Val d'Orcia, Reise

Val d’Orcia bei Pienza: Toskanische Traumlandschaft zwischen Himmel und Hügeln

05.06.2026 - 12:50:12 | ad-hoc-news.de

Das Val d’Orcia bei Pienza in Italien vereint sanfte Hügel, Zypressenalleen und UNESCO-Welterbe. Warum diese Kulturlandschaft deutsche Reisende seit Jahren magisch anzieht – und wie man sie klug erlebt.

Val d'Orcia, Reise, Wahrzeichen
Val d'Orcia, Reise, Wahrzeichen

Früh am Morgen liegt ein feiner Dunst über den Hügeln, einzelne Zypressenreihen zeichnen sich dunkel gegen den Himmel ab, Bauernhöfe thronen wie Inseln über einem Meer aus Nebel – das ist das Val d’Orcia (sinngemäß „Tal des Flusses Orcia“) südlich von Pienza in der Toskana. Schon lange bevor der Begriff „Instagram-Spot“ erfunden wurde, galt das Val d’Orcia als Inbegriff der idealen italienischen Landschaft – heute ist es UNESCO-Welterbe und eines der bekanntesten Sehnsuchtsbilder Italiens.

Val d'Orcia: Das ikonische Wahrzeichen von Pienza

Das Val d’Orcia, südlich von Siena und rund um die Kleinstadt Pienza gelegen, ist eine Kulturlandschaft, die über Jahrhunderte von Menschen geformt wurde. Sanfte, oft kahl wirkende Hügel, geometrisch gepflanzte Zypressen, Weinberge, Olivenhaine und kleine, aus Travertin und Ziegeln errichtete Dörfer bilden ein Panorama, das vielen Besucherinnen und Besuchern vertraut vorkommt, noch bevor sie es zum ersten Mal sehen – aus Filmen, Reisemagazinen und Kalendern.

Die UNESCO hat das Val d’Orcia als Kulturlandschaft in die Liste des Welterbes aufgenommen und betont, dass hier in einzigartiger Weise das Renaissance-Ideal einer harmonischen Landschaft verwirklicht wurde, in der landwirtschaftliche Nutzung, Siedlungen und Natur eine ästhetische Einheit bilden. Diese Sichtweise teilen auch renommierte Reisemagazine und Kulturinstitutionen, die das Tal immer wieder als eine der schönsten Landschaften Europas hervorheben.

Für Reisende aus Deutschland ist das Val d’Orcia dabei deutlich mehr als nur ein Fotomotiv: Es ist ein Ort der Langsamkeit, des bewussten Unterwegsseins und des Eintauchens in eine toskanische Alltagskultur, die mit lokaler Küche, Weinen und Thermalquellen einen im Wortsinne sinnlichen Kontrapunkt zum oft hektischen Alltag setzt.

Geschichte und Bedeutung von Val d'Orcia

Das Val d’Orcia liegt südlich von Siena in der historischen Region der Toskana, einer Landschaft, die bereits seit der Antike besiedelt ist. Etrusker und später Römer nutzten das fruchtbare Tal, um Getreide und andere landwirtschaftliche Produkte anzubauen. Mit dem Mittelalter gewann die Region an strategischer Bedeutung: Pilgerwege wie die Via Francigena verliefen durch die Gegend und verbanden Nordeuropa mit Rom. Entlang dieser Route entstanden kleine Städte und Dörfer, die heute zu den charakteristischsten Orten der Toskana zählen.

Im 15. Jahrhundert wurde insbesondere Pienza zu einem Modellprojekt der Renaissance-Stadtplanung. Der aus der Region stammende Papst Pius II. ließ sein Geburtsdorf Corsignano in eine „ideale Stadt“ nach humanistischen Prinzipien umgestalten. Der Architekt Bernardo Rossellino entwarf Plätze, Paläste und die Kathedrale so, dass sie mit der Landschaft des Val d’Orcia in einen bewusst komponierten Dialog treten. Der Blick von Pienza in das Tal gilt bis heute als eine der eindrücklichsten Sichtachsen der Toskana.

