Torres-del-Paine-Nationalpark: Patagoniens Ikone neu entdecken
20.05.2026 - 08:34:12 | ad-hoc-news.deDer erste Blick auf die gezackten Granittürme des Torres-del-Paine-Nationalparks wirkt wie ein Schnitt in den Himmel: türkisfarbene Gletscherseen, vom Wind geformte Steppe, darüber die ikonischen „Torres“ des Parque Nacional Torres del Paine (sinngemäß „Nationalpark Türme des Blauen“) nahe Puerto Natales in Chile. Wer aus Deutschland hierher reist, erlebt eine der komprimiertesten Formen patagonischer Wildnis – rau, weit und doch erstaunlich gut erschlossen.
Torres-del-Paine-Nationalpark: Das ikonische Wahrzeichen von Puerto Natales
Der Torres-del-Paine-Nationalpark gilt als eine der spektakulärsten Landschaften Südamerikas. Laut dem chilenischen Umweltministerium und der Tourismusbehörde Sernatur gehört der Parque Nacional Torres del Paine zu den meistbesuchten Nationalparks des Landes und ist international vor allem für seine dramatischen Bergformationen, Gletscherzungen des Südpatagonischen Eisfeldes und intensive Farben bekannt. Puerto Natales, rund 80 bis 120 km südlich des Parks, fungiert dabei als logistisches Tor in diese Wildnis.
Für Reisende aus Deutschland bündelt der Park vieles, was Patagonien so reizvoll macht: endlose Horizonte, unberechenbares Wetter, das innerhalb weniger Stunden zwischen Sonne, Sturm und Graupel wechselt, dazu eine erstaunlich artenreiche Tierwelt mit Guanakos, Nandus, Andenkondoren und – mit etwas Glück – Pumas. Magazine wie GEO und National Geographic Deutschland heben immer wieder hervor, dass sich im Torres-del-Paine-Nationalpark auf vergleichsweise kleiner Fläche sehr unterschiedliche Lebensräume abwechseln: windgepeitschte Steppe, Südbuchenwälder, Hochgebirge und Eis.
Der Park ist von Deutschland aus zwar weit entfernt, aber logistisch gut kombinierbar: Puerto Natales und die weiter südlich gelegene Stadt Punta Arenas bilden ein Dreieck aus Flug- und Busverbindungen, das den Zugang zur Region erleichtert. Für viele Wandernde „konkurriert“ Torres del Paine mit Routen im Himalaya oder in den Alpen – und steht laut internationalen Trekkingportalen und Reiseverlagen wie Lonely Planet, National Geographic und dem deutschsprachigen Alpenverein regelmäßig auf Listen der eindrucksvollsten Mehrtageswanderungen weltweit.
Geschichte und Bedeutung von Parque Nacional Torres del Paine
Der heutige Torres-del-Paine-Nationalpark hat eine vergleichsweise junge Geschichte als Schutzgebiet, auch wenn die Landschaft selbst natürlich viel älter ist. Offiziellen Informationen der chilenischen Forst- und Schutzgebietsverwaltung CONAF (Corporación Nacional Forestal) zufolge wurde das Gebiet zunächst 1959 als „Parque Nacional de Turismo Lago Grey“ ausgewiesen und 1970 zum Parque Nacional Torres del Paine erweitert und umbenannt. Damit fällt seine Gründung in eine Phase, in der in vielen Ländern der Welt große Nationalparks zum Schutz ikonischer Landschaften eingerichtet wurden.
Bereits 1978 erhielt der Park laut UNESCO den Status eines Biosphärenreservats. Damit wird nicht nur die außergewöhnliche Schönheit der Landschaft gewürdigt, sondern auch ihre ökologische Bedeutung. Biosphärenreservate sollen Modellregionen für das Zusammenspiel von Naturschutz und nachhaltiger Nutzung sein. Torres del Paine liegt in der Region Magallanes im äußersten Süden Chiles und bildet einen Übergangsraum zwischen patagonischer Steppe und den vergletscherten Anden.
