Perito-Moreno-Gletscher, Glaciar Perito Moreno

Perito-Moreno-Gletscher: Patagoniens eisige Bühne bei El Calafate

10.06.2026 - 08:01:06 | ad-hoc-news.de

Der Perito-Moreno-Gletscher bei El Calafate in Argentinien, lokal Glaciar Perito Moreno genannt, zählt zu den spektakulärsten Eislandschaften der Welt – was ihn für Reisende aus Deutschland so besonders macht.

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Perito-Moreno-Gletscher, Glaciar Perito Moreno, Reise

Wenn tonnenschwere Eismassen mit einem Donnern wie ein entferntes Gewitter in den türkisblauen Lago Argentino stürzen, zeigt der Perito-Moreno-Gletscher, lokal Glaciar Perito Moreno (sinngemäß „Gletscher Perito Moreno“) genannt, seine dramatischste Seite. Nur wenige Reiseziele verbinden so eindrücklich die rohe Kraft der Natur mit der Zugänglichkeit für Besucher wie dieses Eisgigant vor den Toren von El Calafate in Patagonien.

Perito-Moreno-Gletscher: Das ikonische Wahrzeichen von El Calafate

Der Perito-Moreno-Gletscher ist eines der bekanntesten Naturwahrzeichen Argentiniens und ein Aushängeschild des Nationalparks Los Glaciares in der Provinz Santa Cruz. Der Park gehört zum UNESCO-Welterbe, weil er eines der größten zusammenhängenden Eisfelder außerhalb der Polarregionen schützt und eine außergewöhnliche Gletscherlandschaft bietet. Die Gletscherzunge des Perito-Moreno-Gletschers ist besonders leicht zugänglich und rückt Besucher aus aller Welt auf sicher angelegten Stegen dicht an die senkrechten Eiswände heran.

Für Reisende aus Deutschland hat der Glaciar Perito Moreno einen besonderen Reiz: Er verbindet die Faszination entlegener Wildnis mit vergleichsweise guter touristischer Infrastruktur. Von El Calafate aus sind es nur rund 80 km bis zum Aussichtspunkt am Gletscher, die Straße ist asphaltiert, es gibt Besucherzentren, Cafés, Bootstouren und geführte Eiswanderungen. Zugleich bleibt das Gefühl, am Rand einer rauen, fast unberührten Welt zu stehen – mit Blick auf bis zu etwa 60 m hohe Eiswände, die sich wie eine gefrorene Festung über den See schieben.

Die Atmosphäre ist geprägt von Stille, die immer wieder von Rissen und Krachen im Eis unterbrochen wird. An sonnigen Tagen schimmern die Eismassen in allen Blautönen, von milchigem Türkis bis zu tiefem Kobaltblau. Selbst wer bereits Alpengletscher gesehen hat, erlebt hier eine andere Dimension von Größe und Dynamik: Der Perito-Moreno-Gletscher ist mehrere Kilometer breit, seine Front erstreckt sich über rund 5 km, und er ist Teil des südpatagonischen Eisfeldes, einer der größten Eismassen der Erde außerhalb der Antarktis und Grönlands.

Geschichte und Bedeutung von Glaciar Perito Moreno

Seinen Namen trägt der Glaciar Perito Moreno zu Ehren von Francisco Pascasio Moreno, eines argentinischen Forschers und Geografen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Moreno, oft einfach „Perito“ (Sachverständiger) genannt, spielte eine wichtige Rolle bei der Erforschung Patagoniens und bei Grenzverhandlungen mit Chile. Dass der Gletscher nach ihm benannt wurde, unterstreicht seine Bedeutung für die argentinische Nationalgeschichte: Die Erforschung des Südens war Teil des Selbstverständnisses eines jungen Nationalstaats, der seine Territorien kartieren und politisch sichern wollte.