Die moderne Bedeutung des Val d’Orcia reicht weit über Italien hinaus. Kulturhistoriker weisen darauf hin, dass die Darstellung dieser Landschaft in Malerei, Literatur und später Fotografie das Bild der „typischen Toskana“ mitgeprägt hat. Statt wilder Natur zeigt das Val d’Orcia eine geordnete, aber dennoch lebendige Agrarlandschaft. Diese Verbindung aus wirtschaftlicher Nutzung und ästhetischer Gestaltung war ein Leitmotiv der Renaissance und ist ein Grund, warum die UNESCO das Gebiet als Beispiel dafür würdigt, wie Menschen Naturraum zu Kulturland formen.

Im 19. und 20. Jahrhundert blieb das Tal landwirtschaftlich geprägt; gleichzeitig entdeckten Künstler, Schriftsteller und später Filmregisseure das Val d’Orcia als Kulisse. Internationale Reiseführer wie der Baedeker oder der Marco-Polo-Verlag beschreiben die Region schon seit Jahrzehnten als eine der schönsten Landschaften Italiens und heben dabei sowohl die historischen Orte als auch die weiten, offenen Hügel hervor.

Heute gehört das Val d’Orcia zu den bekanntesten ländlichen Regionen Italiens. Tourismus, Weinbau (etwa rund um Montalcino) und Olivenölproduktion spielen eine zentrale Rolle. Gleichzeitig bemühen sich lokale Verwaltungen und die Region Toskana darum, den Charakter der Kulturlandschaft zu bewahren, etwa durch Beschränkungen für Neubauten und durch Pflege traditioneller Anbauformen. Für deutsche Reisende bedeutet das: Wer hier unterwegs ist, bewegt sich in einem Gebiet, in dem Landschaftsschutz und Alltag eng verzahnt sind.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Obwohl das Val d’Orcia primär als Landschaft wahrgenommen wird, ist es ohne seine Dörfer, Städte und Einzelbauwerke kaum zu denken. Die Architektur spiegelt verschiedene Epochen wider, von mittelalterlichen Burganlagen über Renaissance-Städtebau bis hin zu schlichten Bauernhäusern aus Naturstein.

Ein Schlüsselort ist Pienza, die „ideale Stadt“ der Renaissance. Der Domplatz mit der Kathedrale Santa Maria Assunta, dem Palazzo Piccolomini und dem Palazzo Comunale bildet ein Ensemble, das Kunsthistoriker als exemplarisch für den humanistischen Städtebau des 15. Jahrhunderts beschreiben. Von den Loggien des Palazzo Piccolomini öffnet sich der Blick über das Val d’Orcia – ein bewusst inszeniertes Panorama, das demonstriert, wie eng Stadt und Landschaft gedacht wurden.

Montalcino, ein weiterer wichtiger Ort im Val d’Orcia, ist durch seine mächtige Festung und den weltbekannten Brunello di Montalcino-Wein bekannt. Die Stadt thront auf einem Hügel, umgeben von Weinbergen, deren geordnete Reihen die Ästhetik der Landschaft prägen. Wein- und Architekturführer betonen, dass gerade die Kombination aus funktionaler Agrararchitektur (Weinkeller, Gutshöfe) und historischen Ortskernen den Reiz der Region ausmacht.

San Quirico d’Orcia und Bagno Vignoni sind weitere markante Orte: San Quirico mit seinen Kirchen und gepflegten Gärten, Bagno Vignoni mit seinem zentralen Thermalbecken auf dem Dorfplatz, in dem früher gebadet wurde. Heute wird in modernen Thermalanlagen rund um die historischen Becken gebadet, während der Platz selbst als architektonisches Ensemble erhalten geblieben ist.

In der freien Landschaft fallen besonders zwei Elemente auf: die Zypressen und die Podere, also einzelne Gehöfte. Die Zypresse, in schlanker Säulenform, wird seit Jahrhunderten als Windschutz, Grenzmarkierung oder Allee-Baumpflanzung genutzt. Reihen von Zypressen, die einen Hügel hinauf zu einem Gutshof führen, sind zu einem visuellen Symbol des Val d’Orcia geworden. Fotobände und Reisefotografie greifen dieses Motiv immer wieder auf, sodass viele Besucherinnen und Besucher mit ganz konkreten Bildern anreisen.

