Registon in Samarkand: Timuridischer Platz der Madrasen
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 06:29 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Registon in Samarkand ist der historische Hauptplatz der Stadt und ein Ensemble von drei monumentalen Madrasen aus der Zeit der Timuriden und ihrer Nachfolger. Die Anlage gehört zum historischen Zentrum Samarkands, das seit 2001 als UNESCO-Welterbestätte „Samarkand – Schnittpunkt der Kulturen“ anerkannt ist. Ulugh Beg, Enkel von Timur, ließ im frühen 15. Jahrhundert die erste Madrasa an diesem Platz errichten, die später durch die Madrasen Sher-Dor und Tilla-Kari ergänzt wurde.
Registon als steinerner Rahmen der Stadtgeschichte
Registon liegt im alten Stadtgebiet von Samarkand und bildet einen weitläufigen Platz, der von den drei Madrasen gefasst wird. Die Fläche war über Jahrhunderte ein öffentlicher Raum, auf dem Handel betrieben und staatliche Ankündigungen verlesen wurden, und sie war zugleich ein Zentrum religiöser und gelehrter Bildung. Die heutige Wirkung ergibt sich aus dem geschlossenen Rahmen der Bauwerke, die den Platz wie eine steinerne Bühne umgeben.Der Platz war ein kommerzielles und ziviles Zentrum und entwickelte sich unter den Timuriden und ihren Nachfolgern zu einem städtischen Fokus.
Die Bezeichnung Registon leitet sich aus dem Persischen ab und bedeutet „Ort des Sandes“. Damit wird auf die frühe Nutzung als sandiger Versammlungsplatz verwiesen, bevor ihn die steinernen Fassaden der Madrasen fassten. Das Ensemble ist in die städtebauliche Struktur Samarkands eingebunden und befindet sich in einer erhöhten Zone, von der Wege in die umliegenden Viertel ausgehen.Die drei Madrasen rahmen den Platz als abgeschlossenes architektonisches Ensemble, das zu den bekanntesten Beispielen islamischer Architektur in Zentralasien zählt.
Die drei Madrasen: Ulugh Beg, Sher-Dor und Tilla-Kari
Das bauliche Rückgrat von Registon bilden drei Madrasen, die zwischen dem frühen 15. und dem 17. Jahrhundert entstanden. An der Westseite steht die Ulugh-Beg-Madrasa, die zwischen 1417 und 1420 im Auftrag von Ulugh Beg errichtet wurde.Sie gehört zur späten Blütezeit der timuridischen Architektur und diente als Hochschule für Astronomie, Mathematik, Theologie und Philosophie. Lehrräume und Wohnzellen gruppieren sich um einen Innenhof, der von hohen Fassaden und einem monumentalen Torbau gefasst wird.
Östlich gegenüber steht die Sher-Dor-Madrasa aus dem 17. Jahrhundert, deren Portal für seine Mosaiken mit Löwenfiguren und Sonnenmotiven bekannt ist.Sie wurde im 17. Jahrhundert unter dem Herrscher Yalangtush Bahadur errichtet und greift die Form eines Hofbaues mit Unterrichtsräumen und Wohnzellen auf. Die Tilla-Kari-Madrasa schließt die Nordseite des Platzes, ihr Bau begann in den 1640er Jahren und endete um 1660. Sie vereint Madrasa und Moschee in einem Baukörper, dessen Innenraum durch ein reich vergoldetes Dekor hervorsticht.Ihr Name Tilla-Kari bedeutet „mit Gold geschmückt“ und verweist auf die Vergoldung des Moscheebereichs.
Architektur und Dekor: Fliesen, Ziegel und Kuppeln
Die Madrasen von Registon sind in Ziegelbauweise errichtet und tragen Fassaden mit großflächigen Mosaiken und Glasurfliesen. Charakteristisch sind die gewaltigen Torbauten mit ihren hohen Vorhallen und flankierenden Türmen, die den Platz prägen. Ornamente in Blau- und Türkistönen überziehen die Oberflächen und bilden geometrische Muster, Schriftbänder und florale Motive, die in das timuridische und persisch geprägte Formenvokabular gehören.Das Ensemble gilt als eines der herausragenden Beispiele islamischer Architektur in Zentralasien, in dem sich die handwerkliche und künstlerische Tradition der Region verdichtet.
Über den Hofräumen erheben sich Kuppeln, die mit glasierter Keramik verkleidet sind und den Platz aus manchen Blickwinkeln als Konsequenz aus Volumen und Farbe erscheinen lassen. Die Innenräume der Tilla-Kari-Moschee zeichnen sich durch vergoldete Reliefs und Malereien aus, die Wände und Gewölbe bedecken. Die Ausstattung der Ulugh-Beg-Madrasa betont dagegen geometrische Muster und Schriftdekor, der an die wissenschaftlichen Interessen ihres Stifters erinnert.Zusammen bilden die drei Madrasen ein geschlossenes architektonisches Ensemble, das die Entwicklung von der timuridischen zur späteren zentralasiatischen Baukunst zeigt.
Registon besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Registon liegt im historischen Zentrum von Samarkand in Usbekistan, erreichbar über den internationalen Flughafen von Samarkand und Straßenverbindungen innerhalb der Stadt.
- Auf dem Platz und in den Madrasen führen Wege über Steinbeläge und Treppen, einige Bereiche liegen auf erhöhten Ebenen, die über Stufen erschlossen werden.
- In der Umgebung von Registon schließen sich weitere Teile der Altstadt von Samarkand an, darunter historische Wohnviertel und andere Sakralbauten.
- Amtssprache ist Usbekisch, gezahlt wird in Usbekischen Sum. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Registon auf Social-Media-Plattformen
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Registon: häufige Fragen
Wo liegt Registon?
Registon liegt im historischen Zentrum von Samarkand in Usbekistan und bildet dort den bedeutendsten Platz mit drei Madrasen.
Was bietet ein Besuch von Registon?
Ein Besuch von Registon führt in einen großen Platz mit drei Madrasen, deren Architektur, Fliesendekor und Innenhöfe einen eindrucksvollen Einblick in die Baukunst der Timuriden und ihrer Nachfolger geben.
Was kennzeichnet Registon besonders?
Registon ist besonders durch die geschlossene Anordnung der Ulugh-Beg-, Sher-Dor- und Tilla-Kari-Madrasa gekennzeichnet, die gemeinsam ein Ensemble islamischer Architektur des 15. bis 17. Jahrhunderts bilden.
