Pompeji, Reise

Pompeji neu entdecken: Wie Pompei den Moment des Ausbruchs einfriert

05.06.2026 - 09:01:11 | ad-hoc-news.de

Pompeji in Italien zieht Millionen an – doch was macht Pompei so einzigartig, dass man hier förmlich in den letzten Moment vor dem Ausbruch des Vesuvs eintaucht? Dieser Guide ordnet ein und gibt Reisetipps.

Pompeji, Reise, Kultur
Pompeji, Reise, Kultur

Feiner Vulkanstaub knirscht unter den Schuhen, die Abendsonne taucht die Straßen in warmes Rot, und aus der Ferne zeichnet sich der Vesuv ab – in Pompeji und der heutigen Stadt Pompei scheint der Moment vor dem Ausbruch bis heute eingefroren zu sein. Wer hier durch die gepflasterten Gassen geht, bewegt sich buchstäblich durch einen der letzten Tage der Antike.

Pompeji: Das ikonische Wahrzeichen von Pompei

Pompeji, im Italienischen Pompei genannt, ist weit mehr als eine archäologische Stätte: Es gilt als eine der eindrucksvollsten Momentaufnahmen des römischen Alltags, die weltweit erhalten ist. Durch den plötzlichen Ausbruch des Vesuvs im 1. Jahrhundert nach Christus wurde die Stadt unter meterhoher Asche begraben und damit vor der Zerstörung durch Zeit, Wetter und spätere Überbauung bewahrt.

Die UNESCO bezeichnet die Ausgrabungen von Pompeji, Herculaneum und den umliegenden Villen als herausragendes Beispiel für eine untergegangene Zivilisation, die in all ihren Details sichtbar bleibt. Archäolog:innen betonen immer wieder, dass kaum ein anderer Ort so plastisch zeigt, wie Menschen in einer römischen Provinzstadt tatsächlich lebten – mit Tavernen, Bäckereien, Werkstätten, Villen, Bordellen, Tempeln und Theatern.

Für Reisende aus Deutschland ist Pompeji zu einem Synonym für antike Geschichte zum Anfassen geworden. Anders als in vielen Museen stehen Besucher:innen hier mitten in den Straßen, können Fassaden, Fresken und Mosaike im Originalkontext erleben und begreifen, wie nah Alltag, Luxus und Katastrophe beieinander lagen. Die Atmosphäre ist zugleich eindrucksvoll und still: Zwischen zerfallenen Mauern, auf denen heute Gras wächst, ist das Echo vergangener Stimmen fast körperlich spürbar.

Geschichte und Bedeutung von Pompei

Die Geschichte von Pompeji beginnt Jahrhunderte vor der römischen Blütezeit. Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung bereits im 7. oder 6. Jahrhundert vor Christus hin. Zunächst lebten hier vor allem Osker, später prägten Etrusker, Griechen und schließlich die Römer die Stadt. Die Lage an einer wichtigen Handelsroute zwischen Neapel und Salerno sowie in der Nähe des fruchtbaren Golfes von Neapel machte Pompeji zu einem begehrten Standort.

Im 1. Jahrhundert vor Christus wurde Pompeji zu einer römischen Kolonie und entwickelte sich zu einer wohlhabenden Provinzstadt. Reiche Familien ließen elegante Stadthäuser und luxuriöse Villen errichten, wie die berühmte Villa dei Misteri mit ihren rätselhaften, großformatigen Wandmalereien. Werkstätten, Läden und Märkte brachten wirtschaftlichen Wohlstand, während Tempel und öffentliche Gebäude das städtische Leben strukturierten.

Die Stadt war allerdings auch Naturgefahren ausgesetzt. Bereits im Jahr 62 nach Christus erschütterte ein starkes Erdbeben die Region und richtete in Pompeji schwere Schäden an. Viele Gebäude wurden in den folgenden Jahren repariert oder neu errichtet, was sich bis heute an unterschiedlichen Bauphasen ablesen lässt. Die laufenden Reparaturarbeiten zur Zeit des Vesuvausbruchs sind noch an eingerüsteten Fassaden, unfertigen Mauern und provisorischen Lösungen sichtbar.

