Verdonschlucht, Gorges du Verdon

Verdonschlucht: Frankreichs spektakulärer Canyon bei Moustiers-Sainte-Marie

25.05.2026 - 04:39:39 | ad-hoc-news.de

Die Verdonschlucht (Gorges du Verdon) nahe Moustiers-Sainte-Marie in Frankreich gilt als spektakulärster Canyon Europas. Was macht diesen türkisgrünen Fluss und die steilen Felswände für Reisende aus Deutschland so einmalig?

Verdonschlucht, Gorges du Verdon, Moustiers-Sainte-Marie
Verdonschlucht, Gorges du Verdon, Moustiers-Sainte-Marie

Türkises Wasser, das sich tief unter Ihnen durch eine schmale Felsrinne windet, darüber ein weiter Himmel, der nach südfranzösischer Sonne riecht: Wer an der Verdonschlucht steht, den Gorges du Verdon („Schluchten des Verdon“), versteht schnell, warum dieser Canyon als einer der spektakulärsten Europas gilt.

Verdonschlucht: Das ikonische Wahrzeichen von Moustiers-Sainte-Marie

Die Verdonschlucht liegt im Hinterland der Côte d’Azur in der Provence, rund um das Bilderbuchdorf Moustiers-Sainte-Marie. Zwischen den Kalkfelsen, die teils mehr als 700 m in die Höhe ragen, hat sich der Fluss Verdon über lange Zeiträume eine der tiefsten Schluchten Europas geformt. Französische Reisemagazine wie „GEO Saison“ und das „Guide Vert Provence“ von Michelin beschreiben die Gorges du Verdon seit Jahren als eine der markantesten Landschaften des Landes, oft als „Grand Canyon Europas“ eingeordnet – eine Bezeichnung, die sich auch in deutschsprachigen Reiseführern wie ADAC und Marco Polo wiederfindet.

Für Reisende aus Deutschland ist die Verdonschlucht ein Sehnsuchtsziel: Sie verbindet die Nähe zur berühmten Côte d’Azur mit einer wilden Berglandschaft, die eher an die Alpen erinnert. Während unten Kajaks und kleine Boote über den türkisfarbenen Fluss gleiten, ziehen oben Raubvögel ihre Kreise. Die Mischung aus Postkartenidylle, Outdoor-Abenteuer und provenzalischem Dorfleben in Orten wie Moustiers-Sainte-Marie macht den Reiz aus.

Offizielle französische Tourismusorganisationen wie „France.fr“ und das „Comité Régional de Tourisme Provence-Alpes-Côte d’Azur“ stellen die Verdonschlucht als eine Schlüsselattraktion der Region vor. Der Canyon ist kein Nationalpark im engen rechtlichen Sinn, aber ein geschütztes Naturgebiet, das innerhalb des Regionalen Naturparks Verdon (Parc naturel régional du Verdon) liegt. Damit ist die Schlucht zugleich Naturdenkmal und Symbol für einen nachhaltigen, naturorientierten Tourismus im südöstlichen Frankreich.

Geschichte und Bedeutung von Gorges du Verdon

Geologisch reicht die Geschichte der Verdonschlucht viele Millionen Jahre zurück. Fachpublikationen, die vom französischen Naturpark und von geowissenschaftlichen Einrichtungen zitiert werden, verorten die Entstehung in den Kalken des Mesozoikums, einer Erdära, in der weite Teile der heutigen Provence von einem Meer bedeckt waren. Über lange Zeiträume senkte sich die Region, Kalkschichten lagerten sich ab, wurden später gehoben – und der Verdon schnitt sich zunehmend tiefer in dieses Gestein ein.

Die heute sichtbare Schlucht entstand demnach durch eine Kombination aus tektonischen Bewegungen und Erosion des Flusses. Die UNESCO nennt die Verdonschlucht zwar nicht als eigenständiges Welterbe, verweist in Materialien zur europäischen Geodiversität jedoch wiederholt auf Kalkschluchten und Karstlandschaften im Mittelmeerraum als typische Formationen. In diesem Kontext wird der Verdon in französischen geologischen Übersichten häufig als besonders anschauliches Beispiel für eine tief eingeschnittene Kalkschlucht erwähnt.

