Schloss Fontainebleau, Chateau de Fontainebleau

Schloss Fontainebleau: Frankreichs geheimes Königsschloss im Wald

05.06.2026 - 06:27:41 | ad-hoc-news.de

Schloss Fontainebleau, das Chateau de Fontainebleau bei Paris, ist eines der reichsten Königsschlösser Frankreichs – und doch erstaunlich ruhig. Warum sich gerade für Reisende aus Deutschland der Abstecher nach Fontainebleau lohnt.

Schloss Fontainebleau, Chateau de Fontainebleau, Frankreich
Schloss Fontainebleau, Chateau de Fontainebleau, Frankreich

Zwischen hohen Bäumen, kaum eine Stunde südlich von Paris, öffnet sich plötzlich der Blick auf eine gewaltige Schlossanlage: Schloss Fontainebleau, das Chateau de Fontainebleau („Schloss der schönen Quelle“), wirkt wie ein ganzes Königreich im Wald. Wo in Versailles die Menschenströme drängen, herrscht hier noch Raum zum Staunen – über Jahrhunderte französischer Geschichte, festgehalten in Stein, Holz, Gold und Fresken.

Schloss Fontainebleau: Das ikonische Wahrzeichen von Fontainebleau

Schloss Fontainebleau in der Stadt Fontainebleau gehört zu den großen, aber oft unterschätzten Königsschlössern Frankreichs. Über Jahrhunderte residierten hier französische Könige und Kaiser, von den frühen Kapetingern über die Renaissance-Herrscher bis zu Napoleon I., der hier 1814 seinen berühmten Abschied von der Garde inszenierte. Heute zählt das Chateau de Fontainebleau zu den bedeutendsten historischen Residenzen Europas und steht als Teil der Altstadt und der Schlossanlage auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Die Anlage ist riesig: eine Abfolge von Höfen, Galerien, Prunksälen, Kapellen, Apartments und Gärten, die auf rund acht Jahrhunderten Bau- und Kunstgeschichte beruhen. Die offizielle Schlossverwaltung betont, dass Fontainebleau „vom 12. bis zum 19. Jahrhundert ununterbrochen bewohnt“ war – ein Alleinstellungsmerkmal unter den Residenzen der französischen Monarchie. Französische Kulturinstitutionen verweisen darauf, dass mehr französische Herrscher hier gelebt haben als in jedem anderen Schloss des Landes.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist Schloss Fontainebleau damit eine Art komprimierter Überblick über Frankreichs Machtgeschichte: von der Gotik über die italienisch geprägte Renaissance bis zur Prachtentfaltung unter den Bourbonen und dem Empire. Anders als die streng klassizistische Strenge mancher deutscher Residenzen verbindet Fontainebleau verspielte Renaissance-Details mit höfischer Grandezza – und das in einer vergleichsweise ruhigen, waldreichen Umgebung.

Geschichte und Bedeutung von Chateau de Fontainebleau

Die Ursprünge von Chateau de Fontainebleau reichen in das 12. Jahrhundert zurück. Bereits unter König Ludwig VII. wird eine Jagdresidenz an diesem Ort erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten nutzen die Kapetinger und ihre Nachfolger den Ort wegen seiner reichhaltigen Wälder und der namensgebenden Quelle („fontaine belle eau“ – schöne Quelle) als bevorzugtes Jagdrevier. Die heutige Gestalt der Anlage geht vor allem auf die Renaissance-Herrschaft von Franz I. (regierte 1515–1547) zurück, der Fontainebleau zu seiner wichtigsten Residenz südlich von Paris ausbauen ließ.

Unter Franz I. wurden italienische Künstler wie Rosso Fiorentino und Francesco Primaticcio an den Hof geholt, um das Schloss im neuen Stil der Renaissance auszugestalten. Kunsthistoriker sprechen von der „Schule von Fontainebleau“, einer Mischform aus italienischer Renaissance, französischer Tradition und manieristischen Elementen, die europaweit Wirkung entfaltet hat. Zeitgenössische Quellen und moderne Museumsführer unterstreichen, dass Fontainebleau damit ein frühes Zentrum der europäischen Hofkunst war – Jahrzehnte, bevor etwa in Deutschland barocke Residenzen wie Würzburg oder Brühl entstanden.

