Museet“ in Oslo und der Tourismusorganisation „VisitOSLO“ erhielt der Bildhauer Gustav Vigeland 1921 von der Stadt Oslo ein Atelier und Lebensunterhalt. Im Gegenzug verpflichtete er sich, seinen gesamten künstlerischen Nachlass der Stadt zu überlassen. Aus dieser Vereinbarung entwickelte sich Schritt für Schritt die Idee eines großen Skulpturenparks.
Vigeland, 1869 in Mandal an der Südküste Norwegens geboren, gehörte zur Generation der Bildhauer, die vom Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert geprägt war. Kunsthistorische Darstellungen, etwa im norwegischen Nationalmuseum und in Beiträgen des Senders NRK, ordnen sein Werk zwischen Symbolismus und einer eigenständigen, nordischen Moderne ein. Während viele europäische Künstler seiner Zeit sich einzelnen Themen widmeten, wollte Vigeland nichts weniger als einen „Zyklus des Lebens“ schaffen – von der Geburt bis zum Tod.
Die Stadt Oslo stellte ihm dafür einen Teil des Frognerparks zur Verfügung. Ab den 1920er-Jahren begann die systematische Planung des Vigelandsanlegget. Die Umsetzung zog sich über Jahrzehnte hin, insbesondere weil viele der monumentalen Figuren zunächst als Gipsmodelle entstanden und erst später in Granit gehauen oder in Bronze gegossen wurden. Sowohl das Vigeland-Museum als auch offizielle Informationen der Stadt Oslo betonen, dass der Park zwar im Wesentlichen nach Vigelands Entwürfen fertiggestellt wurde, der Künstler selbst aber 1943 starb und die endgültige Ausführung einzelner Details in andere Hände überging.
Der Park wurde schrittweise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und entwickelte sich seit den 1950er-Jahren zu einem internationalen Reiseziel. Den Status eines nationalen Kulturguts bekräftigen norwegische Behörden immer wieder, unter anderem die Stadt Oslo und das Kulturministerium. Zwar ist das Vigelandsanlegget kein UNESCO-Welterbe, doch Fachpublikationen wie „GEO Saison“ und „Merian Skandinavien“ zählen es zu den wichtigsten modernen Skulpturenensembles Europas.
Aus deutscher Perspektive lässt sich die Bedeutung ungefähr mit der Rolle verbinden, die der Berliner Museumsinsel für die Museumslandschaft hat – nur dass im Vigeland-Park Oslo nicht verschiedene Epochen und Künstler aufeinandertreffen, sondern ein einziger Bildhauer mit einem zusammenhängenden Werk, das sich in einer offenen Parklandschaft entfaltet.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Das Herz des Vigelandsanlegget ist seine klare, fast axial angelegte Struktur. Laut VisitOSLO und dem Vigeland-Museum gliedert sie sich in mehrere Hauptbereiche: die monumentale Hauptachse mit dem Eingangstor, die Brücke mit Bronzefiguren, den Rundbrunnen, das Plateau mit der berühmten „Monolith“-Säule und den kreisförmig angelegten „Lebenskreis“ am höchsten Punkt des Parks.
Schon der Eingang vermittelt den Charakter des Ortes: Hohe schmiedeeiserne Tore, von Vigeland entworfen, zeigen stilisierte menschliche Figuren. Sie wirken fast wie Schattenbilder und bilden einen Kontrast zur üppigen Vegetation des Frognerparks. Hinter dem Tor öffnet sich ein breiter Weg, der auf eine Brücke führt. Entlang dieser Brücke stehen nach Angaben des Vigeland-Museums 58 Bronzeskulpturen – Männer, Frauen und Kinder in alltäglichen, manchmal spielerischen, manchmal dramatischen Situationen.
Unter ihnen ist eine der bekanntesten Figuren des gesamten Parks: der „Sinnataggen“, der „Wütende Knirps“. Die kleine Bronzestatue eines nackten, zornig stampfenden Jungen ist auf nahezu jedem Oslo-Souvenir zu finden. Sowohl norwegische Medien als auch Reiseführer wie „Lonely Planet Norway“ und deutschsprachige Reiseportale beschreiben ihn als ikonisches Symbol des Parks. Anders als viele klassische Denkmäler zeigt diese Figur kein Heldentum, sondern eine sehr menschliche, alltägliche Emotion.