Kulturell wurde die Region erst relativ spät touristisch erschlossen. Bis ins frühe 20. Jahrhundert waren die Gorges du Verdon vor allem für lokale Schäfer, Bauern und Fischer von Bedeutung. Der berühmte Aussichtspunkt „Point Sublime“ und die Straßen entlang der Schlucht entstanden in Etappen, um abgelegene Dörfer zugänglich zu machen. Französische Quellen, darunter Regionalarchive aus dem Département Alpes-de-Haute-Provence, datieren den Straßenbau im 20. Jahrhundert in mehreren Abschnitten; die heute bekannten Panoramastraßen „Route des Crêtes“ am Nordrand und die Süduferstraße („Corniche Sublime“) wurden nach und nach erweitert.

Eine entscheidende Zäsur war die Errichtung der großen Verdonsperren und Stauseen im 20. Jahrhundert, darunter der Lac de Sainte-Croix an der unteren Verdonschlucht. Offizielle Betreiberangaben und französische Energieunternehmen datieren den See in die 1970er-Jahre. Mit seinem künstlich aufgestauten, intensiv türkisfarbenen Wasser prägt er heute das Bild des unteren Canyons und gilt bei französischen Tourismusverbänden als einer der Hauptanziehungspunkte für Badetourismus und Wassersport.

Für Moustiers-Sainte-Marie wurde die Schlucht zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor. Das Dorf, das Mitglied im Netzwerk „Les Plus Beaux Villages de France“ (die schönsten Dörfer Frankreichs) ist, zieht neben Keramikliebhabern vor allem Outdoor-Fans an, die von hier zu Wanderungen, Klettertouren oder Kajakausflügen in die Schlucht aufbrechen. Französische Medien wie „Le Monde“ und „Le Figaro“ betonen immer wieder, wie stark die Region vom Tourismus lebt – bei gleichzeitigen Anstrengungen, den Besucherstrom umweltverträglich zu lenken.

Architektur, Natur und besondere Merkmale

Streng genommen ist die Verdonschlucht keine Architektur im klassischen Sinne, sondern eine natürliche Felsformation. Dennoch wirkt der Canyon wie ein perfekt komponiertes Monument, dessen „Baumeister“ die Natur ist. Das Landschaftsbild wird von steilen, hellgrauen bis weißen Kalkwänden dominiert, die teilweise über 700 m hoch sein können. Diese Höhenangaben finden sich übereinstimmend in offiziellen Tourismusunterlagen der Region und in renommierten Reiseführern, die den Verdon als eine der tiefsten Schluchten Europas beschreiben.

Die Schlucht erstreckt sich über mehrere Dutzend Kilometer; die Angaben zur exakten Länge variieren in seriösen Quellen leicht, weshalb sich eine vorsichtige Formulierung anbietet: Von den ersten Engstellen beim Stausee Castillon bis zum Lac de Sainte-Croix erstreckt sich ein eindrucksvolles Schluchtensystem, dessen spektakulärster Abschnitt zwischen Pont de Soleils und Pont du Galetas liegt. Dort verengt sich der Canyon stellenweise so stark, dass Felswände scheinbar direkt über dem Fluss zusammenrücken.

Besonders prägend ist die Farbe des Wassers. Der Verdon leuchtet je nach Licht und Jahreszeit in Nuancen von Türkis, Smaragdgrün bis milchigem Blau. Geologische und hydrologische Erläuterungen führen das auf feine Schwebstoffe und gelöste Kalkpartikel zurück, die das Licht auf charakteristische Weise streuen. Französische Tourismusverbände nutzen dieses Farbspiel in ihren Kampagnen gezielt als Wiedererkennungsmerkmal.

Naturschutzorganisationen und der Parc naturel régional du Verdon heben die reiche Flora und Fauna hervor. Die steilen Wände sind Lebensraum für Greifvögel wie Geierarten, die in den vergangenen Jahrzehnten in Teilen der französischen Alpen und Voralpen wieder angesiedelt wurden. In den mediterran geprägten Hängen wachsen duftende Kräuter, Wacholder, Eichen und Pinien. Dadurch entsteht eine Übergangszone zwischen alpiner und mediterraner Vegetation, die für naturkundlich interessierte Reisende aus Deutschland besonders spannend ist.