Der entscheidende Einschnitt kam im Jahr 79 nach Christus, als der Vesuv in einer gewaltigen Eruption ausbrach. Heutige Forschungen diskutieren den genauen Tag – traditionell wird der 24. August genannt, einige Funde legen aber einen späteren Termin im Herbst nahe. Wichtig für Besuchende ist nicht das exakte Datum, sondern die Dimension der Katastrophe: Über viele Stunden stürzten Asche, Bimssteine und schließlich pyroklastische Ströme auf Pompeji nieder.

Die Stadt wurde in kürzester Zeit unter einer mehrere Meter dicken Schicht aus Asche und vulkanischem Material begraben. Viele Bewohner:innen starben in ihren Häusern oder auf der Flucht. Die charakteristischen Körperformen, die heute in Museen und Ausstellungen zu sehen sind, entstanden erst Jahrhunderte später, als Archäolog:innen Hohlräume in der Ascheschicht entdeckten und mit Gips ausgossen, um die Positionen der Verstorbenen zu rekonstruieren.

Nach dem Ausbruch geriet Pompeji weitgehend in Vergessenheit. Die Gegend wurde teilweise landwirtschaftlich genutzt, doch die genaue Lage der untergegangenen Stadt verschwand aus dem kollektiven Gedächtnis. Erst ab dem 18. Jahrhundert begannen systematische Ausgrabungen, zunächst im Auftrag des bourbonischen Königshofs von Neapel. Dabei standen anfangs repräsentative Funde im Vordergrund, etwa Statuen, Mosaike und kostbare Objekte für königliche Sammlungen.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Pompeji zunehmend zu einem Forschungsobjekt moderner Archäologie. Wissenschaftliche Methoden, dokumentierte Grabungen und konservatorische Maßnahmen traten an die Stelle reiner Schatzsuche. Heute arbeiten Archäolog:innen, Restaurator:innen und Konservator:innen eng zusammen, um die Stätte zu erforschen und gleichzeitig zu schützen.

Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste unterstreicht die globale Bedeutung von Pompeji. Die Stätte gilt als einzigartiges Zeugnis einer antiken Stadt, die durch ein Naturereignis im Augenblick ihres Untergangs konserviert wurde. Für deutsche Besucher:innen ist es ein Ort, an dem Schulwissen aus Geschichtsunterricht und Dokumentarfilmen greifbare Realität wird: Die Begriffe „römisches Haus“, „Forum“ oder „Thermen“ bekommen plötzlich konkrete Formen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die architektonische Struktur von Pompeji folgt typischen römischen Stadtplanungsprinzipien. Rechtwinklig angelegte Straßen, sogenannte cardines und decumani, teilen die Stadt in Insulae, also Häuserblocks. Das Forum als politisches und religiöses Zentrum bildet den Dreh- und Angelpunkt des öffentlichen Lebens. Hier standen Tempel, Verwaltungsgebäude, Basilika und Markthallen.

Schon beim Betreten der Ausgrabung fällt die Vielfalt der Gebäude auf. Es gibt einfache, fast schmucklose Wohnhäuser, aber auch aufwendig gestaltete Stadthäuser wie das Haus des Fauns mit seinem berühmten Mosaik des „Alexandermosaiks“, das eine Schlacht Alexander des Großen zeigt. Solche Kunstwerke waren im Alltag römischer Oberschichten sichtbar und nicht nur Museumsstücke hinter Glas.

Besonders eindrucksvoll sind die Wandmalereien, die in vielen Häusern erhalten geblieben sind. Fachleute unterscheiden verschiedene Stilphasen, die von einfachen farbigen Flächen über illusionistische Architekturmalerei bis hin zu komplexen mythologischen Szenen reichen. Reisende können in manchen Räumen noch heute die leuchtenden Rot-, Gelb- und Blautöne erkennen, die vor fast 2.000 Jahren aufgetragen wurden.

Auch die Bodengestaltung erzählt Geschichten. Fein gearbeitete Mosaike zeigen geometrische Muster, Tiere, Götter oder Szenen aus dem Theater. In Eingangsbereichen finden sich häufig Warnungen wie der berühmte Schriftzug „Cave canem“ („Hüte dich vor dem Hund“), kombiniert mit einem Hundemotiv. Solche Details machen deutlich, wie sehr Humor, Statusbewusstsein und Alltagspraktik in der Gestaltung von Häusern verschmolzen.

