Setenil de las Bodegas, Reise

Setenil de las Bodegas: Spaniens Dorf unter dem Fels

12.06.2026 - 09:26:12 | ad-hoc-news.de

Setenil de las Bodegas in Andalusien wirkt, als würde der Fels den Himmel ersetzen. Warum das weiße Dorf im Felsmassiv Reisende aus Deutschland fasziniert.

Setenil de las Bodegas, Reise, Spanien
Setenil de las Bodegas, Reise, Spanien

Wer zum ersten Mal nach Setenil de las Bodegas kommt, hat das Gefühl, in eine Filmkulisse geraten zu sein: Häuser, die direkt aus dem Fels wachsen, Gassen, die von massiven Felsüberhängen überdacht werden, und Cafés, deren Terrasse buchstäblich unter einer Felswand liegt. Setenil de las Bodegas in der Kleinstadt Setenil in Spanien zeigt auf spektakuläre Weise, wie Menschen sich über Jahrhunderte an eine extreme Landschaft angepasst haben.

Setenil de las Bodegas: Das ikonische Wahrzeichen von Setenil

Setenil de las Bodegas (sinngemäß: „Setenil der Weinkeller“) ist ein andalusisches Bergdorf in der Provinz Cádiz, das für seine in und unter eine Felswand gebauten Häuser berühmt ist. Der Ortskern liegt in einer tief eingeschnittenen Schlucht des kleinen Flusses Río Guadalporcún. Die weißen Häuser schmiegen sich eng an die Felswände oder verschwinden teilweise sogar darunter – ein Anblick, der in Spanien selbst unter den vielen „Pueblos Blancos“, den weißen Dörfern, einzigartig ist.

Viele Straßen tragen sprechende Namen wie „Calle Cuevas del Sol“ (Straße der Sonnenhöhlen) oder „Calle Cuevas de la Sombra“ (Straße der Schattenhöhlen): Hier bilden die Felsüberhänge ein fast natürliches Dach. An manchen Stellen ragt der Fels mehrere Meter über die Fassaden, sodass Besucher buchstäblich unter dem Gestein entlanglaufen. Reiseführer wie das „ADAC Reisemagazin Andalusien“ oder der deutschsprachige „Marco Polo Andalusien“ heben Setenil de las Bodegas als eines der fotogensten Dörfer der Region hervor.

Für Reisende aus Deutschland ist Setenil de las Bodegas besonders attraktiv, weil es sich gut mit einem Besuch von Ronda, Málaga oder Sevilla verbinden lässt. In vielen Rundreisen durch Andalusien ist Setenil als Tagesausflug eingeplant, nicht selten als „geheimer Höhepunkt“ hinter den großen Städten. Die Deutsche Zentrale für Tourismus und zahlreiche deutschsprachige Verlage beschreiben den Ort als Beispiel dafür, wie historische Baustrukturen, maurisches Erbe und spektakuläre Landschaft zu einem stimmigen Gesamterlebnis verschmelzen.

Geschichte und Bedeutung von Setenil de las Bodegas

Die Geschichte von Setenil de las Bodegas ist eng verbunden mit der strategischen Lage über einer Schlucht und an einer alten Handelsroute zwischen der Küste und dem Landesinneren Andalusiens. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Region schon in prähistorischer Zeit und in der römischen Epoche besiedelt war. Systematische Besiedlung am heutigen Standort geschah jedoch vor allem während der islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel, als Andalusien Teil von al-Andalus war.

Im Mittelalter gehörte Setenil zu den stark befestigten Orten des Emirats Granada. Seine Lage auf einem Felsplateau über der Schlucht machte den Ort zu einem militärisch schwer einnehmbaren Stützpunkt. In historischen Darstellungen spanischer Historiker wird oft darauf hingewiesen, dass Setenil in den sogenannten „Reconquista“-Kriegen – der Rückeroberung der von Muslimen beherrschten Gebiete durch christliche Königreiche – besonders hart umkämpft war. Der Name „Setenil“ wird in der populären Deutung häufig mit dem lateinischen „septem nihil“ („siebenmal nichts“) in Verbindung gebracht, in Anspielung auf angeblich sieben gescheiterte Belagerungen, bevor die Katholischen Könige Isabella I. und Ferdinand II. den Ort im 15. Jahrhundert endgültig einnahmen. Diese Herleitung ist sprachwissenschaftlich nicht unumstritten, wird aber regelmäßig in Reiseführern und Ortsbroschüren erwähnt.

