Spitzkoppe in Namibia: Das geheimnisvolle Felsmassiv bei Usakos
06.07.2026 - 10:26:48 | ad-hoc-news.deWenn in der Weite der namibischen Wüste plötzlich ein gewaltiger Felsdom aus der Ebene aufragt, wirkt es, als hätte jemand ein Gebirge mitten in die Landschaft gesetzt: Die Spitzkoppe („spitzer Kopf“) bei Usakos in Namibia ist eines dieser Bilder, die sich unauslöschlich in das Reisegedächtnis einbrennen.
Spitzkoppe: Das ikonische Wahrzeichen von Usakos
Die Spitzkoppe, oft als „Matterhorn Namibias“ bezeichnet, ist ein markantes Granitmassiv etwa 120 km nordöstlich der Küstenstadt Swakopmund und rund 50 km nordwestlich von Usakos im Erongo-Gebiet von Namibia. Sie erhebt sich imposant über der flachen Savannenlandschaft und ist damit schon von weitem sichtbar. Mit ihren charakteristischen, rund geschliffenen Kuppeln und Zacken erinnert sie eher an eine Skulptur als an ein gewöhnliches Gebirge.
Für viele Namibia-Reisende aus Deutschland gehört die Spitzkoppe zu den emotional intensivsten Orten des Landes: tagsüber leuchtet der Granit in warmen Ocker- und Rottönen, zum Sonnenuntergang verfärbt sich der Fels dramatisch, und nachts spannt sich ein beinahe ungestörter Sternenhimmel darüber. Das Gebiet ist weder ein Nationalpark noch ein streng formales Weltkulturerbe, gilt aber als eines der bekanntesten Naturwahrzeichen Namibias und wird in deutschsprachigen Reiseführern von Verlagen wie Marco Polo oder Reisehandbüchern aus dem deutschsprachigen Raum regelmäßig hervorgehoben.
Die Atmosphäre vor Ort ist zugleich archaisch und überraschend still: kein ständiger Verkehrslärm, kaum Lichtverschmutzung, nur Wind, Vögel, ein gelegentlicher Schakal und das Knirschen des eigenen Schritts auf Sand und Stein. Wer von Deutschland aus nach Namibia reist und die üblichen Highlights wie Etosha-Nationalpark und Sossusvlei ansteuert, erlebt an der Spitzkoppe einen Kontrast: Hier geht es weniger um Tierdichte, sondern um Landschaft, Weite, Fels und Himmel.
Geschichte und Bedeutung von Spitzkoppe
Geologisch betrachtet ist die Spitzkoppe ein sogenannter Inselberg aus Granit, der vor hunderten Millionen Jahren tief in der Erdkruste entstanden ist. Im Laufe der Zeit wurden weichere Gesteinsschichten durch Erosion abgetragen, sodass der besonders resistente Granit freigelegt wurde. Die charakteristischen Rundformen und glatten Flächen sind das Resultat von Verwitterung, Temperaturschwankungen und Wind, wie sie für viele Wüstenregionen typisch sind.
Die Entstehungszeit des Granits reicht nach geologischen Untersuchungen weit in das Präkambrium zurück – also in eine Zeit, die aus menschlicher Perspektive unvorstellbar weit in der Vergangenheit liegt. Damit ist der Fels deutlich älter als viele der bekannten geologischen Formationen Europas und wurde lange bevor sich Kontinente in ihrer heutigen Form ausgebildet haben, in der Tiefe der Erdkruste geformt. Statt konkreter Jahreszahlen ist für Reisende aus Deutschland wichtig: Die Spitzkoppe steht für „tiefe Zeit“ – ein Blick in Erdgeschichte, der weit über das hinausreicht, was in mitteleuropäischen Mittelgebirgen sichtbar ist.
Für die indigenen Bevölkerungsgruppen im südlichen Afrika – insbesondere für die San, eine der ältesten bekannten Jäger-und-Sammler-Kulturen der Region – hatte das Felsmassiv eine besondere spirituelle Bedeutung. In den zahlreichen Felsüberhängen und kleineren Höhlen finden sich Felsmalereien, die auf eine lange Nutzung als Versammlungs-, Jagd- und Ritualort hinweisen. Viele dieser Malereien zeigen Tiere wie Antilopen, Giraffen oder Zebras, aber auch abstrakte Formen, die von Forschenden als Hinweise auf spirituelle Rituale und Trancezustände gedeutet werden.
