Petra, Reise

Petra in Jordanien: Felsstadt zwischen Wüste, Licht und Legenden

10.06.2026 - 06:38:58 | ad-hoc-news.de

Petra bei Wadi Musa in Jordanien ist mehr als das berühmte Schatzhaus im Fels. Wie fühlt sich dieser antike Kulturschatz für Reisende aus Deutschland wirklich an – und was sollten Sie vor Ihrem Besuch wissen?

Petra, Reise, Jordanien
Petra, Reise, Jordanien

Wenn sich der enge, schattige Felsschlund des Siq plötzlich öffnet und die rosarote Fassade des Khazne al-Firaun („Schatzhaus des Pharao“) in der Sonne aufleuchtet, entfaltet Petra (arabisch identisch: „Petra“, sinngemäß „Fels“ bzw. „Stein“) seine ganze Wirkung. Die antike Felsstadt bei Wadi Musa in Jordanien wirkt zugleich wie eine Filmkulisse, ein archäologisches Wunder und ein gewaltiges Freilichtmuseum – und gehört zu den eindrucksvollsten Reisezielen, die aus Deutschland in wenigen Flugstunden erreichbar sind.

Petra: Das ikonische Wahrzeichen von Wadi Musa

Petra liegt im Südwesten Jordaniens, inmitten einer dramatischen Wüsten- und Gebirgslandschaft, nur wenige Kilometer von der heutigen Kleinstadt Wadi Musa entfernt. Schon aus der Ferne ist zu spüren, warum die UNESCO die „Felsstadt der Nabatäer“ 1985 als Welterbe eingetragen hat: Die gesamte antike Stadt wurde aus dem rötlichen Sandstein herausgemeißelt, anstatt aus einzelnen Steinen aufgebaut zu werden. Die Kulisse wirkt dadurch fast surreal und zugleich erstaunlich lebendig.

Reisende aus Deutschland erleben Petra häufig zunächst über ikonische Bilder des Schatzhauses, das durch Filme wie „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ weltweit bekannt wurde. Vor Ort zeigt sich jedoch schnell, dass diese Fassade nur der Auftakt zu einem weitläufigen archäologischen Areal ist. Felsengräber, Tempel, ein römisches Theater, ausgedehnte Steinreliefs und zerfallene Kolonnaden lassen erahnen, dass Petra einst eine wohlhabende Handelsmetropole war, nicht nur ein isoliertes Heiligtum.

Die Atmosphäre hat viel mit Licht und Stille zu tun. Morgens taucht die Sonne die Sandsteinwände des Siq in ein zartes Rosa, am Mittag glühen die Felsen in kräftigem Rot und Ocker, und am späten Nachmittag wandeln sich die Farben zu violetten und blauen Schattierungen. Wer von Wadi Musa aus bei Sonnenaufgang aufbricht, erlebt Petra nahezu menschenleer – ein Kontrast zu den späteren Stunden, wenn sich Gruppen und individuelle Reisende aus aller Welt durch die Schluchten bewegen.

Geschichte und Bedeutung von Petra

Historisch ist Petra eng mit den Nabatäern verbunden, einem arabischen Volk, das sich zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. als Handelsmacht im Nahen Osten etablierte. Die Nabatäer kontrollierten wichtige Karawanenrouten, auf denen kostbare Güter wie Weihrauch, Myrrhe, Gewürze und Textilien zwischen Südarabien, Ägypten, Syrien und dem Mittelmeerraum transportiert wurden. Petra wurde zum Knotenpunkt dieses Wüstenhandels – vergleichbar mit einer antiken Logistikdrehscheibe, die an den Schnittstellen großer Zivilisationen lag.

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Region um Petra bereits deutlich früher besiedelt war, doch der eigentliche Aufstieg zur Hauptstadt der Nabatäer setzte im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. ein. In diese Zeit fallen auch viele der großartigen Felsfassaden, die Petra bis heute prägen. Für deutsche Leser lässt sich die Epoche etwa so einordnen: Als in Petra Tempel und Monumentalfassaden entstanden, erlebte das Römische Reich seine späte Republik und den Beginn der Kaiserzeit – Jahrhunderte bevor auf dem Gebiet des heutigen Deutschland ein geeintes Reich entstand.