Die Podere selbst sind meist aus lokalem Stein und Ziegel erbaut, oft mit kleinen Innenhöfen, niedrigen Nebengebäuden und einfachen, funktionalen Fassaden. Diese bäuerliche Architektur wurde in den letzten Jahrzehnten teilweise zu Agriturismi (ländlichen Unterkünften) umgewandelt. Dabei wird vielfach darauf geachtet, den ursprünglichen Charakter zu erhalten: Massivholzbalken, Terrakotta-Böden und schlichte Möblierung werden mit modernem Komfort kombiniert.

Künstlerisch ist das Val d’Orcia eng mit der Tradition der Landschaftsmalerei verbunden. Schon in der Renaissance versuchten Maler, ideale Landschaften zu entwerfen, die – nach Meinung von Kunsthistorikern – starke Ähnlichkeiten mit der Gegend haben. In der Moderne wurde das Tal ein beliebtes Motiv für Fotografie und Film. Internationale Produktionen nutzten die Hügel und Zypressenreihen als Kulisse, was die weltweite Bekanntheit weiter steigerte, auch wenn Filmtitel im Einzelnen unterschiedlich gewichtet und diskutiert werden.

Ein besonderes Merkmal des Val d’Orcia ist daher weniger ein einzelnes Monument als die Summe seiner Elemente: eine sorgfältig bestellte Agrarlandschaft, historische Orte, Thermalquellen und ein Licht, das je nach Tageszeit die Farben von Goldgelb über Terrakotta bis hin zu tiefem Blau wechseln lässt. Viele Reiseautorinnen und -autoren betonen, dass gerade die Morgen- und Abendstunden ein fast malerisches Licht erzeugen, das die Landschaft wie ein lebendes Gemälde wirken lässt.

