Punakha Dzong, Bhutan Reise

Punakha Dzong: Bhutans Flussfestung voller Legenden

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 14:35 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Punakha Dzong, lokal Pungthang Dewachen Phodrang („Palast des großen Glücks“) genannt, schwebt über den Flüssen von Punakha in Bhutan. Warum dieses Kloster-Schloss für Reisende aus Deutschland zu den eindrucksvollsten Orten des Himalaya zählt.

Punakha Dzong, Bhutan Reise, Kultur und Tourismus
Punakha Dzong, Bhutan Reise, Kultur und Tourismus

Wenn sich der Nebel am Morgen über den Flüssen Mo Chhu und Pho Chhu hebt, taucht Punakha Dzong aus dem Dunst auf wie ein Schiff aus hellem Holz und Gold – der Klosterpalast Pungthang Dewachen Phodrang, dessen Name sich sinngemäß als „Palast des großen Glücks“ übersetzen lässt, wirkt zugleich uralt und erstaunlich lebendig. Für Reisende aus Deutschland ist dieser Dzong einer der eindrucksvollsten Zugänge zur Spiritualität und Geschichte Bhutans.

Punakha Dzong: Das ikonische Wahrzeichen von Punakha

Punakha Dzong gilt als einer der schönsten und bedeutendsten Dzongs Bhutans. Ein Dzong ist eine typisch bhutanische Kombination aus Kloster, Festung und Verwaltungszentrum – religiöses Herz und weltliche Machtzentrale in einem Bauwerk. In Punakha verbinden sich diese Funktionen besonders eindrucksvoll: Der Palast liegt strategisch am Zusammenfluss zweier Flüsse und war über Jahrhunderte politisches Zentrum des Königreichs.

Die Anlage erhebt sich auf einer Landzunge zwischen dem türkisfarbenen Wasser des Mo Chhu („Mutterfluss“) und dem Pho Chhu („Vaterfluss“). Während der Trockenzeit schimmern Kiesbänke und Sandinseln, in der Regenzeit spülen die Wasserströme dramatisch an den Mauern vorbei. Die Lage ist nicht nur landschaftlich spektakulär, sondern auch symbolisch: Die Vereinigung der beiden Flüsse steht in der buddhistischen Deutung für Harmonie und Ausgleich der Kräfte.

Für bhutanische Maßstäbe ist Punakha Dzong ein monumentales Bauwerk. Hohe, weißgekalkte Mauern mit tiefroten und goldenen Zierbändern umschließen Innenhöfe, Tempelräume und Verwaltungsgebäude. Die Dachlandschaft aus dunkelrot gestrichenen Holzkonstruktionen und goldenen Schmuckelementen ist typisch für die Architektur des Himalaya, aber in Punakha besonders reich ausgeformt. Reisende, die den Kölner Dom oder das Schloss Neuschwanstein kennen, erleben hier einen gänzlich anderen, aber ähnlich überwältigenden Ausdruck von Spiritualität und Herrschaft.

Bhutans Staatsreligion ist der Vajrayana-Buddhismus, eine Form des Buddhismus mit stark ritualisierter Praxis und einem reichen Pantheon von Schutzgottheiten. In Punakha Dzong verschmelzen diese religiösen Traditionen mit der politischen Geschichte des Landes: Der Komplex war lange Sitz des Königshauses und Tagungsort der Nationalversammlung. Bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Thimphu Mitte des 20. Jahrhunderts galt Punakha als politisches und religiöses Machtzentrum Bhutans.

Geschichte und Bedeutung von Pungthang Dewachen Phodrang

Die Geschichte von Pungthang Dewachen Phodrang, wie Punakha Dzong in der lokalen Sprache genannt wird, beginnt im frühen 17. Jahrhundert. Damals formte sich aus einer Vielzahl kleiner Fürstentümer und Klosterherrschaften allmählich das Gebiet, das später zum Königreich Bhutan werden sollte. Eine Schlüsselfigur dieser Entwicklung war Zhabdrung Ngawang Namgyal, ein lama und Staatsgründer, der im 17. Jahrhundert aus Tibet nach Süden kam und die Grundlagen eines geeinten Bhutan legte.

