Todai-ji Nara: Wo Japans mächtigster Buddha über Nara wacht
20.05.2026 - 09:26:04 | ad-hoc-news.deSchon beim ersten Schritt durch das mächtige Südtor öffnet sich der Blick auf die riesige Holzhalle des Todai-ji Nara – und vieles spricht dafür, dass Sie selten wieder vor einem Gebäude stehen werden, das Ihnen so deutlich zeigt, wie sich Macht, Glaube und Kunst in Japan über Jahrhunderte verdichtet haben. Hinter den dunklen Holzbalken des Todai-ji, des „Großen-Östlichen-Tempels“, sitzt einer der größten Bronzenbuddhas der Welt und blickt auf die alte Kaiserstadt Nara hinab.
Todai-ji Nara: Das ikonische Wahrzeichen von Nara
Todai-ji Nara ist weit mehr als eine Tempelanlage: Er gilt als spirituelles Herz der alten Hauptstadt Nara und als Symbol der frühen Zentralisierung Japans. Die UNESCO führt den Tempel seit 1998 als Teil der Welterbestätte „Historische Monumente des Alten Nara“. Laut UNESCO-Dokumentation und der japanischen Kulturbehörde (Agency for Cultural Affairs) ist insbesondere die „Große Buddha-Halle“ (Daibutsuden) eines der größten historischen Holzgebäude der Welt – ein Superlativ, der in nahezu jeder seriösen Beschreibung des Tempels auftaucht.
Nara selbst liegt nur rund 40 km südlich von Kyoto und etwa 30 km östlich von Osaka und ist für viele Japan-Reisende aus Deutschland fester Bestandteil einer klassischen Route Tokio–Kyoto–Nara–Hiroshima. Todai-ji Nara ist dabei meist der Höhepunkt des Besuchs, nicht zuletzt, weil sich die Anlage harmonisch in die Parklandschaft des Nara-Parks einfügt, in der sich zahme Sikahirsche frei bewegen. Offizielle Informationen des Stadtmarketings Nara und der Japan National Tourism Organization (JNTO) empfehlen den Tempel ausdrücklich als Schlüsselort zum Verständnis des japanischen Buddhismus.
Wer hier an einem klaren Morgen ankommt, hört zuerst das dumpfe Schlagen der hölzernen Schuhsohlen auf den Steinplatten, riecht Weihrauch und frisch geputztes Holz und sieht dann Schritt für Schritt die gewaltige Figur des Daibutsu, des Großen Buddha, aus der Dunkelheit der Halle hervortreten. Der Tempel verbindet sinnliche Erfahrung, Architekturstaunen und historischen Tiefgang – ein Dreiklang, der ihn gerade für kulturinteressierte Gäste aus dem deutschsprachigen Raum so reizvoll macht.
Geschichte und Bedeutung von Todai-ji
Der Name Todai-ji (???) bedeutet wörtlich „Großer-Östlicher-Tempel“. Er entstand im 8. Jahrhundert in der Nara-Zeit (710–784), als Nara unter dem Namen Heij?-ky? erste ständige Hauptstadt Japans war. Nach Angaben der UNESCO und der japanischen Kulturbehörde wurde Todai-ji offiziell im Jahr 752 eingeweiht, nachdem Kaiser Sh?mu den Bau eines riesigen Bronzenbuddhas angeordnet hatte, um das Land in einer Phase politischer Instabilität, Naturkatastrophen und Epidemien zu befrieden.
Historiker verweisen auf Kaiser Sh?mus Politik, in jeder Provinz des Landes Tempel zu errichten und Todai-ji als übergeordnetes „Hauptkloster“ (S?g?) zu etablieren. Laut Erläuterungen der UNESCO diente der Tempel damit nicht nur religiösen Zwecken, sondern war zugleich Instrument einer frühen Staatsreligion und Machtprojektion. Vergleichbar mit der Rolle großer Dome im mittelalterlichen Europa – etwa dem Kölner Dom als Symbol kirchlicher und städtischer Macht – stand Todai-ji für den Anspruch des Kaiserhofs, über das gesamte Reich zu wachen.