Vor der Ausweisung als Nationalpark wurde das Gebiet vor allem als Weideland genutzt. Viehzucht, Holznutzung und wiederkehrende Brände prägten die Landschaft. In den vergangenen Jahrzehnten hatten einige große Brände – unter anderem Anfang der 2000er- und 2010er-Jahre – starke Auswirkungen auf die Wälder des Parks. Medienberichte etwa von BBC, Deutsche Welle und chilenischen Tageszeitungen verweisen darauf, dass ein Teil dieser Brände auf menschliche Unachtsamkeit zurückging. In der Folge verschärfte die Parkverwaltung Regeln für Feuer, Camping und Rauchen, um die sensiblen Ökosysteme besser zu schützen.
Kulturell ist der Park mit der Geschichte der indigenen Völker Patagoniens verbunden, insbesondere den Tehuelche (Aonikenk), die die Region lange vor der Ankunft europäischer Siedler durchstreiften. Der Name „Paine“ stammt aus ihrer Sprache und bedeutet „blau“ – eine Referenz auf die oft tiefblau schimmernden Berge und Gletscher. Museen in Puerto Natales und Punta Arenas, darunter das Museo Histórico in Puerto Natales, erläutern diese Vorgeschichte und zeigen Funde aus der frühen Besiedlungsgeschichte Patagoniens.
Heute steht Torres del Paine international nicht nur für spektakuläre Natur, sondern auch für Bewusstsein rund um nachhaltigen Tourismus. Reiseberichte in Qualitätsmedien wie „Die Zeit“ oder „Süddeutsche Zeitung“ betonen, dass der Zustrom internationaler Besucher zwar wichtige Einnahmen bringt, gleichzeitig aber Infrastruktur, Wanderwege und sensible Bereiche unter Druck setzt. Der Park dient damit als Fallstudie, wie verantwortungsbewusster Tourismus in extrem sensiblen Regionen aussehen kann.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auf den ersten Blick ist der Torres-del-Paine-Nationalpark kein klassischer Ort für Architektur im Sinne von historischen Bauwerken oder monumentalen Gebäuden. Die „Architektur“ des Parks wird vom Gestein geformt: Die drei „Torres“, die nadelartigen Granitsäulen, die dem Park seinen Namen geben, ragen über 2.800 m in den Himmel und gehören zu den markantesten Bergformen der Anden. Geographische Fachliteratur beschreibt, wie sich hier alte Granitmassive durch spätere Erosion freigelegt haben – weshalb die Torres wie freigestellte Türme wirken.
Weitere markante Felsformationen wie die Cuernos del Paine – die „Hörner“ – zeichnen sich durch ihre zweifarbige Struktur aus: eine helle Granitbasis und dunklere Sedimentschichten darüber. GEO und National Geographic weisen darauf hin, dass sich aus dieser geologischen Schichtung spektakuläre Bildmotive ergeben, besonders bei Sonnenauf- und -untergang, wenn das Licht die Farbtöne zusätzlich verstärkt.
Auch wenn der Fokus auf Natur liegt, sind einige bauliche Strukturen für Besucher:innen aus Deutschland wichtig. Die sogenannten „Refugios“, einfache Berghütten mit Schlafsälen, sanitären Anlagen und Verpflegung, bilden entlang der wichtigsten Trekkingrouten ein Netz aus Unterkünften. Baulich sind sie funktional und robust, angepasst an Stürme mit Windgeschwindigkeiten, die Medienberichten zufolge oft deutlich über 100 km/h erreichen können. Daneben gibt es Campingplätze, Eco-Lodges und wenige komfortablere Hotels, einige mit markanter Design-Architektur, die sich in die Landschaft einfügen sollen.
Ein prominentes Beispiel ist EcoCamp Patagonia, das laut Betreiberangaben und Berichten in internationalen Reisemedien geodätische Kuppeln verwendet, inspiriert von traditionellen Behausungen der Region und modernen Öko-Prinzipien. Die Architektur setzt auf minimalen Eingriff in den Boden, effiziente Energie- und Wassernutzung und eine Gestaltung, die auch bei extremem Wind stabile Strukturen bietet.
Künstlerisch hat Torres del Paine eine enorme Wirkungskraft. Zahlreiche Fotobände, Kalender und Ausstellungen – etwa in Naturkundemuseen in Europa – greifen die Ikonen der Landschaft auf: die Spiegelung der Torres in türkisfarbenen Lagunen, das leuchtende Blau der Gletscherzungen des Grey-Gletschers, die goldenen Steppe im Abendlicht. Für viele Reisende ist der Park zu einem persönlichen „Lebensprojekt“ geworden, dessen Bilder oft Jahre als Bildschirmhintergrund oder Wanddruck im Wohnzimmer hängen, bevor die Reise tatsächlich angetreten wird.