Auch wenn es kein klassisches Bauwerk ist, gibt es einige markante vom Menschen geschaffene Punkte, die das Landschaftsbild strukturieren:

  • Pont du Galetas: Die Brücke am Einlauf des Verdon in den Lac de Sainte-Croix ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte. Viele ikonische Fotos der Verdonschlucht, wie sie in Magazinen und auf den Titeln von Reiseführern zu sehen sind, werden von hier aufgenommen.
  • Route des Crêtes: Diese Rundstraße am Nordufer bei La Palud-sur-Verdon bietet zahlreiche Aussichtspunkte mit gesicherten Plattformen. Reiseführer von ADAC und Michelin beschreiben sie als eine der faszinierendsten Panoramastrecken Südfrankreichs, die jedoch stellenweise ausgesetzt und kurvig ist.
  • Aussichtspunkte wie Point Sublime, Belvédère de l’Escalès und Balcons de la Mescla: Offiziell ausgewiesene „Belvédères“, die von lokalen Behörden unterhalten werden, ermöglichen sichere Blicke in die Schlucht – ein Punkt, den auch deutsche Automobilclubs zur Erhöhung der Verkehrssicherheit hervorheben.

Das nah gelegene Moustiers-Sainte-Marie selbst wirkt wie eine Steinarchitektur, die mit der Natur verwachsen ist. Das Dorf schmiegt sich an eine steile Felswand; eine kleine Kapelle oberhalb ist über Treppen erreichbar. Zwischen zwei Felswänden hängt eine berühmte goldene Sternfigur an einer langen Kette, deren Ursprünge mit verschiedenen Legenden verknüpft sind. Französische Kulturmagazine erwähnen diese Installation häufig als emblematisches Detail des Ortes, auch wenn sich nicht alle Details ihres historischen Ursprungs eindeutig belegen lassen.

Verdonschlucht besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Die Verdonschlucht liegt im Südosten Frankreichs im Hinterland der Côte d’Azur zwischen den Départements Alpes-de-Haute-Provence und Var. Moustiers-Sainte-Marie befindet sich am Nordufer des Lac de Sainte-Croix, unweit des westlichen Schluchteingangs.

Mit dem Flugzeug: Für Reisende aus Deutschland bieten sich vor allem die Flughäfen Nizza (Nice Côte d’Azur) und Marseille-Provence an. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf bestehen regelmäßig Direkt- oder Umsteigeverbindungen, die reine Flugzeit liegt in der Regel um etwa 1,5 bis 2 Stunden je nach Abflugort. Von Nizza oder Marseille aus wird für die Weiterreise vielfach ein Mietwagen empfohlen, da viele Aussichtspunkte und Dörfer in der Region nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Mit dem Auto aus Deutschland: Die Anreise mit dem eigenen Wagen oder Wohnmobil führt meist über die französischen Autobahnen (Autoroutes), zum Beispiel via Straßburg–Mulhouse–Lyon Richtung Marseille oder Nizza. Die meisten französischen Autobahnen sind mautpflichtig; der ADAC und französische Autobahngesellschaften informieren über aktuelle Kostenmodelle. Von der Autobahn führt eine längere Fahrt über National- und Départementstraßen (z. B. via Manosque, Digne-les-Bains oder Draguignan) in die Region Verdon.

Mit Bahn und Bus: Eine klimafreundliche Alternative ist die Anreise per Bahn über große Umsteigebahnhöfe wie Paris, Lyon oder Marseille. Hochgeschwindigkeitszüge (TGV/ICE-Kooperationen) verbinden Deutschland mit Frankreich; ab Marseille oder Aix-en-Provence bestehen regionale Bahn- und Busverbindungen in Richtung Digne, Manosque oder Castellane. Von dort aus fahren saisonale Linienbusse in die Verdon-Region, wobei Fahrpläne und Verbindungen je nach Saison variieren. Reiseportale der französischen Bahn (SNCF) und regionale Verkehrsverbünde veröffentlichen aktuelle Fahrpläne.

