Torre di Pisa: der schräg stehende Marmorturm von Pisa
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 09:30 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Torre di Pisa ist der freistehende Glockenturm der Kathedrale von Pisa in Italien und fällt durch seine deutlich sichtbare Neigung und die übereinanderliegenden Arkadengeschosse aus hellem Stein sofort ins Auge. Der Turm entstand als Teil des mittelalterlichen Bauensembles auf der Piazza del Duomo, das im 12. und 13. Jahrhundert errichtet wurde und für die Romanik in Italien prägend war. Die Anlage mit Kathedrale, Baptisterium, Turm und Friedhof wurde 1987 als „Piazza del Duomo, Pisa“ in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, was die Bedeutung von Torre di Pisa innerhalb dieses Ensembles noch einmal unterstreicht.
Torre di Pisa als Glockenturm der Kathedrale
Torre di Pisa steht auf der Piazza del Duomo, die auch Piazza dei Miracoli genannt wird, und dient der Kathedrale Santa Maria Assunta als freistehender Glockenturm. Der Turm wurde im Jahr 1173 begonnen und über mehrere Bauphasen hinweg bis 1372 vollendet, sodass seine Entstehung sich über nahezu zwei Jahrhunderte erstreckt.Der Baubeginn 1173 und die Vollendung 1372 sind in der Forschung gut gesichert und stehen exemplarisch für die lange Baugeschichte des mittelalterlichen Glockenturms.Die Bauzeit über 199 Jahre ordnet den Turm deutlich in die Epoche vom späten 12. bis zum späten 14. Jahrhundert ein.
Als Architekt der frühen Bauphase wird Bonanno Pisano genannt, ein in Pisa tätiger Bildhauer und Baumeister, dessen Name mit der Planung des Turms verbunden ist.Bonanno Pisano ist als Entwurfsverantwortlicher für den Baubeginn 1173 belegt und erscheint auch in späteren Darstellungen als maßgebliche Gestalt der ersten Bauphase.Zusammen mit einem Meister Guglielmo wird er als ursprünglicher Architekt genannt, während andere Baumeister die späteren Geschosse verantworteten. Diese Zuordnung macht Torre di Pisa zu einem wichtigen Werk der lokalen Baukunst Pisas im hohen Mittelalter.
Romanische Architektur und Material des Turms
Architektonisch gehört Torre di Pisa der Romanik an und fügt sich mit seinen Bögen und Säulen in die Formensprache der Kathedrale und des Baptisteriums ein. Der Turm erhebt sich als zylindrisches Bauwerk über mehreren übereinanderliegenden Arkadengeschossen, deren Säulenreihen sich von der Basis bis zur Glockenstube wiederholen und die Silhouette deutlich gliedern.Die Gestaltung mit Arkaden und Säulenreihen gehört zu den charakteristischen Merkmalen des Turms und betont seine Einbindung in die romanische Baukunst Italiens.
Der Turm erreicht eine Höhe von rund 55 bis 58 Metern und ist damit deutlich höher als die umliegenden Gebäude auf der Piazza del Duomo.Angaben von etwa 56 Metern Höhe finden sich in mehreren Darstellungen und belegen die stattliche Dimension des Glockenturms.Die offizielle Seite der Opera della Primaziale Pisana nennt eine Höhe von 58,36 Metern, was die leichte Spannbreite der Messwerte erklärt, ohne die grundsätzliche Größe des Bauwerks in Frage zu stellen. Der helle Naturstein, der oft als weißer Marmor beschrieben wird, verleiht dem Turm eine klare Präsenz vor dem Grün der Wiese und dem Blau des Himmels.
Die sichtbare Neigung und der UNESCO-Kontext
Die Besonderheit von Torre di Pisa liegt in seiner Neigung, die schon wenige Jahre nach Baubeginn einsetzte und seit dem Mittelalter das Erscheinungsbild prägt. Bereits nach Errichtung der unteren Geschosse begann sich der Turm zur Südseite zu neigen, weil der Untergrund unter einem Teil des Fundaments nachgab.Die Schräglage entwickelte sich im 12. Jahrhundert während der frühen Bauphase und führte mehrfach zu Unterbrechungen der Arbeiten, bis die oberen Geschosse und das Glockengeschoss schließlich im 14. Jahrhundert hinzugefügt wurden.
Heute steht Torre di Pisa mit einer Neigung von knapp vier Grad gegenüber der Senkrechten sichtbar schräg auf der Piazza del Duomo.Angaben von etwa vier Grad Neigung werden durch technische und historische Untersuchungen gestützt, die zudem dokumentieren, dass der Neigungswinkel durch Sicherungsmaßnahmen reduziert wurde. Der gesamte Platz mit Kathedrale, Turm, Baptisterium und Camposanto gehört seit 1987 als „Piazza del Duomo, Pisa“ zum UNESCO-Welterbe.Die UNESCO-Auszeichnung von 1987 für die Piazza del Duomo unterstreicht die Bedeutung der vier mittelalterlichen Hauptbauwerke für die Architekturgeschichte Italiens.
Torre di Pisa besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Torre di Pisa steht auf der Piazza del Duomo im Nordwesten der Altstadt von Pisa und ist von der Stadt aus zu Fuß erreichbar; der nächstgelegene größere Bahnhof ist der Hauptbahnhof von Pisa.
- Der Aufstieg im Inneren des Turms erfolgt über eine Treppe mit vielen Stufen, die sich im Turminneren nach oben zieht und eine gewisse Trittsicherheit verlangt.
- Die Piazza del Duomo ist eine offene Fläche mit Rasen und Wegen, auf der sich neben Torre di Pisa auch die Kathedrale, das Baptisterium und der monumentale Friedhof Camposanto konzentrieren.
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Torre di Pisa: häufige Fragen
Wo liegt Torre di Pisa innerhalb von Pisa?
Torre di Pisa steht auf der Piazza del Duomo, auch Piazza dei Miracoli genannt, im Nordwesten der Altstadt von Pisa in Italien.
Was bietet ein Besuch von Torre di Pisa?
Ein Besuch führt auf die Piazza del Duomo mit Kathedrale, Baptisterium, Camposanto und dem deutlich geneigten Glockenturm, der durch seine Architektur und seine Schräglage auffällt.
Was kennzeichnet Torre di Pisa besonders?
Torre di Pisa ist ein romanischer Glockenturm aus hellem Stein, dessen Neigung seit dem 12. Jahrhundert sichtbar ist und der als Teil des UNESCO-Welterbes „Piazza del Duomo, Pisa“ gilt.