Die intensiven Farben haben auch mit dem Klima zu tun. Meteorologische Institute in Chile betonen, dass in der Region Magallanes sehr klare Luftverhältnisse herrschen. Die Kombination aus starken Winden, wenig Luftverschmutzung und dem tiefen Sonnenstand in südlichen Breiten lässt Kontraste und Farben stärker wirken als in vielen dicht besiedelten Regionen Europas. Auch aus Deutschland bekannte Naturfotograf:innen, die für Magazine wie „Natur“, „Outdoor“ oder „Alpin“ arbeiten, nutzen Torres del Paine regelmäßig als Motiv.
Torres-del-Paine-Nationalpark besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Der Parque Nacional Torres del Paine liegt im Süden Chiles in der Region Magallanes, etwa 80 bis 120 km nördlich von Puerto Natales und nördlich von Punta Arenas. Für Reisende aus Deutschland führt der bequemste Weg meist per Flug nach Santiago de Chile und von dort weiter per Inlandsflug nach Punta Arenas oder – saisonabhängig – nach Puerto Natales. Gesamtflugzeiten ab Frankfurt, München oder Berlin liegen je nach Verbindung und Umstiegen grob zwischen 18 und 24 Stunden. Von Punta Arenas aus dauert die Busfahrt nach Puerto Natales etwa 3 Stunden, von dort geht es je nach gewähltem Eingang weitere 1,5 bis 2,5 Stunden per Bus oder Transfer in den Park. Eine Anreise per Mietwagen ist ebenfalls möglich; zu beachten sind Linksverkehrs-Regeln zwar nicht (Chile hat Rechtsverkehr), aber teilweise unbefestigte Straßen, wechselhaftes Wetter und starke Winde. - Öffnungszeiten
Der Torres-del-Paine-Nationalpark ist grundsätzlich ganzjährig zugänglich, wobei einzelne Sektoren, Wanderwege und Campingplätze saisonabhängig geöffnet sind. Nach Angaben der Parkverwaltung CONAF können Zugangspunkte, Öffnungszeiten und erlaubte Routen je nach Wetterlage, Brandschutzstufe und Wartungsarbeiten variieren. Reisende sollten deshalb kurz vor der Anreise die offiziellen Informationen des Parks oder der CONAF-Website prüfen. Besonders in der südamerikanischen Wintersaison (ungefähr Mai bis September) können Einschränkungen bis hin zu temporären Sperrungen bestimmter Treks auftreten. - Eintritt und Reservierungen
Der Eintritt in den Torres-del-Paine-Nationalpark ist gebührenpflichtig. Offizielle Angaben der Parkverwaltung und chilenischer Tourismusstellen nennen unterschiedliche, regelmäßig angepasste Tarife für internationale Besucher, nationale Gäste und Einwohner der Region. Da sich Preise und Buchungsmodalitäten ändern können, empfiehlt die Natur- und Reise-Redaktion von AD HOC NEWS, vor der Planung direkt auf den offiziellen Kanälen von CONAF oder Toro Patagonia beziehungsweise auf der offiziellen Parkseite die aktuellen Gebühren und Reservierungspflichten (insbesondere für die beliebten W- und O-Treks) zu prüfen. In der Hochsaison sind Reservierungen für Refugios und Campingplätze oft lange im Voraus nötig. - Beste Reisezeit
Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum ist wichtig, dass die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel umgekehrt sind. Die Hauptsaison im Torres-del-Paine-Nationalpark liegt im südlichen Sommer von etwa November bis März. Dann sind die Tage lang, die Temperaturen für die Breitenlage milder und die meisten Routen geöffnet. Allerdings ist die Nachfrage hoch; laut Angaben von Reiseveranstaltern und Tourismusorganisationen ist dies die Zeit mit dem größten Besucherandrang. Die Übergangszeiten Oktober/November und März/April gelten für viele Wandernde als Kompromiss mit etwas weniger Andrang, dafür aber potenziell kühlerem und wechselhafterem Wetter. In den Wintermonaten (ungefähr Mai bis August) dominieren Ruhe, kurze Tage und eingeschränkte Infrastruktur; erfahrene Outdoor-Reisende schätzen dennoch die besondere Stimmung dieser Zeit. - Klima und Ausrüstung
Das Klima in der Region Magallanes ist rau. Durchschnittstemperaturen im Sommer bewegen sich häufig im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich (°C), können aber durch Wind und Niederschläge kälter empfunden werden. Medienberichte und Outdoor-Guides betonen übereinstimmend, dass alle vier Jahreszeiten an einem Tag möglich sind. Empfehlenswert sind mehrere Kleidungsschichten im Zwiebelprinzip, wind- und wasserdichte Jacken, robuste Wanderschuhe, Sonnenschutz und Schutz für empfindliche Fototechnik. Wer von Wanderungen in den Alpen kommt, sollte sich auf teils deutlich stärkere Winde und weitläufige, exponierte Passagen einstellen. - Wichtige Trekkingrouten