Im Jahr 106 n. Chr. wurde das nabatäische Königreich durch das Römische Reich annektiert und als Provinz Arabia Petraea in die römische Verwaltung integriert. Rom brachte neue Architekturformen nach Petra, etwa das Theater und gepflasterte Straßen mit Säulengängen. Zugleich verlor die Stadt langfristig an Bedeutung, da sich Handelsrouten verlagerten und neue Seewege an Bedeutung gewannen. Mehrere Erdbeben – insbesondere im 4. und 6. Jahrhundert – trugen dazu bei, dass Petra als urbanes Zentrum verfiel.

Für die Region ging Petra jedoch nie vollständig „verloren“. Lokale Beduinen kannten den Ort, während europäische Reisende in der Neuzeit kaum von ihm wussten. Erst 1812 wurde Petra durch den Schweizer Forscher Johann Ludwig Burckhardt in Europa wieder bekannt gemacht. Er gelangte als angeblicher muslimischer Pilger in das Tal und berichtete anschließend ausführlich über die Felsstadt, was in Europa ein großes Echo auslöste. Im 19. und 20. Jahrhundert folgten systematische archäologische Untersuchungen, an denen unter anderem britische, amerikanische und jordanische Forscherteams beteiligt waren.

Heute gilt Petra als eines der wichtigsten archäologischen Ensembles des Nahen Ostens. Die UNESCO hebt in ihren Dokumenten hervor, dass die Stadt ein außergewöhnliches Zeugnis für die Kultur der Nabatäer darstellt und zugleich eindrucksvoll zeigt, wie Mensch und Natur miteinander verflochten sind. Auch die Deutsche Welle und große deutsche Medien wie „Süddeutsche Zeitung“ oder „FAZ“ ordnen Petra regelmäßig als Symbol für den kulturellen Reichtum Jordaniens und der gesamten Region ein.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Was Petra architektonisch so besonders macht, ist die Kombination aus monumentalen Felsfassaden und einer intelligenten Anpassung an die raue Wüstenlandschaft. Statt freistehende Bauten zu errichten, meißelten die Nabatäer Tempel, Grabkammern und Kultfassaden direkt in den Sandstein. Dadurch sind viele Strukturen über Jahrtausende erhalten geblieben, während normale Aufbauten längst verschwunden wären.

Das berühmteste Bauwerk ist das sogenannte Schatzhaus, auf Arabisch „Al-Khazneh“. Seine rund 40 m hohe Fassade mit korinthischen Säulen, Nischen, figürlichen Reliefs und einer zentralen Rundrotunde erinnert an hellenistisch-römische Architekturformen. Kunsthistoriker betonen, dass die Nabatäer griechische und römische Stilelemente bewusst adaptierten, um ihre Macht und ihren kulturellen Rang zu demonstrieren, zugleich aber ihre eigene Bildsprache beibehielten. Die Reliefs zeigen unter anderem mythologische Motive, die im Kontext von Tod, Schutz und Fruchtbarkeit interpretiert werden.

Doch das Schatzhaus ist nur einer von Hunderten von Felsbauten. Entlang der sogenannten „Fassadenstraße“ reihen sich große Grabfassaden aneinander, darunter die „Königsgräber“ mit dem Urnengrab und dem Palastgrab. Weiter im Tal liegt ein römisches Theater, das direkt aus dem Fels gearbeitet und später erweitert wurde. Die Architektur veranschaulicht dabei, wie sich Petra im Zuge der Romanisierung wandelte – vergleichbar mit Städten im heutigen Südfrankreich oder im Nahen Osten, die ebenfalls römische Stadtelemente erhielten.

Ein weiteres Highlight ist das „Ad Deir“, oft als „Kloster“ bezeichnet. Es liegt oberhalb des Haupttals und ist über Hunderte von in den Fels gehauenen Stufen erreichbar. Die Fassade ist noch größer als die des Schatzhauses und wirkt zugleich schlichter und massiver. Der Weg dorthin führt an kleineren Felsgräbern, Zisternen und Aussichtspunkten vorbei, die immer wieder spektakuläre Blicke über die Landschaft ermöglichen. Für viele Reisende ist der Blick von den umliegenden Höhen auf Ad Deir und die umgebende Bergwelt einer der emotional stärksten Momente des Besuchs.