Während der Kolonialzeit, als Namibia unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika Teil des deutschen Kolonialreiches war (Ende 19. Jahrhundert bis 1915), war die Region um die Spitzkoppe vor allem als Durchzugsgebiet und später als Viehweideland wichtig. Konkrete militärische Großereignisse sind mit dem Felsmassiv weniger verbunden als mit anderen Orten Namibias, dennoch ist die Region Teil jener Landschaft, in der deutsche Kolonialtruppen und einheimische Bevölkerungsgruppen aufeinandertrafen. Für heutige Reisende kann ein Besuch an der Spitzkoppe daher auch Anlass sein, sich mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands im südlichen Afrika auseinanderzusetzen.
In der jüngeren Geschichte hat sich die Spitzkoppe zunehmend zu einem Symbol für nachhaltigen Tourismus in ländlichen Regionen Namibias entwickelt. Das Areal wird als Gemeinschafts-Camp („Community Camp“) bewirtschaftet, was bedeutet, dass lokale Gemeinden an den Einnahmen beteiligt sind. Dies soll dazu beitragen, wirtschaftliche Perspektiven in der Region zu schaffen und gleichzeitig die empfindliche Landschaft, inklusive der Felsmalereien, besser zu schützen. Reiseführer und Naturschutzorganisationen betonen, dass Besucherinnen und Besucher Spuren minimieren, auf den Wegen bleiben und Hinweise der lokalen Guides beachten sollten.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn die Spitzkoppe kein gebautes Monument ist, wird sie häufig mit architektonischen Begriffen beschrieben, weil ihre Form so markant und „gestaltet“ wirkt. Die Hauptkuppel der Spitzkoppe erreicht eine Höhe von knapp über 1.700 m über dem Meeresspiegel, die Umgebung liegt deutlich niedriger, sodass sich ein Höhenunterschied von mehreren Hundert Metern ergibt. Damit ist die Silhouette ähnlich dominant wie beim Vergleich mit bekannten Bergen wie dem Kölner Dom in Deutschland – nur dass es sich hier um Natur und nicht um ein menschliches Bauwerk handelt.
Charakteristisch sind mehrere Elemente:
- Große Spitzkoppe: der höchste und bekannteste Felsdom, dessen Gipfel nur von sehr erfahrenen und ausgerüsteten Kletterinnen und Kletterern bestiegen wird.
- Kleine Spitzkoppe: ein niedrigerer Nachbarfelsen, ebenfalls auffällig und mit Wanderrouten, die weniger extrem sind.
- „Rock Arch“ / Felsbogen: ein natürlicher Granitbogen, der zu den meistfotografierten Motiven gehört, insbesondere bei Sonnenauf- oder -untergang.
- Felsmalereien: über die Region verteilt finden sich zahlreiche, teilweise fein gearbeitete Felsbilder, die Tiere, Menschen und abstrakte Zeichen zeigen.
Die Felsmalereien an der Spitzkoppe werden von Archäologinnen und Archäologen als Teil des großen Kunstschatzes der San und anderer Jäger-und-Sammler-Gruppen in Südafrika und Namibia betrachtet. Ähnliche Malereien finden sich beispielsweise auch in den Drakensbergen in Südafrika oder im Brandbergmassiv in Namibia. Die San nutzten diese Malereien nicht als „Dekoration“, sondern als Teil eines komplexen spirituellen Systems, bei dem Tiere eine besondere symbolische Rolle spielten. Viele Darstellungen zeigen Antilopenarten, die als Begleiter in Trancezuständen interpretiert werden.
Ein weiterer besonderer Aspekt der Spitzkoppe ist ihre Eignung als Klettergebiet. Seit Jahrzehnten zieht der Fels internationale Kletterinnen und Kletterer an, die hier Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden finden. Anders als in manchen stark erschlossenen Klettergebieten Europas ist das Setting an der Spitzkoppe deutlich ursprünglicher: keine Seilbahnen, wenige Markierungen, große Temperaturunterschiede. Die Kombination aus sportlicher Herausforderung, eindrucksvoller Landschaft und kultureller Tiefe (Felskunst) macht den Reiz aus, birgt aber auch Risiken, weshalb lokale Anbieter und erfahrene Guides dringend empfohlen werden.