Der Park ist vor allem für zwei Trekkingrouten bekannt: den berühmten „W-Trek“ und den längeren „O-Trek“. Der W-Trek folgt – grob gesprochen – einem W-förmigen Verlauf zu den wichtigsten Aussichtspunkten wie dem Aussichtspunkt auf die Torres, dem Französischen Tal (Valle del Francés) und dem Grey-Gletscher. Je nach Gehtempo und gewählten Etappen planen viele Wandernde 4 bis 5 Tage ein. Der O-Trek umrundet zusätzlich das Massiv und erfordert in der Regel 7 bis 9 Tage. Deutsche und internationale Outdoor-Magazine zählen beide Touren regelmäßig zu den schönsten Mehrtagestouren der Welt. Wer kürzer unterwegs sein möchte, findet eine Reihe von Tageswanderungen, etwa zur Torres-Aussichtsplattform oder an den Ufern der Seen Lago Nordenskjöld und Lago Pehoé. - Sprache und Kommunikation
Amtssprache in Chile ist Spanisch. In Puerto Natales, Punta Arenas und in vielen Unterkünften und Touranbietern rund um den Torres-del-Paine-Nationalpark wird zusätzlich Englisch gesprochen, allerdings in unterschiedlicher Qualität. Deutsch ist eher selten. Ein paar grundlegende spanische Floskeln erleichtern den Alltag und werden von der lokalen Bevölkerung positiv aufgenommen. Mobile Daten sind im Park nur sehr eingeschränkt verfügbar; außerhalb von Lodges mit WLAN ist oft kein Empfang. Wer von Deutschland reist, sollte wichtige Offline-Karten und Dokumente vorab herunterladen. - Zahlungsmittel und Trinkgeld
Die lokale Währung ist der chilenische Peso (CLP). In größeren Städten wie Puerto Natales und Punta Arenas sind Kreditkarten weit verbreitet, kleinere Betriebe und einige ländliche Unterkünfte bevorzugen aber Bargeld. EC-/Girocard wird außerhalb Europas meist nicht akzeptiert; auf internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) sollte man sich verlassen. Viele Reiseanbieter empfehlen, zusätzlich eine gewisse Menge Bargeld für Parkeintritte, kleinere Einkäufe und Trinkgeld mitzunehmen. Trinkgeld ist in Chile üblich, insbesondere in Restaurants (oft 10 %), bei Tourguides und Fahrern – ähnlich wie viele Reisende aus Deutschland es aus anderen Fernzielen kennen. In einfachen Lokalen wird Trinkgeld allerdings eher diskret gehandhabt. - Sicherheit und Gesundheit
Chile gilt im südamerikanischen Vergleich als relativ sicheres Reiseland. Für aktuelle Einschätzungen sollten deutsche Staatsbürger dennoch die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de prüfen. Innerhalb des Parks besteht das größte Risiko durch Wetter, schwieriges Gelände und zum Teil abgelegene Routen. Eine solide Outdoor-Erfahrung, passende Ausrüstung und ein realistisches Einschätzen der eigenen Kondition sind wichtig. Da Chile außerhalb der EU liegt, ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportempfehlenswert. Bei längeren Treks kann eine Notfallausrüstung inklusive Erste-Hilfe-Set sinnvoll sein. - Einreisebestimmungen
Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in Chile bei kürzeren Aufenthalten in der Regel kein Visum, sondern erhalten bei Einreise eine zeitlich begrenzte Aufenthaltsgenehmigung. Da sich Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen ändern können, sollten Reisende vorab die aktuellen Informationen auf der Website des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) und den Seiten der chilenischen Behörden prüfen. Ein gültiger Reisepass, der noch ausreichend lange über das Rückreisedatum hinaus gültig ist, ist obligatorisch. - Zeitzone
Chile liegt je nach Jahreszeit in einer anderen Zeitzone als Deutschland. In der Regel beträgt die Differenz zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ/MESZ) einige Stunden; durch die teilweise abweichenden Regelungen zu Sommer- und Winterzeit können sich die genauen Stunden unterscheiden. Für Flugplanung und Absprachen mit lokalen Anbietern empfiehlt es sich, vor Abreise die aktuelle Zeitdifferenz zu prüfen.