Besondere Beachtung verdient auch das ausgeklügelte Wassermanagement. In einer Region mit geringen Niederschlägen gelang es den Nabatäern, mithilfe von Kanälen, Zisternen und Stauanlagen Regenwasser zu sammeln und über längere Zeit zu speichern. Archäologische Forschungen zeigen, dass dieses System so effizient war, dass es eine städtische Bevölkerung und die Durchreise von Karawanen zuverlässig versorgen konnte. Für moderne Besucher lässt sich dies an Kanälen im Siq und an Felsrinnen erkennen, die noch heute gut sichtbar sind.

UNESCO und internationale Forschungseinrichtungen betonen, dass Petra ein herausragendes Beispiel für kulturellen Austausch ist. Griechische, römische, ägyptische und mesopotamische Elemente finden sich Seite an Seite, eingebettet in eine eigenständige nabatäische Tradition. Dieser „Mischstil“ macht die Felsstadt zu einem einzigartigen Studienobjekt für Archäologie und Kunstgeschichte – und erklärt, warum Petra 2007 in vielen populären Rankings (wie den „New7Wonders“) zusätzlich zu seinem UNESCO-Status medial stark präsent war.

Petra besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise aus Deutschland
    Petra befindet sich unweit der Stadt Wadi Musa im Süden Jordaniens, etwa 240 km südlich von Amman und rund 130 km nördlich von Aqaba. Für Reisende aus Deutschland ist der typische Einstieg ein Flug nach Amman oder Aqaba, meist mit Umstieg über große europäische Drehkreuze wie Istanbul, Wien, Zürich oder Frankfurt. Die reine Flugzeit von Deutschland nach Jordanien liegt je nach Route ungefähr zwischen 4 und 5 Stunden. Von Amman aus dauert die Fahrt nach Petra mit Mietwagen oder organisiertem Transfer in der Regel rund 3 Stunden, von Aqaba etwa 2 Stunden. Zwischen den touristischen Zentren Amman, Aqaba, Totes Meer und Petra verkehren zudem regelmäßig Busse lokaler Anbieter und touristische Shuttle-Services; die jeweiligen Fahrpläne können sich jedoch ändern und sollten kurz vor der Reise überprüft werden.
  • Öffnungszeiten des archäologischen Parks
    Die offiziellen Öffnungszeiten von Petra variieren saisonal und können sich kurzfristig ändern. In der Regel ist der Zugang tagsüber von den frühen Morgenstunden bis zum späten Nachmittag bzw. frühen Abend möglich. Häufig wird darauf hingewiesen, dass besonders im Sommer ein früher Start sinnvoll ist, um die Mittagshitze zu vermeiden. Da sich organisatorische Details ändern können, sollten aktuelle Öffnungszeiten direkt bei der Verwaltung des archäologischen Parks oder über offizielle jordanische Tourismusinformationen geprüft werden. Zudem werden optional Abendveranstaltungen wie „Petra by Night“ angeboten, bei denen der Weg zum Schatzhaus mit Kerzen beleuchtet wird; auch hier gelten separate Zeiten und Ticketregelungen.
  • Eintritt und Tickets
    Die Eintrittspreise für Petra sind gestaffelt (zum Beispiel nach Aufenthaltsdauer in Jordanien oder Anzahl der Besuchstage), und sie werden gelegentlich angepasst. Deshalb ist es sinnvoll, sich vorab bei der offiziellen jordanischen Tourismusbehörde oder der Parkverwaltung über die aktuell gültigen Tarife zu informieren. Für Reisende aus Deutschland wird häufig darauf hingewiesen, dass der sogenannte Jordan Pass – ein Kombiticket, das neben dem Visum für Jordanien den Eintritt in mehrere Sehenswürdigkeiten einschließlich Petra umfasst – finanziell attraktiv sein kann, insbesondere bei einem mehrtägigen Aufenthalt. Da die Preise in jordanischen Dinar angegeben werden, empfiehlt es sich, zur Orientierung grob in Euro umzurechnen (z. B. über gängige Wechselkursrechner), jedoch immer im Hinterkopf zu behalten, dass Wechselkurse schwanken.
  • Beste Reisezeit und Tageszeit
    Für Petra werden häufig das Frühjahr (etwa März bis Mai) und der Herbst (etwa Oktober bis Anfang November) als angenehmste Reisezeiten genannt. In diesen Monaten sind Temperaturen meist moderat, und längere Wanderungen oder Besichtigungen im Freien lassen sich gut planen. Im Sommer kann es in der Region sehr heiß werden, oft deutlich über 30 °C, während es im Winter – vor allem in den Morgen- und Abendstunden – überraschend kühl sein kann, mit Temperaturen, die teilweise in den einstelligen Bereich fallen. Unabhängig von der Jahreszeit lohnt es sich, den Besuch möglichst früh zu beginnen, um die ersten Stunden mit weniger Andrang zu erleben und die starken Licht-Schatten-Kontraste im Siq und am Schatzhaus fotografisch zu nutzen. Für Wanderungen zum Kloster oder zu Aussichtspunkten empfiehlt sich ebenfalls ein Start am Morgen oder später am Nachmittag, um die Mittagssonne zu meiden.
  • Sprache, Verständigung und Kultur