Zhabdrung wird in Bhutan als geistiger und politischer Vater der Nation verehrt. Unter seiner Führung wurden mehrere Dzongs als symbolische und strategische Eckpunkte des neuen Staats errichtet. Punakha Dzong zählt zu den bedeutendsten dieser Anlagen. Die Gründungszeit der Festung fällt etwa ein Jahrhundert vor die Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871, was ihre historische Tiefe für deutsche Leser gut einordnen lässt.

Der Dzong war lange Zeit Tagungsort der Mönchsversammlung und Sitz hoher geistlicher Würdenträger. Zugleich diente er als Residenz wichtiger weltlicher Autoritäten. Noch heute hat der Je Khenpo, das Oberhaupt der buddhistischen Geistlichkeit Bhutans, während bestimmter Jahreszeiten seinen Sitz in Punakha Dzong, während der König von Bhutan den Ort für wichtige zeremonielle Anlässe aufsucht.

Besondere historische Bedeutung erlangte Punakha Dzong als Ort königlicher Zeremonien. Die Krönungen früher Könige und zentrale Staatsakte fanden hier statt. Auch moderne Ereignisse wie die Hochzeiten des gegenwärtigen Königspaars wurden mit rituellen Handlungen verknüpft, die in Punakha ihren religiösen Bezugspunkt haben. Für die bhutanische Bevölkerung ist der Dzong daher nicht nur ein altes Gebäude, sondern ein lebendiges Symbol der Monarchie und der nationalen Identität.

Im Lauf der Jahrhunderte war Punakha Dzong mehrfach Naturgewalten ausgesetzt. Brände und Überflutungen der Flüsse beschädigten Teile der Anlage. Wiederaufbau und Restaurierungen wurden regelmäßig mit religiösen Ritualen kombiniert, bei denen Mönche und Gläubige Schutzsegenssprüche rezitierten. Diese zyklischen Zerstörungen und Erneuerungen haben dazu beigetragen, dass die heutige Anlage eine Mischung aus originalen historischen Elementen und sorgfältigen Rekonstruktionen ist.

International wird Bhutan oft als „Königreich des Glücks“ oder als Land beschrieben, in dem das Bruttonationalglück über wirtschaftliche Kennzahlen gestellt wird. Punakha Dzong und der Name Pungthang Dewachen Phodrang („Palast des großen Glücks“) fügen sich in diese Erzählung ein: Sie verweisen auf ein Staatsverständnis, in dem spirituelle Werte und kollektives Wohlergehen im Zentrum stehen. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland kann ein Besuch in Punakha daher auch als Perspektivwechsel erlebt werden – weg von rein ökonomischen Maßstäben hin zu einer auf Gemeinschaft, Tradition und innere Balance ausgerichteten Gesellschaft.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch zeigt Punakha Dzong die typische Bauweise bhutanischer Festungs-Klöster, allerdings in besonders eleganter Ausprägung. Die dicken, leicht nach innen geneigten Mauern des Dzongs sind weiß gekalkt und von roten Zierbändern und schwarz gerahmten Fenstern durchzogen. Diese Farbkomposition ist wesentlicher Teil der Dzong-Architektur: Weiß steht unter anderem für Reinheit, Rot für Kraft und Schutz, Schwarz für die Abwehr negativer Einflüsse.

Die Dächer sind aus Holz, mit sorgfältig verarbeiteten Balken und Sparren, und tragen vergoldete metallene Spitzen und Schmuckelemente. Holzschnitzereien schmücken Fensterrahmen, Balkone und Torbauten. Viele dieser Schnitzereien zeigen florale Muster, mythologische Figuren oder buddhistische Symbole wie Lotusblüten und das endlose Knotenmotiv. Diese Ornamentik ist nicht bloß dekorativ, sondern hat in der buddhistischen Bildsprache jeweils konkrete Bedeutungen: Der Lotus steht beispielsweise für Reinheit und Erleuchtung, das endlose Knotensymbol für Verbundenheit und die Unauflöslichkeit des Kreislaufs von Ursache und Wirkung.

