Sassi di Matera, Matera

Sassi di Matera: Steinlabyrinth zwischen Höhlen und Geschichte

19.06.2026 - 10:12:57 | ad-hoc-news.de

Sassi di Matera in Matera, Italien: uralte Höhlensiedlungen, in Fels gehauene Kirchen und ein Stadtbild wie aus einem Film. Warum dieses UNESCO-Welterbe Reisende aus Deutschland so fasziniert.

Sassi di Matera, Matera, Italien
Sassi di Matera, Matera, Italien

Wenn sich in der Abenddämmerung die Lichter über den Sassi di Matera entzünden, scheint Matera kurz stillzustehen: Die terrassenartig übereinander geschichteten Steinhäuser leuchten wie ein steinernes Amphitheater, die engen Gassen verschwinden im Schatten, und aus den in den Tuffstein gehauenen Höhlen dringt gedämpftes Stimmengewirr. Die Sassi di Matera (sinngemäß „Steine/Höhlen von Matera“) wirken dann wie eine Zeitreise – und zugleich wie eine perfekte Kulisse für einen Kinofilm.

Sassi di Matera: Das ikonische Wahrzeichen von Matera

Die Sassi di Matera sind das historische Herz der süditalienischen Stadt Matera in der Region Basilikata. Es handelt sich um zwei dicht bebaute Altstadtviertel, die sich amphitheatralisch an den Hang über einer tief eingeschnittenen Schlucht schmiegen. Charakteristisch sind in den weichen Tuffstein hineingetriebene Wohnhöhlen, darüber aufgesetzte Häuser, Treppen und Terrassen, die fast organisch miteinander verschmelzen.

Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland wirken die Sassi auf den ersten Blick wie ein natürlich gewachsenes Labyrinth aus Stein – ein Gegenentwurf zu klar geplanten Altstädten wie der Nürnberger Altstadt oder der Dresdner Innenstadt. Statt gerader Straßen dominieren hier verwinkelte Treppen, kleine Plätze, winzige Durchgänge und Fassaden, die zum Teil nichts anderes als die Vorderseite einer Höhle sind. Viele Gebäude sind halb in den Fels hineingebaut, halb als Mauerwerk davor gesetzt.

International stehen die Sassi di Matera heute für eine einzigartige Kontinuität menschlicher Besiedlung: Vom prähistorischen Felsunterstand über mittelalterliche Wohnhöhlen bis hin zur behutsam restaurierten Boutique-Unterkunft spannt sich ein Bogen, der im europäischen Vergleich selten ist. Dass Matera als Kulisse für große Filmproduktionen genutzt wurde, etwa für Historienfilme und moderne Actionfilme, unterstreicht die atmosphärische Kraft dieses Ortes.

Damit gehören die Sassi nicht nur zu den markantesten Stadtlandschaften Italiens, sondern auch zu den eindrucksvollsten urbanen Welterbestätten Europas. Für Reisende aus der DACH-Region sind sie ein Kontrastprogramm zu klassischen Italien-Bildern von Venedig, Florenz oder Rom: weniger monumental, aber emotional sehr unmittelbar und nah an der Alltagsgeschichte früherer Jahrhunderte.

Geschichte und Bedeutung von Sassi di Matera

Die Geschichte der Sassi di Matera reicht weit zurück. Archäologische Funde in der Schlucht und in den Höhlen der Umgebung deuten darauf hin, dass Menschen diese Gegend bereits in prähistorischer Zeit nutzten. Über Jahrhunderte hinweg wurden natürliche Höhlen erweitert, vertieft und schließlich in ein komplexes System aus Wohnräumen, Ställen, Zisternen und Vorratskammern überführt. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit entstand daraus eine dichte, stadtartige Struktur.

Der Name „Sassi“ bezeichnet im Italienischen sowohl „Steine“ als auch Felsbrocken und verweist auf die in den Stein gehauenen Strukturen. Traditionell wird zwischen den Vierteln „Sasso Caveoso“ und „Sasso Barisano“ unterschieden, die sich jeweils in unterschiedliche Hangrichtungen ausdehnen. Diese Unterteilung ist bis heute gebräuchlich und hilft Besucherinnen und Besuchern, sich innerhalb des Gewirrs aus Treppen und Gassen grob zu orientieren.