Die Region des heutigen Nationalparks Los Glaciares war lange Zeit Siedlungsgebiet indigener Gruppen, unter anderem der Tehuelche. Ihre Perspektive auf die Gletscherlandschaft ist in der heutigen touristischen Inszenierung nur ansatzweise präsent, doch in der wissenschaftlichen Literatur wird zunehmend betont, dass die Gletscher nicht nur Natur- und Tourismusobjekte, sondern auch Teil einer vielschichtigen Kulturgeschichte sind. Für deutschsprachige Reisende bietet ein Besuch die Gelegenheit, nicht nur eine spektakuläre Landschaft zu erleben, sondern auch einen Einblick in die komplexe Geschichte des südlichen Südamerikas zu gewinnen.

Der Nationalpark Los Glaciares wurde Mitte des 20. Jahrhunderts eingerichtet, um das einzigartige Eisfeld und die umliegenden Ökosysteme zu schützen. Einige Jahrzehnte später wurde er von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen, weil die Kombination aus massiven Gletschern, hochaufragenden Andengipfeln und unberührten Wäldern als von außergewöhnlichem universellem Wert eingestuft wurde. Der Perito-Moreno-Gletscher gilt in dieser Kulisse als das „Schaufenster“ des Parks – hier kann man die Gletscherdynamik aus nächster Nähe beobachten, ohne eine Expedition zu unternehmen.

International ist der Glaciar Perito Moreno auch deshalb bekannt, weil er im Gegensatz zu vielen anderen Gletschern nicht einfach kontinuierlich schrumpft. Seine Frontlinie gilt als relativ stabil, obwohl auch hier Schwankungen stattfinden. Er wächst im Jahresverlauf vor und bricht dann wieder zurück, was ihm in Medienberichten den Ruf eines „stabilen Gletschers in Zeiten des Klimawandels“ eingebracht hat. Fachinstitutionen betonen jedoch, dass diese Stabilität komplexe Ursachen hat und nicht bedeutet, dass der Klimawandel hier keine Rolle spielt – vielmehr reagieren Gletscher unterschiedlich auf Temperatur- und Niederschlagsveränderungen, und genaue Langzeitdaten sind entscheidend, um Trends zu verstehen.

Architektur, Naturbild und besondere Merkmale

Streng genommen ist der Perito-Moreno-Gletscher kein Bauwerk im klassischen Sinn, und doch wirkt seine Front wie eine Architektur der Natur: zerklüftete Türme, gezackte Grate und steile Wände, die je nach Licht und Wetter immer wieder ein anderes Relief zeigen. Von den Stegen des Besucherzentrums aus wirkt die Eisfront wie eine gewaltige, etwa 60 m hohe Fassade, hinter der sich ein langsam fließender „Eisstrom“ verbirgt, der weiter oben im Gebirge eine Mächtigkeit von teilweise über 100 m erreichen kann. Wissenschaftliche Beschreibungen vergleichen Gletscher oft mit sehr langsam fließenden Flüssen – das Eis „kriecht“ talwärts und deformiert sich plastisch, wodurch Risse und Spalten entstehen.

Besonders eindrucksvoll ist ein Phänomen, das immer wieder für Schlagzeilen sorgt: In unregelmäßigen Abständen blockiert der Gletscher mit seiner Zunge den südlichen Arm des Lago Argentino, den Brazo Rico. Dadurch staut sich das Wasser auf, der Pegel steigt, und schließlich frisst sich das Wasser durch das Eis, wodurch eine Art Eistunnel entsteht. Wenn dieser Tunnel irgendwann einstürzt, kommt es zu einem spektakulären Eisbruch. Medienbilder zeigen dann, wie eine natürliche Brücke aus Eis kollabiert und Wassermassen hindurchschießen. Diese „Rupturen“ ereignen sich jedoch nicht jedes Jahr und lassen sich nicht exakt vorhersagen; sie sind Folge komplexer Wechselwirkungen zwischen Eisbewegung und Wasserstand.