Val d'Orcia besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Das Val d’Orcia liegt in der südlichen Toskana, grob zwischen Siena und dem Monte Amiata, rund um Orte wie Pienza, Montalcino, San Quirico d’Orcia und Bagno Vignoni. Für Reisende aus Deutschland sind die nächstgelegenen größeren Städte mit international angebundenen Flughäfen Florenz und Rom. Von Frankfurt am Main, München oder Berlin dauert ein Direktflug nach Florenz oder Rom in der Regel etwa 1,5 bis 2 Stunden, je nach Verbindung. Von Florenz sind es mit dem Auto grob 120 bis 150 km in das Val d’Orcia, je nach Zielort; von Rom (insbesondere Rom-Fiumicino) etwa 180 bis 220 km. Mit der Bahn lässt sich die Region über Florenz oder Rom und weiter über Siena oder Chiusi erreichen. Von dort aus ist meist ein Mietwagen oder ein Bus notwendig, da die öffentlichen Verkehrsmittel im ländlichen Raum begrenzt sind.
  • Unterwegs mit dem Auto: Viele deutsche Reisende entscheiden sich für die Anreise mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen. Von Süddeutschland aus führt der Weg meist über die Alpen (Brennerroute oder Gotthard) und weiter über die italienischen Autobahnen Richtung Florenz. In Italien sind auf vielen Autobahnen Mautgebühren zu zahlen; die Fahrzeit von München bis in das Val d’Orcia liegt – je nach Verkehr – im Bereich von 8 bis 10 Stunden. Vor Ort sind die Straßen überwiegend gut ausgebaut, aber oft kurvig; kleine Dörfer haben enge Gassen und teils ZTL-Zonen (verkehrsberuhigte Bereiche), in die man nur mit Genehmigung einfahren darf. Es empfiehlt sich, Parkmöglichkeiten am Ortsrand zu nutzen.
  • Öffnungszeiten: Das Val d’Orcia selbst als Kulturlandschaft ist jederzeit frei zugänglich. Einzelne Sehenswürdigkeiten wie Kirchen, Museen, Thermalbäder oder Weingüter haben eigene Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren. Viele Betriebe halten mittags eine längere Pause („Riposo“). Es ist ratsam, die jeweils aktuellen Zeiten direkt bei der gewünschten Einrichtung oder beim örtlichen Tourismusbüro zu prüfen, da sich Öffnungszeiten ändern können.
  • Eintritt: Die Landschaft des Val d’Orcia kann grundsätzlich kostenlos erlebt werden – etwa bei Spaziergängen, Wanderungen oder Fahrten über die Landstraßen. Eintrittskosten entstehen vor allem bei spezifischen Attraktionen, etwa beim Besuch von Palästen in Pienza, Museen, Thermalbädern oder geführten Weinverkostungen. Die Preise variieren, liegen aber bei vielen kleineren Museen im moderaten Bereich. Da die Tarife regelmäßig angepasst werden, ist ein Blick auf die offiziellen Webseiten oder aktuelle Informationsbroschüren empfehlenswert.
  • Beste Reisezeit: Für Reisende aus Deutschland bieten sich vor allem Frühjahr (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) an. Im Frühjahr leuchten die Hügel in sattem Grün, Mohn- und andere Blütenfelder setzen Farbakzente. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden, mit Temperaturen deutlich über 30 °C. Im Spätsommer und Herbst färbt sich das Land goldgelb bis braun, die Weinlese bringt zusätzlich Atmosphäre. Der Winter ist ruhiger, aber kann durchaus kühl und nebelig sein; gleichzeitig sind dann deutlich weniger Besucherinnen und Besucher unterwegs. Wer Fotos aufnehmen möchte, sollte die Morgen- und Abendstunden nutzen, wenn das Licht weich ist und die Hügel plastischer wirken.
  • Sprache und Kommunikation: Amtssprache ist Italienisch. In touristisch geprägten Orten wie Pienza, Montalcino oder in vielen Agriturismi wird meist auch Englisch gesprochen, teilweise auch etwas Deutsch. In kleineren Dörfern ist Englisch nicht immer selbstverständlich, einfache italienische Begriffe werden jedoch freundlich aufgenommen. Für deutschsprachige Reisende sind grundlegende italienische Höflichkeitsformeln hilfreich und werden geschätzt.
  • Zahlungsarten und Trinkgeld: In Italien wird in der Regel mit Euro bezahlt. In der Toskana sind Kreditkarten und Debitkarten weit verbreitet, insbesondere in Hotels, Restaurants und größeren Geschäften. In kleinen Bars, Trattorien oder bei Direktvermarktern auf dem Land ist Bargeld weiterhin üblich; ein gewisser Bargeldbetrag ist daher sinnvoll. Mobile Payment (z. B. via Smartphone) setzt sich zunehmend durch, ist aber nicht überall Standard. Trinkgeld ist in Italien weniger formalisiert als etwa in Nordamerika: In Restaurants wird ein kleiner Betrag (rund 5 bis 10 % oder das Aufrunden der Rechnung) als Wertschätzung geschätzt, sofern kein Servicezuschlag („coperto“ oder „servizio“) separat ausgewiesen ist. Im Café reicht es meist, das Wechselgeld leicht aufzurunden.
  • Gesundheit und Versicherung: Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in der EU unterwegs sind, gelten in Italien grundsätzlich die Regelungen der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC), die in der Regel auf der Rückseite der nationalen Krankenversicherungskarte abgebildet ist. Dennoch empfehlen viele Verbraucherzentralen und Reiseexperten eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, um etwa Rücktransporte oder private Behandlungen abzudecken. Wer Thermalbäder im Val d’Orcia besucht, sollte auf individuelle gesundheitliche Einschränkungen achten und eventuelle Hinweise der Einrichtungen beachten.
  • Einreisebestimmungen: Italien gehört zum Schengen-Raum. Für deutsche Staatsbürger ist für touristische Reisen üblicherweise ein gültiger Personalausweis oder Reisepass ausreichend. Da sich Einreisebestimmungen ändern können, sollten Reisende vor der Abreise die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt auf auswaertiges-amt.de prüfen. Gleiches gilt für Reisende aus Österreich und der Schweiz, die die Informationen ihrer jeweiligen Außenministerien konsultieren sollten.
  • Zeitverschiebung: Italien liegt in derselben Zeitzone wie Deutschland, also in der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Für Reisende aus der DACH-Region entsteht daher keine Zeitverschiebung. Das erleichtert die Planung von An- und Abreise sowie die Abstimmung von Aktivitäten vor Ort.
  • Kleiderordnung und Verhalten: In der Landschaft und bei Ausflügen über Feldwege sind bequeme Schuhe mit Profil sinnvoll, besonders wenn man zu Aussichtspunkten oder auf unbefestigten Wegen unterwegs ist. Im Sommer sollten Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Trinkwasser selbstverständlich sein. Beim Besuch von Kirchen und religiösen Stätten – etwa in Pienza oder anderen Orten im Val d’Orcia – wird eine dezente Kleidung erwartet, Schultern und Knie sollten möglichst bedeckt sein. In Thermalbädern gelten meist eigene Regeln, Badebekleidung ist Standard.
  • Fotografieren: Das Val d’Orcia ist eines der meistfotografierten Täler Italiens. Fotografieren in der Landschaft ist grundsätzlich erlaubt, allerdings sollten Privatgrundstücke respektiert und Fahrverbote auf Feldwegen beachtet werden. Einige besonders bekannte Fotospots liegen an öffentlichen Straßen, andere auf oder nahe Privatland. Es gilt, Zäune nicht zu übersteigen und Rücksicht auf landwirtschaftliche Arbeiten zu nehmen. In Kirchen, Museen oder Thermalanlagen können gesonderte Regelungen gelten; Hinweise vor Ort geben Auskunft, ob fotografiert werden darf und ob Blitzlicht erlaubt ist.

