Piazza Navona, Rom

Piazza Navona: barocker Platz auf römischem Stadiongrund

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 08:59 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Piazza Navona in Rom verbindet ein antikes Stadion Kaiser Domitians mit barocken Palästen und Brunnen und zeigt Italiens Stadtgeschichte in verdichteter Form.

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Die Piazza Navona in Rom ist ein länglicher Stadtplatz, dessen Form direkt auf das antike Stadion des Kaisers Domitian im 1. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht und der im 17. Jahrhundert zu einer Bühne des römischen Hochbarock wurde. Hier treffen die steinernen Umrisse einer römischen Wettkampfarena auf Paläste, Kirchen und Brunnen von Persönlichkeiten wie Papst Innozenz X., Gian Lorenzo Bernini und Francesco Borromini.

Piazza Navona und das Erbe des Stadions des Domitian

Die Piazza Navona liegt im historischen Zentrum von Rom und folgt mit ihrer langgestreckten, leicht abgerundeten Grundform dem Stadion des Domitian, das im späten 1. Jahrhundert n. Chr. für athletische Spiele erbaut wurde. Unter der heutigen Bebauung sind Reste des antiken Stadions erhalten, unter anderem im Bereich der Kirche Sant’Agnese in Agone, wo Mauerzüge und Gewölbe die Dimensionen der Arena nachvollziehbar machen.Die Form der bekannten Piazza mit den abgerundeten Seiten erinnert unmittelbar an die frühere Nutzung als Leichtathletikstadion Kaiser Domitians.

Nach dem Ende der antiken Wettkämpfe wurden die steinernen Tribünen und Außenwände des Stadions schrittweise zu mittelalterlichen Wohnhäusern und Adelspalästen umgebaut, während der Innenraum zur offenen Fläche wurde, aus der sich der heutige Platz entwickelte.Die Piazza ist damit ein selten klar lesbares Beispiel dafür, wie ein römisches Stadion in die dichte Stadtstruktur der späteren Jahrhunderte eingebunden wurde.

Barocke Bühne: Pamphilj, Bernini und Borromini

Die heutige Gestalt der Piazza Navona geht wesentlich auf die Familie Pamphilj und den Pontifikat von Papst Innozenz X. im 17. Jahrhundert zurück, als der Platz zu einem repräsentativen Schauraum barocker Architektur und Kunst ausgebaut wurde.Der Palazzo Pamphilj an der Westseite entstand in dieser Zeit als Stadtpalast der Familie, dessen langgestreckte Fassade den Platz begleitet und dessen Räume mit Blick auf die ehemalige Arena angeordnet sind.Girolamo Rainaldi arbeitete im Auftrag von Innozenz X. an diesem Palast und prägte damit das barocke Erscheinungsbild der Platzwand.

Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich die Kirche Sant’Agnese in Agone, deren Fassade in der Mitte des 17. Jahrhunderts nach Entwürfen von Francesco Borromini gestaltet wurde.Borrominis geschwungene Kirchenfront folgt der Platzkurve und stellt mit ihren Türmen und der Kuppel einen bewusst plastischen Gegenpol zu den geradlinigeren Palastfassaden dar. Die Kombination aus Palast, Kirche und Platzfläche macht die Piazza Navona zu einem kompakten Schauplatz römischer Barockarchitektur.

Der Vierströmebrunnen als Zentrum des Platzes

Im Mittelpunkt der Piazza Navona steht der Vierströmebrunnen, die Fontana dei Quattro Fiumi, den Gian Lorenzo Bernini zwischen 1648 und 1651 im Auftrag von Papst Innozenz X. schuf.Der Monumentalbrunnen aus der Hochbarockzeit gilt als eines der bekanntesten Werke Berninis in Rom. Vier überlebensgroße Flussfiguren aus Marmor lagern um eine zentrale Felsformation aus Travertin, über der ein ägyptischer Obelisk aufragt und das Ensemble wie einen steinernen Turm markiert.Die Skulpturengruppe mit den Flussgöttern steht frei in der Platzmitte und bindet Wasser, Stein und vertikale Obeliskenform zu einer einzigen plastischen Komposition.

Die übrigen Brunnen unterstreichen die Gliederung des langen Platzes in mehrere Zonen, die sich um die Brunnen und die angrenzenden Gebäude gruppieren. Zusammen mit Palazzo Pamphilj und Sant’Agnese in Agone bildet der Vierströmebrunnen ein Ensemble, das den barocken Ausbau der einstigen Stadionfläche anschaulich macht und den antiken Ursprung der Piazza Navona im Stadtbild präsent hält.

Piazza Navona besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Die Piazza Navona liegt im Centro Storico von Rom, westlich des Pantheon, und ist über die umliegenden Straßen sowie die Buslinien und Stadtspaziergänge aus der Altstadt erreichbar.
  • Der Platz selbst ist eine große, ebene Fläche, die von Pflastersteinen und den Fassaden der umgebenden Gebäude begrenzt wird, sodass ein Besuch hauptsächlich auf ebenem Untergrund stattfindet.
  • In der direkten Umgebung der Piazza Navona liegen weitere bedeutende Kirchen und Paläste der römischen Altstadt, darunter mehrere Barockkirchen sowie kleinere Plätze, die sich gut zu einer zusammenhängenden Stadtbesichtigung verbinden lassen.
  • Amtssprache ist Italienisch, gezahlt wird in Euro.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

Piazza Navona auf Social-Media-Plattformen

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Piazza Navona: häufige Fragen

Wo liegt die Piazza Navona in Rom?

Die Piazza Navona befindet sich im historischen Zentrum von Rom auf dem ehemaligen Gelände des Stadions des Domitian und ist von engen Altstadtstraßen umgeben.

Was bietet ein Besuch der Piazza Navona?

Ein Besuch der Piazza Navona zeigt einen römischen Stadtplatz, der die antike Stadionform mit barocken Palästen, der Kirche Sant’Agnese in Agone und dem Vierströmebrunnen von Gian Lorenzo Bernini verbindet.

Was kennzeichnet die Piazza Navona besonders?

Besonders kennzeichnend ist die langgestreckte Platzform, die direkt aus der antiken Arena Kaiser Domitians abgeleitet ist, und das barocke Ensemble aus Palazzo Pamphilj, Sant’Agnese in Agone und Vierströmebrunnen.

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