Tulou von Fujian: Chinas runde Festungsdörfer bei Yongding entdecken
14.06.2026 - 08:48:46 | ad-hoc-news.deWer zum ersten Mal vor den Tulou von Fujian steht, hat das Gefühl, in eine andere Welt versetzt worden zu sein: Riesige, kreisrunde Festungsdörfer aus gestampfter Erde ragen aus der Hügellandschaft bei Yongding in der südchinesischen Provinz Fujian – wie uralte, bewohnte Raumschiffe, die sanft zwischen Teeplantagen gelandet sind. Die Fujian Tulou (wörtlich etwa „Erdgebäude aus Fujian“) sind zugleich Wohnhaus, Verteidigungsanlage, Dorfplatz und Symbol einer Jahrhunderte alten Gemeinschaftskultur.
Tulou von Fujian: Das ikonische Wahrzeichen von Yongding
Die Tulou von Fujian gehören zu den ungewöhnlichsten Wohnbauten der Welt. In der Region Yongding im Hinterland von Xiamen entstanden über Jahrhunderte mehrere Tausend dieser massiven Erdgebäude, von denen heute ein ausgewählter Teil als UNESCO-Welterbe geschützt ist. Sie gelten in China als architektonische Ikonen der Volksgruppe der Hakka und anderer Han-Chinesen in Fujian.
Für Reisende aus Deutschland sind die Fujian Tulou ein doppelter Perspektivwechsel: Zum einen architektonisch, weil hier ein ganz anderer Umgang mit Raum, Gemeinschaft und Verteidigung sichtbar wird als in europäischen Städten. Zum anderen landschaftlich, weil die Tulou eingebettet sind in eine sanft-hügelige Region mit Tee- und Reisterrassen, die sich deutlich von Chinas Megametropolen unterscheidet. Statt Skyline aus Glas und Stahl bestimmen hier die dickwandigen, ockerfarbenen Rundbauten und das Grün der Terrassenfelder die Silhouette.
Die UNESCO würdigt die Tulou als einzigartige Antwort auf soziale und defensive Bedürfnisse in einer abgelegenen Bergregion. Aus Sicht der Welterbe-Experten zeigen sie, wie eine Gemeinschaft mit einfachen Materialien wie Erde, Holz und Stein ausgeklügelte, dauerhafte Strukturen schaffen konnte. Für Besucherinnen und Besucher erschließt sich dies unmittelbar beim Betreten eines Tulou: Hinter der schweren Holztür öffnet sich ein kreisrunder Innenhof, um den sich mehrere Ringgeschosse mit Wohnräumen, Lagern und Gemeinschaftsbereichen anordnen – eine komplett eigene kleine Welt.
Geschichte und Bedeutung von Fujian Tulou
Die Geschichte der Fujian Tulou reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Die ältesten heute noch stehenden Anlagen werden im Allgemeinen in die Zeit der Song- und Yuan-Dynastie eingeordnet, während viele der großen, beeindruckenden Rundbauten aus der Ming- und Qing-Zeit stammen. Da exakte Datierungen für viele einzelne Tulou variieren können und nicht immer eindeutig belegt sind, wird in der Fachliteratur vor allem auf die lange Entwicklung vom späten Mittelalter bis in die frühe Neuzeit verwiesen.
Historisch entstanden die Tulou in einer Zeit, in der ländliche Gemeinschaften in Südchina sich zugleich vor Banditen, militärischen Konflikten und Naturgefahren schützen mussten. Statt einzelner Höfe entwickelten die Bewohner ein kollektives Wohnmodell: ein mächtiger Baukörper mit wenigen Zugängen, umgeben von dicken Mauern und strategisch in den Hügeln platziert. Anders als europäische Burgen wurden die Tulou jedoch von bäuerlichen Familien gemeinschaftlich genutzt, nicht von Adelshäusern.
Die Volksgruppe der Hakka, die im Verlauf der chinesischen Geschichte mehrfach aus nördlichen Regionen nach Süden migrierte, spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieser Bauform. In Yongding und den umliegenden Landkreisen ließen sich Hakka-Gemeinschaften nieder, die ihre Identität und Autonomie bewahren wollten. Die Tulou wurden zu sichtbaren Symbolen dieser Eigenständigkeit: innen offen und auf Zusammenhalt ausgerichtet, nach außen wehrhaft und geschlossen.