Die Einweihung des Großen Buddha im Jahr 752 war ein nationales Großereignis. Zeitgenössische Quellen berichten von tausenden Mönchen, Musikern und Gästen, darunter Gesandte aus China und Korea. Nach Angaben der japanischen Kulturbehörde mussten für den Guss der Statue enorme Mengen Bronze, Gold und Holzkohle aus vielen Regionen des Landes herangeschafft werden. Die Kosten sollen den Staatshaushalt nahezu überstiegen haben – ein Hinweis darauf, welch gewaltiges Projekt der Tempel für das damalige Japan darstellte.
Wie viele historische Bauten in Japan war Todai-ji wiederholt von Zerstörung betroffen. Große Brände im Jahr 1180 während der Gempei-Kriege und erneut 1567 im Zuge innerjapanischer Konflikte zerstörten wesentliche Teile der Anlage. Die heute sichtbare Große Buddha-Halle stammt nach übereinstimmenden Angaben der UNESCO und der Tempelverwaltung aus dem 17. Jahrhundert, genauer aus der Edo-Zeit, und wurde um 1709 fertiggestellt. Zwar ist sie heute etwas kleiner als die ursprüngliche Halle aus dem 8. Jahrhundert, gilt aber dennoch als herausragendes Beispiel traditioneller japanischer Holzarchitektur.
Die religiöse Ausrichtung des Tempels ist bis heute der Kegon-Schule des Buddhismus zugeordnet, einer Richtung, die im 8. Jahrhundert aus dem chinesischen Huayan-Buddhismus übernommen wurde. Die Kegon-Schule betont die gegenseitige Durchdringung aller Phänomene – ein philosophischer Ansatz, der sich in der künstlerischen Gestaltung des Tempels widerspiegelt, etwa in komplexen Mandalas und filigranen Holzschnitzereien.
Auch in der Moderne spielt Todai-ji eine Rolle in Japans religiösem und kulturellem Leben. Er ist Schauplatz bedeutender Zeremonien, etwa traditioneller Feuerrituale (Otaimatsu) im Rahmen des Shuni-e-Festes im März, bei denen laut Berichten der japanischen Presse und der Tempelverwaltung riesige Fackeln über der Veranda des Nigatsu-d? geschwenkt werden. Diese Zeremonien ziehen jedes Jahr zahlreiche in- und ausländische Besucher an und verknüpfen Todai-ji mit dem saisonalen Festkalender des Landes.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auf dem weitläufigen Areal des Todai-ji Nara finden sich mehrere Bauwerke von nationaler Bedeutung. Das architektonische und kulturelle Herz ist jedoch die Große Buddha-Halle (Daibutsuden). Nach Angaben der UNESCO und der Japan National Tourism Organization ist das Gebäude rund 57 m lang, etwa 50 m breit und über 45 m hoch. Selbst in seiner „verkleinerten“ Form nach dem Wiederaufbau im 18. Jahrhundert gehört es damit zu den größten historischen Holzgebäuden der Welt.
Im Inneren sitzt der Daibutsu, eine monumentale Statue des Buddha Vairocana (auf Japanisch: Birushana-butsu). Die Figur besteht aus Bronze und ist inklusive Sockel rund 15 m hoch. Schätzungen, die von der Tempelverwaltung und der japanischen Kulturbehörde genannt werden, gehen von mehreren hundert Tonnen Bronze aus. Die Statue wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert, etwa nachdem Erdbeben und Brände Schäden verursacht hatten, das heutige Erscheinungsbild stammt im Wesentlichen aus der Edo-Zeit.
Die Architektur der Halle selbst folgt einem komplexen Holztragwerk, das ohne Nägel auskommt und stattdessen auf kunstvoll verzapfte Balken setzt – typisch für die klassische japanische Tempelarchitektur. Kunsthistoriker betonen, dass die Proportionen der Halle auf eine gezielte Wirkung hin komponiert sind: Der Eingang ist relativ niedrig, sodass Besucher beim Betreten den Kopf senken, bevor sich ihnen der Blick auf den hoch aufragenden Buddha öffnet. Dieser dramaturgische Effekt überzeugt viele Reisende, die aus europäischen Kirchenbauten eher vertikale, aber weniger massive Raumwirkungen gewohnt sind.