Warum Val d'Orcia auf jede Pienza-Reise gehört

Wer Pienza besucht, erlebt eine städtebauliche Ikone der Renaissance. Was diese Erfahrung jedoch besonders macht, ist der Kontext: das Val d’Orcia als weite, offene Bühne, auf der sich der Blick von der Stadt aus in alle Richtungen verliert. Der Besuch von Pienza ohne einen Abstecher in die Landschaft wäre wie ein Museumsbesuch ohne den Gang in den Hauptsaal – man würde den Kern des Ganzen verpassen.

Für Reisende aus Deutschland bietet das Val d’Orcia mehrere Ebenen des Erlebnisses. Zunächst die visuelle: Die Hügel, Zypressenreihen und Feldwege entsprechen oft exakt den inneren Bildern, die viele mit „Toskana“ verbinden. Dazu kommt die kulinarische Ebene: In und um Pienza werden regionale Spezialitäten serviert, allen voran der Pecorino di Pienza, ein Schafskäse, der je nach Reifegrad von mild bis kräftig reicht. In Kombination mit lokalen Weinen, Olivenöl und einfachen, aber hochwertigen Gerichten entsteht eine Küche, die stark mit der Landschaft verknüpft ist.

Eine weitere Ebene ist die der Bewegung: Das Val d’Orcia lässt sich hervorragend langsam erleben – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem E-Bike oder auch auf kurzen Wanderungen. Die sanften Höhenunterschiede sind moderat, die Wege abwechslungsreich. Viele Agriturismi bieten Kartenmaterial oder Hinweise auf gut begehbare Strecken, die an Aussichtspunkten, Kapellen oder kleinen Wäldern vorbeiführen. Wer lieber mit dem Auto unterwegs ist, kann Panoramastraßen nutzen, an ausgewiesenen Parkbuchten halten und die Aussicht genießen.

Hinzu kommen die Thermalorte: Bagno Vignoni und andere Quellen bieten Entspannung in warmem Wasser, oft mit Blick auf die Hügel. Gerade in der kühleren Jahreszeit kann ein Bad im Thermalwasser einen besonderen Akzent setzen, etwa nach einer Wanderung oder einem Tag in der Stadt.

Reisejournalistinnen und -journalisten betonen immer wieder, dass das Val d’Orcia ein Reiseziel für „Langsamreisende“ ist. Wer zwei oder drei Nächte einplant, hat Zeit, verschiedene Tageszeiten zu erleben, in Ruhe Orte zu erkunden und auch einmal einfach nur auf einer Terrasse zu sitzen und den Blick schweifen zu lassen. Viele deutsche Gäste entscheiden sich daher für eine Kombination: Einige Tage in einer größeren Stadt wie Florenz oder Siena, anschließend ein Aufenthalt im Val d’Orcia, um die Eindrücke sacken zu lassen und die Toskana in ihrem ländlichen Gesicht kennenzulernen.

