Prager Burg entdecken: Wie Prazsky hrad Prag prägt
07.06.2026 - 17:29:45 | ad-hoc-news.deWenn sich am Abend der Himmel über Prag rosa färbt und die Lichter der Stadt aufblinken, leuchtet die Prager Burg – auf Tschechisch Prazsky hrad (sinngemäß „Prager Burg“) – wie eine Krone hoch über der Moldau. Von der Karlsbrücke aus scheint das riesige Burgareal über den Dächern der Altstadt zu schweben und erzählt mit jedem Turm, jedem Hof und jeder Fassade Geschichten aus über tausend Jahren mitteleuropäischer Geschichte.
Prager Burg: Das ikonische Wahrzeichen von Prag
Die Prager Burg gilt als eines der markantesten Wahrzeichen Mitteleuropas und als symbolisches Herz Tschechiens. Sie thront auf einem Hügel am linken Ufer der Moldau und dominiert das Stadtbild von Prag, ähnlich eindrucksvoll, wie der Kölner Dom die Silhouette von Köln prägt. Ihr umfangreicher Komplex aus Palästen, Kirchen, Innenhöfen und Gärten erstreckt sich über mehrere Hundert Meter und wird häufig als eines der größten geschlossenen Burgareale der Welt beschrieben.
Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist die Prager Burg nicht nur ein Foto-Hotspot, sondern ein konzentrierter Einstieg in die Geschichte Böhmens, der Habsburger Monarchie und der modernen Tschechischen Republik. Hier befindet sich der Amtssitz des Staatspräsidenten von Tschechien, gleichzeitig sind zentrale Nationalheiligtümer wie der Veitsdom und die Böhmischen Kronjuwelen in den Gebäuden der Burg aufgehoben. Damit verbindet der Prazsky hrad auf einzigartige Weise staatliche Repräsentation, religiöse Bedeutung, Alltagsleben und Tourismus.
Atmosphärisch ist das Burgareal vielschichtig: tagsüber drängen sich Besuchergruppen durch die Gassen des Goldenen Gässchens und über den dritten Burghof, abends haben die Plätze eine fast feierliche Ruhe. Zwischen romanischen Mauern, gotischen Türmen und barocken Fassaden erleben Reisende eine verdichtete Reise durch die Epochen – und finden dabei doch immer wieder stille Innenhöfe, schattige Arkaden und Ausblicke, die Prag in weiches Licht tauchen.
Geschichte und Bedeutung von Prazsky hrad
Die Anfänge der Prager Burg reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als auf dem Hügel über der Moldau eine erste befestigte Anlage des böhmischen Fürstengeschlechts der P?emysliden entstand. Aus einer frühen Fliehburg entwickelte sich schrittweise der zentrale Macht- und Residenzort des Herzogtums und späteren Königreichs Böhmen. Bereits im Mittelalter wurde das Burgareal kontinuierlich erweitert, um den politischen und repräsentativen Ansprüchen der Herrscher gerecht zu werden.
Im 14. Jahrhundert, unter Kaiser Karl IV., erlebte Prazsky hrad eine erste große Blüte. Karl IV., der Prag zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs machte, ließ die Burg deutlich vergrößern und den Veitsdom zu einer gotischen Kathedrale ausbauen. Zu dieser Zeit entwickelte sich Prag zu einem der wichtigsten Zentren Europas – die Burg war dabei das politische und geistliche Herz dieses Aufschwungs. Für deutsche Leser hilft die zeitliche Einordnung: Diese Ausbauphase liegt mehrere Jahrhunderte vor der Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871 und macht deutlich, wie tief die Geschichte des Burgareals zurückreicht.
Ein weiterer entscheidender Abschnitt in der Geschichte der Prager Burg ist mit den Habsburgern verbunden. Nach der Schlacht am Weißen Berg im 17. Jahrhundert wurde Böhmen fest in die habsburgische Monarchie integriert, und Prazsky hrad diente den Habsburger Kaisern als eine ihrer wichtigsten Residenzen. In dieser Zeit erhielt die Burg zahlreiche barocke und klassizistische Umbauten, die bis heute das Erscheinungsbild vieler Paläste prägen. Historiker betonen, dass die Burg damit ein Schlüsselort für das Verständnis der Habsburgermonarchie und ihrer Herrschaft in Mitteleuropa ist.