Im Inneren öffnen sich mehrere Höfe, die unterschiedliche Teile des Kloster- und Verwaltungsbetriebs strukturieren. Ein zentraler Innenhof wird von Tempelbauten, Gebetsräumen und Verwaltungsgebäuden eingerahmt. Besucherinnen und Besucher treffen hier auf Mönche in safranfarbenen und roten Roben, die sich zwischen Gebetsritualen, Studien und alltäglichen Tätigkeiten bewegen. Glockenläuten, Ritualmusik und das Murmeln von Mantren gehören zur akustischen Atmosphäre des Dzongs.

Besonders eindrucksvoll sind die Wandmalereien und Thangkas (Rollbilder), die Innenräume schmücken. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Buddha, Geschichten großer Meister des Vajrayana-Buddhismus und komplexe kosmologische Darstellungen. Viele Motive wirken für europäische Betrachter zunächst fremd, erschließen sich aber durch die Erklärungen lokaler Führer, die die Bedeutungen der Figuren und Symbole erläutern. Kunsthistoriker betonen an Punakha Dzong die Qualität und Dichte der Bildprogramme, in denen religiöse Lehre und politische Geschichte eng ineinander greifen.

Ein besonderes architektonisches Element ist die traditionelle Holzbrücke über einen der Flüsse, die den Zugang zum Dzong bildet. Sie ist überdacht, mit Holzschnitzereien geschmückt und gibt beim Überqueren den Blick auf Wasser, Berge und die Silhouette des Komplexes frei. Dieser Übergang von Flussufer zum Klosterpalast hat eine symbolische Dimension: Er markiert den Weg von der weltlichen Sphäre in eine religiös geprägte und geschützte Welt.

In der buddhistischen Praxis spielt auch die Topografie eine Rolle. Punakha Dzong liegt in einem der klimatisch angenehmsten Täler Bhutans, auf relativ niedriger Höhe im Vergleich zu anderen Regionen des Landes. Das macht den Ort nicht nur für die Landwirtschaft günstig, sondern auch für längere Aufenthalte religiöser Gemeinschaften. Die Kombination aus sanften Berghängen, fruchtbaren Feldern und dem Wasser der Flüsse ist Teil des ästhetischen und spirituellen Erlebnisses, das der Dzong vermittelt.

Architektur- und Kulturinstitutionen, die Bhutan beschreiben, stellen häufig heraus, dass Punakha Dzong beispielhaft für die bewusste Begrenzung des Massentourismus im Land steht. Bhutan reguliert die Zahl der Besucher*innen und setzt auf nachhaltige Konzepte, um seine Kulturstätten und Landschaften zu schützen. Das merkt man auch in Punakha: Der Ort ist zugänglich, aber nicht überlaufen, und viele Bereiche bleiben klar religösen Zwecken vorbehalten.