Auch spätere Herrscher prägten das Schloss: Heinrich II. und Katharina von Medici ließen Teile erweitern und neue Säle anlegen, die Bourbonen unter Heinrich IV. und Ludwig XIII. bauten die Anlage im 16. und 17. Jahrhundert weiter aus. Unter Ludwig XIV. verlagerte sich der höfische Schwerpunkt zwar nach Versailles, doch Fontainebleau blieb ein wichtiger Ort für Jagdaufenthalte und höfische Rituale. Die französische Revolutionszeit überstand das Schloss teils geplündert, ohne jedoch seine grundlegende Struktur zu verlieren.

Eine besondere Rolle spielt Fontainebleau in der napoleonischen Geschichte. Napoleon Bonaparte nutzte das Schloss als Residenz, ließ es im Empire-Stil modernisieren und machte es zum Schauplatz seiner Abdankung im April 1814. In den Räumen der sogenannten „Cour du Cheval Blanc“ und im Inneren des Schlosses soll er sich von seiner Garde verabschiedet haben – eine Szene, die in der französischen Erinnerungskultur fest verankert ist und von zahlreichen Historikern aufgegriffen wird. Für deutschsprachige Besucher, die die napoleonischen Kriege meist aus Perspektive Preußens oder Österreichs kennen, bietet sich hier ein französischer Blick auf diese Epoche.

Im 19. Jahrhundert wurden weitere Veränderungen vorgenommen, doch die Grundstruktur als Königsschloss mit Jagdcharakter blieb erhalten. 1927 wurde das Schlossmuseum offiziell gegründet, und Mitte der 1980er-Jahre nahm die UNESCO Schloss und Park von Fontainebleau in die Liste des Welterbes auf. Internationale Gremien heben dabei insbesondere die einzigartige Kontinuität höfischer Nutzung sowie die Verschmelzung verschiedener Baustile zu einem harmonischen Ensemble hervor.

Heute ist Schloss Fontainebleau sowohl nationales Kulturerbe als auch lebendiges Museum. Sonderausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Konzerte holen das historische Ambiente in die Gegenwart, wobei die offizielle Verwaltung Wert auf den Schutz der originalen Ausstattung legt. Für Frankreich ist Fontainebleau damit mehr als ein Reiseziel: Es ist ein Symbol seiner monarchischen und imperialen Vergangenheit – in gewisser Weise das geschichtsträchtige Gegenstück zu Versailles, mit stärkerem Fokus auf Kontinuität statt auf reine Prachtinszenierung.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist Schloss Fontainebleau ein Spiegel verschiedener Epochen. Der Kern der Anlage lässt sich grob in mittelalterliche Reste, Renaissance-Bauten, klassizistische und barock geprägte Erweiterungen sowie napoleonische Umbauten gliedern. Anders als in vielen deutschen Residenzen, die oft in einem dominierenden Stil (z. B. Barock in Würzburg oder Rokoko in Sanssouci) durchgeplant sind, zeigt Fontainebleau ein bewusst vielschichtiges Bild: Eine große Zahl von Höfen und Gebäudeflügeln entstand zu unterschiedlichen Zeiten, wurde überlagert, ergänzt und modernisiert.

Zu den berühmtesten Bereichen zählen:

Galerie Franz I. (Galerie François Ier): Diese langgestreckte Galerie mit reicher Holzvertäfelung, Stuckarbeiten und großformatigen Fresken gilt als Schlüsselwerk der „Schule von Fontainebleau“. Kunsthistorische Publikationen beschreiben die Mischung aus mythischen Szenen, Ornamentik und Emblemen des Königs als Manifest der Macht und Kulturpolitik Franz’ I. Die Wanddekorationen kombinieren italienische Motive mit französischer Heraldik und wurden stilbildend für höfische Innenräume in ganz Europa.