Auch für die moderne Geschichte Tschechiens spielt die Prager Burg eine zentrale Rolle. Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns wurde 1918 die Tschechoslowakei gegründet; die Burg wurde Sitz des Staatspräsidenten. Der erste Präsident, Tomáš Garrigue Masaryk, ließ die Anlage umfangreich modernisieren, wobei der slowenische Architekt Jože Ple?nik prägende architektonische und gestalterische Eingriffe vornahm. In der Zeit des Kommunismus blieb die Burg ebenfalls Machtzentrum, wenngleich sie stärker abgeschirmt wurde.
Mit der Samtenen Revolution von 1989 und der Gründung der Tschechischen Republik 1993 erhielt die Prager Burg eine neue symbolische Bedeutung: als Ort der demokratischen Erneuerung und als identitätsstiftendes Nationalsymbol. Hier trat Václav Havel als Präsident auf den Balkon, hier fanden entscheidende politische Ereignisse der jungen Republik statt. Noch heute werden wichtige Staatsakte, Empfänge und nationale Feierlichkeiten auf dem Burgareal abgehalten.
International wird die Bedeutung der Prager Burg durch ihren Status als Bestandteil des UNESCO-Welterbes unterstrichen. Die historische Altstadt von Prag mit der Burg wurde als Kulturerbe anerkannt, weil sie in seltener Dichte architektonische, politische und kulturelle Entwicklungen Mitteleuropas widerspiegelt. Fachleute von UNESCO und ICOMOS heben hervor, dass sich an der Burg die wechselnden Machtverhältnisse, Herrschaftsformen und künstlerischen Strömungen über ein Jahrtausend ablesen lassen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch ist die Prager Burg kein einheitliches Bauwerk, sondern ein vielschichtiger Komplex, in dem sich nahezu alle bedeutenden Baustile Europas finden. Romanische Reste, gotische Monumentalbauten, Renaissancepaläste, barocke Fassaden und moderne Eingriffe fügen sich zu einer Art Freilicht-Lehrbuch der Architekturgeschichte. Gerade dieser Stilmix macht Prazsky hrad für Architekturinteressierte aus dem deutschsprachigen Raum so spannend.
Herzstück des Areals ist der Veitsdom (Kathedrale St. Veit, Wenzel und Adalbert), dessen schlanke Türme schon von weitem sichtbar sind. Der Dom gilt als Hauptkirche Böhmens und ist Krönungskirche der böhmischen Könige. Die Baugeschichte erstreckt sich über Jahrhunderte: Der Grundstein wurde im 14. Jahrhundert gelegt, endgültig fertiggestellt wurde die Kathedrale erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Inneren beeindrucken farbige Fenster, reiche Gewölbe, die Grabmäler böhmischer Könige und Heiliger sowie die Wenzelskapelle, die mit Halbedelsteinen geschmückt ist.
Ein weiterer markanter Bau ist die St.-Georgs-Basilika mit ihrem romanischen Kern und der charakteristischen rosafarbenen Fassade. Sie zählt zu den ältesten Kirchengebäuden in Prag und markiert eine frühe Phase der Burgentwicklung. In den angrenzenden Klostergebäuden befindet sich heute ein Teil der Sammlungen der Nationalgalerie, was zeigt, wie auch moderne museale Nutzung in die historischen Strukturen integriert wurde.
Die verschiedenen Palastbauten der Prager Burg vermitteln die Wandlung von einer mittelalterlichen Burg zu einer repräsentativen Residenz. Der Alte Königspalast mit dem Vladislav-Saal, einem der größten profanen gotischen Säle Europas, veranschaulicht den Anspruch der böhmischen Könige und späteren Kaiser auf Repräsentation. Hier fanden einst Krönungsfeiern und Turniere statt; heute wird der Saal für wichtige staatliche Veranstaltungen genutzt.
Im 16. Jahrhundert entstand unter Kaiser Rudolf II. die sogenannte Nordflügel-Erweiterung mit Renaissance- und Frühbarockelementen. Rudolf II., bekannt als kunstsinniger und exzentrischer Habsburger, machte Prag zu einem Zentrum von Kunst und Wissenschaft. Die Prager Burg war in dieser Zeit Schauplatz einer bedeutenden Kunstsammlung und eines regen Hoflebens. Kunsthistoriker sehen in dieser Phase eine der kulturell produktivsten Epochen der Burg.