Über lange Zeit waren die Sassi ein dicht bewohntes Quartier ärmerer Bevölkerungsschichten. Viele Familien lebten auf engstem Raum, oftmals gemeinsam mit Nutztieren in derselben Höhle. Sanitäre Einrichtungen waren rudimentär, und die Wasserversorgung erfolgte über Zisternen und gemeinschaftliche Brunnen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerieten die Sassi zum Synonym für Rückständigkeit und Armut im Süden Italiens, was in der damaligen politischen Debatte auch als nationale Schande wahrgenommen wurde.

In den 1950er-Jahren leitete der italienische Staat einen radikalen Wandel ein: Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden zum großen Teil in neu erbaute Stadtviertel umgesiedelt, die Höhlenwohnungen wurden verlassen, viele Gebäude verfielen. Diese Zwangsumsiedlungen waren umstritten, markierten aber den Beginn einer neuen Phase in der Geschichte der Sassi. Aus dem „Problemviertel“ wurde nach und nach ein Objekt der Denkmalpflege, der städtebaulichen Forschung und später des kulturellen Tourismus.

Spätestens seit dem späten 20. Jahrhundert setzte eine umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungswelle ein. Denkmalpfleger, Architekturbüros und lokale Behörden entwickelten Konzepte, um die historischen Bauten zu sichern und zugleich einer neuen Nutzung zuzuführen. Dabei stand im Mittelpunkt, die charakteristische Höhlenstruktur zu erhalten und moderne Infrastruktur möglichst zurückhaltend zu integrieren. Viele ehemalige Höhlenwohnungen wurden zu Apartments, kleinen Hotels, Restaurants, Ateliers oder Museen umgebaut.

Die Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte – Sassi di Matera gelten seit den 1990er-Jahren als kulturelles Welterbe – verlieh diesem Prozess zusätzlichen Schub. Die UNESCO betont die außergewöhnliche Kombination aus landschaftlicher Lage, historischer Kontinuität der Besiedlung und dem komplexen Wassermanagementsystem, das in Zisternen und unterirdischen Kanälen erkennbar bleibt. In der fachlichen Diskussion wird Matera häufig als Musterbeispiel dafür genannt, wie sich aus einer ehemals stigmatisierten „Armen-Siedlung“ ein international anerkanntes Kulturerbe entwickeln kann.

Für ein deutsches Publikum ist dieser Wandel auch deshalb interessant, weil er Parallelen zu industriellen Konversionsprojekten aufweist, etwa im Ruhrgebiet: Ehemals stigmatisierte Orte werden nicht einfach „beseitigt“, sondern in ihrer Substanz bewahrt und mit neuen Funktionen aufgeladen. In Matera entstand so ein eigenständiges kulturelles Profil, das durch die Ernennung zur Europäischen Kulturhauptstadt im Jahr 2019 zusätzlich gestärkt wurde.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch sind die Sassi di Matera ein Sonderfall: Statt klar zu unterscheidender Gebäude entstehen hier Strukturen, bei denen das Dach des einen Hauses häufig zugleich die Terrasse des darüberliegenden bildet. Viele der Wohnräume sind Tonnengewölbe, die direkt in den Fels eingeschnitten sind. Vor die Höhle wurde oft eine Mauer gesetzt, sodass der Übergang von natürlicher Höhle zu gebautem Raum fließend ist.

Ein zentrales Element ist das historische Wassermanagement. Regenwasser wurde über Dachflächen und kleine Rinnen in unterirdische Zisternen geleitet, die sich sowohl in Privathäusern als auch in gemeinschaftlichen Anlagen befanden. Dieses System war über Jahrhunderte überlebenswichtig in der eher trockenen Landschaft der Basilikata. Für Architekturhistorikerinnen gilt es als Beispiel hoch angepasster, klimaorientierter Baukultur.