Auch als Ausgangspunkt für weitere Ziele eignet sich die Region: Tagesausflüge nach Siena, Montepulciano oder zum Monte Amiata lassen sich gut mit einem Aufenthalt im Tal verbinden. Wer die Toskana bereits kennt, aber bislang eher städtische Reiseziele besucht hat, erlebt im Val d’Orcia eine andere, ruhigere Seite – ohne auf kulturelle Highlights verzichten zu müssen.

Val d'Orcia in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist das Val d’Orcia zu einem Synonym für „Toskana-Feeling“ geworden: Aufnahmen von nebelverhangenen Hügeln, dramatischen Wolkenstimmungen und goldenen Feldern werden vielfach geteilt. Reisende aus Deutschland nutzen Plattformen, um sich inspirieren zu lassen, Fotospots zu finden und Reiserouten zu planen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass auch in einer stark fotografierten Landschaft Respekt vor Natur, Landwirtschaft und Anwohnern entscheidend ist.

Häufige Fragen zu Val d'Orcia

Wo liegt das Val d’Orcia genau?

Das Val d’Orcia liegt in der südlichen Toskana in Italien, südlich von Siena. Es umfasst im Wesentlichen das Gebiet rund um die Orte Pienza, San Quirico d’Orcia, Montalcino, Castiglione d’Orcia und Bagno Vignoni. Die Landschaft erstreckt sich entlang des Flusses Orcia, der dem Tal seinen Namen gibt. Für Reisende aus Deutschland ist das Val d’Orcia am einfachsten über Florenz oder Rom zu erreichen, von wo aus man mit Auto oder Bahn weiterfährt.

Warum ist das Val d’Orcia UNESCO-Welterbe?

Das Val d’Orcia wurde als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe erklärt, weil es als besonders gelungenes Beispiel einer von Menschen gestalteten Agrarlandschaft gilt. Hier verbinden sich Landwirtschaft, historische Ortsbilder und eine bewusst ästhetisch geformte Umgebung, die an Renaissance-Ideale von Harmonie zwischen Mensch und Natur erinnert. Die UNESCO und Fachinstitutionen betonen, dass die Region über Jahrhunderte hinweg ihre charakteristische Struktur bewahrt hat.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Viele Reisende besuchen das Val d’Orcia im Rahmen eines Tagesausflugs, etwa von Siena oder Montepulciano aus. Um die Landschaft, Dörfer und Thermalorte in Ruhe zu erleben, empfiehlt sich jedoch mindestens ein Aufenthalt von zwei bis drei Tagen. So bleibt Zeit für Pienza, einen oder zwei weitere Orte, kleine Wanderungen oder Radtouren sowie für kulinarische Entdeckungen. Wer das Val d’Orcia als Basis für Ausflüge in weite Teile der südlichen Toskana nutzen möchte, plant gern eine Woche oder länger ein.

Was ist das Besondere an Pienza im Kontext des Val d’Orcia?

Pienza gilt als Musterbeispiel einer geplanten Renaissance-Stadt und wurde im 15. Jahrhundert im Auftrag von Papst Pius II. neu gestaltet. Die Stadt ist so in die Landschaft des Val d’Orcia eingebettet, dass Architektur und Umgebung ein bewusst komponiertes Ganzes ergeben. Von Pienza aus öffnen sich spektakuläre Ausblicke über das Tal, und der Ort ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Umgebung zu erkunden. Viele Reisende verbinden daher den Besuch von Pienza untrennbar mit dem Erlebnis des Val d’Orcia.

Wann ist die beste Reisezeit für das Val d’Orcia aus deutscher Sicht?

Für Reisende aus Deutschland sind insbesondere das Frühjahr (April bis Juni) und der Herbst (September bis Oktober) attraktiv. In diesen Monaten herrschen meist angenehme Temperaturen, und die Landschaft zeigt sich entweder in frischem Grün oder in warmen Herbsttönen. Im Juli und August kann es sehr heiß werden, was Aktivitäten im Freien tagsüber erschwert. Der Winter ist ruhiger und teilweise nebelig, bietet aber eine besondere Atmosphäre und weniger Andrang.

Mehr zu Val d'Orcia auf AD HOC NEWS

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
de | unterhaltung | 69486986 |