Neben der Hauptstatue flankieren weitere Figuren den Daibutsu, darunter die Bodhisattvas Kok?z? (Akasagarbha) und Nyoirin Kannon. Sie sind kunstvoll vergoldet und tragen reich verzierte Kronen – eine visuelle Erinnerung daran, dass der Buddha nicht isoliert, sondern eingebettet in ein komplexes spirituelles Universum gedacht wird.
Vor der Großen Buddha-Halle steht ein bronzener Laternenturm, dessen Reliefs Szenen buddhistischer Mythologie zeigen. Er gilt laut japanischer Kulturbehörde als aus der Nara-Zeit stammend und ist eines der wenigen Objekte, die Brände und Wiederaufbauten nahezu unverändert überstanden haben.
Auch außerhalb der Daibutsuden gibt es bedeutende Bauwerke. Besonders hervorzuheben sind:
- Nandaimon (Großes Südtor): Das monumentale Tor bewacht den Haupteingang der Anlage. Links und rechts in den gigantischen Nischen stehen zwei überlebensgroße Holzfiguren der Wächterkönige (Ni?), die im 13. Jahrhundert von den Bildhauern Unkei und Kaikei geschaffen wurden. Sie gelten laut japanischer Kunsthistoriker und dem Nara National Museum als Meisterwerke der Kamakura-Zeit und als Meilenstein realistischer Skulptur in Japan.
- Nigatsu-d? und Sangatsu-d?: Diese Nebentempel liegen am Hang östlich der Hauptanlage und bieten einen weiten Blick über Nara. Der Nigatsu-d? ist berühmt für das bereits erwähnte Shuni-e-Ritual mit Feuerrädern, bei dem Funken über den Köpfen der Zuschauer sprühen. Viele Reisende beschreiben den Sonnenuntergang von hier als eine der stimmungsvollsten Perspektiven auf die Stadt.
- Kloster- und Verwaltungsgebäude: In verschiedenen Gebäuden sind heute Schätze wie alte Sutren, Skulpturen und Ritualgegenstände untergebracht. Ein Teil davon wird im sogenannten Todai-ji Museum nahe dem Eingang zur Hauptanlage präsentiert. Die Ausstellung erläutert anhand von Originalen und Modellen die Entwicklung des Tempels.
Ein vielfotografiertes Detail im Inneren der Großen Buddha-Halle ist eine Holzsäule mit einem Loch am Boden. Dem populären Glauben nach entspricht der Durchmesser diesem der Nasenöffnung des Buddhas. Wer – meist Kinder, mitunter auch sportliche Erwachsene – es schafft, sich durch das Loch zu zwängen, soll der Legende nach Glück oder Erleuchtung erlangen. Die Tempelverwaltung weist dennoch darauf hin, dass Sicherheit Vorrang hat und Besucher umsichtig sein sollten.
Die Verbindung von monumentaler Architektur, fein gearbeiteter Skulptur und natürlicher Umgebung macht Todai-ji zu einem Paradebeispiel des japanischen Prinzips shakkei – der „entlehnten Landschaft“. Die Hallen und Tore sind so angeordnet, dass sich Blickachsen immer wieder auf die bewaldeten Hügel hinter dem Tempel richten. Gerade für Besucher aus mitteleuropäischen Städten, in denen historische Kirchen meist dicht umbaut sind, erzeugt diese Kombination aus Natur und Sakralbau eine ungewohnte, meditative Atmosphäre.
Todai-ji Nara besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Todai-ji liegt im Nordosten des Nara-Parks, etwa 2 km vom JR-Bahnhof Nara und rund 1,5 km vom Kintetsu-Bahnhof Nara entfernt. Von Kyoto aus fährt der Zug je nach Verbindung etwa 35–50 Minuten, von Osaka rund 40–50 Minuten. Für Reisende aus Deutschland bieten sich Direktflüge von Frankfurt, München oder gelegentlich Düsseldorf nach Tokio (Narita oder Haneda) oder Osaka (Kansai International Airport) an. Je nach Route beträgt die Flugzeit rund 11–13 Stunden. Von Tokio aus erreicht man Nara mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen über Kyoto in insgesamt etwa 3–4 Stunden.