Ein weiterer zentraler Bereich ist der große Brunnen, umgeben von 20 Bronzegruppen. Hier verschmelzen Wasser, Stein und Metall zu einem Bühnenbild der Lebenszyklen. Die Figuren auf den Brunnenarmen zeigen Menschen in Bäumen – als Kinder, Paare, Familien. Kunsthistoriker, auf die sowohl das Vigeland-Museum als auch norwegische Kulturmagazine verweisen, interpretieren diese Darstellungen als „Lebensbaum“-Motiv: Der Mensch als Teil eines größeren natürlichen Kreislaufs.
Der Höhepunkt des Parks liegt auf einem Plateau: der Monolith („Monolitten“). Die 14 Meter hohe Steinsäule wurde aus einem einzigen Granitblock gefertigt. Nach übereinstimmenden Angaben des Vigeland-Museums und offizieller Stadtinformationen besteht sie aus 121 ineinander verschlungenen menschlichen Figuren. Sie streben scheinbar nach oben – ein Bild des Ringens, Aufstiegs, vielleicht auch der Überforderung. Umgeben ist der Monolith von zusätzlichen Granitskulpturen, die in Gruppen das menschliche Leben in verschiedenen Situationen zeigen.
Rund 200 bis 214 Skulpturen werden in unterschiedlichen seriösen Quellen für das gesamte Ensemble genannt. Da im Laufe der Jahrzehnte kleinere Ergänzungen und Umgestaltungen diskutiert wurden, verwenden viele offiziellen Stellen eine vorsichtige Formulierung wie „mehr als 200 Skulpturen“. Dieser Ausdruck wird auch hier verwendet, um den sich leicht verändernden Bestand zeitlos wiederzugeben.
Stilistisch vereint Vigelands Werk naturalistische Körperdarstellungen mit einer vereinfachten, beinahe zeitlosen Formensprache. Körperproportionen sind realistisch, Details wie Haare oder Gesichtszüge jedoch oft reduziert. Kunstmagazine in Norwegen und Deutschland betonen, dass gerade diese Reduktion den Figuren eine universelle Wirkung verleiht – sie können für „den Menschen an sich“ stehen, statt für bestimmte Personen oder historische Ereignisse.
Dabei ist die Bildsprache keineswegs glatt oder idealisiert: Einige Figuren wirken schwer, andere angespannt, manche fast grotesk. Die Darstellung von Nacktheit ist direkt, aber nicht sexualisiert. Sie soll, so die Interpretation des Vigeland-Museums, die Verletzlichkeit des Menschen und seine Zugehörigkeit zur Natur unterstreichen.
Architektonisch fügt sich die Anlage in die Topografie des Frognerparks ein. Anstelle eines kompakten Museumsgebäudes erstreckt sich das Vigelandsanlegget über Hänge, Terrassen und Wege. Die Achsenführung, die Treppen und Podeste erinnern in der Klarheit ihrer Linien an klassische Parkarchitekturen oder barocke Gärten, werden aber durch die moderne Skulpturensprache gebrochen. Zwischen Monolith-Plateau, Brunnen und Brücke entstehen ständig neue Blickachsen, die sich je nach Licht und Jahreszeit verändern.
Diese Verbindung von Landschaft, Skulptur und Architektur wird in Fachkreisen immer wieder hervorgehoben. So beschreibt etwa das „National Museum of Art, Architecture and Design“ in Oslo den Park als ein Gesamtkunstwerk, in dem städtebauliche Planung und bildhauerische Vision aufeinandertreffen.
Vigeland-Park Oslo besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Der Vigeland-Park Oslo befindet sich im westlichen Stadtteil Frogner, etwa 3 bis 4 km vom Stadtzentrum entfernt. Laut VisitOSLO und der Stadtverwaltung ist die Anlage mit Straßenbahn, Bus und U-Bahn gut erreichbar. Viele Reisende laufen bei gutem Wetter auch zu Fuß vom Zentrum, was etwa 30 bis 40 Minuten dauern kann.