Für Fotograf:innen bietet die Spitzkoppe ein Motiv, das sich im Tagesverlauf ständig verändert. Morgens sind die Farben oft weich und kühl, mittags kann das Licht sehr hart sein, abends explodieren die Rottöne – besonders nach Gewittern, wenn Staub und Feuchtigkeit in der Luft für zusätzliche Farbstimmungen sorgen. Nachts schließlich wird die Spitzkoppe zu einem der besten Orte für Astrofotografie in Namibia: Aufgrund der geringen Lichtverschmutzung lässt sich die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen.
In kulturhistorischen und naturkundlichen Publikationen aus dem deutschsprachigen Raum wird die Spitzkoppe häufig gemeinsam mit dem nahe gelegenen Erongo-Gebirge und dem Brandbergmassiv genannt. Diese Granitgebilde bilden zusammen einen Bogen von Felslandschaften, der für Namibia charakteristisch ist und teilweise auch Gegenstand von UNESCO-Vorstößen und naturschutzfachlichen Initiativen war, ohne dass die Spitzkoppe selbst aktuell als eigenständiges UNESCO-Welterbe gelistet ist. Dennoch wird sie als national bedeutsames Naturwahrzeichen verstanden.
Spitzkoppe besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Die Spitzkoppe liegt im westlichen Zentralnamibia, etwa auf halbem Weg zwischen Windhoek und der Atlantikküste. Von Windhoek sind es auf der Straße ungefähr 250 bis 300 km, je nach Route. Die nächstgrößere Stadt ist Swakopmund an der Küste, von der aus es rund 120 bis 150 km bis zur Spitzkoppe sind. Aus Usakos sind es etwa 50 km. Für Reisende aus Deutschland bietet sich in der Regel ein Flug nach Windhoek an, meist mit Umstieg über internationale Drehkreuze wie Johannesburg, Addis Abeba, Doha oder andere Verbindungen. Direktflüge können saisonal variieren. Die Flugzeit ab Frankfurt oder München liegt – inklusive Umstieg – typischerweise bei 12 bis 16 Stunden, abhängig von Airline und Verbindung. Von Windhoek aus ist die Spitzkoppe mit einem Mietwagen über asphaltierte Hauptstraßen und eine kürzere Schotterpiste erreichbar. Ein Großteil der Strecke ist mit normalem Pkw gut zu bewältigen; für maximale Flexibilität und Komfort wird für viele Namibia-Routen dennoch häufig ein SUV empfohlen. - Öffnungszeiten
Die Spitzkoppe ist als Gemeinschafts-Camp organisiert, mit einem Eingangstor, an dem Gebühren erhoben werden. Generell ist ein Besuch tagsüber möglich; Übernachtungen erfolgen auf ausgewiesenen Campingplätzen im Gelände. Da Öffnungszeiten und Zugangsvorschriften sich ändern können – beispielsweise aufgrund von Witterung, Verwaltung oder saisonalen Anpassungen – sollten Reisende die aktuell gültigen Zeiten direkt bei der Verwaltung der Spitzkoppe oder über offizielle namibische Tourismusinformationen prüfen. Auch deutschsprachige Reiseveranstalter, die Namibia-Rundreisen anbieten, geben in ihren Unterlagen oft aktuelle Hinweise. - Eintritt und Camping
Für den Besuch des Spitzkoppe-Areals wird üblicherweise eine Tagesgebühr je Person plus eine Gebühr pro Fahrzeug erhoben. Für Campingplätze fallen zusätzliche Übernachtungsgebühren an. Die Preise sind in der Regel in Namibia-Dollar (NAD) ausgewiesen. Die Höhe der Gebühren kann sich im Zeitverlauf ändern, etwa durch Anpassungen an Inflation oder Infrastrukturprojekte. Daher empfiehlt sich vor Reiseantritt ein aktueller Blick in offizielle Informationsquellen oder bei seriösen Reiseanbietern. Als grobe Orientierung sollten Besucher:innen mit einem niedrigen zweistelligen Euro-Betrag pro Person und Nacht inklusive Camping rechnen, Wechselkursschwankungen zwischen Euro (€) und Namibia-Dollar (NAD) sind zu beachten. - Beste Reisezeit