Auch das Erscheinungsbild der Fassaden ist bemerkenswert. Der helle Tuffstein reflektiert das Sonnenlicht und verleiht den Sassi je nach Tageszeit unterschiedliche Farbtöne – von fast blendend weißem Glanz zur Mittagszeit bis zu warmen Ocker- und Goldnuancen bei Sonnenuntergang. Viele Häuser besitzen nur sparsame ornamentale Elemente, etwa einfache Steinrahmen um Türen und Fenster oder kleine Balkone. Gerade diese Schlichtheit trägt zur starken Gesamtwirkung bei.

Kulturell besonders interessant sind die zahlreichen Felsenkirchen (chiese rupestri) in und um die Sassi. Diese in den Fels gehauenen Sakralräume sind oft mit Fresken geschmückt, die byzantinische und westliche Einflüsse verbinden. Viele dieser Kirchen entstanden im Mittelalter, als Einsiedler und Mönche abgeschiedene Orte für Gebet und Meditation suchten. Für kunsthistorisch Interessierte bieten sie einen faszinierenden Einblick in religiöse Bilderwelten des südlichen Italiens.

Zu den bekannten Beispielen gehören Höhlenkirchen mit einfachen Fassaden und reich ausgemalten Innenräumen, in denen Heiligendarstellungen, Christusbilder und ornamentale Motive überdauert haben. Nicht alle Fresken sind perfekt erhalten, viele zeigen Spuren von Feuchtigkeit und Zeit – doch gerade dieser Patina-Charakter vermittelt einen authentischen Eindruck von der langen Nutzungsgeschichte.

In den letzten Jahrzehnten haben lokale Institutionen, italienische Denkmalschutzbehörden und internationale Fachgremien an Leitlinien gearbeitet, wie in den Sassi gebaut und renoviert werden darf. Ziel ist, die historische Substanz zu respektieren und gleichzeitig den heutigen Bewohnerinnen und Besuchern zeitgemäße Standards zu ermöglichen. Beheizbare Böden, moderne Badezimmer und unauffällige Installationen werden so integriert, dass sie die ursprüngliche Raumwirkung möglichst wenig stören.

Die Kunst- und Kulturszene nutzt die Sassi inzwischen als Bühne: In Höhlenräumen werden Ausstellungen, Lesungen und Konzerte organisiert. Besonders in den Sommermonaten entstehen temporäre Installationen und Lichtinszenierungen, die die Felsarchitektur in Szene setzen. Reise- und Kulturmagazine betonen immer wieder, dass Matera damit eine spannende Mischung aus historischer Kulisse und zeitgenössischer Kreativität bietet.