    Amtssprache in Jordanien ist Arabisch. In touristischen Regionen wie Wadi Musa und Petra wird Englisch jedoch weit verbreitet verstanden und gesprochen, insbesondere in Hotels, Restaurants, bei Guides und im Ticketbereich. Deutschsprachige Angebote sind vereinzelt vorhanden, etwa in Form von Informationsbroschüren oder einzelnen Reiseleitern, sollten aber nicht vorausgesetzt werden. Höflichkeit und Respekt sind im jordanischen Kulturkontext wichtig. Ein einfaches „Shukran“ („Danke“) auf Arabisch oder ein freundlicher Gruß auf Englisch wird meist sehr positiv aufgenommen. Reisende aus Deutschland sollten sich bewusst sein, dass Petra nicht nur ein touristischer Ort, sondern auch ein kulturelles Erbe von hoher Bedeutung ist; entsprechend zurückhaltendes Verhalten, insbesondere an Gräbern und sakralen Stätten, ist angebracht.
  • Zahlungsmittel, Trinkgeld und Kostenbewusstsein
    Die Landeswährung in Jordanien ist der Jordanische Dinar (JOD). In Hotels, größeren Restaurants und bei offiziellen Stellen werden gängige internationale Kreditkarten häufig akzeptiert, während in kleineren Geschäften, auf Märkten oder bei lokalen Anbietern in und um Petra Bargeld bevorzugt wird. Bargeld kann an Geldautomaten in Wadi Musa abgehoben werden. Für Reisende aus Deutschland ist es sinnvoll, sowohl eine Kreditkarte als auch einen gewissen Bargeldbetrag mitzuführen. Trinkgeld („Baksheesh“) ist in Jordanien üblich, wird aber angemessen und nicht aufdringlich erwartet. In Restaurants werden etwa 5–10 % Trinkgeld als üblich angesehen, sofern kein Servicezuschlag ausgewiesen ist. Für Dienstleistungen wie Koffertragen, kurze Transfers oder Fotopausen mit Tieren oder Einheimischen werden kleine Beträge geschätzt. Zugleich sollten Reisende klare Absprachen über Preise treffen, insbesondere bei inoffiziellen Angeboten.
  • Kleiderordnung, Sonnenschutz und Fotografie
    Petra liegt in einer konservativ geprägten Region mit überwiegend muslimischer Bevölkerung. Eine respektvolle, eher zurückhaltende Kleiderwahl ist empfehlenswert. Schultern und Knie sollten – insbesondere bei Frauen – idealerweise bedeckt sein, was zugleich vor Sonne und Hitze schützt. Festes Schuhwerk ist wichtig, da viele Wege uneben, staubig oder steinig sind und einige Besichtigungspunkte nur über Treppen und Pfade erreichbar sind. Unverzichtbar sind zudem Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Sonnencreme, Sonnenbrille) und ausreichend Trinkwasser. Fotografieren ist in den meisten Bereichen erlaubt; dennoch sollten Besucher Rücksicht nehmen, insbesondere bei Personenfotos. Es ist ratsam, vor dem Fotografieren von Menschen um Erlaubnis zu fragen und Hinweise der Parkverwaltung zu respektieren, etwa an sensiblen archäologischen Stellen.
  • Gesundheit, Sicherheit und Versicherung
    Für deutsche Reisende gilt Jordanien allgemein als vergleichsweise stabiles und sicheres Reiseland in der Region. Dennoch ist es wichtig, vor jeder Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (auswaertiges-amt.de) zu lesen. Dort finden sich Informationen zu politischen Entwicklungen, Sicherheitssituation, gesundheitlichen Empfehlungen und Einreisebestimmungen. Da Jordanien nicht zur EU gehört, sollten Reisende eine Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung abschließen, die auch Rücktransportkosten nach Deutschland abdeckt. Hitze, starke Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengung sind im Alltag in Petra nicht zu unterschätzen; regelmäßige Pausen, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und Selbstbeobachtung sind wichtig, insbesondere für ältere Reisende oder Personen mit Vorerkrankungen.
  • Einreisebestimmungen und Visum
    Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Jordanien in der Regel einen Reisepass, der noch eine bestimmte Zeit über den Aufenthalt hinaus gültig sein muss. Es können Visumspflichten und -gebühren bestehen, die sich ändern können. Daher sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregeln und eventuelle gesundheitliche Anforderungen (z. B. Impfempfehlungen) vor der Reise unbedingt beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de sowie bei offiziellen jordanischen Stellen prüfen. Für viele touristische Aufenthalte gibt es vereinfachte Regelungen, etwa Visa bei Einreise oder elektronische Visa; dennoch sind nur die jeweils aktuellen offiziellen Informationen maßgeblich.
  • Zeitverschiebung zu Deutschland
    Jordanien liegt in der Regel eine Stunde vor Mitteleuropäischer Zeit (MEZ); während der Umstellung auf Sommerzeit können sich zeitweise Abweichungen ergeben, je nachdem, wie die jeweiligen Regelungen in Jordanien und in den Ländern der DACH-Region umgesetzt werden. Vor Abflug ist es sinnvoll, die aktuelle Zeitdifferenz noch einmal zu prüfen, um Transfers, Hotel-Check-ins oder gebuchte Führungen korrekt zu planen.