Zu den berühmtesten Bereichen des Burgareals gehört das Goldene Gässchen (Zlatá uli?ka). Die kleinen, bunt gestrichenen Häuser entlang der schmalen Gasse waren ursprünglich Wohn- und Arbeitsstätten von Burgwachen und Handwerkern. Im 20. Jahrhundert zog das Gässchen Künstler und Intellektuelle an; zeitweise soll auch Franz Kafka hier gearbeitet haben. Heute beherbergen viele Häuser kleine Ausstellungen, Souvenirgeschäfte und Einblicke in historische Wohnverhältnisse.
Architektonisch bemerkenswert ist auch die Modernisierung der Burganlage unter Jože Ple?nik im 20. Jahrhundert. Ple?nik gestaltete unter anderem Höfe, Treppenanlagen und Gartenbereiche neu und fügte moderne, aber bewusst zurückhaltende Elemente in den historischen Kontext ein. Fachkreise würdigen seine Arbeit als Beispiel dafür, wie behutsame Modernisierung einem historischen Ensemble neue Funktionalität geben kann, ohne den Charakter zu zerstören.
Künstlerische Höhepunkte bieten darüber hinaus die Sammlungen im Bildergalerie-Trakt der Prager Burg, in denen Werke europäischer Malerei aus verschiedenen Epochen ausgestellt sind. Auch die Ausstellung zu den Böhmischen Kronjuwelen, die in unregelmäßigen Abständen zugänglich gemacht wird, zählt zu den besonderen Attraktionen. Die Kronjuwelen selbst – Krone, Zepter und Reichsapfel – besitzen für die tschechische Nation einen ähnlich hohen Symbolwert wie die Reichsinsignien oder die Kronjuwelen im Wiener Schatzkammerkontext für den deutschen und österreichischen Raum.
Im Außenbereich bieten die Burggärten unterschiedliche Stimmungen: von streng gestalteten Ziergärten über terrassenartige Anlagen mit Blick auf die Altstadt bis hin zu ruhigeren Grünflächen. Besonders spektakulär ist der Blick von den südlichen Gärten auf die rote Dachlandschaft Prags, die Moldau und die historischen Brücken. Bei klarer Sicht kann man weit in die Stadtlandschaft und über die Hügel des Umlands schauen.
Prager Burg besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Die Prager Burg liegt auf dem Hradschin-Hügel im Westen der Stadt, oberhalb der Kleinseite (Malá Strana). Von der Altstadt ist sie gut zu Fuß erreichbar, allerdings über teils steile Treppen und ansteigende Wege. Alternativ fahren Straßenbahnen in die Nähe des Burgareals. Für Reisende aus Deutschland ist Prag per Bahn, Auto und Flugzeug unkompliziert zu erreichen. Von Frankfurt am Main, München oder Berlin verkehren direkte oder umsteigefreie Bahnverbindungen, häufig mit komfortablen EuroCity-Zügen. Je nach Startpunkt und Verbindung ist mit Fahrzeiten von etwa 4 bis 7 Stunden zu rechnen. Mit dem Auto führt die Strecke von Süddeutschland meist über Autobahnen in Bayern und weiter über das gut ausgebaute tschechische Straßennetz; in Tschechien besteht Mautpflicht für Autobahnen, meist in Form einer elektronischen Vignette. Flüge von großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf zum Václav-Havel-Flughafen Prag dauern in der Regel rund 1 bis 1,5 Stunden. Vom Flughafen gelangt man mit Bus und Metro oder Taxi in die Innenstadt und weiter zur Burg.
- Öffnungszeiten: Das Burgareal als solches ist im Regelfall tagsüber über weite Zeiträume zugänglich, einzelne Innenräume wie der Veitsdom, der Alte Königspalast, die Ausstellungen oder das Goldene Gässchen haben eigene Öffnungszeiten, die sich saisonal unterscheiden können. Besucher sollten beachten, dass Öffnungszeiten variieren und kurzfristig angepasst werden können – insbesondere bei offiziellen Staatsakten oder besonderen Veranstaltungen. Es ist daher ratsam, die jeweils aktuellen Zeiten direkt über die offizielle Informationsplattform der Prager Burg zu prüfen.