Der Zusatz „de las Bodegas“ („der Weinkeller“) verweist auf eine spätere Phase der Geschichte: Nach der christlichen Eroberung wurden im Umland Weinberge angelegt, und die kühlen Felsräume rund um den Ort dienten als natürliche Bodegas, also Keller für Wein und landwirtschaftliche Produkte. Andalusische Regionalchroniken betonen, dass Setenil de las Bodegas über Jahrhunderte ein wichtiges lokales Zentrum der Weinproduktion und Olivenwirtschaft war, bevor im 19. Jahrhundert Schädlinge und wirtschaftliche Veränderungen viele Weingüter trafen.

Die heutigen Felsüberhänge wurden nicht künstlich geschaffen; sie sind Ergebnis der Erosion des Flusstals im Laufe von Jahrtausenden. Die Bewohner nutzten die vorhandenen Felswände, um ihre Häuser direkt anzulehnen. In der Frühzeit entstanden einfache Felswohnungen, die sich in ihrer Grundform mit anderen Felsensiedlungen im Mittelmeerraum vergleichen lassen. Mit der Zeit wurden diese Höhlen zu regulären Häusern mit gemauerten Fassaden ausgebaut. Spanische Architekturhistoriker betonen, dass in Setenil de las Bodegas nicht klassische Höhlenwohnungen im Sinne unterirdischer Behausungen dominieren, sondern eine Mischform: Häuser mit „angehängtem“ Felsdach, die den Fels als Wand oder Dach integrieren.

Heute zählt Setenil de las Bodegas rund einige Tausend Einwohner und lebt vor allem vom Inlandstourismus und von ausländischen Besuchern, insbesondere aus europäischen Ländern. Offizielle Statistikportale der Provinz Cádiz und andalusische Tourismusstellen nennen für Setenil kontinuierlich steigende Besucherzahlen seit den 2010er Jahren, vor allem getrieben durch soziale Medien, Fotoplattformen und Berichte über die „Pueblos Blancos“.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch gehört Setenil de las Bodegas zur Tradition der andalusischen „Pueblos Blancos“. Typisch sind weiß gekalkte Fassaden, schmale Gassen, kleine Plätze und Ziegeldächer. Das besondere Element ist jedoch die Integration des Felsens: Statt separate Gebäude auf einem Felsplateau zu errichten, wurden bestehende Felsvorsprünge genutzt, um Dächer oder Rückwände zu ersetzen. So entstanden Straßenzüge, in denen der Fels wie ein gewaltiger Schirm über den Häusern hängt.

Die Calle Cuevas del Sol verläuft am sonnigen Ufer des Flusses. Hier sitzen Besucher in Bars und Cafés auf Terrassen, über denen der Felsblock mehrere Meter herausragt. Die Calle Cuevas de la Sombra liegt auf der beschatteten Seite der Schlucht: Hier wird es selbst im Hochsommer angenehm kühl, weil der Fels das Sonnenlicht fast vollständig abhält. Diese beiden Straßen sind zu einer Art „Visitenkarte“ von Setenil de las Bodegas geworden; viele Fotos, die in deutschen Medien und auf Webseiten von Reiseveranstaltern genutzt werden, stammen von hier.

Die topografische Lage bringt es mit sich, dass viele Straßen sehr steil sind, teilweise mit Treppenunterbrechungen. Architekturfotografen und Reisemagazine wie „GEO Saison“ oder „National Geographic Deutschland“ heben besonders hervor, wie sich die weißen Häuser in unterschiedlichen Ebenen übereinander stapeln, mit dem Fels als verbindendem Element. Auf Luftaufnahmen ist gut zu erkennen, dass der historische Kern einer Schlaufe des Flusses folgt; darüber breitet sich das neuere Dorf mit „klassischer“ Bebauung aus.