Die öffentlichen Gebäude sind nicht weniger beeindruckend. Das große Theater bot Platz für mehrere Tausend Zuschauer:innen und wurde für dramatische Aufführungen genutzt, das kleinere Odeion für Musik und Dichtung. Das Amphitheater von Pompeji gehört zu den ältesten steinernen Amphitheatern im römischen Reich und veranschaulicht die Bedeutung von Gladiatorenspielen und Spektakeln im antiken Alltag.

Einen besonderen Stellenwert nehmen die Thermen ein – öffentliche Badeanlagen, die integraler Bestandteil des sozialen Lebens waren. In Pompeji sind mehrere Bäder erhalten, darunter die Stabianer Thermen, die Forumsthermen und die sogenannten Suburbanen Thermen nahe der Stadtmauer. Besucher:innen können die Abfolge von Umkleideräumen, kalten, lauwarmen und heißen Bädern und die raffinierte Heiztechnik nachvollziehen.

Auch das religiöse Leben ist sichtbar. Tempel für Jupiter, Apollon, Isis und andere Gottheiten markieren die religiösen Schwerpunkte der Stadt. In der Vielfalt der Kultstätten spiegeln sich kulturelle Einflüsse aus dem gesamten Mittelmeerraum. Für deutsche Besucher:innen ist dies ein anschauliches Beispiel dafür, wie sehr religiöse Vorstellungssysteme in der Antike durch Austausch geprägt wurden.

Ein besonders bekannter Bereich der Ausgrabungen ist das sogenannte Lupanar, ein Bordell mit erhaltenen erotischen Wandmalereien und kleinen Kammern. Es wird häufig als „sensationsheischender“ Programmpunkt geführt, zeigt aber auch, wie offen und gleichzeitig kodifiziert Sexualität im öffentlichen Raum der Antike präsent war. Fachleute warnen dennoch vor zu schnellen Rückschlüssen: Nicht jede Darstellung entspricht zwangsläufig einer alltäglichen Realität.

In jüngerer Zeit lenken Archäolog:innen verstärkt den Blick auf die Infrastruktur und den Alltag der nicht-privilegierten Bevölkerung. Werkstätten, Bäckereien mit erhaltenen Mühlen und Öfen, Schenken mit Stehtheken und Amphoren sowie kleine Hinterhöfe erzählen von Arbeit, Versorgung und sozialen Hierarchien. Für Besucher:innen ergeben sich daraus neue Perspektiven, die über die prächtigen Stadtvillen hinausgehen.

Die heutige Stadt Pompei rund um die Ausgrabungen ist eng mit diesem Erbe verflochten. Kirchen, Hotels, Restaurants und Souvenirgeschäfte leben von der Anziehungskraft des antiken Pompeji. Gleichzeitig bemühen sich Behörden und Fachinstitutionen, den Massentourismus zu steuern, um Schäden an der sensiblen Substanz zu begrenzen. Moderne Schutzdächer, Restaurierungsprojekte und kontrollierte Besucherströme sind sichtbare Zeichen dieses Balanceaktes.