- Eintritt: Der Zugang zu Teilen des Außengeländes ist in der Regel kostenlos. Für den Besuch bestimmter Innenräume, etwa des Veitsdoms (einschließlich der Turmbesteigung), des Alten Königspalasts, der Ausstellungen oder des Goldenen Gässchens, werden unterschiedliche Ticketkombinationen angeboten. Die Preise sind in der Landeswährung Tschechische Krone angegeben; zur besseren Orientierung können Besucher grob in Euro umrechnen. Da sich Eintrittspreise ändern können und gelegentlich Sonderausstellungen oder kombinierte Tickets angeboten werden, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Informationen vor der Reise. Bei einer mehrköpfigen Familie oder Gruppe lohnt sich der Vergleich verschiedener Ticketoptionen.
- Beste Reisezeit: Die Prager Burg ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel, doch das Besucheraufkommen variiert deutlich. In den Sommermonaten und rund um Feiertage ist mit starkem Andrang und längeren Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen und Eingängen zu rechnen. Für Reisende aus Deutschland eignen sich besonders Frühling und Herbst, wenn das Wetter meist angenehm, aber die Burg nicht ganz so überlaufen ist. Auch ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag kann helfen, größere Menschenmengen zu vermeiden. Im Winter hat der Blick auf die möglicherweise verschneite Burg und die in warmes Licht getauchte Stadt einen besonderen Reiz, allerdings sollten die kürzeren Tage und das kühlere Klima einkalkuliert werden.
- Sprache, Zahlung, Trinkgeld: Amtssprache ist Tschechisch, doch in Prag wird in touristischen Bereichen häufig Englisch gesprochen. In Hotels, Restaurants und an Kassen von Sehenswürdigkeiten sind englische Informationen verbreitet; deutschsprachige Beschilderung oder Führungen sind teilweise ebenfalls verfügbar, aber nicht überall garantiert. Für Reisende aus der DACH-Region ist Englisch meist die verlässlichere Kommunikationsbasis. Bezahlt wird in Tschechischer Krone. In Prag sind Kredit- und Debitkarten in vielen Hotels, Restaurants, Geschäften und an Kassen größerer Attraktionen verbreitet akzeptiert, oft auch kontaktlos oder per Mobile Payment über Apple Pay oder Google Pay. Kleinere Beträge, etwa an Kiosken oder in kleineren Lokalen, werden teils bevorzugt in bar beglichen. Beim Trinkgeld sind – ähnlich wie im deutschsprachigen Raum – rund 5 bis 10 Prozent in Restaurants üblich, sofern der Service nicht bereits in der Rechnung enthalten ist. Im Taxi oder beim Lieferservice wird meist aufgerundet.
- Kleiderordnung und Sicherheit: Für den Besuch der Prager Burg gibt es keine strenge Kleiderordnung, allerdings sollte in Sakralräumen wie dem Veitsdom auf respektvolle, angemessene Kleidung geachtet werden. Schultern bedeckende Oberteile und nicht zu kurze Hosen oder Röcke sind empfehlenswert. Das Burgareal wird touristisch intensiv genutzt und unterliegt Sicherheitskontrollen, unter anderem mit Gepäckdurchleuchtung und Zugangsschleusen. Das bedeutet mitunter Wartezeiten, erhöht aber zugleich das Sicherheitsniveau. Die allgemeine Sicherheitslage in Prag wird von europäischen Institutionen meist als stabil bewertet; Reisende sollten dennoch, wie in anderen Großstädten, auf persönliche Wertsachen achten.
- Fotografieren: Das Fotografieren im Außenbereich der Burg ist in der Regel erlaubt und gehört zu den Highlights vieler Prag-Reisen. In Innenräumen, insbesondere in Ausstellungen und sakralen Gebäuden, gelten teilweise Einschränkungen: Blitzlicht kann untersagt sein, für professionelle Ausrüstung können zusätzliche Genehmigungen erforderlich werden. Vor Ort sind entsprechende Hinweisschilder zu beachten. Wer Bilder in sozialen Medien teilen möchte, sollte aus Respekt auf übermäßig störende Fotoaktionen in sehr vollen Bereichen verzichten.