Namibia liegt auf der Südhalbkugel, daher sind die Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt. Die Hauptreisezeit für viele aus Deutschland anreisende Gäste liegt in der Trockenzeit zwischen etwa Mai und Oktober. In dieser Zeit sind die Tage in der Regel sonnig und warm, die Nächte können aber vor allem im südlichen Winter (Juni, Juli, August) recht kühl werden. Die Spitzkoppe lässt sich prinzipiell ganzjährig besuchen; in den Sommermonaten (November bis März) ist es tagsüber sehr heiß, und es kann zu vereinzelten Gewittern kommen, was die Landschaft dramatisch, aber auch rutschig machen kann. Für Wanderungen und Klettertouren eignen sich die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag am besten, wenn die Temperaturen angenehmer und die Fotolichtbedingungen besonders eindrucksvoll sind. - Sprache, Kultur und geführte Touren
Amtssprache in Namibia ist Englisch; daneben werden zahlreiche lokale Sprachen sowie Afrikaans und Deutsch gesprochen. In touristisch geprägten Regionen wie der Spitzkoppe kommen viele Reisende aus dem deutschsprachigen Raum, und es ist oft möglich, Guides oder Gastgeber:innen zu finden, die zumindest grundlegende Deutsch- oder sehr gutes Englisch sprechen. Informationsmaterial wird häufig in Englisch und teilweise in Deutsch bereitgestellt, insbesondere wenn es von Reiseveranstaltern oder deutschsprachigen Verlagen stammt. Geführte Touren zu den Felsmalereien sind sinnvoll, da die Guides nicht nur den Weg kennen, sondern auch erklären, warum bestimmte Bereiche nicht betreten oder berührt werden dürfen, um die empfindliche Felskunst zu schützen. - Zahlung, Währung und Trinkgeld
In Namibia wird mit Namibia-Dollar (NAD) bezahlt, der meist im festen Verhältnis zum südafrikanischen Rand (ZAR) steht. In Städten und größeren Orten sind Kartenzahlungen verbreitet, an entlegeneren Orten und Community-Camps wie an der Spitzkoppe kann Bargeld jedoch weiterhin wichtig sein. Reisende aus Deutschland sollten daher ausreichend Bargeld in Namibia-Dollar einplanen, insbesondere für Eintritte, Trinkgelder und kleinere Ausgaben vor Ort. Trinkgeld ist im südlichen Afrika üblich: Für Serviceleistungen in Lodges oder Camps sind 5 bis 10 % beziehungsweise ein kleiner fester Betrag pro Tag und Serviceperson gängig; Guides und Ranger erhalten oft ein extra Trinkgeld, wenn sie eine Tour besonders engagiert gestaltet haben. Für Tankwarte und einfache Dienstleistungen werden kleine Beträge geschätzt. - Gesundheit, Sicherheit und Versicherung
Namibia gilt im afrikanischen Vergleich als relativ sicheres Reiseland, dennoch sollten grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden: nicht nachts im Dunkeln fahren, Wertgegenstände nicht offen im Fahrzeug lassen und offizielle Hinweise zu Straßen- und Witterungsverhältnissen beachten. Für Reisende aus Deutschland ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll, da die gesetzliche Krankenversicherung in der Regel nicht alle Kosten in Nicht-EU-Ländern übernimmt. Innerhalb Namibias ist die medizinische Versorgung in Städten wie Windhoek und Swakopmund vergleichsweise gut, in ländlichen Regionen aber deutlich eingeschränkter. Da der Besuch der Spitzkoppe körperlich fordernd sein kann – Hitze, unebenes Gelände, potenzielle Stürze – ist eine solide Grundfitness und Aufmerksamkeit wichtig. Die Mitnahme eines kleinen Erste-Hilfe-Sets, ausreichend Wasser und Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille) ist dringend anzuraten. - Fotografieren und Verhalten bei Felsmalereien