Sassi di Matera besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise (inkl. Flug/Bahn/Auto-Optionen ab Deutschland, soweit sinnvoll)
    Matera liegt in der Region Basilikata im Süden von Italien, östlich von Neapel und südlich von Bari. Aus Deutschland gibt es in der Regel keine Direktflüge nach Matera selbst, da die Stadt keinen eigenen internationalen Flughafen besitzt. Übliche Einstiegspunkte sind die Flughäfen von Bari und Brindisi in Apulien. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf sind Flüge nach Bari meist mit einem Umstieg erreichbar; je nach Verbindung beträgt die reine Flugzeit etwa 2 bis 3 Stunden, hinzu kommen Umstiegs- und Transferzeiten. Vom Flughafen Bari aus lässt sich Matera per Regionalbahn, Shuttlebus oder Mietwagen in rund 60 bis 90 Minuten erreichen. Wer lieber per Bahn reist, kann mit dem Fernverkehr nach Mailand, Rom oder Neapel fahren und dort in italienische Schnellzüge Richtung Bari bzw. in regionale Verbindungen umsteigen. Die letzte Etappe nach Matera erfolgt in der Regel mit Regionalbahnen oder Bussen. Mit dem Auto ist Matera über Autobahnen und Schnellstraßen von Neapel oder Bari aus erreichbar; in Italien fällt auf einigen Autobahnabschnitten Maut an. Für eine grobe Orientierung sollten Reisende aus Süddeutschland bei Anreise mit dem Auto mindestens ein bis zwei Tage Fahrzeit einplanen, abhängig von Startpunkt und Zwischenstopps.
  • Öffnungszeiten (mit Hinweis: „Öffnungszeiten können variieren — direkt bei Sassi di Matera prüfen.)
    Die Sassi di Matera selbst sind als historisches Stadtviertel grundsätzlich frei zugänglich, da es sich um ein lebendiges Stadtgebiet mit öffentlichen Gassen handelt. Bestimmte Museen, Felsenkirchen und private Einrichtungen innerhalb der Sassi haben eigene Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren können. Viele Sehenswürdigkeiten sind tagsüber bis in den späten Nachmittag geöffnet, einige Attraktionen erweitern in den Sommermonaten ihre Öffnungszeiten in die Abendstunden hinein. Da sich Uhrzeiten und Zugangsbedingungen ändern können, sollten Reisende vor dem Besuch die aktuellen Informationen bei der offiziellen Tourismusinformation der Stadt Matera oder direkt bei der jeweiligen Einrichtung prüfen. Dies gilt insbesondere für geführte Touren, Höhlenkirchen mit begrenztem Zugang und kleinere Museen.
  • Eintritt (nur bei Doppel-Verifikation; sonst zeitlos; Euro zuerst, Lokalwährung in Klammern)
    Der Zutritt zu den Gassen und Plätzen der Sassi di Matera ist kostenfrei; man bewegt sich hier wie in einem normalen Stadtviertel. Eintrittsgelder fallen vor allem für einzelne Attraktionen an, etwa für bestimmte Felsenkirchen, Museen oder liebevoll restaurierte „Museumswohnungen“, die historische Wohnverhältnisse nachzeichnen. Die Preise werden meist in Euro angegeben und liegen typischerweise im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich pro Person; Kombitickets für mehrere Sehenswürdigkeiten sind verbreitet. Da sich Tarife, Ermäßigungen und Kombiangebote regelmäßig ändern können, empfiehlt es sich, aktuelle Informationen kurz vor der Reise auf den Internetseiten der jeweiligen Betreiber oder bei der Tourismusinformation von Matera einzuholen.
  • Beste Reisezeit (Saison, Tageszeit, Andrang)
    Matera liegt im Süden Italiens und hat ein eher mediterranes Klima mit warmen bis heißen Sommern und milden Wintern. Für viele Reisende aus Deutschland eignen sich besonders das Frühjahr (etwa März bis Mai) und der frühe Herbst (September bis Oktober) für einen Besuch der Sassi di Matera. In diesen Monaten sind die Temperaturen oftmals angenehm für längere Stadtspaziergänge, und das Licht verleiht dem Tuffstein eine besonders intensive Farbigkeit. Im Hochsommer können die Temperaturen deutlich über 30 °C steigen, was das Treppensteigen in den Sassi anstrengend macht; viele Reisende verlagern Aktivitäten dann auf die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag. Der Winter ist in der Regel ruhiger, mit weniger Andrang und gelegentlich beeindruckenden Lichtstimmungen, allerdings können einige Angebote saisonal eingeschränkt sein. Unabhängig von der Jahreszeit lohnt es sich, die Sassi sowohl am Tag als auch in der Abenddämmerung zu erleben, wenn die Lichter angehen und die Silhouette der Stadt besonders eindrucksvoll wirkt.
  • Praxis-Tipps: Sprache vor Ort, Zahlung (Karte vs. Bargeld, EC/Girocard, Mobile Payment), Trinkgeld-Gepflogenheiten, Kleiderordnung, Fotografieregeln
    In Matera wird Italienisch gesprochen; Englischkenntnisse sind in der Tourismusbranche und in vielen Hotels und Restaurants verbreitet, in kleineren Geschäften aber nicht immer selbstverständlich. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen. Ein paar italienische Höflichkeitsfloskeln werden von der lokalen Bevölkerung sehr geschätzt. Beim Bezahlen sind Kreditkarten (Visa, Mastercard) in Hotels, vielen Restaurants und größeren Geschäften üblich. In kleineren Läden, Bars oder bei privaten Vermietern ist Bargeld weiterhin wichtig. Mobile Payment wie Apple Pay oder Google Pay wird zunehmend akzeptiert, kann aber nicht überall vorausgesetzt werden. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt sich daher eine Mischung aus Karte und ausreichend Bargeld in Euro.
    Beim Trinkgeld orientieren sich viele Gäste am italienischen Standard: In Restaurants ist das „coperto“ (Gedeck) oft bereits auf der Rechnung ausgewiesen. Ein kleines zusätzliches Trinkgeld – etwa aufgerundet oder rund 5 bis 10 % bei gutem Service – ist üblich, aber nicht strikt verpflichtend. In Bars lässt man häufig ein paar Münzen auf dem Tresen. Bei Führungen sind freiwillige Trinkgelder für Guides verbreitet, wenn die Tour gefallen hat.
    Kleiderordnung: In den Straßen der Sassi gibt es keine spezielle Kleiderordnung, allerdings kann das Terrain uneben sein. Bequeme, rutschfeste Schuhe sind dringend zu empfehlen, da viele Wege aus Stein und teils glattpoliert sind. Beim Besuch von Kirchen – darunter auch Felsenkirchen – sollten Schultern und Knie bedeckt sein, was in Italien allgemein erwartet wird. Fotografieren ist im Außenbereich der Sassi unproblematisch und fester Bestandteil des Besuchserlebnisses. In Kirchen, Museen oder privaten Einrichtungen können jedoch Einschränkungen gelten, etwa Fotografierverbote oder Beschränkungen ohne Blitz. Hinweisschilder und Hinweise des Personals sollten respektiert werden.
  • Einreisebestimmungen: „Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen."
    Für Reisen nach Matera gelten die allgemeinen Einreisebestimmungen für Italien. Italien ist Mitglied der Europäischen Union und Teil des Schengen-Raums. Für deutsche Staatsbürger reicht in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, um einzureisen. Da sich rechtliche Rahmenbedingungen ändern können, sollten Reisende vor der Abreise die jeweils aktuellen Hinweise und Empfehlungen auf der offiziellen Seite des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) prüfen. Dort finden sich auch Informationen zu Gesundheitshinweisen, medizinischer Versorgung und gegebenenfalls empfohlenen Versicherungen. Innerhalb der EU ist die Europäische Krankenversicherungskarte (in der Regel auf der Rückseite der deutschen Krankenversichertenkarte aufgedruckt) ein wichtiger Nachweis, trotzdem kann eine ergänzende Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll sein.