Für Besucher aus Deutschland bietet sich in der Regel die Anreise per Flugzeug an. Direktflüge von großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt am Main (FRA), München (MUC), Berlin (BER), Düsseldorf (DUS) oder Hamburg (HAM) nach Oslo-Gardermoen (OSL) werden von mehreren Fluggesellschaften regelmäßig angeboten. Die Flugzeit liegt meist zwischen 2 und 2,5 Stunden, abhängig von Abflugort und Flugroute. Vom Flughafen fährt der sogenannte „Flytoget“-Expresszug sowie ein regulärer Regionalzug in etwa 20 bis 25 Minuten zum Hauptbahnhof Oslo S. Von dort geht es mit Straßenbahn oder U-Bahn weiter Richtung Frogner. - Anreise mit Bahn, Auto oder Fähre
Wer Skandinavien als Rundreise entdecken möchte, kann Oslo auch auf dem Land- oder Seeweg erreichen. Langstreckenverbindungen der Deutschen Bahn führen über Kopenhagen und Göteborg nach Oslo; in der Praxis planen viele Reisende jedoch Umstiege und eine Übernachtung ein, da es derzeit keine durchgehenden Hochgeschwindigkeitszüge von Deutschland nach Oslo gibt. Autofahrer fahren meist über Dänemark und Schweden, zum Beispiel via Puttgarden–Rødby und die Öresundregion. In Norwegen sind viele Autobahnen und Schnellstraßen mautpflichtig; aktuelle Informationen dazu veröffentlichen norwegische Straßenbehörden und Automobilclubs wie der ADAC. Fährverbindungen, etwa von Kiel nach Oslo, sind eine landschaftlich reizvolle Alternative und werden in deutschen Reisemagazinen häufig empfohlen. - Öffnungszeiten
Der Vigeland-Park Oslo ist laut offiziellen Stellen der Stadt Oslo und VisitOSLO ganzjährig und rund um die Uhr geöffnet. Da es sich um einen öffentlichen Stadtpark handelt, gibt es keine klassischen Öffnungszeiten mit Einlasskontrolle. Einzelne Serviceeinrichtungen wie das Vigeland-Museum, Kioske oder Cafés haben jedoch saisonabhängige Öffnungszeiten. Öffnungszeiten können variieren – aktuelle Angaben sollten direkt bei der Verwaltung des Vigeland-Parks bzw. auf den offiziellen Seiten der Stadt Oslo und des Vigeland-Museums geprüft werden. - Eintritt
Der Zugang zum Vigelandsanlegget im Frognerpark ist nach übereinstimmenden Angaben von VisitOSLO, dem Vigeland-Museum und der Stadt Oslo kostenlos. Die Anlage ist als öffentlicher Raum konzipiert und wird auch von Einheimischen im Alltag genutzt. Für das nahe gelegene Vigeland-Museum, das in Vigelands ehemaligem Atelier untergebracht ist, wird hingegen ein Eintrittspreis erhoben. Da Ticketpreise sich ändern können, sollten aktuelle Beträge und Ermäßigungen für Kinder, Studierende oder Senioren direkt beim Museum abgefragt werden. Als grobe Orientierung geben Reiseportale an, dass sich der Museumseintritt im mittleren einstelligen bis niedrigen zweistelligen Eurobereich bewegt (Angaben ohne Gewähr). - Beste Reisezeit
Oslo hat ein gemäßigt-kontinentales Klima mit maritimen Einflüssen. Für einen Besuch im Vigeland-Park Oslo sind die Monate von späten Frühling bis frühen Herbst besonders beliebt. Reiseführer wie „Marco Polo Norwegen“ und „Lonely Planet“ empfehlen vor allem die Zeit von Mai bis September: Dann sind die Tage lang, die Vegetation im Frognerpark ist grün und die Skulpturen treten in starkem Kontrast zum satten Rasen und blühenden Bäumen hervor. Im Hochsommer kann es tagsüber lebhaft werden, besonders an sonnigen Wochenenden. Viele Besucher schätzen den frühen Morgen oder den späten Abend für einen ruhigeren Rundgang.
Auch die übrigen Jahreszeiten haben ihren Reiz. Im Herbst taucht das gelb-rote Laub die Skulpturen in eine melancholische Atmosphäre, während im Winter Schnee und tief stehende Sonne für dramatische Lichtstimmungen sorgen. Norwegische Medien zeigen regelmäßig Bilder von mit Schnee bedeckten Figuren, deren Konturen sich vor einem blassblauen Himmel abzeichnen. - Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld
Die Amtssprache in Norwegen ist Norwegisch, doch in Oslo sprechen viele Menschen sehr gut Englisch. Deutsch wird gelegentlich verstanden, ist aber deutlich weniger verbreitet. In touristischen Bereichen, etwa an Hotelrezeptionen oder in größeren Restaurants, ist eine Verständigung auf Englisch in der Regel problemlos möglich.
Norwegen gehört zu den Ländern mit sehr weit verbreiteter Kartenzahlung. Laut Informationen der Deutschen Zentrale für Tourismus und norwegischer Banken wird selbst für kleine Beträge häufig mit Kredit- oder Debitkarte gezahlt. Deutsche Girokarten werden über internationale Zahlungsnetze oft akzeptiert, verlässlicher sind jedoch Kreditkarten von Visa oder Mastercard. Mobile Payment mit Apple Pay oder Google Pay setzt die Akzeptanz durch den jeweiligen Händler voraus und ist in größeren Städten wie Oslo zunehmend verbreitet. Bargeld in norwegischen Kronen (NOK) wird zwar weiterhin genutzt, ist aber für den Parkbesuch selbst kaum zwingend erforderlich, sofern keine kleinen unabhängigen Kioske besucht werden.
