Sassi di Matera: Wohnen im Fels der Murgia
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 20:42 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Sassi di Matera liegen in Matera in der süditalienischen Region Basilikata. Häuser, Kirchen und Höfe ziehen sich über den Fels der Murgia und bilden ein Stadtbild, in dem bewohnter Raum und natürliche Höhlen unmittelbar ineinandergreifen.
Sassi di Matera zwischen Fels und Stadt
Die Sassi di Matera bestehen aus den beiden Stadtteilen Sasso Caveoso und Sasso Barisano. Zwischen ihnen liegt die Civita, der ältere Stadtkern auf einem höher gelegenen Felsrücken.
Die Siedlung folgt den natürlichen Formen der Murgia. Kalkstein, Schluchten, Felswände und Höhlen prägen das Gelände. Viele Wege verlaufen über Treppen, schmale Gassen und steinerne Übergänge. Häuser liegen übereinander, Dächer werden zu Wegen oder kleinen Terrassen.
Zum Welterbe gehören neben den Sassi auch der Park der Felskirchen. Das gesamte Schutzgebiet umfasst 1.016 Hektar und verbindet die historische Siedlung mit der Landschaft der Gravina.
Eine Stadtgeschichte im Höhlenraum
Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung reichen in die Altsteinzeit zurück. Die Sassi di Matera gehören damit zu einer Landschaft, deren Nutzung sich über mehrere Jahrtausende verfolgen lässt.
In den natürlichen Höhlen und in den aus dem Gestein herausgearbeiteten Räumen entstanden Wohnungen, Kirchen, Klöster, Zisternen und Werkstätten. Das Innere vieler Wohnbereiche gliedert sich traditionell in mehrere Ebenen. Dazu gehörten Räume für das Wohnen sowie Stall, Keller und Wasserspeicher.
Die Felskirchen bewahren Wandmalereien und religiöse Räume, die tief in das Gestein eingeschnitten sind. Ihre schlichten Fassaden stehen häufig direkt an Wegen, während sich die eigentlichen Innenräume hinter dem Fels verbergen.
Die Wohnhäuser der Sassi wurden ab 1952 schrittweise verlassen. Viele Räume erhielten später neue Nutzungen, darunter Unterkünfte, Ausstellungsorte und gastronomische Betriebe.
UNESCO-Welterbe in der Murgia
1993 wurden die Sassi und der Park der Felskirchen von Matera in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Schutzstatus umfasst die gebaute Siedlung und die umgebende Felslandschaft als zusammengehörigen Kulturraum.
Das Welterbe zeigt eine Verbindung von Architektur und Gelände, die sich an jeder Ebene der Stadt ablesen lässt. Die UNESCO-Anlage umfasst Häuser, Kirchen und Klöster, die in natürliche Höhlen der Murgia integriert sind.
Die beiden Sassi umschließen die Civita. Von den höher gelegenen Wegen öffnen sich Blicke über Dächer, Felsstufen und die Schlucht der Gravina. Auf der gegenüberliegenden Seite liegen weitere Felskirchen und Höhlen in der Landschaft.
Die Stadt bewahrt damit mehrere Schichten zugleich: prähistorische Besiedlung, mittelalterliche Felsarchitektur, dichte Wohnquartiere und kulturelle Nutzungen in historischen Räumen. Der Stein ist dabei Baustoff, Wand, Boden und Dach.
Sassi di Matera besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Sassi di Matera liegen im historischen Zentrum von Matera in Basilikata. Matera ist über Straßen- und Busverbindungen mit Bari sowie mit Orten der Region verbunden.
- Das Gelände ist von Treppen, unregelmäßigen Steinwegen und deutlichen Höhenunterschieden geprägt. Ein Rundgang führt durch enge Gassen, über Terrassen und entlang der Felsränder.
- Im Stadtgebiet liegen die Sassi unterhalb der Civita. Der Park der Felskirchen erstreckt sich jenseits der Gravina in der felsigen Landschaft der Murgia.
- Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Sassi di Matera auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Sassi di Matera.
Sassi di Matera: häufige Fragen
Wo liegen die Sassi di Matera?
Die Sassi di Matera liegen im historischen Zentrum von Matera in der süditalienischen Region Basilikata. Die Quartiere befinden sich an den Felsrändern der Gravina.
Was bietet ein Besuch?
Ein Rundgang führt durch Felswohnungen, Treppengassen, Höfe und Felskirchen. Dazu kommen Aussichtspunkte über die Gravina und Wege durch den Park der Felskirchen.
Was kennzeichnet die Sassi di Matera?
Die Siedlung verbindet natürliche Höhlen mit Wohnhäusern, Sakralräumen und städtischen Wegen. 1993 wurden die Sassi und der Park der Felskirchen in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