Mit der modernen Geschichte Chinas änderte sich die Rolle der Tulou. Viele junge Menschen zogen ab dem 20. Jahrhundert in die Städte, traditionelle Lebensformen verloren an Bedeutung. Gleichzeitig wuchs das Interesse an der kulturellen Besonderheit dieser Erdgebäude. Chinesische Wissenschaftler, Architekten und später internationale Expertinnen und Experten begannen, die Tulou systematisch zu erforschen. Sie stellten fest, dass hier ein selten gut erhaltenes Beispiel für gemeinschaftliches Wohnen mit eigener sozialer Ordnung überlebt hatte.
Schließlich erlangten die Tulou internationale Anerkennung, als ausgewählte Anlagen in Fujian in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen wurden. Der Welterbe-Status betont ihren außergewöhnlichen universellen Wert: Die Tulou dokumentieren nicht nur lokale Bautraditionen, sondern auch die gesellschaftliche Organisation ländlicher Gemeinschaften in einer früher nur schwer zugänglichen Bergregion. Für chinesische Behörden und Denkmalpfleger war die Aufnahme zugleich ein Signal, den Schutz und die sorgfältige Restaurierung vieler Tulou zu intensivieren.
Heute sind die berühmtesten Tulou – etwa in den Dörfern rund um Yongding – nicht nur Wohnort, sondern auch Erinnerungsort. Einige werden weiterhin von Familien bewohnt, andere wurden zu Schaulandschaften und Museumsbauten entwickelt, in denen Besucherinnen und Besucher mehr über die Geschichte der Hakka, über Alltagskultur, Ahnenverehrung und traditionelle Landwirtschaft erfahren. Dabei ist wichtig: Tulou sind keine Kulissen, sondern gewachsene Lebensräume; vielerorts überlagern sich Tourismus, Alltagsleben und Denkmalpflege.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch sind die Tulou von Fujian vor allem für ihre Form und ihr Material bemerkenswert. Viele der bekanntesten Bauten sind kreisrund, andere rechteckig oder in Mischformen organisiert. Während westliche Beobachter häufig zunächst die Rundtulou wahrnehmen, betonen chinesische Forschende, dass die Vielfalt der Typen mindestens ebenso bedeutend ist. Typisch bleibt jedoch das Prinzip des geschlossenen Rings mit einem Innenhof als Zentrum.
Die Außenmauern bestehen überwiegend aus gestampfter Erde, die mit Lehm, Sand, kleinen Steinen und teilweise Pflanzenfasern vermischt wird. Diese Technik ähnelt in ihrem Grundprinzip historischen Stampflehmbauten in Europa, wurde hier aber in großem Maßstab perfektioniert. Durch Schicht für Schicht verdichtetes Material entstehen Wände, die mehrere Meter dick sein können und mehrere Stockwerke tragen. Das Ergebnis ist ein Baukörper, der im Sommer kühl, im Winter vergleichsweise warm bleibt und selbst starken Regenfällen oder moderaten Erdbeben widerstehen kann.
Von außen wirken viele Tulou schlicht, fast monumental reduziert. Der Schmuck konzentriert sich auf Eingangstore, Fensterreihen und Dachabschlüsse. Besonders die Hauptportale sind oft sorgfältig gestaltet: schwere Holztüren, traditionelle chinesische Kalligraphien, rote Schriftbänder mit Segenswünschen sowie manchmal kunstvoll geschnitzte Türstürze. Im Inneren finden sich hölzerne Galerien, die die einzelnen Ebenen erschließen, sowie kleine Schreine und Altäre, an denen Ahnenverehrung und Feste begangen werden.
Die innere Organisation folgt einem klaren sozialen Raster. Die ringförmigen Gebäude sind in vertikale Segmente gegliedert, die meist einer Familie oder einem Familienzweig zugeordnet sind. Ein Segment umfasst dann mehrere übereinanderliegende Räume: unten Lager, darüber Küche oder Aufenthaltsraum, weiter oben Schlafräume. Diese Struktur spiegelt die Gleichrangigkeit der Familien innerhalb der Gemeinschaft wider. Allen Gruppen steht im Innenhof der gemeinsame Raum offen, in dem gefeiert, gekocht, gearbeitet und verhandelt wird.