Die Farben des Glaciar Perito Moreno faszinieren viele Besucher: Die besondere Struktur des Eises, das über Jahrhunderte unter Druck zusammengedrückt wurde, absorbiert rotes Licht stärker als blaues. Je kompakter und „reiner“ das Eis, desto intensiver der Blauton. An bewölkten Tagen wirkt der Gletscher eher weiß bis hellgrau, aber sobald die Sonne herauskommt, beginnen Risse und Höhlen in tiefem Blau zu leuchten. Aus fotografischer Perspektive entstehen die eindrucksvollsten Bilder oft am späten Nachmittag, wenn das Licht flacher wird und Schatten die Konturen des Eises betonen.

Die vom Nationalpark eingerichteten Stege und Aussichtsplattformen sind ihrerseits ein eigenständiges „Architekturprojekt“: Sie ziehen sich in mehreren Ebenen den Hang entlang und ermöglichen unterschiedliche Blickwinkel auf den Gletscher. Für Reisende aus Deutschland ist dies ein wichtiger Sicherheits- und Komfortaspekt: Geländer, klare Wege, ausgeschilderte Zonen und die Trennung von Fußgänger- und Fahrzeugbereichen sorgen dafür, dass der Massenandrang gesteuert werden kann. Gleichzeitig bleibt es ein Naturschutzgebiet, in dem Besucher die Wege nicht verlassen sollen, um die empfindliche Vegetation und die Tierwelt – darunter Kondore, Füchse und Huemul-Hirsche – zu schützen.

Abseits der Hauptaussichtspunkte bieten Bootsfahrten auf dem Lago Argentino und geführte Gletschertouren die Möglichkeit, die Eislandschaft noch intensiver zu erleben. Bei den sogenannten „Mini-Trekking“- oder „Big Ice“-Touren, die von autorisierten Anbietern organisiert werden, führen erfahrene Guides kleine Gruppen über sichere Bereiche des Gletschers. Hier wird meist englisch und spanisch gesprochen, vereinzelt auch deutsch, wobei sich für deutschsprachige Reisende grundlegende Englischkenntnisse als ausreichend erweisen. Steigeisen, Helme und Sicherheitsausrüstung werden gestellt, die Teilnehmer sollten jedoch körperlich einigermaßen fit und trittsicher sein.

