Registon in Samarkand: Drei Madrasas um einen Platz
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 02:49 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Registon ist der große Platz im historischen Zentrum von Samarkand in Usbekistan. Drei Madrasas rahmen ihn an drei Seiten und verbinden timuridische Architektur des 15. Jahrhunderts mit Baukunst des 17. Jahrhunderts.
Drei Madrasas, ein architektonischer Raum
Die Anlage besteht aus der Ulugh-Beg-Madrasa, der Sher-Dor-Madrasa und der Tilla-Kori-Madrasa. Ihre Portale stehen dem Platz zugewandt und bilden mit Kuppeln, Minaretten, Höfen und farbigen Fliesen eine zusammenhängende Fassade.
Der Name Registon verweist auf einen sandigen Platz. Sichtbar prägen jedoch gebrannte Ziegel, glasierte Keramik und ornamentale Flächen das Ensemble. Türkis, Blau, Weiß und Gold liegen in geometrischen Mustern, Schriftbändern und floralen Formen nebeneinander. Die Gesamtanlage ist Teil des UNESCO-Welterbes „Samarkand – Crossroad of Cultures“.
Ulugh Beg und die timuridische Gelehrtenwelt
Die Ulugh-Beg-Madrasa entstand zwischen 1417 und 1420 unter Ulugh Beg, einem timuridischen Herrscher und Astronomen. Sie gehört zur Baugeschichte Samarkands im 15. Jahrhundert, einer Epoche, in der die Stadt ein bedeutendes Zentrum von Wissenschaft, Religion und Kunst war.
Das Portal der Madrasa wird von schlanken Türmen flankiert. Fliesen bilden Sterne, geometrische Raster und kalligrafische Dekoration. Der Bau war eine religiöse Hochschule mit Unterricht in theologischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Der Name Ulugh Beg verbindet den Platz deshalb mit der Gelehrtengeschichte der Timuriden.
Samarkands wichtigste Entwicklung lag im timuridischen Zeitraum vom 14. bis zum 15. Jahrhundert. In dieser historischen Umgebung steht die Ulugh-Beg-Madrasa nicht als einzelnes Gebäude, sondern als Teil einer Stadtlandschaft mit Mausoleen, Moscheen und weiteren Bildungsbauten.
Sher-Dor und Tilla-Kori im 17. Jahrhundert
Die Sher-Dor-Madrasa wurde zwischen 1619 und 1636 unter Yalangtush Bahadur errichtet. Ihr Portal nimmt die monumentale Ordnung der gegenüberliegenden Ulugh-Beg-Madrasa auf, zeigt jedoch eigene Bildmotive mit Raubkatzen, Hirschen und Sonnenzeichen.
Diese Darstellungen gehören zu den auffälligsten Einzelheiten am Registon. Sie erscheinen innerhalb einer Fassade, die zugleich von Schrift, Fliesenornamenten und streng gegliederten Flächen bestimmt wird. Der Name Sher-Dor bedeutet „mit Löwen“ und verweist auf die Bildwelt des Portals.
Die Tilla-Kori-Madrasa schließt die Platzanlage in der Mitte. Sie entstand zwischen 1646 und 1660 unter Yalangtush Bahadur und diente als Madrasa sowie als Moschee. Der Name bedeutet „goldbedeckt“; im Gebetsraum gehören vergoldete Dekorationen zur Ausstattung.
Mit den beiden Bauten des 17. Jahrhunderts erhielt der Platz seine heutige Dreiteilung. Timuridische Formen, spätere usbekische Baukunst, farbige Keramik und vergoldete Innenräume stehen dabei in einem gemeinsamen räumlichen Zusammenhang.
Registon besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Registon liegt im historischen Zentrum von Samarkand. Der Platz ist über das Straßennetz der Stadt erreichbar und liegt in der Nähe weiterer Bauwerke der historischen Altstadt.
- Das Gelände umfasst einen offenen Platz sowie Innenhöfe, Portale und Gebäudeteile der drei Madrasas. Der Rundgang führt über befestigte Flächen und durch historische Architektur.
- Samarkand liegt in Usbekistan. Amtssprache ist Usbekisch, gezahlt wird in Usbekischen Sum.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Registon auf Social-Media-Plattformen
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Registon: häufige Fragen
Wo liegt Registon?
Registon liegt im historischen Zentrum von Samarkand in Usbekistan. Der Platz gehört zur historischen Stadtlandschaft mit weiteren Monumenten aus der timuridischen und späteren Epoche.
Was bietet ein Besuch?
Der Besuch verbindet einen offenen Platz mit drei Madrasas, Innenhöfen, Portalen, Minaretten, Fliesendekor und dem vergoldeten Gebetsraum der Tilla-Kori-Madrasa.
Was kennzeichnet die Anlage?
Registon wird durch drei Madrasas aus dem 15. und 17. Jahrhundert geprägt. Ulugh Beg, Sher-Dor und Tilla-Kori verbinden Bildungsfunktion, religiöse Architektur und ornamentale Fassaden.