Warum Parque Nacional Torres del Paine auf jede Puerto-Natales-Reise gehört
Wer nach Puerto Natales reist, spürt oft schon in der kleinen Hafenstadt die Spannung auf das, was nördlich der Stadt wartet. Die Straßen sind gesäumt von Trekking-Shops, Reisebüros und Cafés, in denen Landkarten die Wände schmücken. Der Torres-del-Paine-Nationalpark ist mehr als nur ein Ausflug; er ist der eigentliche Grund, weshalb viele Reisende überhaupt in diesen abgelegenen Teil Chiles kommen.
Das Erlebnis im Parque Nacional Torres del Paine ist schwer in eine einzige Kategorie zu pressen. Für manche ist es eine körperliche Herausforderung: stundenlange Anstiege, starke Winde, Regen und Sonne im Wechsel. Für andere überwiegt die meditative Seite: das rhythmische Klicken der Trekkingstöcke, das Knirschen des Pfads im Takt des eigenen Atems, der Anblick eines Kondors, der lautlos in der Thermik kreist. Viele Besucher:innen aus Deutschland berichten in Interviews mit Reisejournalen und Outdoor-Magazinen von einem Gefühl, „am Ende der Welt“ unterwegs zu sein – und gleichzeitige Erleichterung, auf gut markierten Wegen mit klar geregelter Infrastruktur unterwegs zu sein.
Zu den besonderen Momenten gehört für viele der Sonnenaufgang an den Torres. Wer früh startet – oft in tiefer Dunkelheit mit Stirnlampe – erreicht kurz nach Tagesanbruch die Lagune zu Füßen der Türme. Wenn sich der Himmel langsam verfärbt und die Granitwände für wenige Minuten in ein intensives Orange- bis Pinkrot getaucht werden, werden Kameraauslöser schnell zu Nebensache. Reiseberichte in deutschsprachigen Medien vergleichen diesen Moment mit dem ersten Anblick des Himalaya oder dem Sonnenaufgang am Kilimandscharo: ein Augenblick, der viele Mühen des Aufstiegs aufwiegt.
Hinzu kommt die Tierwelt, die gerade für deutsche Reisende, die mit Rothirsch und Fuchs vertraut sind, wie ein entfernter Verwandter wirkt. Guanakos – wildlebende Kamelverwandte – stehen oft in kleinen Gruppen am Wegesrand. Nandus, flugunfähige Laufvögel, durchstreifen die Steppe. Andenkondore mit beeindruckenden Spannweiten nutzen die Aufwinde entlang der Bergketten. Laut Naturschutzorganisationen, die in der Region arbeiten, hat auch die Pumapopulation in den vergangenen Jahren von verstärktem Schutz und regulierter Jagd profitiert. Puma-Sichtungen sind zwar nicht garantiert, aber längst kein Ausnahmeereignis mehr, insbesondere in bestimmten Sektoren des Parks, die von spezialisierten Wildlife-Guides angeboten werden.