Aus Sicht von Architekturhistorikern zeigen die Fujian Tulou eine bemerkenswerte Synthese aus Verteidigungsarchitektur und Wohnbau. Die kleinen, höher liegenden Fenster der Außenmauern dienen zugleich als Lichtquelle und potenzielle Schießscharten. Die wenigen Zugänge lassen sich leicht verteidigen. Gleichzeitig ist der Innenraum auf Alltag, Rituale und Gemeinschaftsleben ausgerichtet, mit Brunnen, Werkstätten, Küchen und Versammlungsräumen. Im Vergleich zu europäischen Wehrdörfern wirken die Tulou dadurch weniger militärisch und stärker auf soziale Kohäsion ausgerichtet.
Auch kulturell sind die Tulou reich aufgeladen. Viele sind eng mit bestimmten Clans oder Familiennamen verbunden; Ahnenhallen und genealogische Tafeln dokumentieren diese Geschichte. Feste wie das chinesische Neujahrsfest, Ahnenfeste oder regionale Festivals werden im Hof gefeiert, oft mit Feuerwerk, Laternen und Musik. Für Besucherinnen und Besucher bietet ein solcher Tag einen dichten Einblick in ländliche chinesische Kultur, wie sie in Großstädten längst seltener geworden ist.
Kunsthandwerklich sind vor allem Holzschnitzereien, Kalligraphien und Wandmalereien von Interesse. Einige Tulou wurden im Inneren mit dekorativen Malereien versehen, die Glückssymbole, Landschaften oder Szenen aus der chinesischen Literatur zeigen. Viele dieser Details haben die Zeit überdauert, andere werden im Rahmen von Restaurierungen behutsam erneuert. Fachleute aus den Bereichen Denkmalpflege und traditionelles Handwerk arbeiten dabei häufig zusammen, um sowohl historische Substanz als auch Nutzung zu erhalten.
Tulou von Fujian besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Die bekanntesten Tulou von Fujian liegen in der Region Yongding in der Provinz Fujian im Südosten Chinas, im Hinterland der Küstenstadt Xiamen. Von Deutschland aus führen die meisten Flugverbindungen über große Drehkreuze in Europa oder im Nahen Osten nach China. Direkte Flüge aus Frankfurt, München oder Berlin gehen in der Regel zu großen internationalen Flughäfen wie Peking oder Shanghai, von wo aus sich Inlandsflüge nach Xiamen oder andere Städte in Südchina anschließen lassen. Von Xiamen aus werden Tages- und Mehrtagestouren zu den Tulou angeboten; alternativ sind Bus- oder Fahrten mit Fahrer möglich. Die genaue Verkehrsanbindung kann sich im Laufe der Zeit ändern, weshalb aktuelle Verbindungen über Fluggesellschaften oder Reiseanbieter geprüft werden sollten.
- Fortbewegung vor Ort: In der Region Yongding sind öffentliche Verkehrsmittel vorhanden, aber für ausländische Reisende nicht immer intuitiv. Viele Besucherinnen und Besucher schließen sich organisierten Touren an oder buchen einen lokalen Fahrer, der mehrere Tulou-Dörfer an einem Tag ansteuert. Straßenverhältnisse und Fahrzeiten hängen von Wetter und Saison ab. Selbstfahren mit Mietwagen ist möglich, setzt aber Vertrautheit mit chinesischem Straßenverkehr und den jeweiligen Bestimmungen voraus.
- Öffnungszeiten: Die Tulou, die für den Tourismus geöffnet sind, verfügen in der Regel über feste Besuchszeiten tagsüber. Da einzelne Anlagen unterschiedlich verwaltet werden und es gelegentlich zu Anpassungen kommen kann – etwa bei lokalen Festen, Renovierungen oder behördlichen Vorgaben – sollten Reisende die aktuell gültigen Öffnungszeiten unmittelbar vor dem Besuch prüfen, zum Beispiel über lokale Tourismusinformationen oder Veranstalter. Formulierungen wie „ganzjährig geöffnet“ sind eher als allgemeiner Hinweis zu verstehen; kurzfristige Änderungen sind möglich.