- Einreisebestimmungen: Tschechien ist Mitglied der Europäischen Union und Teil des Schengen-Raums. Für deutsche Staatsbürger ist die Einreise in der Regel mit gültigem Personalausweis oder Reisepass möglich. Da sich Bestimmungen ändern können, sollten Reisende vorab die jeweils aktuellen Einreise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für Besucher aus der Schweiz oder Österreich gelten in der Regel ähnliche europäische Rahmenbedingungen; auch hier sind die jeweiligen nationalen Außenministerien die maßgebliche Informationsquelle.
- Zeitzone und Gesundheit: Prag liegt wie Deutschland in der mitteleuropäischen Zeitzone (MEZ/MESZ), es besteht also normalerweise keine Zeitverschiebung. Für Reisende aus Deutschland ist keine spezielle medizinische Vorsorge erforderlich, sofern keine individuellen gesundheitlichen Besonderheiten bestehen. Innerhalb der EU können gesetzlich Versicherte ihre europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nutzen; dennoch wird häufig der Abschluss einer ergänzenden Auslandsreise-Krankenversicherung empfohlen, um etwaige Eigenanteile oder Rücktransportkosten abzudecken.
Warum Prazsky hrad auf jede Prag-Reise gehört
Wer Prag besucht, kommt an der Prager Burg nicht vorbei – und das nicht nur, weil sie über der Stadt thront. Prazsky hrad bündelt auf einem relativ kompakten Areal viele Motive, die eine Städtereise nach Prag für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland so reizvoll machen: Geschichte zum Anfassen, beeindruckende Architektur, grandiose Ausblicke, kulturelle Highlights und eine dichte Atmosphäre, in der sich mittelalterliche Legenden und moderne Stadtgesellschaft begegnen.
Schon der Weg hinauf zur Burg ist Teil des Erlebnisses. Von der Karlsbrücke führt ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Kleinseite, vorbei an barocken Palästen, Kirchen und kleinen Cafés. Je näher man dem Burgberg kommt, desto häufiger öffnet sich der Blick über die Altstadt – ein Panorama, das auf vielen Reiseprospekten zu sehen ist, hier aber überwältigend real wird. Oben angekommen, weitet sich der dritte Burghof zu einem großzügigen Platz, an dessen äußerem Rand der Veitsdom fast übermächtig wirkt.
Innerhalb weniger Stunden lässt sich hier ein Bogen schlagen vom romanischen Ernst der St.-Georgs-Basilika über die gotische Strenge des Veitsdoms bis hin zu den barocken Fassaden der Paläste. Reisende können in Ausstellungen die Verflechtung der böhmischen Geschichte mit deutschem, österreichischem und europäischem Kontext nachvollziehen. Gerade für ein deutschsprachiges Publikum ist dabei spannend, wie eng die politische Geschichte der Region mit Entwicklungen im Heiligen Römischen Reich, in der Habsburgermonarchie und in der späteren deutschen Geschichte verwoben ist.
Gleichzeitig bietet die Prager Burg auch eindrucksvolle Ruhepole im sonst quirligen Prag. In Hinterhöfen, kleinen Gärten oder auf Treppen mit Aussicht lässt sich das Stadtpanorama in aller Ruhe auf sich wirken. Viele Besucher genießen es, nach einem intensiven Stadtrundgang hier oben kurz innezuhalten – der Blick über die roten Dächer, die Moldau mit ihren Brücken und die entfernten Hügel vermittelt ein Gefühl von Weite, das man in den engen Gassen unten nur selten findet.
In der näheren Umgebung der Burg bieten sich weitere Sehenswürdigkeiten an, die sich gut zu einem Tagesprogramm kombinieren lassen: die malerische Kleinseite mit ihren Palästen und Gassen, die barocke Wallfahrtskirche Loreto, das Strahov-Kloster mit seiner berühmten Bibliothek oder der Petrin-Hügel, von dem noch einmal ein anderer Blick auf Burg und Stadt möglich ist. Wer genügend Zeit mitbringt, kann so ein ganzes Viertel entdecken, das trotz touristischer Beliebtheit seinen eigenen, teils sehr lokalen Charakter bewahrt.