- Orientierung vor Ort: Vom Bahnhof Nara verkehren regelmäßig Stadtbusse in Richtung Nara-Park; die nächstgelegene Haltestelle zum Todai-ji ist in der Regel „Todaiji Daibutsuden“. Viele Besucher entscheiden sich aber auch für einen Spaziergang durch den Park, bei dem sie unterwegs bereits auf die berühmten Hirsche treffen.
- Öffnungszeiten: Nach übereinstimmenden Angaben der Tempelverwaltung und offizieller Tourismusinformationen ist die Große Buddha-Halle typischerweise tagsüber geöffnet, meist vom Morgen bis zum späten Nachmittag. Da sich Öffnungszeiten je nach Saison und Veranstaltung ändern können, sollten Reisende sie kurz vor dem Besuch direkt auf der offiziellen Webseite des Todai-ji oder über das Tourismusbüro von Nara prüfen.
- Eintritt: Für den Besuch der Großen Buddha-Halle und angeschlossener Bereiche wird ein Eintritt erhoben. Die exakten Beträge können sich ändern; zur Orientierung geben offizielle Stellen häufig moderate Einzelpreise an, die im Rahmen eines Tagesbudgets für Japan-Reisen gut planbar sind. Reisende sollten beachten, dass kombinierte Tickets für Museum und Tempelbereich angeboten werden können. Angaben sollten kurz vor der Reise aktuell auf der offiziellen Tempel-Website oder bei der Nara Tourist Information verifiziert werden. Bei einer Umrechnung in Euro empfiehlt es sich zu bedenken, dass Wechselkurse schwanken.
- Beste Reisezeit: Reiseanbieter, der Japanische Wetterdienst und die JNTO weisen darauf hin, dass Frühjahr (März bis Mai) und Herbst (Oktober und November) als besonders angenehm gelten. Im Frühjahr blühen Kirschbäume und später Azaleen, im Herbst färbt sich das Laub in intensiven Rot- und Gelbtönen. Die Sommermonate Juni bis September können heiß und schwül sein, zudem fällt in der Regenzeit im Juni und Juli mehr Niederschlag. Wer große Menschenmengen vermeiden möchte, sollte die sogenannte „Golden Week“ Anfang Mai und nationale Feiertage meiden.
- Tageszeit und Andrang: Weil Todai-ji Nara zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes gehört, sind insbesondere späte Vormittage und Wochenenden stark frequentiert. Viele erfahrene Reiseführer und Reisehandbücher empfehlen, die Halle gleich nach Öffnung oder in den späteren Nachmittagsstunden zu besuchen, wenn Tagesgruppen abgereist sind. Früh am Morgen ist das Licht im Inneren besonders atmosphärisch, wenn die Sonne schräg durch die Seitenfenster fällt.
- Sprache: In Nara sprechen viele Mitarbeiter im Tourismusbereich zumindest grundlegendes Englisch; Beschilderungen im Todai-ji sind in der Regel auf Japanisch und Englisch vorhanden. Deutsch wird selten gesprochen. Ein kleiner Sprachführer oder eine Übersetzungs-App kann hilfreich sein, insbesondere für Zug- und Busverbindungen sowie in kleineren Restaurants.
- Zahlung und Geld: In Japan ist Bargeld (Yen) traditionell weit verbreitet, gleichzeitig hat sich Kartenzahlung in den letzten Jahren deutlich durchgesetzt. Große Bahnhöfe, Hotels und Ketten akzeptieren internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard), in manchen kleineren Läden und Tempelshops ist Bargeld jedoch weiterhin die sicherste Option. Kontaktloses Bezahlen und Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay) sind verbreitet, oft in Kombination mit lokalen Prepaid-Karten. Girocards aus Deutschland funktionieren nicht immer zuverlässig; eine Kreditkarte sollte daher unbedingt eingeplant werden.