Warum Sassi di Matera auf jede Matera-Reise gehört

Ein Besuch der Sassi di Matera ist nicht nur ein Spaziergang durch eine ungewöhnliche Altstadt, sondern eine verdichtete Begegnung mit mehreren Schichten europäischer Geschichte. Reisende aus Deutschland erleben hier anschaulich, wie Menschen über Jahrhunderte hinweg mit knappen Ressourcen, topografischen Herausforderungen und gesellschaftlichen Umbrüchen umgegangen sind. Die Höhlenwohnungen erzählen von Armut und Einfachheit, ihre heutige Transformation von Kultur und Kreativität.

Atmosphärisch ist ein Rundgang durch die Sassi kaum mit anderen Städten zu vergleichen. Statt breiter Boulevards führen schmale Gassen und Treppen immer wieder zu überraschenden Ausblicken: auf kleine Plätze mit Brunnen, auf steil abfallende Felswände oder auf das gegenüberliegende Plateau jenseits der Schlucht. Wer sich Zeit nimmt, kann in den Sasso-Vierteln Stunden verbringen, ohne dass sich der Eindruck erschöpft – hinter jeder Biegung scheint sich ein neues Motiv zu ergeben.

Für viele Besucherinnen und Besucher ist der Blick auf die Sassi vom Rand der Schlucht aus ein Höhepunkt: Von hier zeigt sich die ganze Dichte und Komplexität der Bebauung. Die Silhouette erinnert manche Reisende an orientalische Städte oder an mittelalterliche Stadtlandschaften, wie sie in Illuminationen oder alten Stichen dargestellt sind. Zugleich ist Matera fest in der europäischen Kultur verankert und bietet heute ein breites Spektrum an Kulturprogrammen, etwa Ausstellungen, Festivals und Veranstaltungen, die das Welterbe in zeitgenössische Kontexte stellen.

Wer Matera besucht, kann zudem weitere Sehenswürdigkeiten in der Umgebung erkunden, etwa moderne Stadtteile, Museen zur Regionalgeschichte oder Aussichtspunkte auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht, von denen aus die Sassi in ihrer Gesamtheit wirken. Auch Tagesausflüge in andere Städte Apuliens oder an die Küste sind möglich, sodass sich ein Besuch gut in eine größere Süditalien-Rundreise integrieren lässt.