Abseits des Parks lohnt sich für Reisende aus Deutschland ein Aufenthalt in Puerto Natales selbst. Die Stadt bietet eine überraschend vielfältige Gastronomie-Szene, in der patagonisches Lamm, Meeresfrüchte aus dem Pazifik und chilenische Weine im Mittelpunkt stehen. Lokale Museen geben Einblick in die Geschichte der Region – von den indigenen Kulturen über die Schafzucht-Ära bis hin zum modernen Tourismus. Wer mehr Zeit hat, kann von Puerto Natales aus auch Bootsfahrten in die Fjordlandschaft oder weiterführende Patagonien-Routen planen, etwa in Richtung Argentinien und El Calafate mit dem Perito-Moreno-Gletscher.
Torres del Paine ist damit ideal in eine größere Patagonien-Reise integrierbar, die beispielsweise mit einem Besuch der chilenischen Seenregion rund um Puerto Varas oder einem Stopp in der Metropole Santiago de Chile beginnt. Für Reisende aus Deutschland, die eine Kombination aus urbaner Kultur, chilenischem Alltag und extremen Naturlandschaften suchen, bietet diese Route eine sinnvolle Dramaturgie.
Torres-del-Paine-Nationalpark in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist der Parque Nacional Torres del Paine längst ein visuelles Leitmotiv für Patagonien geworden: Unter Hashtags wie #TorresDelPaine, #Wtrek oder #Patagonia füllen tausende Fotos, Reels und Kurzvideos jeden Tag die Feeds auf Instagram, TikTok, YouTube und anderen Plattformen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische „Postkartenmomente“, sondern zunehmend auch um Nachhaltigkeit, Respekt vor der Natur und verantwortungsbewusstes Trekking.
Torres-del-Paine-Nationalpark — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Torres-del-Paine-Nationalpark
Wo liegt der Parque Nacional Torres del Paine genau?
Der Torres-del-Paine-Nationalpark liegt im Süden Chiles in der Region Magallanes, nördlich von Puerto Natales und Punta Arenas. Er befindet sich nahe der Grenze zu Argentinien und ist Teil der patagonischen Andenlandschaft, eingebettet zwischen Steppe, Bergen und Gletschern.
Wie reise ich von Deutschland aus in den Torres-del-Paine-Nationalpark?
Üblicherweise erfolgt die Anreise per Langstreckenflug von Deutschland nach Santiago de Chile, anschließend mit einem Inlandsflug nach Punta Arenas oder saisonal nach Puerto Natales. Von dort fahren Linienbusse oder organisierte Transfers in rund 1,5 bis 5 Stunden – je nach Ausgangspunkt und Parkeingang – zum Torres-del-Paine-Nationalpark. Eine Anreise mit Mietwagen ist ebenfalls möglich, erfordert aber Erfahrung im Umgang mit Wind, Schotterpisten und längeren Distanzen.
Was macht den Torres-del-Paine-Nationalpark so besonders?
Der Parque Nacional Torres del Paine vereint spektakuläre Granitgipfel, türkise Seen, Gletscher des Südpatagonischen Eisfeldes und eine charakteristische Steppe mit reicher Tierwelt. Die Kombination aus dramatischer Topografie, wechselhaftem Licht, klarer Luft und gut ausgebauten Trekkingrouten macht ihn zu einem der bekanntesten Naturreiseziele Südamerikas und zu einem Traumziel für Wandernde aus Deutschland.
Wann ist die beste Reisezeit für Torres del Paine?
Die beliebteste Reisezeit ist der südliche Sommer von etwa November bis März, wenn die Tage lang sind und die meisten Routen geöffnet sind. In dieser Hochsaison ist der Besucherandrang am größten. Die Übergangsmonate Oktober/November und März/April bieten etwas mehr Ruhe, können aber kühler und windiger sein. Im südlichen Winter sind viele Angebote eingeschränkt, die Landschaft wirkt dafür besonders still und abgeschieden.
Benötige ich besondere Genehmigungen oder Reservierungen?
Für den Parkeintritt ist eine Gebühr zu zahlen. Für beliebte Mehrtagesrouten wie den W- und O-Trek sind in der Regel im Voraus Reservierungen für Refugios oder Campingplätze erforderlich. Genaue Bedingungen, Buchungswege und eventuelle Beschränkungen sollten vorab auf den offiziellen Seiten der Parkverwaltung CONAF oder bei anerkannten lokalen Anbietern geprüft werden, da sie sich je nach Saison und Schutzmaßnahmen ändern können.
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