Warum Petra auf jede Wadi Musa-Reise gehört

Wer nach Wadi Musa reist, tut dies in den meisten Fällen mit einem klaren Ziel: Petra erleben. Dennoch wird vielen erst vor Ort bewusst, wie vielfältig die Felsstadt tatsächlich ist. Der erste Besuchstag reicht meist gerade aus, um den Siq, das Schatzhaus, das Theater und einen Teil des Haupttals zu erkunden. Weitere Tage eröffnen zusätzliche Dimensionen: Wanderwege zu Aussichtspunkten über dem Schatzhaus, versteckte Felsheiligtümer, Höhlen und abgelegene Felsgräber, die nur mit etwas Kondition und Zeit zugänglich sind.

Für Reisende aus Deutschland, die etwa die römische Geschichte aus Italienreisen oder deutsche Mittelalterstädte kennen, ist Petra eine faszinierende Erweiterung des historischen Horizonts. Die Stadt zeigt, dass Handelsnetzwerke und kultureller Austausch im Alten Orient genauso dynamisch waren wie im antiken Mittelmeerraum oder später im Europa der Hanse. Der Architektur- und Landschaftseindruck ist mit keinem europäischen Ort direkt vergleichbar – am ehesten mag man an die dramatischen Felsformationen mancher Mittelmeerinseln denken, kombiniert mit der Monumentalität eines antiken Rom.

Hinzu kommt das Zusammenspiel aus Naturerlebnis und Kultur. Der Weg durch den Siq, das leise Echo der Schritte, das leuchtende Rot der Felsen und die klare Wüstenluft machen den Besuch zu einem intensiven sinnlichen Erlebnis. Viele Reisende berichten, dass sie sich in Petra nicht nur als Zuschauer, sondern als Teil einer langen Geschichte fühlen. Die Präsenz lokaler Beduinen, die teils noch immer in der Umgebung leben und Souvenirs, Reitausflüge oder Getränke anbieten, verweist darauf, dass dieses Welterbe in einem lebendigen sozialen Kontext verankert ist.