Perito-Moreno-Gletscher besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Perito-Moreno-Gletscher liegt im Südwesten Argentiniens, im Nationalpark Los Glaciares, etwa 80 km westlich der Kleinstadt El Calafate. Für Reisende aus Deutschland führt der Weg in der Regel zunächst per Flug nach Buenos Aires (Flugzeit ab Frankfurt oder München typischerweise um die 13–14 Stunden, abhängig von Verbindung und Umstieg) und von dort weiter mit einem Inlandsflug nach El Calafate. Mehrere argentinische Airlines verbinden die Hauptstadt mit El Calafate, vor allem in der Hauptsaison. Eine durchgehende Anreise mit Bahn und Bus ab Europa ist faktisch nicht praktikabel, sodass das Flugzeug die übliche Wahl bleibt. Wer bereits in Südamerika unterwegs ist, kann El Calafate auch über Fernbusse erreichen, etwa aus Río Gallegos oder über lange Distanzen aus Bariloche; hier sollte mit sehr langen Fahrzeiten gerechnet werden.
  • Transport von El Calafate zum Gletscher
    Von El Calafate zum Perito-Moreno-Gletscher führen Asphaltstraßen durch die patagonische Steppe und entlang des Lago Argentino. Reisende können organisierte Ausflüge bei lokalen Agenturen buchen, die Hotelabholung, Parkeintritt (je nach Paket) und meist einen Stopp an den wichtigsten Aussichtspunkten beinhalten. Alternativ lassen sich Mietwagen nutzen; dann wird der Eintritt vor Ort am Parkeingang in der Regel in bar oder mit gängigen Kreditkarten bezahlt. Der Weg ist gut ausgeschildert, allerdings sollte man auf wechselhaftes Wetter und starken Wind vorbereitet sein. Für Fahrer aus Deutschland ist das Argentinien-typische Fahrverhalten und die vergleichsweise geringe Dichte an Tankstellen außerhalb von Orten zu beachten – rechtzeitig tanken ist ratsam.
  • Öffnungszeiten
    Der Zugang zum Perito-Moreno-Gletscher ist in der Regel tagsüber möglich, die genauen Öffnungszeiten des Nationalparks Los Glaciares können je nach Jahreszeit variieren. Da sich Regelungen und Zeiten ändern können, sollten Reisende die aktuellen Angaben unmittelbar vor dem Besuch bei der offiziellen Verwaltung des Nationalparks oder beim zuständigen Tourismusbüro in El Calafate prüfen. Organisierte Touren passen sich in der Regel an die Parkzeiten an und informieren über die geplante Aufenthaltsdauer vor Ort.
  • Eintritt und Kosten
    Für den Zugang zum Nationalpark Los Glaciares wird ein Eintritt erhoben, der sich in der Vergangenheit regelmäßig verändert hat. Preise werden in der Landeswährung Argentinischer Peso angegeben, häufig differenziert nach Inländern und ausländischen Besuchern. Da Argentinien eine volatile Währungssituation hat und Ticketpreise angepasst werden, empfiehlt es sich, vor der Reise auf den offiziellen Seiten des Nationalparks oder über lokale Anbieter die aktuell gültigen Tarife zu prüfen. Zur Orientierung: Viele Reisende berichten, dass der Eintritt zu den bedeutenderen argentinischen Nationalparks im internationalen Vergleich im mittleren Preisbereich liegt; genaue Beträge sollten jedoch tagesaktuell recherchiert werden. Zur Planung kann man mit einem zweistelligen Euro-Betrag (€) rechnen, der sich in den entsprechenden Peso-Betrag (ARS) umrechnet, wobei Wechselkurse schwanken.
  • Beste Reisezeit
    Für den Besuch des Perito-Moreno-Gletschers bieten sich vor allem die patagonischen Sommermonate von etwa November bis März an. In dieser Zeit sind die Tage lang, die Temperaturen vergleichsweise milder und die touristische Infrastruktur voll in Betrieb. Allerdings ist dies auch Hochsaison mit entsprechendem Besucherandrang, insbesondere um Weihnachten und während der Sommerferien in Argentinien. Wer es ruhiger mag, findet im südlichen Frühjahr (Oktober, Anfang November) und im frühen Herbst (April) oft noch gute Bedingungen, muss aber mit kühleren Temperaturen und möglichen Schließungen einzelner Angebote rechnen. Generell ist das Wetter in Patagonien sehr wechselhaft: Innerhalb eines Tages können Sonne, Regen, starker Wind und Wolken einander abwechseln. Warme, winddichte Kleidung im Zwiebellook ist daher unverzichtbar, selbst wenn in El Calafate in der Sonne zunächst T-Shirt-Wetter herrscht.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Sicherheit
    Amtssprache in Argentinien ist Spanisch. In El Calafate und rund um den Glaciar Perito Moreno ist Englisch im Tourismusbereich weit verbreitet; in Hotels, bei Touranbietern und in vielen Restaurants kommen Reisende mit Englisch meist gut zurecht. Deutsch wird seltener gesprochen, ist aber in einzelnen Betrieben, die sich auf europäische Gäste spezialisiert haben, gelegentlich anzutreffen. Bezahlt wird überwiegend mit Kreditkarte (Visa, Mastercard, teilweise auch andere Anbieter); Bargeld in Argentinischen Pesos ist dennoch wichtig, etwa für kleinere Beträge, Trinkgeld oder spontane Ausgaben. Girocard/EC-Karten aus Deutschland funktionieren nicht zuverlässig, insbesondere, wenn sie nur auf das deutsche Bankensystem ausgerichtet sind. Mobile Payment wie Apple Pay oder Google Pay setzt die Akzeptanz durch den jeweiligen Händler und eine kompatible Kreditkarte voraus; Verfügbarkeit ist wachsend, aber nicht überall gegeben.
  • Trinkgeldkultur und Kostenbewusstsein
    Trinkgeld ist in Argentinien üblich, wenn auch nicht verpflichtend. In Restaurants sind etwa 10 % des Rechnungsbetrags ein gängiger Richtwert, sofern kein Servicezuschlag automatisch ausgewiesen ist. Für Guides bei Gletschertouren oder Fahrern von Ausflugsbussen ist ein freiwilliges Trinkgeld in behutsamer Höhe geschätzt, abhängig von der Servicequalität. Die Preisniveaus in El Calafate liegen aufgrund der Lage und des touristischen Zuschnitts oft über dem argentinischen Durchschnitt; Reisende aus Deutschland empfinden Unterkünfte und organisierte Touren nicht selten als vergleichbar mit oder etwas unterhalb mitteleuropäischer Preise, während lokale Restaurants je nach Kategorie stark variieren.
  • Zeitzone und Einreise
    Argentinien liegt in einer anderen Zeitzone als Mitteleuropa; in der Regel beträgt der Unterschied zu Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) etwa –4 bis –5 Stunden, abhängig davon, ob in Europa Sommerzeit gilt. Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Kurzaufenthalte in Argentinien nach derzeitigem Stand normalerweise kein Visum, müssen jedoch mit einem gültigen Reisepass einreisen, der über den Aufenthalt hinaus gültig ist. Da Einreisebestimmungen sich ändern können, sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für medizinische Fragen empfiehlt sich vor einer Reise nach Patagonien eine Beratung in einer reisemedizinischen Praxis und gegebenenfalls der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland die Kosten in Argentinien nicht deckt.
  • Klima, Kleidung und Gesundheit
    Das Klima rund um El Calafate ist kühl-gemäßigt mit starken Winden. Selbst im Sommer können die Temperaturen am Gletscher deutlich unter den Werten in der Stadt liegen, zudem verstärkt der Wind das Kälteempfinden. Empfehlenswert sind wind- und wasserabweisende Jacken, Mütze, Schal, Handschuhe und gutes Schuhwerk mit Profil, um auf nassen oder vereisten Wegen sicher zu gehen. Sonnenbrille und Sonnenschutz sind trotz der kühlen Temperaturen wichtig, da das Eis und der See das Licht stark reflektieren. Wer zu empfindlichen Atemwegen neigt, sollte wissen, dass die kalte Luft an den Aussichtspunkten und während Bootstouren durchaus anstrengend sein kann; eine leichte Gesichtsbedeckung kann helfen.
  • Fotografie und Drohnen
    Fotografieren ist am Perito-Moreno-Gletscher allgemein erlaubt und ausdrücklich erwünscht, sofern andere Besucher respektiert werden und keine Absperrungen missachtet werden. Drohnen unterliegen strengen Regelungen: In vielen Nationalparks dürfen sie ohne besondere Genehmigung nicht eingesetzt werden, um Tiere nicht zu stören und die Ruhe der Besucher zu bewahren. Wer Aufnahmen mit einer Drohne plant, sollte sich frühzeitig bei den zuständigen Behörden über die geltenden Vorschriften informieren und mit einer restriktiven Handhabung rechnen.