  • Öffnungszeiten
    Die Verdonschlucht als Naturgebiet ist grundsätzlich frei zugänglich. Einzelne Einrichtungen wie Besucherzentren, Bootsverleihe oder Parkplätze haben jedoch saisonabhängige Öffnungszeiten. Es empfiehlt sich, vor dem Besuch direkt bei den offiziellen Informationsstellen des Parc naturel régional du Verdon oder über lokale Tourismusbüros (z. B. Office de Tourisme Moustiers-Sainte-Marie) die aktuellen Zeiten und mögliche Einschränkungen zu prüfen. Hinweisschilder vor Ort können zeitweise bestimmte Wanderwege oder Kletterrouten aus Sicherheits- oder Naturschutzgründen sperren.
  • Eintritt
    Für den Zugang zur natürlichen Schlucht wird in der Regel kein Eintritt erhoben. Kosten können jedoch für Parkplätze, Boots- und Kajakverleih sowie geführte Touren anfallen. Da Preise je nach Anbieter und Saison variieren und sich ändern können, geben seriöse Quellen meist nur Richtwerte. Eine zeitlose Formulierung ist deshalb sinnvoll: Reisende sollten vor Ort oder vorab online bei den jeweiligen Anbietern die aktuellen Gebühren für Parken und Aktivitäten prüfen.
  • Beste Reisezeit
    Offizielle Tourismusportale und Reiseführer sind sich weitgehend einig: Die angenehmsten Monate für einen Besuch sind das späte Frühjahr (Mai, Juni) und der frühe Herbst (September, teils Oktober). Dann sind Temperaturen meist milder, die Vegetation ist entweder frischgrün oder herbstlich gefärbt, und das Besucheraufkommen ist geringer als in den Sommerferien. Im Hochsommer können Hitze und hohes Verkehrsaufkommen die Erfahrung beeinträchtigen, zugleich ist dies die Hauptsaison für Wassersport auf dem Lac de Sainte-Croix.

Für Wanderungen in der Schlucht – etwa die bekannte Sentier Martel oder andere Wege, die von französischen Wanderverbänden beschrieben werden – empfehlen sich Frühling und Herbst besonders, da die Temperaturen moderater sind. Im Winter ist ein Besuch landschaftlich reizvoll, einzelne Straßen oder Pfade können jedoch witterungsbedingt eingeschränkt zugänglich sein.

  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Sicherheit

Sprache: Amtssprache ist Französisch. In touristisch geprägten Orten wie Moustiers-Sainte-Marie, an Bootsverleihen und in Hotels wird häufig zumindest etwas Englisch gesprochen. Deutschkenntnisse sind weniger verbreitet, können aber vereinzelt in stark touristischen Betrieben vorkommen. Viele deutsche Reiseführer empfehlen, einige grundlegende französische Wendungen zu beherrschen – das wird erfahrungsgemäß positiv aufgenommen.

Zahlung: In Frankreich ist Kartenzahlung sehr verbreitet, besonders mit Kreditkarte oder Debitkarte (Visa, Mastercard). Kleinere Beträge, etwa für Parkscheinautomaten in ländlichen Gebieten oder für Bäckereien und Marktstände, werden teils noch bevorzugt bar bezahlt. Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay) setzt sich zunehmend durch, ist aber noch nicht überall selbstverständlich. Es gilt der Euro (€) als Landeswährung; ein Umtausch ist für Reisende aus Deutschland nicht nötig.

Trinkgeld: In französischen Restaurants ist der Service in der Regel im Preis enthalten („service compris“). Ein kleines Extra-Trinkgeld wird bei Zufriedenheit gern gesehen, etwa 5–10 % oder das Aufrunden auf einen runden Betrag. Bei Cafés reicht häufig das Aufrunden um ein bis zwei Euro. Für geführte Touren oder Aktivitäten wie Canyoning oder Klettern geben einige französische Anbieter den Hinweis, dass ein freiwilliges Trinkgeld als Wertschätzung geschätzt wird.