Rund um Petra und Wadi Musa lassen sich zudem weitere Höhepunkte einer Jordanienreise einbauen. Dazu gehören etwa das Wadi Rum mit seinen weiten Wüstenlandschaften, das Tote Meer, der Golf von Aqaba oder die Hauptstadt Amman mit ihrer Mischung aus Antike und Moderne. Viele deutsche Pauschal- und Individualreisen kombinieren Petra mit einem Badeaufenthalt, einem Wüstencamp oder kulturellen Besichtigungen in Amman und Jerash. In diesem Gesamtbild ist Petra häufig der emotionale Höhepunkt, der lange im Gedächtnis bleibt.

Petra in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien ist Petra längst ein Sinnbild für „Bucket-List“-Reisen geworden. Auf Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok finden sich unzählige Fotos und Videos vom ersten Blick auf das Schatzhaus, vom Aufstieg zum Kloster oder von Sonnenaufgängen über den Bergen rund um Wadi Musa. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass solche Orte sensibel behandelt werden müssen: Viele Inhalte betonen inzwischen respektvollen Tourismus, nachhaltige Reiseformen und den Schutz des kulturellen Erbes.

Häufige Fragen zu Petra

Wo liegt Petra genau?

Petra liegt im Süden Jordaniens, nahe der Stadt Wadi Musa, etwa 240 km südlich der Hauptstadt Amman und rund 130 km nördlich des Rotmeer-Hafens Aqaba. Die Felsstadt ist von beiden Orten aus über gut ausgebaute Straßen erreichbar und bildet einen der wichtigsten touristischen Knotenpunkte des Landes.

Wie alt ist Petra?

Die Region um Petra war bereits vor der nabatäischen Blütezeit besiedelt, doch der Aufstieg zur Hauptstadt des nabatäischen Königreichs setzte etwa im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. ein. Viele der heute sichtbaren monumentalen Fassaden stammen aus den letzten Jahrhunderten vor Christus und der frühen römischen Kaiserzeit. Damit ist Petra deutlich älter als viele bekannte Bauwerke in Europa, etwa das Brandenburger Tor in Berlin oder der Kölner Dom in seiner heutigen Form.

Wie viel Zeit sollte man für Petra einplanen?

Für einen ersten Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – Siq, Schatzhaus, Theater und Teile des Haupttals – ist mindestens ein ganzer Tag sinnvoll. Wer zusätzlich das Kloster Ad Deir, Aussichtspunkte über dem Schatzhaus oder abgelegenere Gräber und Heiligtümer besuchen möchte, sollte zwei bis drei Tage einplanen. Viele Reisende aus Deutschland kombinieren Petra mit anderen Zielen in Jordanien und verteilen die Besichtigung auf mehrere, teils kürzere Besuchsabschnitte.

Ist Petra für Kinder und ältere Reisende geeignet?

Grundsätzlich ist ein Besuch von Petra auch für Familien mit Kindern und ältere Reisende möglich, da der Hauptweg durch den Siq und das Haupttal relativ gut begehbar ist. Allerdings sind die Distanzen groß, und es gibt kaum Schatten außerhalb des Siq. Wer körperlich eingeschränkt ist oder mit jüngeren Kindern reist, sollte den Besuch sorgfältig planen, Pausen einlegen, ausreichend Wasser mitführen und eventuell transportunterstützende Angebote vor Ort (z. B. Kutschen im Siq oder Tiere für bestimmte Strecken) sorgfältig prüfen. Für längere Treppenwege, etwa zum Kloster, ist eine gute Grundkondition erforderlich.

Was ist die beste Reisezeit für Petra aus deutscher Sicht?

Aus Perspektive von Reisenden aus Deutschland gelten Frühling und Herbst als besonders angenehme Jahreszeiten, da die Temperaturen dann meist moderat sind. Im Sommer kann es sehr heiß werden, im Winter kühler als erwartet. Wer flexibel planen kann, wählt idealerweise Monate mit milderen Temperaturen und kombiniert den Besuch mit weiteren Stationen wie Wadi Rum, Totes Meer oder Aqaba. Unabhängig von der Jahreszeit bleibt ein früher Start in den Tag der beste Weg, um Petra in ruhiger Atmosphäre zu erleben.

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