Punakha Dzong besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Punakha liegt in Zentralbhutan, in einem Tal südöstlich der Hauptstadt Thimphu. Von Deutschland aus führen die meisten Routen zunächst über große internationale Drehkreuze in Asien, etwa Delhi, Bangkok oder Kathmandu. Die Flugzeit von Frankfurt, München oder Berlin zu diesen Drehkreuzen liegt grob im Bereich von 8 bis 11 Stunden, je nach Verbindung. Anschließend geht es weiter nach Paro, dem internationalen Flughafen Bhutans. Von Paro fahren Reisende mit Auto oder organisiertem Transfer über Bergstraßen nach Thimphu und weiter Richtung Punakha. Die Straßen sind kurvenreich und teilweise schmal, die Fahrzeit von Thimphu nach Punakha beträgt unter günstigen Bedingungen einige Stunden. Eigenständige Mietwagenfahrten sind unüblich; Bhutan setzt überwiegend auf geführte Reisen mit Fahrer.
  • Reiseorganisation und Einreise
    Bhutan verfolgt seit vielen Jahren eine Politik des regulierten Tourismus. In der Regel wird die Einreise über eine staatlich genehmigte Agentur organisiert, die Unterkunft, Transport, einen Guide und Gebühren bündelt. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisebedingungen, Visabestimmungen und die jeweils gültigen Tourismusregelungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Es ist empfehlenswert, frühzeitig mit einer erfahrenen Reiseagentur zusammenzuarbeiten, die Bhutan-Reisen anbietet, da spontane Individualreisen ohne vorherige Organisation meist nicht vorgesehen sind.
  • Zeitzone und Klima
    Bhutan liegt in der Zeitzone Bhutan Time, die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) drei Stunden und der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) vier Stunden voraus ist. Wer aus Deutschland nach Punakha reist, erlebt daher eine moderate Zeitverschiebung. Das Klima im Punakha-Tal ist im Vergleich zu vielen anderen Regionen Bhutans relativ mild. Die Winter sind kühler, aber weniger streng als in höheren Lagen, die Sommer warm mit ausgeprägter Monsunzeit, in der es teils kräftig regnen kann. Übergangszeiten wie Frühjahr und Herbst gelten vielen Reiseführern als besonders angenehm für einen Besuch.
  • Öffnungszeiten und Zugang
    Da Punakha Dzong zugleich Kloster und Verwaltungszentrum ist, können Öffnungszeiten und Zugangsregeln variieren. Bestimmte Bereiche sind dauerhaft religiösen Zwecken vorbehalten, andere werden für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Es ist ratsam, sich vor Ort beim zuständigen Guide oder bei der offiziellen Verwaltung nach den aktuellen Besuchszeiten zu erkundigen. Generell sollten Reisende längere Vormittage oder frühe Nachmittage einplanen, um die Anlage in Ruhe zu entdecken. Während wichtiger Zeremonien oder staatlicher Veranstaltungen kann der Zugang eingeschränkt sein.
  • Eintritt und Gebühren
    Bhutan erhebt für ausländische Besucher eine Tagesgebühr, die verschiedene Leistungen bündelt. Konkrete Eintrittspreise für einzelne Sehenswürdigkeiten wie Punakha Dzong sind in dieser Struktur eingebettet und werden im Rahmen der Reiseorganisation berücksichtigt. Da Gebühren regelmäßig angepasst werden können und vom jeweils gültigen Tourismussystem abhängen, sollten aktuelle Beträge immer direkt über Reiseveranstalter oder die offizielle Tourismusinformation Bhutans geprüft werden. Für deutsche Reisende ist es üblich, dass die Gesamtkosten in Euro angegeben und dann in die lokale Währung umgerechnet werden.
  • Sprache und Kommunikation
    Amtssprache Bhutans ist Dzongkha, doch viele Menschen in touristisch relevanten Regionen sprechen Englisch, insbesondere Guides, Mitarbeitende in Hotels und in der Verwaltung. Deutsch wird selten gesprochen. Englischkenntnisse auf Reisealltagsniveau reichen in der Regel aus, um sich zurechtzufinden und Erklärungen zu Kultur und Religion zu verstehen. Wer sich besonders intensiv mit der buddhistischen Praxis und Symbolik auseinandersetzen möchte, profitiert von einem Guide mit fundierter religiöser Ausbildung.
  • Zahlung, Währung und Trinkgeld
    Bhutans Landeswährung ist der Ngultrum, der in der Praxis oft in Verbindung mit indischer Währung gesehen wird. Bei organisierten Bhutan-Reisen werden viele Kosten vorab in Euro (€) bezahlt, die lokale Abrechnung erfolgt dann in Ngultrum. Kreditkarten werden in größeren Hotels und Agenturen eher akzeptiert, in kleineren Läden oder abgelegenen Regionen ist Bargeld gebräuchlich. Girocard (EC-Karte) aus Deutschland wird meist nicht direkt akzeptiert. Trinkgeld ist kein zentraler Bestandteil der traditionellen bhutanischen Kultur, wird im Tourismuskontext aber als Anerkennung geschätzt. Übliche Trinkgelder orientieren sich an internationalen Gepflogenheiten; die genaue Praxis kann mit der Reiseagentur besprochen werden.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Da Punakha Dzong ein religiös bedeutsamer Ort ist, wird von Besuchenden respektvolle Kleidung erwartet. Schultern und Knie sollten bedeckt sein, allzu sportliche oder freizügige Kleidung ist unpassend. In inneren Tempelbereichen sind oft Schuhe auszuziehen, und lautes Verhalten oder Fotografieren mit Blitz kann unerwünscht sein. Es ist üblich, Gebetsrituale nicht zu stören und Mönche sowie Gläubige im Gebet nicht frontal zu fotografieren, sofern kein Einverständnis vorliegt. Der Guide informiert in der Regel über konkrete Regeln und lokale Empfindlichkeiten.
  • Fotografieren und Technik
    Die Außenansichten von Punakha Dzong, die Brücke über den Fluss und die Umgebung dürfen üblicherweise fotografiert werden. In Tempelräumen und bei religiösen Zeremonien kann das Fotografieren eingeschränkt oder verboten sein. Besucherinnen und Besucher sollten die Hinweise der Verwaltung und ihres Guides beachten und im Zweifel nachfragen. Drohnenflüge und professionelle Foto- oder Filmaufnahmen unterliegen in Bhutan besonderen Regelungen und bedürfen meist der Genehmigung. Ein respektvoller Umgang mit Technik trägt dazu bei, die spirituelle Atmosphäre zu bewahren.
  • Gesundheit und Versicherung
    Für Reisen nach Bhutan wird eine gute Auslandskrankenversicherung empfohlen, die medizinische Versorgung in Asien abdeckt und gegebenenfalls Rücktransport einschließt. Bei Aufenthalten in höheren Lagen sollte an mögliche Höhenanpassung gedacht werden; Punakha selbst liegt jedoch vergleichsweise niedrig und ist dadurch für viele Reisende angenehmer als hoch gelegene Regionen. Deutsche gesetzliche Krankenversicherungen decken in der Regel keine Behandlungskosten außerhalb Europas, weshalb eine zusätzliche Versicherung sinnvoll ist. Das Auswärtige Amt informiert über gesundheitliche Empfehlungen und Reisewarnungen.