- Trinkgeld: Japan kennt traditionell keine Trinkgeldkultur; selbst in touristischen Regionen wird Trinkgeld selten erwartet und mitunter als ungewöhnlich empfunden. Höflichkeit und respektvolles Auftreten sind wichtiger als zusätzliche Geldgaben. Servicegebühren sind, falls erhoben, meist im Preis enthalten.
- Kleiderordnung und Verhalten: Todai-ji ist ein religiöser Ort. Es gibt zwar keine starre Kleiderordnung, jedoch sind bedeckte Schultern und Knie in Tempeln generell angemessen. In Innenräumen sollte leise gesprochen werden, das Fotografieren von Menschen bei Gebeten ist nur mit deren Einverständnis respektvoll. Manche Bereiche können Fotoverbote haben; entsprechende Hinweise sind unbedingt zu beachten.
- Zeitzone: Japan liegt in der Zeitzone Japan Standard Time (JST), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in der Regel 8 Stunden voraus ist. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) beträgt der Unterschied 7 Stunden. Ein Besuch im Todai-ji kann am ersten Tag nach Ankunft aufgrund des Jetlags besonders eindrucksvoll sein – viele Reisende sind früh wach und nutzen die Morgenstunden für ruhige Besichtigungen.
- Gesundheit und Versicherung: Japan verfügt über ein sehr gutes Gesundheitssystem. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird dennoch eine Auslandskrankenversicherung empfohlen, da die europäische Krankenversicherungskarte in Japan keine Gültigkeit hat. Eine Versicherung sollte Leistungen wie Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und gegebenenfalls Rücktransport abdecken.
- Einreisebestimmungen: Die Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger nach Japan können sich ändern. Vor Reiseantritt sollten die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de geprüft werden. Dort finden sich auch Informationen zu Visum, Einreiseformularen und eventuellen gesundheitlichen Vorgaben.
Warum Todai-ji auf jede Nara-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist Todai-ji Nara der Moment, in dem sich abstrakte Bilder vom japanischen Buddhismus in ein konkretes, körperlich erfahrbares Erlebnis verwandeln. Anders als in kleineren Tempeln Kyotos, in denen Stille und Minimalismus dominieren, setzt Todai-ji auf Maßstab und Monumentalität. Wer vor dem Daibutsu steht, spürt fast körperlich, wie viel Aufwand eine vormoderne Gesellschaft für ein einziges, gemeinsames Symbol betreiben konnte.
Zugleich lässt sich ein Besuch gut mit weiteren Höhepunkten Naras verbinden. In fußläufiger Entfernung liegen etwa der Kasuga-Taisha-Schrein mit seinen Steinlaternen inmitten eines alten Waldgebietes sowie der K?fuku-ji-Tempel mit einer markanten fünfstöckigen Pagode. Diese Nähe unterschiedlicher religiöser Traditionen – buddhistische Tempel und Shint?-Schreine – illustriert anschaulich die religiöse Landschaft Japans, in der Menschen ohne Widerspruch sowohl buddhistische als auch shintoistische Riten pflegen.
Auch für Familien mit Kindern ist Todai-ji ein attraktives Ziel. Die Kombination aus beeindruckender Architektur, der „Nasenloch“-Säule und den frei umherlaufenden Hirschen im Park sorgt für Abwechslung, während Erwachsene sich an den historischen und kunsthistorischen Hintergründen orientieren können. Gerade für Kinder aus Deutschland, die sakrale Orte eher mit stillen Kirchenbänken verbinden, bietet der Tempel einen völlig anderen Zugang zu Religion und Geschichte.
Wer tiefer eintauchen möchte, kann an Führungen teilnehmen, die häufig von lokalen Guides angeboten werden. Viele bieten englischsprachige Touren an, bei denen nicht nur die Hauptfakten erzählt werden, sondern auch weniger bekannte Details: etwa Legenden rund um die Bauzeit, Geschichten vom Wiederaufbau oder Hinweise auf kleine, leicht übersehene Statuen in den Seitengängen.
Neben der Architektur lohnt es sich, auf Details zu achten, die das Klima und die Jahreszeiten in Nara betonen: Moos auf alten Steinen, das Rauschen der Bäume hinter der Halle, aber auch die Wirkung von Regen oder Schnee auf die Holzdächer. Wer den Tempel zu verschiedenen Jahreszeiten besucht, erlebt ihn jedes Mal anders – im blassen Licht eines Wintermorgens wirkt der Daibutsu beinahe strenger, im satten Grün des Frühsommers dagegen milder.
