Qubbat as-Sakhra, Jerusalem

Qubbat as-Sakhra und ihr Spiel mit Gold, Stein und Geometrie

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 13:07 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Qubbat as-Sakhra in Jerusalem verbindet goldene Kuppel, sorgfältig gefügte Geometrie und den heiligen Fels im Inneren zu einem eindrucksvollen Heiligtum.

Architektur-Render von Felsendom Jerusalem in Jerusalem, Israel bei Tageslicht
Moderner Architektur-Render zeigt Silhouette von Felsendom Jerusalem in Jerusalem Israel, klare Linien und neutrales Tageslicht, Illustration mit AI erstellt.

Qubbat as-Sakhra, im Deutschen oft als Felsendom bezeichnet, ist ein islamisches Heiligtum aus dem späten 7. Jahrhundert auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem. Die Anlage verbindet eine weithin sichtbare goldene Kuppel, eine streng geometrische Architektur und den heiligen Fels im Inneren zu einem Bauwerk, das bis in Details der Ausstattung durchdacht erscheint.

Qubbat as-Sakhra zwischen Heiliger Felsplatte und Oktogon

Der Felsendom steht im Zentrum des erhöhten Plateaus, das Muslimen als al-Haram asch-Scharif und Juden als Tempelberg gilt, und nimmt dort eine Position nahe der Mitte der Plattform ein.Die Anlage auf dem Tempelberg ist als freistehender Zentralbau konzipiert, dessen Grundriss von einem Oktogon geprägt wird.Die achteckige Grundform wird durch acht Außenwände gebildet, die jeweils etwa 18 Meter messen und den Baukörper als regelmäßigen Ring umschließen.

In der Mitte des Gebäudes liegt der namensgebende Fels, ein natürliches Kalksteinmassiv, das in vielen religiösen Traditionen mit Opfer- und Offenbarungserzählungen verbunden ist. Er wird von einem kreisförmigen Umgang umschlossen; eine weitere, achteckige Säulenstellung schafft einen zweiten Umgang, sodass Besucher den Fels auf zwei konzentrischen Wegen umrunden können.Die zweifache Ambulatorienstruktur gehört zu den charakteristischen Merkmalen des Innenraums. Unterhalb des Felsens führt eine Treppe in eine natürliche Höhlung, die als kleine Grotte genutzt wird.

Umayyadische Architektur und goldene Kuppel

Qubbat as-Sakhra wurde in den Jahren um 691/692 n. Chr. unter dem Umayyadenkalifen Abd al-Malik ibn Marwan errichtet und gilt als eines der ältesten erhaltenen Monumente islamischer Architektur.Der Bau unter Abd al-Malik prägt bis heute das Bild des Tempelbergs. Als Architekten werden in der Tradition Raja ibn Haywa al-Kindi und Yazid ibn Sallam genannt, die den Zentralbau mit seinem klaren geometrischen Konzept geplant haben.Die überlieferten Architektennamen stehen in enger Verbindung mit dem Hof der Umayyaden.

Über dem Fels erhebt sich eine vergoldete Holzkonstruktion mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern, die auf einem erhöhten Zylinder ruht und von innen auf vier Pfeilern und zwölf Säulen abgestützt wird.Kuppeldurchmesser und Tragsystem bilden den Mittelpunkt eines sorgfältig abgestuften Raums, in dem der Fels sichtbar bleibt. Die äußeren Wände und der Tambour der Kuppel sind mit zahlreichen Fenstern durchbrochen, die den Innenraum mit Tageslicht versorgen und die mosaikgeschmückten Flächen sichtbar machen.

Mosaiken, Schriftbänder und Restaurierungen

Der Innenraum von Qubbat as-Sakhra ist reich mit Marmorverkleidungen, farbigen Glas- und Steinmosaiken sowie Metalltafeln ausgestattet. Die Mosaiken beziehen sich in Motivwahl und Technik auf spätantike byzantinische Vorbilder, verzichten jedoch auf menschliche oder tierische Darstellungen und greifen stattdessen auf stilisierte Pflanzen, Ranken, Kronen und Geschmeide zurück.Die vegetabilen Mosaikmotive ziehen sich über Bögen, Trompen und Wandzonen und bilden zusammen mit den umlaufenden Inschriftenbändern eine dichte ornamentale Schicht.

Ein besonders wichtiges Schriftband im Inneren des Oktogons nennt das Jahr 72 der Hidschra, entsprechend 691/692 n. Chr., als Datum der ersten Fertigstellung und führt den Namen Abd al-Malik ibn Marwan in der ursprünglichen Fassung als Bauherrn an.Die datierende Kufisch-Inschrift dokumentiert damit die frühe islamische Geschichte unmittelbar im Bauwerk. Im Lauf der Jahrhunderte wurde Qubbat as-Sakhra mehrfach restauriert; besonders einschneidend waren Schäden durch Erdbeben im 11. Jahrhundert und umfangreiche Erneuerungen unter mamlukischen, osmanischen und jordanischen Herrschern, bei denen Dach, Kuppelverkleidung und Fassadendekor erneuert wurden.

Qubbat as-Sakhra besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Qubbat as-Sakhra steht auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem; der Zugang erfolgt über die historischen Stadttore und die Wege hinauf zur erhöhten Plattform.
  • Das Heiligtum liegt auf einem deutlich angehobenen Plateau, das über Treppen erreicht wird; rund um den Bau führen Wege über Steinpflaster.
  • Auf dem Tempelberg stehen in der Nähe der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee; beide Gebäude prägen das Panorama über den Mauern der Altstadt.
  • Amtssprachen sind Hebräisch und Arabisch, gezahlt wird in Neuen Schekel.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Qubbat as-Sakhra: häufige Fragen

Wo liegt Qubbat as-Sakhra genau?

Der Felsendom steht auf dem Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem und gehört zum weiträumigen Gelände der Al-Aqsa-Moschee.

Was bietet ein Besuch im Inneren von Qubbat as-Sakhra?

Im Inneren führen zwei Umgänge um den heiligen Fels, darüber spannt sich eine reich dekorierte Kuppel mit Marmorverkleidungen und farbigen Mosaiken.

Was kennzeichnet Qubbat as-Sakhra architektonisch?

Der Bau ist als oktogonaler Zentralbau mit einer goldenen Kuppel gestaltet, der den Fels im Zentrum umschließt und durch Mosaiken, Inschriften und Steinverkleidungen gegliedert ist.

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