Warum Pungthang Dewachen Phodrang auf jede Punakha-Reise gehört

Wer nach Punakha reist, erlebt mit Pungthang Dewachen Phodrang nicht nur ein schönes Bauwerk, sondern einen Schlüssel zu Bhutans Selbstverständnis. Der Dzong vereint Nationalgeschichte, religiöse Praxis und Alltagsleben. Morgens ziehen Mönche zu Ritualen, tagsüber laufen Verwaltungsabläufe, und ständig passieren kleine und große Zeremonien, von klösterlichen Prüfungen bis zu Segensfeiern für Familien.

Die Atmosphäre im Dzong ist geprägt von Düften von Räucherwerk, dem Klang von Gebetsglocken und dem leisen Rascheln von Gebetsfahnen im Wind. Zwischen den Höfen bieten sich Blicke auf die Flüsse, auf Reisterrassen und die grünen Berghänge, die das Tal umgeben. Wer sich auf diese Eindrücke einlässt, erfährt eine Form von Meditation im Gehen: Architektur, Natur und Spiritualität bilden hier eine kaum trennbare Einheit.

Für Reisende aus Deutschland, die Bhutan häufig über seine Idee des Bruttonationalglücks kennenlernen, ist Punakha Dzong ein Ort, an dem diese abstrakte Idee konkret wird. Die Balance zwischen Tradition und vorsichtigem Modernisierungsprozess lässt sich im Alltag der Mönche und Verwaltungsmitarbeitenden beobachten. Moderne Kommunikationsmittel existieren, aber die religiöse Praxis bestimmt weiterhin Rhythmus und Bedeutung vieler Tätigkeiten.

In der Umgebung des Dzongs lassen sich Spaziergänge entlang der Flüsse unternehmen, bei denen die Silhouette des Bauwerks immer wieder in neuen Perspektiven erscheint. Häufig werden Besuche so gestaltet, dass Reisende zunächst von einem Aussichtspunkt aus auf die Anlage blicken und erst dann über die Brücke den Zugang wählen. Dieses „Annähern in Stufen“ macht den Besuch zu einem bewussten Prozess, der gut zur kontemplativen Kultur des Landes passt.

Im Zusammenspiel mit anderen Orten Bhutans – etwa der Festung in Paro oder dem berühmten Kloster Taktsang (Tiger’s Nest) bei Paro – fügt Punakha Dzong ein wichtiges Kapitel hinzu. Während Tiger’s Nest spektakulär an einer Steilwand hängt und eine Pilgererfahrung bietet, verkörpert Punakha den Aspekt von geerdeter, alltagsnaher Spiritualität im Tal. Viele Reiseplanungen sehen daher Punakha direkt nach oder vor anderen Zentralorten vor, um ein umfassendes Bild des Landes zu gewinnen.