Pompeji besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Pompeji liegt in der Region Kampanien im Süden von Italien, etwa 25 km südlich von Neapel und unweit der Küste des Golfs von Neapel. Von Deutschland aus ist die Region üblicherweise per Flug nach Neapel erreichbar, mit Direktverbindungen unter anderem von Frankfurt, München, Berlin und saisonal weiteren Flughäfen. Die Flugzeit liegt je nach Abflugort meist zwischen rund 1,5 und 2,5 Stunden. Vom Flughafen Neapel führen Circumvesuviana-Vorortbahnen und Regionalzüge nach Pompei beziehungsweise zur Haltestelle „Pompei Scavi – Villa dei Misteri“, die in Fußnähe zum Haupteingang der Ausgrabungen liegt. Alternativ ist die Anreise mit Fernzügen über Mailand, Rom und Neapel möglich; von dort geht es weiter mit Regionalzügen. Mit dem Auto erreichen Reisende die Gegend über die italienische Autobahn A3 (Mautsystem), Ausfahrten in der Nähe von Pompei sind ausgeschildert.
  • Öffnungszeiten: Die Ausgrabungen von Pompeji haben im Allgemeinen täglich geöffnet, mit saisonabhängigen Zeiten und gelegentlichen Schließtagen, etwa an ausgewählten Feiertagen. Da sich Öffnungszeiten, letzte Einlasszeiten und Zugang zu einzelnen Bereichen ändern können, empfiehlt die Verwaltung von Pompeji, vor einem Besuch den jeweils aktuellen Stand direkt auf den offiziellen Informationsseiten der Stätte zu prüfen. Dies gilt insbesondere, wenn bestimmte Häuser, Ausstellungsbereiche oder neue Grabungssektoren auf der persönlichen Wunschliste stehen.
  • Eintritt: Für den Zugang zur archäologischen Stätte wird ein Eintrittspreis erhoben, der sich je nach Tickettyp, Alter, Kombinationen mit anderen Stätten (z. B. Herculaneum) und eventuellen Ermäßigungen unterscheidet. Da Preise angepasst werden können und es regelmäßig Sonderangebote oder zeitlich begrenzte Kombitickets gibt, ist es sinnvoll, sich vor der Reise auf den offiziellen Kanälen von Pompeji über die aktuelle Tarifstruktur zu informieren. Für eine zeitlose Planung empfiehlt es sich, im Reisebudget einen angemessenen Betrag für Eintritt und gegebenenfalls eine Führung oder einen Audioguide einzuplanen.
  • Beste Reisezeit: Für Besucher:innen aus Deutschland sind insbesondere Frühjahr (etwa April bis Juni) und Herbst (etwa September bis Oktober) beliebt, da es in dieser Zeit meist angenehm warm, aber nicht zu heiß ist und das Licht besonders schön auf den antiken Stein fällt. Im Hochsommer können Temperaturen am Tag deutlich über 30 °C steigen, und die offene, kaum beschattete Anlage kann dann als sehr anstrengend empfunden werden. Wer im Sommer reist, sollte früh am Morgen oder später am Nachmittag kommen, um der größten Hitze und dem stärksten Andrang auszuweichen. Im Winter ist es oft ruhiger, allerdings können einzelne Bereiche bei ungünstiger Witterung gesperrt sein.
  • Praxis-Tipps vor Ort: Auf dem Gelände wird viel zu Fuß zurückgelegt – Wege von mehreren Kilometern pro Besuch sind keine Seltenheit. Bequeme, geschlossene Schuhe mit gutem Profil sind empfehlenswert, da die antiken Pflastersteine uneben sein können. Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnenschutz sind insbesondere von Frühling bis Herbst wichtig, ebenso eine wiederbefüllbare Wasserflasche; in und um die Anlage gibt es Trinkwasserstellen. In der Regel ist das Fotografieren für private Zwecke erlaubt, für professionelle Aufnahmen oder den Einsatz von Stativ und Drohne gelten meist separate Genehmigungsregeln, die im Vorfeld geklärt werden sollten. Grundsätzlich ist ein respektvoller Umgang mit den Ruinen wichtig: Mauern sollten nicht beklettert, Fresken und Mosaike nicht berührt werden.
  • Sprache und Verständigung: In Pompei und der Region Kampanien ist Italienisch die Alltagssprache. In touristischen Bereichen der Ausgrabung, in Hotels und vielen Restaurants sind Englischkenntnisse recht verbreitet. Deutsch wird vereinzelt verstanden, ist aber weniger verbreitet. Für deutschsprachige Besucher:innen können deutschsprachige Führungen oder Audioguides eine gute Option sein, um historische Hintergründe ohne Sprachbarriere zu erschließen.
  • Zahlung und Trinkgeld: In Italien ist bargeldloses Zahlen mit Kreditkarte weit verbreitet, insbesondere bei Hotels, größeren Restaurants, offiziellen Ticketkassen und in vielen Geschäften. Mobile Payment mit gängigen Lösungen ist zunehmend üblich, aber nicht überall garantiert. Kleinere Beträge in bar sind dennoch hilfreich, etwa für kleinere Cafés, Kioske oder Souvenirstände. Beim Trinkgeld werden in Restaurants üblicherweise einige Prozent des Rechnungsbetrags zusätzlich gegeben, wenn kein Servicezuschlag ausgewiesen ist; ein Aufrunden der Rechnung oder ein kleiner Betrag in bar ist üblich, aber nicht streng normiert. In Taxis und bei einfachen Serviceleistungen wird häufig ebenfalls leicht aufgerundet.
  • Einreise und Formalitäten: Italien gehört zum Schengen-Raum. Deutsche Staatsbürger:innen können in der Regel mit gültigem Personalausweis oder Reisepass einreisen. Da sich Bestimmungen ändern können, sollten Reisende die aktuellen Einreisehinweise und sicherheitsrelevanten Informationen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für medizinische Versorgung in EU-Staaten ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) beziehungsweise die entsprechende Funktion der deutschen Krankenversicherungskarte relevant; eine ergänzende Auslandskrankenversicherung kann je nach persönlicher Risikoeinschätzung sinnvoll sein.
  • Zeitzone: Italien liegt wie Deutschland in der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) und in der Sommersaison in der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Damit besteht in der Praxis keine Zeitverschiebung zwischen Pompei und den meisten Orten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.