Trinkgeld ist in Norwegen weniger ausgeprägt als in Deutschland. In Restaurants ist der Service meist im Preis inbegriffen. Wird ein guter Service erlebt, runden viele Gäste den Betrag leicht auf oder geben etwa 5 bis 10 Prozent zusätzlich. Für Taxi- oder Cafébesuche reicht ein kleines Aufrunden. Im Park selbst fallen keine Servicegebühren an, abgesehen von gekauften Speisen oder Souvenirs. - Einreisebestimmungen und Gesundheit
Norwegen gehört zum Schengen-Raum, ist aber nicht Mitglied der Europäischen Union. Deutsche Staatsbürger können in der Regel mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis einreisen. Da Einreisebestimmungen sich ändern können, sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für einen kurzen touristischen Aufenthalt sind keine besonderen Impfungen vorgeschrieben, eine übliche Reiseapotheke und eine Auslandskrankenversicherung sind dennoch sinnvoll. Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums gelten teils besondere Regelungen, dennoch empfehlen sowohl deutsche Verbraucherzentralen als auch Versicherer für Reisen nach Norwegen eine ergänzende Auslandskrankenversicherung. - Zeitzone und Tageslicht
Oslo liegt in derselben Zeitzone wie Mitteleuropa. Das bedeutet: In der Regel besteht keine Zeitverschiebung zwischen Norwegen und Deutschland. Während der Sommerzeit (MESZ) gilt in Norwegen ebenfalls Sommerzeit. Was sich jedoch deutlich unterscheidet, ist die Tageslänge. Oslo liegt wesentlich weiter nördlich als etwa Berlin oder Hamburg. Im Sommer sind die Tage spürbar länger, die Dämmerung zieht sich bis in die späten Abendstunden. Im Winter hingegen kann es bereits am frühen Nachmittag dunkel werden. Dieser Unterschied kann den Eindruck des Parks erheblich beeinflussen und sollte bei der Tagesplanung berücksichtigt werden.
Warum Vigelandsanlegget auf jede Oslo-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist Oslo zunächst mit der Oper am Fjord, der Festung Akershus oder dem Munch-Museum verbunden. Doch wer den Vigeland-Park Oslo besucht, erlebt eine Seite der Stadt, die zugleich sehr norwegisch und universell menschlich ist. Anders als in klassischen Skulpturenparks, in denen Kunstwerke oft auf Rasenflächen präsentiert werden, ohne die Umgebung wirklich zu nutzen, verschmilzt im Vigelandsanlegget alles zu einem Ensemble: Wege, Treppen, Bäume, Wasser – und überall Figuren, die scheinbar mitten im Leben stehen.
Reiseautoren in deutschsprachigen Medien wie „GEO Saison“ oder „Merian“ betonen, dass der Park fast wie ein offenes Bilderbuch ist, das sich bei jedem Besuch anders liest. Im Sommer sitzen Familien mit Picknickdecken neben monumentalen Granitgruppen, Jugendliche nutzen die breiten Wege als Skate-Route, und Touristinnen aus aller Welt versuchen, die Pose des „Sinnataggen“ nachzuahmen. Im Winter wirkt der Park dagegen fast kontemplativ, die Skulpturen treten stärker hervor, oft begleitet von einer stillen Schneedecke.
Ein weiterer Grund, warum der Vigeland-Park Oslo auf keiner Oslo-Reise fehlen sollte, ist seine Zugänglichkeit. Da kein Eintritt erhoben wird und die Anlage rund um die Uhr offensteht, lässt sich ein Besuch problemlos in ein dichtes Städtereiseprogramm integrieren. Viele Reisende kombinieren den Park mit einem Besuch im Vigeland-Museum, das sich in einem denkmalgeschützten Bau in der Nähe befindet und Gipsmodelle, Zeichnungen und weitere Werke des Künstlers präsentiert. Dort wird die Genese des Parks noch einmal vertieft erklärt.