Gerade für Reisende aus der DACH-Region, die Italien vielleicht bereits über Klassiker wie Rom, die Toskana oder den Gardasee kennen, eröffnet Matera eine andere Perspektive: weniger monumental, dafür sehr intim, direkt und archaisch. Die Sassi di Matera zeigen, wie vielfältig die Kultur- und Stadtlandschaften Italiens sind – und wie stark das Zusammenspiel von Landschaft, Architektur und Geschichte wirken kann.

Sassi di Matera in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien hat sich Matera längst etabliert: Fotos der in warmes Licht getauchten Sassi, Videos von Treppenlabyrinthen und Eindrücke aus Höhlenhotels gehören zu den gefragten Motiven rund um Süditalien. Viele Reisende teilen insbesondere Aufnahmen aus der goldenen Stunde, wenn der Tuffstein zu glühen scheint, oder Nachtaufnahmen, in denen die beleuchteten Sassi wie ein Meer aus Lichtern wirken.

Häufige Fragen zu Sassi di Matera

Wo liegen die Sassi di Matera genau?

Die Sassi di Matera liegen im historischen Zentrum der Stadt Matera in der Region Basilikata im Süden Italiens. Sie erstrecken sich über die Hänge oberhalb einer tiefen Schlucht und bestehen aus den Vierteln Sasso Caveoso und Sasso Barisano. Von modernen Stadtteilen und Aussichtspunkten aus haben Besucherinnen und Besucher einen guten Überblick über das gesamte Areal.

Seit wann sind die Sassi di Matera besiedelt?

Die genaue Datierung ist komplex, doch Funde deuten darauf hin, dass Menschen die Höhlen und Felsunterstände in und um Matera bereits seit sehr langer Zeit nutzen. Im Laufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden entwickelte sich daraus eine dichte Höhlensiedlung, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit ihre heutige Form annahm. Diese lange Kontinuität der Besiedlung ist ein wichtiger Grund für die internationale Anerkennung der Sassi di Matera als Kulturerbe.

Was macht einen Besuch der Sassi di Matera besonders?

Die Kombination aus spektakulärer Lage, organisch gewachsener Höhlenarchitektur und lebendiger Nutzung macht die Sassi di Matera einzigartig. Besucherinnen und Besucher erleben nicht nur museale Kulissen, sondern ein Viertel, in dem heute wieder gewohnt, gearbeitet und gefeiert wird. Die Mischung aus historischen Wohnhöhlen, Felsenkirchen, kleinen Hotels, Cafés und Ausstellungsräumen vermittelt ein intensives Gefühl von Geschichte, das sich deutlich von vielen „klassischen“ Altstädten unterscheidet.

Wie lässt sich der Besuch der Sassi di Matera gut planen?

Wer aus Deutschland anreist, kombiniert den Besuch der Sassi di Matera idealerweise mit einem Flug nach Bari oder Brindisi und einer Weiterreise per Bahn, Bus oder Mietwagen. Aufenthalte von mindestens zwei bis drei Tagen bieten genug Zeit, sowohl die Sassi bei Tag als auch bei Nacht zu erleben, Felsenkirchen und Museen zu besuchen und Ausblicke von den umliegenden Höhenzügen zu genießen. Bequeme Schuhe, wetterangepasste Kleidung und eine flexible Zeitplanung helfen, den Besuch entspannt zu gestalten.

Wann ist die beste Reisezeit für Sassi di Matera aus deutscher Sicht?

Aus Perspektive von Reisenden aus Deutschland bieten sich besonders Frühjahr und Herbst an, wenn die Temperaturen angenehm sind und das Licht den Tuffstein der Sassi besonders eindrucksvoll erscheinen lässt. In den Sommermonaten können Hitze und Andrang intensiver sein, dafür sind die Tage lang und die Abendstimmungen spektakulär. Wer es ruhiger mag, findet im Winter mehr Platz in Gassen und Museen, sollte aber damit rechnen, dass einzelne Angebote saisonal eingeschränkt sind.

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