Piazza Navona in Rom folgt dem Grundriss eines antiken Stadions
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 11:56 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Auf der Piazza Navona liegt die Geschichte Roms als sichtbarer Grundriss im Stadtbild. Die langgestreckte Piazza folgt dem Standort des Stadiums Domitians aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und trägt zugleich die barocke Gestaltung des 17. Jahrhunderts.
Piazza Navona und der Grundriss des Stadiums Domitians
Die Form der Piazza Navona ist kein gewöhnlicher rechteckiger Stadtplatz. Ihr langer, geschwungener Grundriss entspricht dem offenen Innenraum des antiken Stadiums Domitians. Die Häuser und Paläste an den Seiten stehen dort, wo sich einst die Zuschauerbereiche der Arena befanden.
Das Stadium entstand unter Kaiser Titus Flavius Domitianus im 1. Jahrhundert n. Chr. Der Bau trug den Namen Circus Agonalis und war Schauplatz athletischer Wettbewerbe. Die Bezeichnung Navona geht auf „in agone“ zurück, eine Benennung, die mit den Spielen des Stadions verbunden ist.
Berninis Vierströmebrunnen im Zentrum der Piazza
In der Mitte der Piazza Navona steht die Fontana dei Quattro Fiumi, der Vierströmebrunnen. Gian Lorenzo Bernini schuf das Werk zwischen 1648 und 1651 im Auftrag von Papst Innozenz X. Pamphilj. Berninis Vierströmebrunnen verbindet Skulptur, Wasserbecken und einen aufragenden Obelisken.
Die vier Flussgötter stehen für Donau, Nil, Ganges und Río de la Plata. Sie verkörpern die damals bekannten Erdteile Europa, Afrika, Asien und Amerika. Der Obelisk stammt aus der römischen Antike und bildet den senkrechten Mittelpunkt der Anlage.
Barocke Fassaden, Kirchen und Brunnen
Die barocke Platzgestalt entstand im Umfeld der Familie Pamphilj. An der Piazza liegen der Palazzo Pamphilj und die Kirche Sant’Agnese in Agone. Beide Bauten prägen die lange Platzkante und stehen in engem Zusammenhang mit der Umgestaltung unter Innozenz X.
Francesco Borromini war an der Gestaltung von Sant’Agnese in Agone beteiligt. Die Fassade der Kirche bildet einen architektonischen Gegenpol zum bewegten Figurenschmuck des Vierströmebrunnens. An den beiden Enden der Piazza stehen weitere Brunnen, darunter die Fontana del Moro und die Fontana del Nettuno.
Die drei Brunnen ordnen den Platz entlang seiner Längsachse. Wasser, Travertin, Skulpturen und die hellen Fassaden bilden dabei ein zusammenhängendes barockes Ensemble. Die drei Brunnen der Piazza gehören zu den prägenden Elementen des Stadtplatzes.
Piazza Navona besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Piazza Navona liegt im historischen Zentrum von Rom westlich des Pantheons und nahe dem Tiber. Mehrere Buslinien verbinden den Platz mit anderen Teilen der Stadt.
- Der Platz ist eine ebene, gepflasterte Fußgängerfläche mit einzelnen Brunnen, Stufen und seitlichen Gehwegen. Die archäologischen Reste des Stadiums liegen teilweise unter dem heutigen Straßenniveau.
- In der Umgebung liegen das Pantheon, die Kirche Sant’Agostino und der Campo de’ Fiori. Die Wege führen durch enge Straßen des historischen Zentrums.
- Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Piazza Navona: häufige Fragen
Wo liegt die Piazza Navona?
Die Piazza Navona liegt im historischen Zentrum von Rom, westlich des Pantheons und nahe dem Tiber. Sie gehört zum Stadtgebiet des ehemaligen Campus Martius.
Was bietet ein Besuch auf der Piazza Navona?
Zu sehen sind drei Brunnen, barocke Paläste, Sant’Agnese in Agone und der langgestreckte Platzgrundriss des antiken Stadiums Domitians.
Was kennzeichnet die Piazza Navona?
Die Piazza verbindet die Form einer römischen Arena mit Kunstwerken des Barock. Im Zentrum steht Berninis Vierströmebrunnen mit vier Flussfiguren und einem Obelisken.