- Eintritt: Für viele Tulou in der Region Yongding werden Eintrittsgebühren erhoben, häufig in Form kombinierter Tickets für mehrere Anlagen. Die genaue Höhe hängt von der jeweiligen Anlage, vom Umfang der besuchten Dörfer und von möglichen Paketen ab. Da Preise angepasst werden können und unterschiedliche Ticketmodelle existieren, ist es ratsam, aktuelle Angaben kurz vor der Reise zu prüfen, etwa über Tourismusbüros oder seriöse Reiseveranstalter. Generell bewegen sich die Summen typischerweise im überschaubaren Bereich für Tagesausflüge; zur Orientierung können Reisende von einem zweistelligen Betrag in Euro ausgehen, umgerechnet in die lokale Währung (Renminbi Yuan).
- Beste Reisezeit: Das Klima in Fujian ist subtropisch mit warmen bis heißen Sommern und milden Wintern. Für Besuche der Tulou gelten Frühling und Herbst vielen Reisenden als angenehmste Zeit, weil die Temperaturen moderat sind und die Landschaft besonders grün bzw. farbenreich wirkt. In den Sommermonaten kann es heiß und teilweise sehr feucht sein; zudem treten in manchen Jahren Taifune auf, die Reisen in Südchina beeinträchtigen können. Wer in dieser Zeit unterwegs ist, sollte Wetterprognosen und Hinweise lokaler Behörden beachten. Tageszeiten mit weichem Licht – morgens und spätnachmittags – eignen sich besonders für Fotografie, wenn die Rundbauten im flachen Sonnenlicht leuchten.
- Sprache vor Ort: In ländlichen Regionen wie Yongding sind Englischkenntnisse weniger verbreitet als in chinesischen Großstädten. Im Alltag wird Mandarin gesprochen, daneben regionale Dialekte. In touristisch erschlossenen Tulou-Dörfern findet man gelegentlich Hinweisschilder auf Englisch; deutschsprachige Informationen sind selten. Für Reisende aus Deutschland ist es hilfreich, zentrale Adressen, den Namen „Tulou von Fujian“ und wichtige Begriffe auf Chinesisch (Mandarin) dabei zu haben – etwa in einer Übersetzungs-App oder auf Papier. Bei organisierten Touren werden gelegentlich englischsprachige Führungen angeboten.
- Zahlungsmittel und Trinkgeld: In China hat sich mobiles Bezahlen mit lokalen Apps stark verbreitet. Internationale Kreditkarten werden in größeren Hotels, an Bahnhöfen und Flughäfen häufig akzeptiert, in ländlichen Gebieten jedoch weniger flächendeckend. Es empfiehlt sich, eine Kombination aus Kreditkarte und etwas Bargeld in der Landeswährung dabeizuhaben. Girokarten deutscher Banken werden nicht überall akzeptiert; eine Rücksprache mit der eigenen Bank vor der Reise ist sinnvoll. Trinkgeld ist in der traditionellen chinesischen Kultur nicht fest verankert, hat sich im Tourismus aber teilweise etabliert. Kleine Beträge für besonders guten Service – etwa bei Reiseführern oder Fahrern – sind verbreitet, aber kein Muss. In einfachen Restaurants oder bei Straßenständen wird in der Regel kein Trinkgeld erwartet.
- Kleiderordnung und Verhalten: Für den Besuch der Tulou gibt es keine formelle Kleiderordnung, allerdings ist respektvolles, zurückhaltendes Auftreten angebracht. Bequeme Schuhe sind empfehlenswert, da Treppen, unebene Wege und Innenhöfe häufig sind. Einige Tulou werden noch bewohnt; Besucherinnen und Besucher sollten Lärm vermeiden, keine privaten Bereiche betreten und nur dort fotografieren, wo dies ausdrücklich erlaubt ist. Beim Betreten kleiner Schreine oder privater Räume kann diskrete Zurückhaltung angebracht sein. Ein freundliches Lächeln und ein respektvolles Auftreten öffnen oft Türen für spontane Begegnungen.