Fotografieren ist an der Spitzkoppe grundsätzlich erlaubt und gehört für viele Besucher:innen zum Erlebnis. Bei Felsmalereien gelten jedoch strenge Regeln: Es ist wichtig, keine Malereien zu berühren, nicht zu übermalen und keine zusätzlichen Markierungen anzubringen. In manchen Bereichen sind Fotos mit Blitzlicht untersagt, um die Pigmente zu schützen. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, sollte Hinweisschilder beachten und im Zweifel Guides oder die Campverwaltung fragen. Respektvolles Verhalten gegenüber Natur und Kultur ist entscheidend, damit dieser Ort auch künftigen Generationen in seiner besonderen Form erhalten bleibt. - Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger
Namibia verlangt für die Einreise in der Regel einen gültigen Reisepass, der noch eine bestimmte Mindestgültigkeitsdauer aufweist und über ausreichend freie Seiten verfügt. Für touristische Aufenthalte bis zu einer begrenzten Dauer ist für deutsche Staatsangehörige üblicherweise kein vorab beantragtes Visum nötig; Einreiseformalitäten können sich aber ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dies gilt insbesondere, wenn politische, gesundheitliche oder sonstige Situationen Anpassungen erforderlich machen. - Zeitzone im Vergleich zu Deutschland
Namibia liegt etwa in der gleichen Längenzone wie Mitteleuropa, handhabt jedoch Sommer- und Winterzeit je nach Jahr und Regelung teilweise anders. Häufig entspricht die Zeit in Namibia der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) oder weicht um etwa eine Stunde ab. Da sich Zeitumstellungsregeln ändern können, ist es sinnvoll, vor Abreise die aktuelle Zeitverschiebung zu prüfen. In der Praxis empfinden viele Reisende aus Deutschland die Umstellung als relativ gering, was Jetlag im Vergleich zu Fernzielen in Asien oder Amerika reduziert.
Warum Spitzkoppe auf jede Usakos-Reise gehört
Die Spitzkoppe ist weit mehr als ein Zwischenstopp im Reiseplan zwischen Windhoek und Swakopmund. Für viele Besucher:innen aus Deutschland wird sie zu einem der emotionalen Höhepunkte einer Namibia-Reise. Das liegt an der besonderen Kombination aus Landschaft, Kultur und Atmosphäre, die sich nur schwer in Fotos einfangen lässt.
Zum einen ist da die schiere Präsenz des Felsmassivs: Wer mit dem Auto über die staubige Piste zufährt, sieht den „spitzen Kopf“ schon aus großer Entfernung, wie einen Fixpunkt in der Ebene. Je näher man kommt, desto deutlicher werden die Details: Risse, Kanten, glatte Flächen, kleinere Felsblöcke am Fuß des Berges. Viele Reisende beschreiben das Gefühl, in eine Art natürliche Kathedrale einzutreten – nur ohne Dach, ohne Bänke, ohne Säulen, aber mit offenen Wänden aus Fels und einem „Himmelsschiff“ aus Wolken und Sternen.
Zum anderen ist die Spitzkoppe ein Ort der Stille. Selbst wenn mehrere Camper gleichzeitig dort sind, verteilt sich die Anwesenheit auf unterschiedliche Plätze. Es gibt Abschnitte, in denen man stundenlang niemandem begegnet, außer vielleicht einem Vogel, der ruft, oder einem Reptil, das schnell in einer Felsspalte verschwindet. Wer tagsüber in der Hitze in einem schattigen Felsbogen sitzt, nimmt wahr, wie der Wind über das Gestein streicht und wie sich das Licht langsam verschiebt.
Die Nähe zu Usakos und die Lage im Erongo-Gebiet machen die Spitzkoppe zudem zu einem guten Bestandteil einer größeren Route: Von Windhoek aus lässt sich eine Rundreise planen, die über die Spitzkoppe zur Küste nach Swakopmund führt und von dort aus weiter in Richtung des berühmten Dünenmeers von Sossusvlei oder zum nördlicher gelegenen Damaraland und Etosha-Nationalpark geht. So fügt sich das Felsmassiv als eigenständiger Baustein in die Gesamtreise ein.