Prunkgemächer und Appartements: Die königlichen Apartments, die Gemächer der Kaiserzeit und die Gästezimmer zeigen die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen von Renaissance über Barock bis Empire. Besucher können unter anderem das Schlafzimmer des Königs, den Thronsaal und das Appartement der Kaiserin besichtigen. Viele Möbel und Textilien stammen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, wurden jedoch teils aufwendig restauriert. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, die etwa Schloss Charlottenburg oder die Münchner Residenz kennen, ist Fontainebleau ein interessanter Vergleich: weniger Rokoko-Leichtigkeit, dafür mehr politische Inszenierung und Renaissance-Erbe.

Treppenanlagen und Höfe: Markant ist die berühmte Hufeisentreppe („Escalier en Fer-à-Cheval“) im Ehrenhof, die vor allem durch Gemälde und historische Stiche bekannt wurde. Sie diente als Kulisse für Ankünfte, Abreisen und Zeremonien des Hofes und ist eng mit der Legende von Napoleons Abschied verbunden. Der Ehrenhof selbst ist einer von mehreren Höfen; andere, wie der „Cour Ovale“ oder der „Cour des Adieux“, erzählen jeweils eigene Baugeschichten.

Kapellen und Sakralräume: Wie viele Residenzen verfügt auch Fontainebleau über mehrere Kapellen. Die Dreifaltigkeitskapelle (Chapelle de la Trinité) ist besonders reich ausgestattet und wird in Fachliteratur als herausragendes Beispiel religiöser Hofarchitektur beschrieben. Deckenmalereien, Stuck und ein aufwendiger Hochaltar lassen erkennen, welchen Stellenwert der französische Hof der Verbindung von monarchischer und religiöser Repräsentation gab.

Gärten und Parkanlagen: Schloss Fontainebleau ist von ausgedehnten Gärten und einem weitläufigen Park umgeben. Französische Quellen heben insbesondere den großen Kanal, die formalen Parterres sowie den englisch inspirierten Landschaftsgarten hervor. In Verbindung mit dem angrenzenden Waldgebiet von Fontainebleau entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus streng komponierter Gartenkunst und nahezu unberührter Natur. Der Wald von Fontainebleau ist seinerseits ein bekanntes Ziel für Wanderer und Kletterer, und viele Reiseführer schlagen die Kombination aus Schlossbesuch und Naturausflug vor.

UNESCO und französische Kulturbehörden betonen, dass die außergewöhnliche Vielfalt der Ausstattung – von Originalfresken über Möbel bis hin zu Textilien – den Rang Fontainebleaus als „Palast der hundert Könige“ begründet. Selbst im Vergleich zu anderen europäischen Residenzen ist die Dichte an originaler Innenausstattung bemerkenswert. Während manch deutsches Schloss nach Kriegszerstörungen teilweise rekonstruiert werden musste, blieben in Fontainebleau viele Räume in ihrer historischen Substanz erhalten.

Für fachlich Interessierte lohnt sich zudem ein Blick auf die Rolle von Fontainebleau als Laboratorium der Künste: Die dort arbeitenden italienischen und französischen Künstler beeinflussten nicht nur höfische Malerei und Bildhauerei, sondern auch Möbelbau, Textilkunst und die Entwicklung des französischen Klassizismus. Museen und Forschungsinstitutionen in Frankreich verweisen immer wieder auf Fontainebleau, wenn es um die Herausbildung einer eigenständigen französischen Kunstsprache im 16. und 17. Jahrhundert geht.