Viele Reiseführer – etwa renommierte deutschsprachige Verlage, die auf Prag und Tschechien spezialisiert sind – empfehlen, mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag für die Prager Burg einzuplanen. Dies deckt sich mit Erfahrungen vieler Besucher, denn der Umfang des Areals und die Vielzahl der möglichen Besichtigungen machen einen kurzen „Pflichtbesuch“ wenig sinnvoll. Stattdessen lohnt es, den Aufenthalt bewusst zu strukturieren: etwa mit einem Rundgang durch die Höfe und Gärten am Vormittag, einem Besuch bedeutender Innenräume und Ausstellungen am Mittag und einem abschließenden Spaziergang zum Abendlicht über der Stadt.
Auch emotional hinterlässt Prazsky hrad oft bleibende Eindrücke. Die Vorstellung, dass hier über Jahrhunderte Herrscher über das Schicksal Böhmens, Mitteleuropas und großer Teile des Kontinents entschieden, verleiht dem Ort eine besondere Schwere. Zugleich ist die Burg durch die Präsenz von Schulklassen, Reisenden aus aller Welt, Musikern und Führungen ein lebendiger, offener Ort. In dieser Mischung aus historischer Aura und heutiger Lebendigkeit lässt sich ein Kern dessen spüren, was viele an Prag fasziniert.
Prager Burg in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
Die Prager Burg gehört zu den meistfotografierten Motiven der Stadt und ist in den sozialen Medien permanent präsent – vom Sonnenaufgang über den Veitsdom bis zur nächtlichen Silhouette über der Moldau. Reisende teilen Eindrücke aus dem Goldenen Gässchen, Panoramablicke von den Burgterrassen oder detailreiche Nahaufnahmen architektonischer Elemente. Für die Reiseplanung aus Deutschland können solche Eindrücke ein Gefühl dafür geben, welche Perspektiven und Tageszeiten besonders stimmungsvoll wirken.
Prager Burg — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Prager Burg
Wo liegt die Prager Burg genau?
Die Prager Burg befindet sich auf dem Hradschin-Hügel westlich der Moldau in Prag, oberhalb des Stadtteils Kleinseite (Malá Strana). Sie ist von der Altstadt aus zu Fuß, mit der Straßenbahn oder über verschiedene Wege und Treppen erreichbar.
Wie alt ist Prazsky hrad?
Die Ursprünge der Prager Burg reichen ins 9. Jahrhundert zurück, als die ersten befestigten Anlagen der böhmischen Fürsten entstanden. Seitdem wurde das Burgareal über viele Jahrhunderte ständig erweitert und umgebaut, sodass sich heute Bauten aus unterschiedlichen Epochen – von der Romanik bis ins 20. Jahrhundert – finden.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch der Prager Burg einplanen?
Für einen ersten Überblick mit Spaziergang durch die Höfe und einem Besuch von Veitsdom, Alten Königspalast und Goldenen Gässchen empfiehlt sich mindestens ein halber Tag. Wer Ausstellungen, Gärten und mehrere Innenräume ausführlicher erkunden möchte, sollte eher einen ganzen Tag einplanen.
Was ist das Besondere an der Prager Burg im Vergleich zu anderen Burgen?
Die Prager Burg ist kein einzelnes Schloss, sondern ein weitläufiges Ensemble aus Palästen, Kirchen, Plätzen und Gärten, das über viele Jahrhunderte Zentrum der Macht in Böhmen und später Sitz der Habsburger und der tschechischen Staatspräsidenten war. Der außergewöhnliche Stilmix, die starke politische Symbolik und die Lage hoch über Prag unterscheiden Prazsky hrad von vielen anderen Burgen in Europa.
Wann ist die beste Jahreszeit, um die Prager Burg zu besuchen?
Die beste Reisezeit hängt von den Vorlieben ab: Im Frühling und Herbst ist es meist milder und weniger überlaufen, im Sommer lockt die lange Helligkeit, aber auch mehr Andrang. Im Winter hat die Burg im Zusammenspiel mit der winterlichen Stadtbeleuchtung eine besondere Stimmung, allerdings sind die Tage kürzer und es kann kalt sein.
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