- Fotografieren: Die Tulou sind wegen ihrer markanten Formen und des wechselnden Lichtes sehr fotogen. Viele Besucherinnen und Besucher fotografieren sowohl von außen – etwa von Aussichtspunkten in den Hügeln – als auch im Innenhof. Dennoch sollten Fotografierende darauf achten, keine Bewohner gegen deren Willen abzulichten und sensible Situationen zu respektieren. In manchen Museumsbereichen oder Ausstellungen können Einschränkungen gelten; Schilder und Hinweise der Verwaltung sind zu beachten.
- Gesundheit und Versicherung: Für Reisen nach China empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung, die medizinische Behandlungen und gegebenenfalls Rücktransport abdeckt. In Städten wie Xiamen ist die medizinische Versorgung im Allgemeinen gut, in ländlichen Regionen kann sie einfacher ausfallen. Reisende sollten Standardmedikamente und gegebenenfalls persönliche Medikamente mitnehmen und ihre Gültigkeit der Reisedokumente überprüfen. Aktuelle Empfehlungen zu Impfungen und Gesundheitsthemen werden von spezialisierten Stellen und Ärzten bereitgestellt und sollten vor Reiseantritt konsultiert werden.
- Einreisebestimmungen: Für Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Deutschlands gelten für China Visaregeln, die sich im Laufe der Zeit ändern können. In der Regel ist vor Reiseantritt ein Visum erforderlich, das bei chinesischen Auslandsvertretungen beantragt wird. Details zu Visumarten, Antragsverfahren und Aufenthaltsdauer sollten regelmäßig aktualisiert werden. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen, um auf dem neuesten Stand zu sein, insbesondere bezüglich Sicherheitslage, Gesundheitsbestimmungen und möglichen Reiseeinschränkungen.
- Zeitzone und Zeitverschiebung: China verwendet landesweit eine einheitliche Zeitzone. Gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) liegt die Zeit in China in der Regel mehrere Stunden voraus; während der mitteleuropäischen Sommerzeit verändert sich die Differenz entsprechend. Wer eine Reise plant, sollte die genaue Zeitdifferenz für den jeweiligen Reisezeitraum prüfen, insbesondere bei der Buchung von Flügen und Bahnverbindungen.
Warum Fujian Tulou auf jede Yongding-Reise gehört
Die Tulou von Fujian verbinden auf seltene Weise Landschaft, Architektur und Alltagskultur. Wer von Xiamen oder einer anderen Stadt aus in die Hügel bei Yongding fährt, erlebt einen spürbaren Bruch mit dem urbanen China: Die Straßen werden schmaler, Teeplantagen tauchen auf, Dörfer schmiegen sich in Täler. Und dann stehen sie plötzlich da – die mächtigen Rundbauten aus Erde, deren Dimensionen und Präsenz auf Fotos kaum einzufangen sind.
Für Reisende aus Deutschland haben die Fujian Tulou mehrere Ebenen der Faszination. Zum einen bieten sie einen Einblick in ländliche Lebensformen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben und trotz Modernisierung bis heute Spuren hinterlassen. Zum anderen sind sie ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Wohnen funktionieren kann: ein einziges Gebäude, das Dutzende oder sogar Hunderte Menschen beherbergt, mit einem klaren, auf Gleichrangigkeit und Zusammenarbeit ausgerichteten Plan.
Der Besuch eines Tulou ist zudem ein sinnliches Erlebnis. Vom dumpfen Klang der eigenen Schritte auf den Holzgalerien über den Duft von Rauch und gekochtem Reis bis hin zum Echo der Stimmen im Hof entfaltet sich eine Atmosphäre, die sich stark vom Besuch eines klassischen Museums unterscheidet. Viele Reisende erinnern sich später besonders an den Moment, in dem sie durch das schwere Tor treten und sich der kreisrunde Innenraum öffnet – eine räumliche Erfahrung, die kaum vergleichbare Pendants im europäischen Kontext hat.