Warum Glaciar Perito Moreno auf jede El-Calafate-Reise gehört

El Calafate ist für viele Reisende das Tor nach Patagonien – und der Perito-Moreno-Gletscher sein spektakulärster „Showact“. Anders als bei vielen anderen Gletscherzielen weltweit steht hier nicht nur das passive Betrachten im Vordergrund. Die Kombination aus Stegen, Bootstouren und optionalen Eiswanderungen macht den Besuch zu einem aktiven Erlebnis, bei dem man die Dimensionen des Gletschers körperlich spürt. Wenn ein Eisblock von der Größe eines Hauses abbricht und in den See stürzt, spürt man die Wellen sogar auf den Stegen.

Für deutschsprachige Reisende ist der Glaciar Perito Moreno oft ein Highlight einer größeren Patagonienreise, die weitere Ziele wie den Fitz-Roy-Massiv bei El Chaltén oder den chilenischen Nationalpark Torres del Paine einschließt. In dieser Kombination entfaltet sich die Vielfalt der Region: schneebedeckte Anden, weitläufige Steppe, tiefblaue Seen und eben die massiven Gletscherzungen, von denen der Perito-Moreno-Gletscher einer der zugänglichsten ist. Wer weniger Zeit hat, kann El Calafate als eigenständiges Reiseziel wählen und mit zwei bis drei Tagen vor Ort einen intensiven Eindruck gewinnen.