Zu den wichtigsten Bauwerken innerhalb des Ortes zählen:

1. Iglesia de la Encarnación
Die Pfarrkirche „Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación“ aus dem späten 15. und 16. Jahrhundert steht an einer exponierten Stelle über dem Dorf. Sie wurde nach der christlichen Eroberung im Stil der Spätgotik und Renaissance auf den Resten einer früheren Moschee errichtet – ein Muster, das in ganz Andalusien häufig vorkommt. Kunsthistoriker sehen in der Kirche ein Beispiel für die Übergangsphase von der Gotik zur Frührenaissance in der Provinz Cádiz. Das Innere ist vergleichsweise schlicht, doch der Blick von den Vorplätzen über das Felsdorf ist spektakulär.

2. Reste der maurischen Burg
Auf einem Felsvorsprung oberhalb der Schlucht sind noch Reste der maurischen Festung (Castillo) erhalten, darunter ein markanter Turm. Diese Überreste verdeutlichen die militärische Bedeutung des Ortes im Spätmittelalter. Der Zugang erfolgt über steile Gassen und Treppen; von oben bietet sich ein Panoramablick über die Schlucht, die Kirche, die Felsüberhänge und das Umland. Regionalhistorische Publikationen verweisen darauf, dass ähnliche Befestigungsanlagen entlang der Grenzlinie zwischen dem Emirat Granada und den christlichen Königreichen errichtet waren.

3. Traditionelle Stadthäuser und Miradores
Im gesamten Ort finden sich kleinere Aussichtspunkte („miradores“), von denen sich die besondere Struktur des Dorfes beobachten lässt. Viele Häuser besitzen nur eine schmale Front zur Straße, erstrecken sich aber tief in den Fels hinein. Die Innentemperatur bleibt dadurch erstaunlich konstant: In heißen Sommern wirkt der Fels kühlend, im Winter speichert er Wärme. Spanische Tourismusstellen verweisen darauf, dass dieser passive Klimaschutz ein frühes Beispiel für angepasstes Bauen an das lokale Mikroklima ist.

Im kunsthandwerklichen Bereich ist Setenil de las Bodegas von der andalusischen Tradition geprägt: Keramik, Lederwaren, Olivenprodukte und regionale Lebensmittel – insbesondere Fleischwaren und Olivenöl – werden in kleinen Läden und Bars angeboten. In mehreren Reiseführern wird auf typische Gerichte wie „chacinas“ (lokale Wurstwaren), Eintöpfe nach Dorftradition und Süßspeisen der Region hingewiesen. In Kombination mit der ungewöhnlichen Felsarchitektur entsteht eine Atmosphäre, die oft als „authentisch andalusisch“ beschrieben wird, abseits der großen Küstenresorts.