Warum Pompei auf jede Pompeji-Reise gehört

Pompeji und die moderne Stadt Pompei bilden heute ein zusammenhängendes Erlebnis, das weit über einen reinen Museumsbesuch hinausgeht. Wer durch die Ausgrabungen streift, kann das rhythmische Muster römischen Stadtlebens nachempfinden: Morgendlicher Marktbetrieb auf dem Forum, der Duft von frischem Brot aus den Bäckereien, Gespräche in den Tavernen, Badebesuche in den Thermen, religiöse Rituale in den Tempeln und spektakuläre Inszenierungen im Amphitheater.

Für Reisende aus Deutschland ist besonders faszinierend, wie vertraut manche Details wirken, obwohl sie fast zwei Jahrtausende alt sind: Graffiti an Wänden, Werbung für Veranstaltungen, Notizen über Schulden oder Wahlaufrufe – all das findet sich in Pompeji und zeigt, dass menschliche Kommunikation und Alltagssorgen zeitübergreifend ähnlich sind. Gleichzeitig führt der Blick auf den Vesuv ständig vor Augen, wie zerbrechlich dieser Alltag war.

Die moderne Infrastruktur von Pompei ermöglicht es, einen Besuch flexibel zu gestalten. Viele Reisende kombinieren einen Tagesausflug nach Pompeji mit weiteren Zielen wie Neapel, dem Vesuv selbst, der Amalfiküste oder der Insel Capri. Wer mehr Zeit einplant, kann mehrere Tage in der Region verbringen und neben Pompeji auch Herculaneum, Oplontis und andere archäologische Stätten besuchen, um ein umfassenderes Bild der antiken Vesuvregion zu gewinnen.

In der heutigen Stadt Pompei bildet die große Wallfahrtskirche „Santuario della Beata Vergine del Rosario“ einen zusätzlichen Anziehungspunkt. Ihre gewaltige Kuppel dominiert die Skyline und macht deutlich, wie religiöse Traditionen in der Region weiterleben – diesmal in christlicher, nicht mehr in antiker Form. Für viele Besucher:innen entsteht so ein spannungsreicher Kontrast zwischen antiker und neuzeitlicher Spiritualität.

Ein weiterer Aspekt, der Pompei für deutschsprachige Gäste interessant macht, ist die Rolle der Forschung. Italienische, deutsche und internationale Institute arbeiten seit Jahrzehnten zusammen, um Pompeji zu dokumentieren, zu restaurieren und zu interpretieren. In Medienberichten von Sendern wie ARD, ZDF und internationalen Fachmagazinen werden immer wieder neue Grabungsfunde, Restaurierungsprojekte und digitale Rekonstruktionen vorgestellt. Wer die Stätte besucht, trifft auf Informationstafeln, temporäre Ausstellungen und teils auch offene Grabungsbereiche, die aktuelle Forschungsfragen sichtbar machen.

Gerade weil Pompeji ein so bekanntes Reiseziel ist, lohnt es sich, den Besuch bewusst zu planen. Wer nur flüchtig „Highlights abläuft“, nimmt häufig vor allem die Menschenmengen wahr. Wer hingegen ausreichend Zeit einplant, auch einmal abseits der Hauptwege in ruhigere Nebenstraßen abbiegt und sich auf einzelne Häuser oder Quartiere konzentriert, erlebt die Stätte oft intensiver. So lassen sich stille Höfe, unerwartete Freskenfragmente und Blickachsen auf den Vesuv entdecken, die in Gruppenführungstempo leicht übersehen werden.