Im Vergleich zu prominenten Skulpturensammlungen in Mitteleuropa – etwa den Plastiken im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal oder den Außenanlagen großer Museen – ist der Vigeland-Park Oslo radikaler in seiner Fokussierung auf einen einzigen Künstler und seine Vision vom menschlichen Leben. Dadurch entsteht eine eindringliche, teils auch polarisierende Wirkung. Manche Besucher empfinden die Fülle der nackten Körper als überwältigend, andere finden gerade darin eine befreiende Ehrlichkeit.
Für Familien mit Kindern bietet der Park zudem einen unkomplizierten Zugang zu Kunst. Die Figuren sind greifbar, ihre Emotionen verständlich. Kinder entdecken hier nicht nur abstrakte Formen, sondern Situationen, die sie aus ihrem eigenen Alltag kennen – Freude, Streit, Versöhnung. So wird ein Spaziergang durch das Vigelandsanlegget ganz nebenbei zu einer Einführung in Fragen der Kunst und des menschlichen Zusammenlebens.
Auch fotografisch ist der Vigeland-Park Oslo ein Highlight. Je nach Tageszeit entstehen dramatische Schatten oder weiche Konturen. Herbstnebel, Wintersonne, die Mitternachtsstimmung im Sommer – all das macht jede Aufnahme einzigartig. Kein Wunder, dass der Park in sozialen Medien eine große Rolle spielt.
Vigeland-Park Oslo in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Netzwerken ist der Vigeland-Park Oslo längst zu einem der visuellen Markenzeichen der Stadt geworden. Unter Hashtags wie #Vigelandpark oder #Vigelandsanlegget teilen Reisende und Einheimische Foto-Serien von ihren Lieblingsfiguren, Drohnenaufnahmen des Monolith-Plateaus oder Zeitraffer-Videos, in denen sich die Lichtstimmungen über den Skulpturen verändern. Viele Posts nutzen den Park als Kulisse für Lifestyle- und Modeaufnahmen, andere konzentrieren sich auf Details wie Hände, Gesichter oder die Struktur des Granits.
Vigeland-Park Oslo — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Vigeland-Park Oslo
Wo liegt der Vigeland-Park Oslo genau?
Der Vigeland-Park Oslo liegt im Stadtteil Frogner im Westen von Oslo, Norwegen. Er ist Teil des größeren Frognerparks und etwa 3 bis 4 km vom Stadtzentrum und dem Hauptbahnhof Oslo S entfernt. Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß, per Fahrrad oder Taxi gut möglich.
Wer war Gustav Vigeland und warum ist ihm der Park gewidmet?
Gustav Vigeland war ein norwegischer Bildhauer (1869–1943), der mit seinen Skulpturen internationale Bekanntheit erlangte. Die Stadt Oslo stellte ihm ein Atelier und finanzielle Unterstützung zur Verfügung, im Gegenzug überließ er der Stadt seinen gesamten künstlerischen Nachlass. Das Vigelandsanlegget im Frognerpark zeigt mehr als 200 seiner Skulpturen und gilt als sein Hauptwerk.
Kostet der Besuch im Vigelandsanlegget Eintritt?
Der Besuch des Vigeland-Parks Oslo im Frognerpark ist kostenlos. Es handelt sich um eine öffentliche Parkanlage, die rund um die Uhr zugänglich ist. Nur für das nahe gelegene Vigeland-Museum wird ein Eintrittspreis erhoben, dessen genaue Höhe direkt beim Museum oder auf dessen offizieller Website abgerufen werden sollte.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Für einen ersten Eindruck reichen vielen Besucherinnen und Besuchern etwa 1,5 bis 2 Stunden, um die wichtigsten Bereiche wie die Brücke, den Brunnen und den Monolith zu erkunden. Wer die Details der Skulpturen intensiver betrachten, fotografieren und vielleicht noch das Vigeland-Museum besuchen möchte, sollte eher einen halben Tag einplanen.
Wann ist die beste Tageszeit für Fotos im Vigeland-Park Oslo?
Für stimmungsvolle Fotos empfehlen sich der frühe Morgen und der späte Nachmittag, wenn das Licht weicher ist und die Schatten länger werden. Im Sommer kann der Park zur Mittagszeit recht belebt sein, während in den frühen Morgenstunden und abends meist weniger Besucher unterwegs sind. Im Winter erzeugen tief stehende Sonne, Schnee und Dämmerung besonders kontrastreiche Stimmungen.
Mehr zu Vigeland-Park Oslo auf AD HOC NEWS
Mehr zu Vigeland-Park Oslo auf AD HOC NEWS:
Alle Beiträge zu „Vigeland-Park Oslo" auf AD HOC NEWS ansehen ?Alle Beiträge zu „Vigelandsanlegget" auf AD HOC NEWS ansehen ?
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