Sicherheit und Naturschutz: Die Verdonschlucht ist ein alpines Gelände mit exponierten Straßen und Pfaden. Seriöse Ratgeber – darunter ADAC, Alpenvereine und der Parc naturel régional du Verdon – empfehlen, ausreichend Trinkwasser, Sonnenschutz und geeignetes Schuhwerk mitzunehmen. Wanderer sollten Wege und Markierungen beachten und die Kondition realistisch einschätzen. Im Sommer können Waldbrandgefahr und Hitze zu temporären Sperrungen führen. Baden außerhalb ausgewiesener Bereiche oder Sprünge von Felsen sind riskant und werden von Sicherheitsbehörden deutlich abgeraten.

  • Einreisebestimmungen und Zeitverschiebung

Frankreich ist Mitglied der Europäischen Union und Teil des Schengen-Raumes. Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise für touristische Aufenthalte normalerweise unkompliziert möglich. Es genügt im Regelfall ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Da Einreise- und Sicherheitsbestimmungen sich ändern können, sollten Reisende vor der Abreise die aktuellen Hinweise auf der Website des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de prüfen.

Die Verdonschlucht liegt in derselben Zeitzone wie Deutschland: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) und im Sommer Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Eine Zeitverschiebung gibt es daher nicht; das erleichtert die Reiseplanung, insbesondere bei An- und Abreise mit Zug oder Flugzeug.

Für Aufenthalte in Frankreich gilt die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) für medizinisch notwendige Behandlungen im öffentlichen System. Dennoch empfehlen viele Verbraucherschützer und Automobilclubs eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, die auch Rücktransportleistungen abdeckt. Wer mit dem Auto anreist, sollte zudem an den europäischen Unfallbericht und die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung denken (Warnwesten, Warndreieck, etc.).

Warum Gorges du Verdon auf jede Moustiers-Sainte-Marie-Reise gehört

Die Verdonschlucht ist nicht nur ein schönes Fotomotiv, sondern ein intensives Naturerlebnis, das mehrere Reiseformen miteinander verbindet. Reisemagazine wie „Merian“ und „National Geographic Deutschland“ stellen die Region regelmäßig vor und betonen genau diesen Mix: Outdoor-Abenteuer, mediterranes Lebensgefühl und Ruhe jenseits der überfüllten Küstenorte.

Von Moustiers-Sainte-Marie aus lassen sich unterschiedliche Perspektiven auf den Canyon erleben:

  • Vom Wasser aus: Am Lac de Sainte-Croix, besonders an der Brücke Pont du Galetas, werden Tretboote, Kajaks und kleine Elektroboote vermietet. Wer mit dem Boot in die unteren Meter der Schlucht hineinfährt, erlebt die steilen Wände unmittelbar und kann die charakteristische Wasserfarbe aus nächster Nähe sehen.
  • Von oben: Die Route des Crêtes und andere Panoramastraßen bieten Aussichtspunkte, an denen der Blick tief in die Schlucht fällt. Besonders in den Morgen- und Abendstunden entstehen dramatische Lichtstimmungen. Deutsche Reiseführer empfehlen häufig, sich Zeit für mehrere Stopps zu nehmen, statt die Strecke „am Stück“ zu fahren.
  • Zu Fuß: Wanderrouten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade führen in die Nähe oder in Teile der Schlucht. Französische Wanderverbände und der Naturpark listen Routen von leichten Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Tageswanderungen. Gut bekannt ist eine Tour, die entlang des Flusses und durch Tunnelpassagen führt, für die eine Stirnlampe empfohlen wird. Vor jeder Wanderung sollte die aktuelle Zugänglichkeit geprüft werden, da Witterung und Sicherheitsmaßnahmen zu Änderungen führen können.
  • Beim Klettern und Outdoor-Sport: Die Kalkwände des Verdon gehören in der europäischen Kletterszene zu den legendären Gebieten, was Fachmagazine und alpine Vereine immer wieder aufgreifen. Für unerfahrene Kletterer stehen lokale Bergführer und Kletterschulen zur Verfügung. Daneben werden Aktivitäten wie Canyoning und Paragliding angeboten, für die Sicherheitsstandards und Wetterverhältnisse entscheidend sind.