Schloss Fontainebleau besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Schloss Fontainebleau liegt in der Stadt Fontainebleau, rund 60 km südlich von Paris im Département Seine-et-Marne. Reisende aus Deutschland erreichen Fontainebleau in der Regel über Paris: Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf bestehen regelmäßige Flugverbindungen zu den Pariser Flughäfen. Zeitlos betrachtet sollte für Direktflüge etwa 1,5 bis 2 Stunden reine Flugzeit eingeplant werden, hinzu kommt die Weiterfahrt vom Flughafen. Ab dem Pariser Zentrum ist Fontainebleau per Regionalzug (TER/Transilien) in rund einer Stunde erreichbar; von der Station Fontainebleau-Avon fahren Busse ins Stadtzentrum in Richtung Schloss oder es wird ein etwa 30-minütiger Spaziergang empfohlen. Mit dem Auto führt die Autoroute A6 von Paris nach Süden, Ausfahrten in Richtung Fontainebleau sind gut ausgeschildert. Aus Deutschland kommend verweisen französische und deutsche Automobilclubs auf die Strecken via Luxemburg, Saarbrücken oder Straßburg, von dort weiter über das französische Autobahnnetz. Mautgebühren sind in Frankreich üblich und sollten bei der Reiseplanung berücksichtigt werden.
  • Öffnungszeiten
    Die offiziellen Informationen des Schlosses geben an, dass die Innenräume ganzjährig, mit Ausnahme bestimmter Feiertage, geöffnet sind. Üblicherweise sind die Besuchszeiten tagsüber angesetzt, häufig von etwa Vormittag bis spätem Nachmittag. Da sich Öffnungszeiten ändern können – etwa saisonal oder wegen Sonderveranstaltungen – sollte kurz vor der Reise unbedingt die Website von Schloss Fontainebleau konsultiert werden. Für die Park- und Gartenanlagen gelten teilweise erweiterte Öffnungszeiten, sodass sich ein Spaziergang auch vor oder nach dem Schlossbesuch anbietet.
  • Eintritt
    Die Besichtigung der Schlossräume ist in der Regel kostenpflichtig, während bestimmte Bereiche des Parks frei zugänglich sind. Offizielle Quellen nennen einen Eintrittspreis im üblichen Rahmen französischer Nationalmuseen, mit ermäßigten Tarifen für junge Erwachsene, Studierende und andere berechtigte Gruppen. Häufig gelten EU-Bürgerinnen und -Bürger unter einem bestimmten Alter an bestimmten Tagen oder Zeiten als besonders begünstigt. Da sich Tarife und Konditionen im Laufe der Zeit ändern, sollten aktuelle Preise direkt bei Schloss Fontainebleau geprüft werden. Kombitickets, Audioguides oder Führungen können zusätzliche Kosten verursachen, bieten dafür aber vertiefte Einblicke.
  • Beste Reisezeit
    Fontainebleau kann grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden. Reiseführer und Touristikinformationen empfehlen den Frühling und den frühen Herbst als ideale Reisezeit: Dann sind die Gärten besonders stimmungsvoll, und die Temperaturen bewegen sich meist in einem angenehmen Bereich. Im Sommer ist mit höheren Besucherzahlen zu rechnen, insbesondere an Wochenenden und in der französischen Ferienzeit. Wer die Innenräume in Ruhe erleben möchte, sollte möglichst vormittags oder an Werktagen außerhalb der Schulferien kommen. Im Winter entfällt zwar ein Teil der Gartenwirkung, dafür kann die Atmosphäre im Schloss mit weniger Andrang sehr eindrucksvoll sein.
  • Sprache, Zahlung und Trinkgeld
    In Fontainebleau und im Schloss selbst ist Französisch die Hauptsprache. In der Tourismusinformation, an den Kassen und in großen Hotels wird meist auch Englisch gesprochen; Deutschkenntnisse sind weniger verbreitet. Viele Besucherinnen und Besucher aus Deutschland kommen gut mit Englisch und grundlegenden französischen Floskeln zurecht. Bei der Bezahlung werden internationale Kreditkarten in der Regel akzeptiert, ebenso gängige Debitkarten. In Frankreich ist Kartenzahlung weit verbreitet, kleinere Beträge in Cafés oder auf Märkten werden aber häufig auch in bar beglichen. Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay) setzt sich zunehmend durch, ist jedoch nicht überall garantiert. Beim Trinkgeld gilt in Frankreich: Der Service ist in Restaurantrechnungen meistens bereits enthalten („service compris“); bei Zufriedenheit wird ein zusätzliches Trinkgeld von etwa 5–10 % oder das Aufrunden des Betrags geschätzt, insbesondere bei persönlichem Service. Im Taxi oder im Café reicht häufig ein kleines Aufgeld.
  • Kleiderordnung und Fotografieren
    Für den Besuch von Schloss Fontainebleau gibt es keine formelle Kleiderordnung, dennoch wird eine der historischen Umgebung angemessene, gepflegte Freizeitkleidung erwartet. Da im Schloss viel gelaufen wird und einige Bereiche über historische Steinböden verfügen, ist bequemes Schuhwerk empfehlenswert. In vielen Bereichen ist das Fotografieren ohne Blitz für private Zwecke erlaubt, Stative und Blitzlicht sind meist untersagt. Für kommerzielle Aufnahmen können gesonderte Genehmigungen erforderlich sein. Im Zweifelsfall sollten die jeweils aktuellen Hinweise vor Ort oder auf der Website des Schlosses beachtet werden.
  • Einreisebestimmungen
    Frankreich gehört zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum. Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise für touristische Zwecke in der Regel mit gültigem Personalausweis oder Reisepass möglich. Da sich Einreisebestimmungen und sicherheitsrelevante Hinweise ändern können, sollten deutsche Reisende vorab die aktuellen Informationen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für Bürgerinnen und Bürger aus Österreich und der Schweiz gelten die jeweiligen nationalen Regelungen; auch hier empfiehlt sich der Blick auf die offiziellen Auswärtigen Dienste.
  • Zeitzone und Gesundheit
    Frankreich liegt wie Deutschland in der Mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ/MESZ), es besteht daher üblicherweise keine Zeitverschiebung. Für Besucherinnen und Besucher entfällt damit das Risiko eines Jetlags. Für EU-Bürgerinnen und -Bürger gilt: Innerhalb der EU kann die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) für medizinisch notwendige Behandlungen genutzt werden; ergänzend wird jedoch oft eine private Auslandskrankenversicherung empfohlen, insbesondere für Rücktransport und Leistungen, die über das gesetzliche Niveau hinausgehen. Konkrete Versicherungsentscheidungen sollten auf Basis individueller Bedürfnisse getroffen werden.