Setenil de las Bodegas besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise ab Deutschland
    Setenil de las Bodegas liegt in Andalusien, in der Provinz Cádiz, etwa 20–30 km nordöstlich von Ronda und rund 100–120 km von Málaga entfernt. Für Reisende aus Deutschland bieten sich vor allem die Flughäfen Málaga (AGP), Sevilla (SVQ) und Jerez de la Frontera (XRY) an, die von deutschen Airlines und europäischen Gesellschaften regelmäßig angeflogen werden. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf dauern Direktflüge nach Málaga in der Regel etwa 2,5 bis 3 Stunden. Von dort ist Setenil erschlossen über das Straßennetz; viele Besucher fahren mit einem Mietwagen, der in Andalusien weit verbreitet ist. Alternativ ist eine Kombination aus Bahn (z. B. Hochgeschwindigkeitszug AVE oder Media Distancia von Málaga oder Sevilla nach Ronda) und anschließender Bus- oder Taxifahrt nach Setenil möglich. Für eine reine Anreise mit der Bahn ab Deutschland müsste man mehrere Umstiege (z. B. über Paris, Barcelona und Madrid) einkalkulieren; dies ist vor allem für langsame, nachhaltige Reisen interessant, aber deutlich zeitaufwendiger.
  • Orientierung im Ort
    Der historische Kern von Setenil de las Bodegas ist kompakt, aber stark von Treppen und steilen Gassen geprägt. Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität kann dies herausfordernd sein. Parkplätze befinden sich meist am Ortsrand oder in höher gelegenen Teilen; ein Fußweg in den unteren Felskern lässt sich kaum vermeiden. Viele Tagesgäste kommen in den Vormittagsstunden oder am frühen Nachmittag, wenn Busgruppen unterwegs sind, während der späte Nachmittag und der frühe Abend etwas ruhiger sein können.
  • Öffnungszeiten
    Da Setenil de las Bodegas ein bewohnter Ort ist, sind die Straßen jederzeit zugänglich. Einzelne Sehenswürdigkeiten wie die Kirche oder kleine lokale Museen haben eigene Öffnungszeiten, die je nach Saison und Wochentag variieren können. Viele Bars und Restaurants orientieren sich an den spanischen Essenszeiten: Mittagessen typischerweise zwischen 13:30 und 16:00 Uhr, Abendessen eher ab 20:30 Uhr. Öffnungszeiten sollten zeitnah vor dem Besuch direkt bei der Gemeinde Setenil de las Bodegas, bei der örtlichen Touristeninformation oder auf den jeweiligen Webseiten geprüft werden, da sich Zeiten insbesondere an Feiertagen oder in der Nebensaison ändern können.
  • Eintrittspreise
    Der Spaziergang durch das Dorf und die Felsgassen ist kostenlos. Für den Zugang zu bestimmten Aussichtspunkten, Museumsräumen oder zur Burgruine können kleine Eintrittsgebühren anfallen, die in der Regel im niedrigen einstelligen Eurobereich liegen. Da sich Preise und Angebote im Lauf der Zeit ändern können, sollten aktuelle Konditionen direkt vor Ort oder bei offiziellen Informationsstellen eingeholt werden.
  • Beste Reisezeit
    Andalusien hat ein mediterran geprägtes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern. Für einen Besuch von Setenil de las Bodegas empfehlen viele Reiseführer die Monate Frühling (ca. März bis Mai) und Herbst (ca. September bis November). In diesen Zeiten sind die Temperaturen meist angenehmer, und die Landschaft der Sierra de Cádiz ist oft besonders grün oder farbenreich. Im Hochsommer können die Temperaturen tagsüber deutlich über 30 °C steigen, wobei die schattigen Felsgassen etwas Abkühlung bieten. Im Winter bleibt es tagsüber meist mild, kann aber abends kühl werden, sodass eine leichte Jacke sinnvoll ist.
  • Sprache und Kommunikation
    Die Amtssprache in Setenil de las Bodegas ist Spanisch (Kastilisch). In touristisch geprägten Regionen Andalusiens wird in Hotels, Restaurants und bei Mietwagenstationen häufig Englisch gesprochen; Deutschkenntnisse sind eher vereinzelt anzutreffen. In einem kleinen Ort wie Setenil ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Einheimische vor allem Spanisch sprechen. Ein paar grundlegende spanische Begriffe und Höflichkeitsformeln erleichtern den Kontakt und werden positiv aufgenommen.
  • Zahlung, Währung und Trinkgeld
    Spanien gehört zur Eurozone, bezahlt wird in Euro (€). In Andalusien sind Kredit- und Debitkarten (z. B. Visa, Mastercard) in den meisten Hotels, vielen Restaurants und größeren Geschäften üblich. In kleineren Bars und Familienbetrieben kann Bargeld nach wie vor sinnvoll sein. Kontaktloses Bezahlen und Mobile Payment über Dienste wie Apple Pay oder Google Pay setzen sich zunehmend durch, sind aber nicht überall garantiert. Trinkgeld ist – ähnlich wie in Deutschland – kein Muss, wird aber geschätzt: In Bars und Cafés lässt man meist Kleingeld auf dem Teller, in Restaurants sind 5–10 % bei gutem Service üblich.
  • Sicherheit und Gesundheit
    Spanien gilt insgesamt als sicheres Reiseziel. Wie in allen touristischen Regionen sollte auf Wertsachen geachtet werden, insbesondere in engen Gassen und belebten Bereichen. Innerhalb der Europäischen Union haben gesetzlich Krankenversicherte aus Deutschland Anspruch auf medizinische Grundversorgung; die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bzw. die Rückseite der deutschen Gesundheitskarte sollte mitgeführt werden. Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung kann sinnvoll sein, insbesondere für Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen.
  • Einreisebestimmungen
    Spanien ist Mitglied der Europäischen Union und Teil des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger können in der Regel mit Personalausweis oder Reisepass einreisen. Da sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Einreisehinweise und Sicherheitsinformationen vor jeder Reise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.
  • Zeitzone
    Setenil de las Bodegas liegt wie der Großteil Spaniens in der gleichen Zeitzone wie Deutschland: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) im Winter und Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in der warmen Jahreszeit. Damit gibt es für Reisende aus Deutschland in der Regel keinen Zeitunterschied. Urlauber müssen sich daher nicht umstellen und können alltägliche Abläufe wie Mahlzeiten oder Tagesausflüge ohne Umrechnung planen – nur die typisch späten spanischen Essenszeiten weichen kulturell von deutschen Gewohnheiten ab.