Für Leser:innen in der DACH-Region, die Wert auf Individualität und Naturerlebnis legen, bietet die Spitzkoppe eine seltene Kombination: Sie ist gut erreichbar, aber trotzdem abgelegen genug, um das Gefühl von „echter Wildnis“ zu vermitteln. Anders als hoch entwickelte touristische Hotspots bleibt hier vieles bewusst einfach: Camping statt Wellness, Grillfeuer statt Büffet, Sternenhimmel statt Stadtlicht. Wer Komfort im Sinne von Luxus sucht, ist hier möglicherweise weniger richtig; wer jedoch Ursprünglichkeit und Weite schätzt, findet an der Spitzkoppe einen der intensivsten Orte Namibias.
In Gesprächen mit Reiseexpert:innen und in Berichten renommierter Medien wird die Spitzkoppe häufig als „ikonische Silhouette“ und „Sehnsuchtsort“ beschrieben. Viele Namibia-Kenner empfehlen, mindestens eine Nacht vor Ort zu verbringen, um sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sternenhimmel zu erleben. Durch die Minimalbeleuchtung der Camps wird der Blick in den Nachthimmel kaum gestört, und das Felsmassiv zeichnet sich als schwarze Silhouette gegen ein fast schon überfülltes Firmament aus Sternen ab.
Spitzkoppe in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Netzwerken hat sich die Spitzkoppe in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Motiv für Reise- und Astrofotografie entwickelt. Viele Nutzer:innen teilen Bilder vom Felsbogen im Gegenlicht, vom roten Granit im Abendlicht oder von Zelten und Campern unter einem funkelnden Sternenhimmel. Für Reisende aus Deutschland können diese visuellen Eindrücke eine gute Inspirationsquelle sein – ersetzen jedoch nicht die genaue Planung und den respektvollen Umgang mit Ort und Kultur.
Spitzkoppe — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Spitzkoppe
Wo liegt die Spitzkoppe genau?
Die Spitzkoppe befindet sich im Westen Namibias, im Erongo-Gebiet, etwa 120 km von der Küstenstadt Swakopmund entfernt und rund 50 km nordwestlich von Usakos. Sie liegt zwischen Windhoek und der Atlantikküste und ist mit dem Auto über eine Kombination aus Asphaltstraßen und Schotterpisten erreichbar.
Warum wird die Spitzkoppe das „Matterhorn Namibias“ genannt?
Die Spitzkoppe trägt den Beinamen „Matterhorn Namibias“, weil sie ähnlich markant aus der umgebenden Landschaft herausragt wie das Matterhorn in den Alpen. Ihre spitz zulaufende, freistehende Silhouette macht sie zu einem der auffälligsten Naturwahrzeichen Namibias.
Kann man auf die Spitzkoppe hinaufwandern?
Einige Bereiche der Spitzkoppe lassen sich erwandern, und es gibt zahlreiche Routen rund um das Felsmassiv. Der eigentliche Gipfel der Großen Spitzkoppe ist jedoch nur für erfahrene Kletter:innen geeignet, die mit entsprechender Ausrüstung und lokaler Expertise unterwegs sind. Für die meisten Besucher:innen bieten sich gut zugängliche Aussichtspunkte und Spazierwege an.
Wie viel Zeit sollte man für die Spitzkoppe einplanen?
Viele Reisende planen mindestens einen vollen Tag und eine Übernachtung an der Spitzkoppe ein, um sowohl Sonnenuntergang als auch Sternenhimmel zu erleben. Wer Felsmalereien ansehen, fotografieren, wandern oder klettern möchte, profitiert von zwei Nächten, um die verschiedenen Lichtstimmungen und Tageszeiten mitzunehmen.
Wann ist die beste Reisezeit für die Spitzkoppe aus deutscher Sicht?
Die angenehmste Reisezeit liegt meist in der trockenen und vergleichsweise kühleren Periode etwa von Mai bis Oktober. In diesen Monaten sind die Tage warm, aber oft nicht extrem heiß, und die Nächte klar. Hitzeempfindliche Reisende aus Deutschland empfinden diese Phase häufig als besonders geeignet. In den Sommermonaten Namibias (ungefähr November bis März) kann es sehr heiß werden, und es kommt gelegentlich zu Gewittern.
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