Warum Chateau de Fontainebleau auf jede Fontainebleau-Reise gehört

Das Chateau de Fontainebleau ist mehr als ein historisches Bauwerk – es ist eine Art begehbares Geschichtsbuch Frankreichs. Wo andere Schlösser ein Bild einer Epoche vermitteln, führt Fontainebleau durch mehrere Kapitel: von der frühen königlichen Jagdresidenz über die Renaissance-Reform des Hoflebens bis hin zu den dramatischen Momenten der napoleonischen Zeit. Wer sich für europäische Geschichte interessiert, findet hier einen Ort, an dem sich politische Entscheidungen, künstlerische Entwicklungen und höfischer Alltag unmittelbar begegnen.

Für Reisende aus Deutschland bietet Schloss Fontainebleau zudem eine reizvolle Alternative oder Ergänzung zum Besuch von Paris und Versailles. Während Versailles oft von Menschenmassen dominiert wird, wirkt Fontainebleau – trotz seiner Größe und Bedeutung – vergleichsweise ruhig. Viele Besucher berichten von einem intensiveren Eindruck der Innenräume, weil man mehr Zeit und Platz für Details hat: geschnitzte Täfelungen, vergoldete Ornamente, Malereien und textile Dekorationen, die in Ruhe betrachtet werden können.

In Kombination mit der Stadt Fontainebleau und dem umliegenden Wald ergibt sich ein abwechslungsreiches Reiseziel. Die Stadt selbst bietet Cafés, Restaurants und kleinere Geschäfte rund um das Schloss, die Wege sind gut zu Fuß zu bewältigen. Im Anschluss an den Schlossbesuch empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Park oder eine Wanderung in den Wald, der auch unter Kletterern für seine Sandsteinfelsen bekannt ist. Viele französische und internationale Reiseführer empfehlen einen Tagesausflug von Paris nach Fontainebleau, einige schlagen auch eine Übernachtung vor Ort vor, um am frühen Morgen oder späten Nachmittag die ruhigere Stimmung im Schloss zu erleben.