Warum Setenil de las Bodegas auf jede Setenil-Reise gehört

Für viele Andalusien-Reisende ist Setenil de las Bodegas das visuelle und atmosphärische Gegenstück zu den bekannten Städten wie Sevilla, Córdoba oder Granada. Während diese urbanen Zentren vor allem mit Monumentalbauten wie Kathedralen, Alcázaren und Moscheen beeindrucken, steht in Setenil das alltägliche Leben in einer extremen Landschaft im Mittelpunkt. Die Felsüberhänge sind nicht Kulisse für ein einzelnes Monument, sondern bilden den Rahmen für eine gesamte Siedlung.

Aus der Perspektive deutscher Besucherinnen und Besucher lassen sich mehrere Gründe nennen, warum Setenil de las Bodegas ein lohnenswertes Ziel ist:

1. Fotomotive, die im Gedächtnis bleiben
Die Kombination aus weiß gekalkten Häusern, warmgrauem Fels und dem intensiven Licht Andalusiens erzeugt Szenen, die besonders fotogen sind. Die typischen Aufnahmen in der Calle Cuevas del Sol und Calle Cuevas de la Sombra tauchen regelmäßig in Bildstrecken großer Reiseportale und Magazine auf. Für Reisefotografinnen und -fotografen, aber auch für Social-Media-affine Urlauber ist der Ort eine ideale Kulisse für ungewöhnliche Perspektiven.

2. Authentisches Dorfleben im Felsen
Setenil de las Bodegas ist kein reines Museumsdorf. Trotz des wachsenden Tourismus leben hier weiterhin Menschen, die ihrem Alltag nachgehen. Morgens beliefern Lieferwagen die Bars unter dem Fels, Kinder laufen zur Schule, Einheimische sitzen auf Stühlen vor den Haustüren. Wer etwas abseits der Hauptgassen durch die höher gelegenen Viertel spaziert, erlebt ein typisch andalusisches Dorfleben mit kleinen Läden, Nachbarschaftstreffen und unspektakulären Alltagsszenen.

3. Ideale Einbindung in eine Andalusien-Rundreise
Geografisch lässt sich Setenil de las Bodegas leicht in eine Route einbauen, die auch Ronda, die „Weißen Dörfer“ der Sierra de Grazalema und vielleicht sogar die Costa del Sol verbindet. Viele deutsche Reisende kombinieren ein oder zwei Nächte in Ronda mit einem Tagesausflug nach Setenil und weiteren Dörfern wie Zahara de la Sierra oder Grazalema. Die andalusischen Tourismusbehörden bewerben diese Routen explizit als „Pueblos Blancos“-Erlebnis, bei dem Setenil als besonders spektakuläres Beispiel heraussticht.