Wer mehr Zeit in Yongding verbringt, kann verschiedene Tulou-Typen kennenlernen: große Rundbauten, kleinere Familienanlagen, rechteckige oder kombinierten Formen. In einigen Dörfern sind Aussichtspunkte eingerichtet, von denen aus sich ganze Tulou-Gruppen überblicken lassen. Von einem höher gelegenen Standpunkt betrachtet, fügen sich die runden und rechteckigen Gebäude in ein Mosaik aus Feldern, Wegen und Flussläufen – ein eindrucksvolles Panorama, das viele Besucherinnen und Besucher nachhaltig beeindruckt.
Für kulturhistorisch Interessierte eröffnet sich hier ein vielschichtiger Kontext. Die Tulou erzählen Geschichten von Migration und Anpassung, von Selbstschutz und Gemeinschaft, von Tradition und Wandel. Moderne Einflüsse – Straßen, Stromleitungen, mobile Kommunikation – sind sichtbar, doch die Grundstruktur der Dörfer und Gebäude bleibt erkennbar. Wer sich mit der Geschichte der Hakka und der chinesischen Regionalgeschichte auseinandersetzt, wird in den Tulou ein lebendiges Anschauungsobjekt finden.
Darüber hinaus lässt sich eine Reise zu den Tulou gut mit weiteren Zielen in Fujian kombinieren. Küstenstädte wie Xiamen bieten Kontraste mit Kolonialarchitektur, Tempeln und modernen Stadtvierteln. Auch andere ländliche Regionen mit Teeplantagen oder Gebirgslandschaften sind von hier erreichbar. Dadurch fügt sich der Besuch der Tulou nahtlos in eine vielfältige Südchina-Reise ein, die Stadt- und Landperspektiven verbindet.
Tulou von Fujian in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Medien tauchen die Fujian Tulou immer häufiger als Motiv auf – sei es in Reisevideos, auf Fotoplattformen oder in Architekturkanälen. Nutzerinnen und Nutzer heben oft die scheinbar futuristische Wirkung der runden Erdgebäude inmitten der traditionellen Kulturlandschaft hervor. Gleichzeitig werden praktische Tipps zur Anreise, zur Wahl der aussichtsreichsten Tulou-Gruppen oder zur besten Tageszeit für Fotos geteilt. Für Reisende aus Deutschland können solche Eindrücke eine nützliche Ergänzung zur eigenen Planung sein, ersetzen jedoch nicht die sorgfältige Informationsrecherche über seriöse Quellen.
Tulou von Fujian — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Tulou von Fujian
Wo liegen die Tulou von Fujian genau?
Die Tulou von Fujian befinden sich in der Provinz Fujian im Südosten Chinas, vor allem in Landkreisen wie Yongding im Hinterland der Küstenstadt Xiamen. Von dort aus sind die wichtigsten Tulou-Gruppen über Straßen und organisierte Touren erreichbar.
Was ist das Besondere an Fujian Tulou?
Besonders an den Fujian Tulou ist die Kombination aus massiven, meist runden oder rechteckigen Erdgebäuden, gemeinschaftlicher Wohnform und defensiver Funktion. Sie sind zugleich Wohnhaus, Festung, Dorfzentrum und Ausdruck der Kultur von Hakka-Gemeinschaften sowie anderer Bewohner in der Region.
Können Reisende aus Deutschland die Tulou besichtigen?
Ja, viele Tulou in der Region Yongding und Umgebung sind für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Sie können im Rahmen organisierter Tages- oder Mehrtagestouren oder mit privaten Fahrern besichtigt werden. Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Ticketregelungen und Zugänglichkeit sollten vor der Reise geprüft werden.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?
Für einen ersten Eindruck der Tulou von Fujian genügt vielen Reisenden ein Tag, an dem mehrere Anlagen besucht werden. Wer tiefer in die Kultur eintauchen, verschiedene Tulou-Typen vergleichen und die Umgebung erkunden möchte, plant häufig zwei Tage oder mehr ein, idealerweise mit Übernachtung in der Region.
Wann ist die beste Reisezeit für die Tulou von Fujian?
Als besonders angenehm gelten Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind und die Landschaft grün oder farbenreich erscheint. Sommermonate können heiß und feucht sein, zudem ist in Teilen des südlichen Chinas mit Taifunen zu rechnen. In jedem Fall sollten Wetterberichte und mögliche Reisehinweise vorab konsultiert werden.
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