Wer Kunst und Architektur schätzt, kann Schloss Fontainebleau zudem als Referenzpunkt nutzen, um andere europäische Residenzen neu einzuordnen: Die italienisch beeinflusste Renaissance-Fülle der Galerie Franz I. lässt sich etwa mit den höfischen Sälen der Münchner Residenz vergleichen, die strengere klassizistische Ordnung im napoleonischen Teil erinnert an Bauten wie das Brandenburger Tor oder den Berliner Klassizismus – nur eingebettet in ein vielschichtiges Ensemble, das sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

Sprachlich ist Fontainebleau mit Grundkenntnissen in Französisch und Englisch gut zugänglich. Viele Beschriftungen, Audioguides und Informationsmaterialien sind in mehreren Sprachen verfügbar, häufig auch auf Englisch. Wer sich gezielt vorbereiten möchte, kann deutschsprachige Reiseführer oder Online-Publikationen zu Château de Fontainebleau nutzen, um geschichtliche Hintergründe schon vor dem Besuch zu erschließen.

Für Familien mit Kindern ist das Schloss ebenfalls interessant: Die weitläufigen Höfe und Gärten bieten Bewegungsspielraum, und die prunkvollen Räume können auch jüngere Besucher beeindrucken. Einige Angebote (wie kindgerechte Führungen oder Veranstaltungsprogramme) variieren je nach Saison und sollten vorab recherchiert werden. In jedem Fall lässt sich der Besuch des Schlosses mit einem Picknick im Park oder einer kleinen Wanderung im Wald verbinden – eine Kombination, die auch jüngere Reisende anspricht.

Schloss Fontainebleau in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien wird Schloss Fontainebleau häufig als „verborgener Schatz“ gegenüber den großen Touristenmagneten rund um Paris beschrieben. Besonders beliebt sind Fotos der Hufeisentreppe im Ehrenhof, Panoramaaufnahmen der Gärten und Detailaufnahmen der Renaissance-Galerien. Reise-Influencer und Kulturkanäle nutzen Fontainebleau zunehmend als Kulisse, um die weniger bekannten Seiten der französischen Geschichte zu zeigen – ein Trend, der auch deutschsprachigen Reisenden neue Perspektiven eröffnet.

Häufige Fragen zu Schloss Fontainebleau

Wo liegt Schloss Fontainebleau genau?

Schloss Fontainebleau befindet sich in der Stadt Fontainebleau, etwa 60 km südlich von Paris im Département Seine-et-Marne in Frankreich. Die Anlage liegt am Rand des großen Waldes von Fontainebleau und ist von Paris aus gut mit dem Zug oder dem Auto erreichbar.

Seit wann gibt es das Chateau de Fontainebleau?

Die Ursprünge des Chateau de Fontainebleau reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als an diesem Ort erstmals eine königliche Jagdresidenz erwähnt wurde. Seine heutige Gestalt verdankt das Schloss vor allem den Umbauten und Erweiterungen der Renaissance-Zeit unter König Franz I. im 16. Jahrhundert.

Was ist das Besondere an Schloss Fontainebleau im Vergleich zu Versailles?

Schloss Fontainebleau war vom 12. bis ins 19. Jahrhundert nahezu ununterbrochen Residenz französischer Herrscher und vereint daher mehrere Epochen in einem Ensemble. Im Unterschied zu Versailles, das stark mit der Prachtentfaltung Ludwigs XIV. verbunden ist, zeigt Fontainebleau eine vielschichtige Mischung aus mittelalterlichen Resten, Renaissance, Barock, Klassizismus und Empire – zudem ist es meist weniger überlaufen.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch von Schloss Fontainebleau einplanen?

Für den Besuch von Schloss Fontainebleau inklusive einer Besichtigung der wichtigsten Innenräume und eines Rundgangs durch die Gärten sollten mindestens drei bis vier Stunden eingeplant werden. Wer sich intensiv mit den Ausstellungen auseinandersetzen oder auch den Wald von Fontainebleau einbeziehen möchte, kann problemlos einen ganzen Tagesausflug füllen.

Ist Schloss Fontainebleau gut für einen Tagesausflug von Paris aus geeignet?

Ja, Schloss Fontainebleau eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug ab Paris. Mit dem Regionalzug und anschließendem Bus oder einem Spaziergang ist das Schloss gut erreichbar, und die Kombination aus prunkvollem Schloss, historischer Stadt und Waldlandschaft macht den Ausflug abwechslungsreich.

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