Petergof: Schloss, Park und Wasserspiele vor Sankt Petersburg
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:35 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Petergof bei Sankt Petersburg steht für ein ausgedehntes Ensemble aus Schlossanlagen, Parklandschaften und Fontänen direkt am Ufer des Finnischen Meerbusens. Der unter Zar Peter dem Großen im frühen 18. Jahrhundert angelegte Palastkomplex war Sommerresidenz des russischen Herrscherhauses und wurde später von seinen Nachfolgern immer weiter ausgebaut.
Petergof als Küstenresidenz der Zaren
Die Stadt Petergof liegt an der Südküste des Finnischen Meerbusens westlich des Zentrums von Sankt Petersburg und gehört heute zum Stadtgebiet der Metropole. Das Herz der Anlage ist der Große Palast von Petergof, der unter Peter dem Großen im 18. Jahrhundert als barocke Residenz entstand und sich mit einer langen, zum Meer hin ausgerichteten Fassade über einen erhöhten Geländesporn erstreckt.Barocker Großer Palast Der erste grundlegende Entwurf für den Palast wird mit dem Architekten Domenico Trezzini verbunden, dessen Arbeiten die frühe Architektur Sankt Petersburgs prägten.Domenico Trezzini als Architekt
Der Palast und die umliegenden Gärten werden oft als „russisches Versailles“ bezeichnet, weil Peter der Große sich bei der Planung an der französischen Schloss- und Gartenanlage Versailles orientierte.„Russisches Versailles“ Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die Gebäude und Parks mehrfach erweitert und umgestaltet, unter anderem durch Bartolomeo Rastrelli, der die barocke Architektur des Russischen Reiches entscheidend mitformte.Erweiterungen durch Bartolomeo Rastrelli Das Ensemble aus Schloss, Park, Pavillons und der historischen Altstadt von Petergof gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe „Historisches Zentrum von Sankt Petersburg und Ensemble von verbundenen Denkmälern“.UNESCO-Welterbe seit 1990
Großer Palast, Oberer Garten und Unterer Park
Der Große Palast von Petergof nimmt eine dominante Position im Gesamtentwurf ein, da er zwischen dem Oberen Garten auf der Stadtseite und dem Unteren Park zur Meerseite liegt.Großer Palast zwischen Oberem Garten und Unterem Park Seine fast dreihundert Meter lange Fassade erstreckt sich entlang eines Geländekamms, sodass der Baukörper den Übergang zwischen Stadt und Küstenpark markiert.Lange Palastfassade am Geländesporn Im Inneren finden sich repräsentative Säle, enfiladeartig angeordnete Räume sowie Prunkräume mit reicher Ausstattung, die den höfischen Charakter der ehemaligen Sommerresidenz widerspiegeln.
Vor der Stadtseite des Palastes liegt der Obere Garten mit geordneten Beeten, Wegen und Zierbrunnen, der wie ein klassischer barocker Schlossgarten gestaltet ist. Zur Küstenseite fällt das Gelände in mehreren Stufen zum Unteren Park ab, einer weitläufigen Parklandschaft mit Blick auf den Finnischen Meerbusen. Dort verteilen sich kleinere Schlösser und Pavillons, Alleen, Baumgruppen und zahlreiche Fontänen, die den Park in eine Abfolge von Szenerien gliedern. Der Untere Park ist durch ein System von Wasserläufen und Kanälen strukturiert, die die Versorgung der vielen Brunnen sichern.
Fontänen, Kanäle und Skulpturenensemble
Besonders bekannt ist Petergof durch seine zahlreichen Brunnen und Wasseranlagen, die zusammen ein komplexes System von Fontänen bilden. Ein Teil dieses Systems ist über Kanäle und Leitungen miteinander verbunden, die das Wasser zu den einzelnen Brunnen und Bassins führen.System von Kanälen und Fontänen Eine zentrale Rolle spielt der Große Kaskadenbrunnen direkt unterhalb der Hauptfassade des Palastes, der aus Terrassen, Wasserläufen und vergoldeten Figuren besteht und den Übergang vom Schloss zum Unteren Park markiert.
Zu den markanten Ausstattungselementen der Wasserspiele gehört die Statue „Samson, der dem Löwen das Maul zerreißt“, die ursprünglich 1802 von Mikhail Kozlowski geschaffen wurde und heute als Kopie in der Brunnenanlage steht.Statue „Samson, der dem Löwen das Maul zerreißt“ Rund um die Fontänen verteilen sich zahlreiche weitere Skulpturen und dekorative Elemente, die sich thematisch an antiken Motiven und höfischer Symbolik orientieren. Die Kombination aus Architektur, Wasser und Skulptur macht Petergof zu einem herausragenden Beispiel barocker Gartenkunst in Russland.
Petergof besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Petergof liegt westlich des Stadtzentrums von Sankt Petersburg an der Südküste des Finnischen Meerbusens und ist mit Vorortzügen, Linienbussen und Ausflugsbooten vom Neva-Ufer aus erreichbar.
- Innerhalb des Schloss- und Parkensembles verbinden Wege und Treppen die höheren Terrassen des Großen Palastes mit den Ebenen des Unteren Parks, sodass ein Besuch mehrere Strecken zu Fuß über teils unebenes Gelände umfasst.
- In der Umgebung von Petergof liegen weitere historische Anlagen wie das Kronstadt-Gebiet auf der gegenüberliegenden Seite des Meerbusens sowie andere Vororte Sankt Petersburgs entlang der Küste.
- Amtssprache ist Russisch, gezahlt wird in Russischen Rubel.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Petergof auf Social-Media-Plattformen
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Petergof: häufige Fragen
Wo liegt Petergof genau?
Petergof liegt an der Südküste des Finnischen Meerbusens westlich des Stadtzentrums von Sankt Petersburg und gehört verwaltungsmäßig zum Stadtgebiet der Metropole.
Was bietet ein Besuch von Petergof?
Ein Besuch von Petergof führt in einen Palast- und Parkkomplex des 18. Jahrhunderts mit barocken Schlossräumen, streng angelegten Gärten, weitläufigen Parklandschaften und einer großen Zahl kunstvoller Fontänen und Skulpturen.
Was kennzeichnet Petergof besonders?
Besonders kennzeichnend für Petergof ist die Verbindung aus Küstenlage am Finnischen Meerbusen, dem Großen Palast als ehemaliger Sommerresidenz der Zaren und einem dichten System von Brunnen und Wasseranlagen, die dem Ort seinen charakteristischen Ausdruck geben.