Für Reisende aus der DACH-Region, die kulturell interessierte Rundreisen schätzen, lässt sich Todai-ji zudem gut einordnen: Wie Notre-Dame in Paris oder der Stephansdom in Wien, so gehört der Tempel zu den Bauwerken, die nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Epoche repräsentieren. Ein Tagesausflug nach Nara ohne Todai-ji wäre daher unvollständig.
Todai-ji Nara in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Todai-ji Nara längst ein wiederkehrendes Motiv: Videos vom ersten Blick auf den Daibutsu, Zeitrafferaufnahmen von Sonnenaufgängen über dem Tempeldach und kurze Clips von Kindern, die versuchen, durch das berühmte Säulenloch zu klettern, werden regelmäßig geteilt. Viele Inhalte stammen von Individualreisenden aus Europa, darunter auch zahlreiche deutschsprachige Besucher, die ihre Eindrücke in Vlogs und Fotostrecken festhalten.
Todai-ji Nara — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Todai-ji Nara
Wo liegt Todai-ji Nara genau?
Todai-ji Nara befindet sich im Nordosten des Nara-Parks in der Stadt Nara auf der Hauptinsel Honsh? in Japan. Nara liegt südlich von Kyoto und östlich von Osaka und ist mit Regionalzügen von beiden Städten aus in weniger als einer Stunde erreichbar. Die nächsten Bahnhöfe sind JR Nara und Kintetsu Nara; von dort führen Busse und Fußwege zum Tempel.
Wie alt ist Todai-ji und wann wurde der Tempel erbaut?
Die Anfänge des Todai-ji gehen auf das 8. Jahrhundert zurück. Offiziell wurde der Tempel im Jahr 752 während der Nara-Zeit eingeweiht, als Nara Japans Hauptstadt war. Die heute sichtbare Große Buddha-Halle stammt überwiegend aus dem frühen 18. Jahrhundert, da frühere Hallen durch Kriege und Brände zerstört wurden. Der Tempel wurde mehrfach restauriert und erweitert, blieb aber stets ein zentrales religiöses Zentrum.
Was ist das Besondere am Todai-ji im Vergleich zu anderen Tempeln in Japan?
Besonders ist vor allem die Kombination aus einer monumentalen Bronzestatue – dem rund 15 m hohen Daibutsu – und einer der größten historischen Holzstrukturen der Welt, der Großen Buddha-Halle. Hinzu kommen die meisterhaften Wächterfiguren am Südtor und die Einbettung in den weitläufigen Nara-Park mit frei lebenden Hirschen. Diese Verbindung von Natur, Architektur und religiöser Bedeutung ist in dieser Form einzigartig und macht Todai-ji zu einem Höhepunkt vieler Japanreisen.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch des Todai-ji einplanen?
Für den Besuch der Großen Buddha-Halle allein sind etwa 1–1,5 Stunden realistisch, wenn man die Statue, die Architektur und die Details in Ruhe auf sich wirken lassen möchte. Wer zusätzlich die Nebentempel Nigatsu-d? und Sangatsu-d?, das Todai-ji Museum und einen Spaziergang durch den Nara-Park einplant, sollte eher einen halben Tag oder mehr reservieren. Viele Reisende kombinieren den Tempel mit weiteren Sehenswürdigkeiten Naras im Rahmen eines Tagesausflugs von Kyoto oder Osaka.
Wann ist die beste Reisezeit für Todai-ji Nara aus deutscher Sicht?
Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten Frühling (März bis Mai) und Herbst (Oktober und November) als ideale Reisezeiten. In diesen Monaten sind die Temperaturen meist mild, die Luftfeuchtigkeit moderat und die Landschaft besonders reizvoll – entweder mit Kirschblüte und frischem Grün oder mit intensivem Herbstlaub. Wer Hitze und große Menschenmengen meiden möchte, sollte die Hochsommermonate und Feiertagswochen wie die Golden Week umgehen.
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