Wer nach den Naturerlebnissen wieder ins Dorf zurückkehrt, erlebt in Moustiers-Sainte-Marie eine andere Seite der Region: schmale Gassen, kleine Plätze, Keramikwerkstätten, in denen die für den Ort bekannte Fayence-Keramik entsteht, sowie Restaurants, die provenzalische Küche mit Kräutern, Olivenöl und lokalen Produkten servieren. Französische Gourmetführer ordnen einzelne Häuser in der Umgebung immer wieder unter die ambitionierten Adressen der Provence ein, was die Region auch für kulinarisch interessierte Reisende attraktiv macht.

Für Reisende aus Deutschland bietet die Verdonschlucht zudem einen interessanten Vergleichsmaßstab: Während alpine Täler etwa in Bayern, Tirol oder der Schweiz eher U-förmig und von Gletschern geprägt sind, hat der Verdon den Fels in einem V-Profil eingeschnitten. Das Zusammenspiel mit dem mediterranen Klima, Lavendelfeldern in der weiteren Umgebung (insbesondere im Valensole-Plateau) und der Nähe zum Meer macht diese Landschaft zu etwas, das so in Mitteleuropa nicht zu finden ist.

Verdonschlucht in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

Auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok ist die Verdonschlucht längst zu einem visuellen Star geworden. Hashtags wie #gorgesduverdon oder #verdonschlucht zeigen tausende Bilder und Videos, in denen Reisende vor allem die intensive Farbe des Wassers und die dramatischen Felsformationen in Szene setzen. Französische und internationale Reise-Influencer stellen den Canyon oft als Alternative zu überlaufenen Küstenorten dar und betonen Aktivitäten wie Wandern, Kajaken oder Roadtrips im Hinterland der Côte d’Azur.

Häufige Fragen zu Verdonschlucht

Wo liegt die Verdonschlucht genau?

Die Verdonschlucht (Gorges du Verdon) befindet sich im Südosten Frankreichs in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, zwischen den Départements Alpes-de-Haute-Provence und Var. Der westliche Zugang bei Moustiers-Sainte-Marie liegt am Lac de Sainte-Croix, etwa im Hinterland zwischen Marseille und Nizza.

Wie tief und lang ist die Verdonschlucht?

Seriöse geographische und touristische Quellen beschreiben die Verdonschlucht als eine der tiefsten Schluchten Europas mit Felswänden, die stellenweise über 700 m über dem Fluss aufragen können. Das gesamte Schluchtensystem erstreckt sich über mehrere Dutzend Kilometer zwischen den Stauseen in der Region, wobei der spektakulärste Abschnitt zwischen Pont de Soleils und Pont du Galetas verläuft.

Wie reise ich aus Deutschland am besten zur Verdonschlucht?

Von Deutschland aus führen mehrere Wege zur Verdonschlucht: mit dem Flugzeug über Nizza oder Marseille und anschließend Mietwagen, mit dem Auto über französische Autobahnen (Mautpflicht) und regionale Straßen oder mit der Bahn über Paris, Lyon oder Marseille und regionale Verbindungen. Für Moustiers-Sainte-Marie als Basis empfiehlt sich ein Auto, da viele Aussichtspunkte und Dörfer nur eingeschränkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Was kann ich in der Verdonschlucht unternehmen?

Beliebte Aktivitäten sind Bootstouren und Kajakfahrten auf dem Verdon und dem Lac de Sainte-Croix, Wanderungen auf unterschiedlich anspruchsvollen Routen, Klettern in den Kalkwänden, Canyoning, Paragliding und Panoramafahrten auf der Route des Crêtes oder der Corniche Sublime. Die Region rund um Moustiers-Sainte-Marie bietet zusätzlich Keramikwerkstätten, Märkte und provenzalische Gastronomie.

Wann ist die beste Reisezeit für die Gorges du Verdon?

Die Monate Mai, Juni, September und teilweise Oktober gelten bei vielen Reiseführern und Tourismusorganisationen als ideal, weil es angenehme Temperaturen, vergleichsweise weniger Andrang und dennoch gute Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten gibt. Im Hochsommer können Hitze, Verkehrsaufkommen und Waldbrandgefahr den Besuch erschweren, gleichzeitig ist dies die lebhafteste Zeit für Bade- und Wassersport am Lac de Sainte-Croix.

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