4. Kulturgeschichtliche Einordnung
Wer sich für die Geschichte der Iberischen Halbinsel interessiert, kann in Setenil de las Bodegas zentrale Schlaglichter der Region verdichten: islamische Vergangenheit, christliche Eroberung, ländliche Wirtschaftsformen, Anpassung an ein schwieriges Gelände und die Entwicklung des modernen Inlandstourismus. Museen und Infotafeln in der Provinz Cádiz sowie Publikationen von Kulturinstitutionen betonen, dass die „Pueblos Blancos“ insgesamt einen wichtigen Teil des kulturellen Erbes Andalusiens darstellen – auch wenn Setenil selbst kein UNESCO-Welterbe ist, wurde die Verbindung von historischer Bauweise und Landschaft mehrfach als besonders erhaltenswert hervorgehoben.

5. Entschleunigung und Kontrast zum Strandurlaub
Für viele Urlauber aus Deutschland, die zunächst an der Costa del Sol oder der Atlantikküste übernachten, bietet ein Tagesausflug nach Setenil de las Bodegas einen starken Kontrast: Statt Hotelanlagen und Stränden erwartet sie ein enges Felslabyrinth, das eher an Gebirgsdörfer erinnert. Dieser Wechsel von Küste zu Berglandschaft schafft das Gefühl einer „zweiten Reise in der Reise“ und wird in zahlreichen Erfahrungsberichten als besonders bereichernd beschrieben.

Setenil de las Bodegas in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist Setenil de las Bodegas längst kein Geheimtipp mehr. Kurze Videos, in denen Reisende unter einem gewaltigen Felsüberhang entlanglaufen oder in einem Café sitzen, dessen Decke buchstäblich aus nacktem Stein besteht, verbreiten sich viral. Hashtags mit dem Ortsnamen sowie mit Begriffen wie „pueblosblancos“ oder „Andalusia“ sind auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube stark vertreten. Viele Reiseinhalte betonen die „Unwirklichkeit“ des Ortes – die Häuser wirken, als könnten sie jeden Moment vom Fels zerdrückt werden, obwohl die Konstruktionen seit Generationen halten. Für deutsche Reiselustige sind diese Bilder oft der erste Berührungspunkt mit Setenil, lange bevor sie sich mit Kartenmaterial oder Reiseführern beschäftigen.

Häufige Fragen zu Setenil de las Bodegas

Wo liegt Setenil de las Bodegas genau?

Setenil de las Bodegas liegt in der Provinz Cádiz in Andalusien im Süden Spaniens, etwa 20–30 km nordöstlich von Ronda und rund zwei Autostunden von Málaga entfernt. Es befindet sich in einer Schlucht des Río Guadalporcún in der Region der „Pueblos Blancos“.

Was macht Setenil de las Bodegas so besonders?

Das Besondere an Setenil de las Bodegas sind die Häuser, die direkt unter und in eine Felswand gebaut sind. Ganze Straßenzüge verlaufen unter massiven Felsüberhängen, die als natürliches Dach dienen. Diese Kombination aus Felsarchitektur, weiß gekalkten Häusern und steilen Gassen ist selbst für andalusische Verhältnisse einzigartig.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck von Setenil de las Bodegas reichen viele Reisende etwa zwei bis vier Stunden, um durch die Felsgassen zu schlendern, die wichtigsten Aussichtspunkte aufzusuchen und in einem Café unter dem Fels einzukehren. Wer zusätzlich die Kirche, die Burgruine und weitere Spaziergänge in den oberen Ortsteilen einplanen möchte, kann leicht einen halben Tag oder mehr verbringen.

Ist Setenil de las Bodegas für Familien geeignet?

Setenil de las Bodegas kann ein spannendes Ziel für Familien sein, da die besondere Felsarchitektur Kinder und Jugendliche oft fasziniert. Allerdings gibt es viele steile Gassen, Treppen und enge Bürgersteige; Kinder sollten deshalb stets im Blick behalten werden. Kinderwagen können in manchen Bereichen schwer zu manövrieren sein.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten für eine Reise?

Am angenehmsten sind in der Regel Frühling und Herbst, wenn die Temperaturen moderat sind und die Landschaft farbig wirkt. Im Hochsommer kann es sehr heiß werden, wobei die Felsgassen etwas Schatten bieten. Im Winter ist es meist mild, einzelne Tage können aber kühl und feucht sein. Wer fotografieren möchte, findet in der Nebensaison oft ruhigere Szenen.

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