Aus Sicht vieler Kultur- und Reiseexpert:innen ist Pompeji eines der wenigen Ziele, an denen sich Wissensdurst, Emotion und ästhetischer Eindruck so unmittelbar verbinden. Die Stätte spricht Geschichtsinteressierte, Architekturbegeisterte, Archäologie-Fans, Hobbyfotograf:innen und Familien gleichermaßen an. Für Menschen aus Deutschland, die sich für europäische Geschichte interessieren, bildet Pompeji einen Kontrapunkt zu vertrauten Stätten wie dem Kölner Dom oder dem Brandenburger Tor: Hier ist nicht die Kontinuität, sondern der plötzliche Bruch sichtbar.

Pompeji in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

Auf Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok oder X (ehemals Twitter) ist Pompeji ein wiederkehrendes Motiv. Reiseblogger:innen, Dokumentarfilmer:innen, Fachinstitutionen und Besucher:innen teilen Eindrücke von Sonnenuntergängen über den Ruinen, von leuchtenden Wandmalereien, von Führungen bei Nacht und von neuen Grabungsarealen. Kurzvideos vermitteln, wie intensiv Farben noch wirken, und Fotos zeigen die Dimension der Stadt aus der Vogelperspektive.

In den Kommentaren spiegelt sich häufig Erstaunen darüber, wie „modern“ viele Details wirken – von Restauranttheken bis hin zu Wahlplakaten. Gleichzeitig werden Themen wie Massentourismus, Erhaltungszustand der Ruinen und verantwortungsvolles Verhalten vor Ort diskutiert. Für Reisende aus Deutschland bieten diese digitalen Einblicke Anregungen für die eigene Routenplanung, ersetzen aber nicht das unmittelbare Erleben vor Ort.

Häufige Fragen zu Pompeji

Wo liegt Pompeji genau?

Pompeji liegt in der Region Kampanien im Süden Italiens, etwa 25 km südlich von Neapel und unweit des Golfs von Neapel. Die Ausgrabungsstätte befindet sich in und neben der heutigen Stadt Pompei und ist über Straßen- und Bahnverbindungen gut an Neapel und andere Orte in der Region angebunden.

Was macht Pompeji so besonders?

Pompeji gilt als außergewöhnliche Momentaufnahme einer römischen Stadt, die durch den Ausbruch des Vesuvs im 1. Jahrhundert nach Christus unter Asche begraben und dadurch in vielen Details konserviert wurde. Besucher:innen können Straßen, Häuser, Tempel, Thermen, Theater und Alltagsgegenstände dort sehen, wo sie einst genutzt wurden, und gewinnen so einen unmittelbaren Eindruck vom antiken Leben.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Überblick empfehlen sich mindestens ein halber bis ein ganzer Tag. Wer sich intensiver mit bestimmten Häusern, Vierteln oder Museen befassen möchte oder die Besichtigung mit einer Führung kombiniert, plant sinnvollerweise einen vollen Tag oder sogar mehrere Teilbesuche ein. Die Anlage ist groß, sodass längere Gehzeiten einkalkuliert werden sollten.

Ist Pompeji für Kinder geeignet?

Pompeji kann auch für Kinder spannend sein, denn Ruinen, Straßen und sichtbare Spuren des Alltags regen die Fantasie an. Wegen der Größe des Geländes, der Witterung (vor allem Hitze im Sommer) und der teilweise unebenen Wege ist eine altersgerechte Planung wichtig. Pausen, ausreichend Getränke, Sonnenschutz und gegebenenfalls ein Kinderwagen oder eine Trage für jüngere Kinder tragen zu einem entspannten Besuch bei.

Wann ist die beste Reisezeit für Besucher:innen aus Deutschland?

Viele Gäste aus Deutschland bevorzugen Frühling und Herbst, wenn es in Italien angenehm warm ist, die Tage ausreichend lang sind und der Andrang etwas moderater ausfallen kann. Im Hochsommer ist es oft sehr heiß und voller, im Winter kann das Wetter wechselhaft sein, dafür sind die Besucherzahlen meist geringer. Wer flexibel ist, wählt einen Zeitraum, in dem Wetter, Ferienzeiten und persönliches Reisebudget gut zusammenpassen.

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