Unsere Redaktion empfiehlt, bei der Reiseplanung genug Zeit für Punakha Dzong einzuplanen und nicht nur einen kurzen Fotostopp einzulegen. Wer sich einige Stunden oder sogar einen ganzen Tag nimmt, kann die verschiedenen Lichtstimmungen erleben, Rituale beobachten und vielleicht ein Gespräch mit einem Guide oder Mönch führen, das tiefer in Bhutans Wertewelt hineinführt.

Punakha Dzong in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

Punakha Dzong und Pungthang Dewachen Phodrang sind in den sozialen Medien längst zu Motivklassikern geworden. Fotos und Videos zeigen die Festung im Morgenlicht, im Monsunregen, umgeben von Gebetsfahnen oder eingebettet in religiöse Feste. Für Reisende aus Deutschland ermöglichen diese Eindrücke eine erste Annäherung an den Ort, ersetzen aber nicht die unmittelbare Erfahrung vor Ort.

Häufige Fragen zu Punakha Dzong

Wo genau liegt Punakha Dzong?

Punakha Dzong liegt im Punakha-Tal in Zentralbhutan, auf einer Landzunge zwischen den Flüssen Mo Chhu und Pho Chhu. Die nächstgelegene größere Stadt ist Thimphu, die Hauptstadt Bhutans, von der aus die Fahrt nach Punakha über Bergstraßen führt. Für Reisende aus Deutschland erfolgt die Anreise in der Regel über den internationalen Flughafen Paro und weiter per Auto mit Fahrer.

Was bedeutet der Name Pungthang Dewachen Phodrang?

Pungthang Dewachen Phodrang ist der lokale Name von Punakha Dzong. Sinngemäß lässt er sich als „Palast des großen Glücks“ übersetzen. Der Begriff verweist auf die Rolle des Dzongs als spiritueller Ort, an dem religiöse Praxis, der Schutz der Gemeinschaft und das Wohlbefinden der Menschen zusammenkommen. Die Bezeichnung spiegelt damit auch Bhutans Fokus auf gemeinschaftliches Glück und innere Balance wider.

Wann wurde Punakha Dzong gegründet?

Die Gründung von Punakha Dzong geht auf das 17. Jahrhundert zurück, als Zhabdrung Ngawang Namgyal die Grundlagen eines geeinten Bhutan legte. In dieser Zeit entstanden mehrere Dzongs als politische und religiöse Zentren. Punakha wurde zu einem der Schlüsselorte, an denen sich die junge Staatsordnung und die klösterlichen Strukturen verbanden. Damit ist der Dzong deutlich älter als viele bekannte Bauwerke in Deutschland, etwa das Brandenburger Tor.

Kann man Punakha Dzong als Tourist besuchen?

Ja, Punakha Dzong ist für Besucherinnen und Besucher zugänglich, allerdings im Rahmen der bhutanischen Tourismuspolitik. Reisen nach Bhutan werden meist über autorisierte Agenturen organisiert, die auch den Zugang zu Punakha regeln. Bestimmte Bereiche des Dzongs sind öffentlich zugänglich, andere bleiben religiösen Funktionen vorbehalten. Mit einem Guide lassen sich Innenhöfe, Tempelräume und architektonische Besonderheiten erkunden, wobei die aktuelle Zugangsregelung und Zeremonien berücksichtigt werden.

Wann ist die beste Reisezeit für Punakha?

Als besonders angenehme Reisezeiten gelten das Frühjahr und der Herbst, wenn die Temperaturen mild sind und die Landschaft im Punakha-Tal besonders reizvoll erscheint. Während der Monsunzeit im Sommer kann es intensiver regnen, was wiederum eine faszinierende Atmosphäre mit Nebel und kräftigen Flussläufen schafft. Der Winter ist kühler, aber im Punakha-Tal oft weniger streng als in höhenlagenstärkeren Regionen Bhutans. Reiseagenturen beraten zu individuellen Präferenzen hinsichtlich Klima und Aktivitäten.

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