Der emotionale Eindruck, den viele Besucher beschreiben, reicht von Ehrfurcht über Staunen bis zu einer leisen Melancholie angesichts der Fragilität solcher Ökosysteme. Der Klimawandel ist auch hier Thema: Informationsmaterial und geführte Touren greifen oft auf, wie sensibel Gletscher auf Temperatur- und Niederschlagsänderungen reagieren. Gleichzeitig verdeutlicht die relative Stabilität der Gletscherfront beim Perito-Moreno-Gletscher, dass lokale Faktoren entscheidend sind und pauschale Aussagen vermieden werden sollten. Für Reisende aus Deutschland, die die Diskussion um schwindende Alpengletscher kennen, bietet sich ein spannender Vergleich – und die Möglichkeit, das Thema globale Erwärmung in einem anderen geografischen Kontext zu erleben.

Abseits des Gletschers selbst lohnt ein Bummel durch El Calafate. Die Kleinstadt lebt vom Tourismus, bietet aber auch Einblicke in die Kultur Patagoniens: einfache, aber herzliche Gastronomie, lokale Kunsthandwerksläden, kleine Museen und Informationszentren zum Thema Eis und Andengeologie. Hier lässt sich patagonisches Lamm, Hausmannskost oder regionale Süßspeisen probieren, und in den Abendstunden kehrt nach den Ausflügen eine entspannte Stimmung ein. Viele Reisende nutzen El Calafate außerdem als Basis, um Vogelbeobachtungstouren, Reitausflüge oder Fahrten zu anderen Teilen des Lago Argentino zu unternehmen.

Aus deutscher Perspektive ist eine Reise zum Perito-Moreno-Gletscher kein Kurztrip, sondern ein bewusst geplanter Fernreisebaustein. Wer die lange Anreise auf sich nimmt, wird mit einem Naturerlebnis belohnt, das sich tief einprägt und in dieser Form kaum anderswo zu finden ist. Die Verbindung aus vergleichsweise guter Erreichbarkeit, eindrucksvoller Inszenierung und echter Wildnis macht den Glaciar Perito Moreno zu einem Ziel, das im Gedächtnis bleibt – lange, nachdem man nach Deutschland zurückgekehrt ist.

Perito-Moreno-Gletscher in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist der Perito-Moreno-Gletscher ein populäres Motiv: Zeitlupen-Videos von kalbendem Eis, Drohnenaufnahmen der Eisfront (wo erlaubt) und Panorama-Fotos von den Stegen aus vermitteln einen Eindruck der Dimension, können aber das Erlebnis vor Ort nur andeuten. Viele Reisende teilen praktische Tipps, zum Beispiel zur Wahl der Tageszeit oder zur Kleidung, und berichten von der emotionalen Wirkung des Gletscherbesuchs – von „einmalig“ bis „lebensverändernd“ ist vieles zu lesen.

Häufige Fragen zu Perito-Moreno-Gletscher

Wo liegt der Perito-Moreno-Gletscher genau?

Der Perito-Moreno-Gletscher befindet sich im Südwesten Argentiniens, in der Provinz Santa Cruz, im Nationalpark Los Glaciares. Die nächstgelegene Stadt ist El Calafate, etwa 80 km entfernt. Von dort führen organisierte Touren und eine gut ausgebaute Straße zu den Aussichtspunkten am Gletscher.

Wie ist der Perito-Moreno-Gletscher entstanden?

Der Glaciar Perito Moreno ist Teil des südpatagonischen Eisfeldes, einer mächtigen Eismasse in den Anden. Über lange Zeiträume hinweg haben sich Schnee und Eis in den Hochlagen angesammelt, verdichtet und bewegten sich als langsam fließender Eisstrom talwärts. Durch die topografische Form des Tals, Klimabedingungen und Niederschlagsmuster konnte sich hier eine Gletscherzunge bilden, die heute bis an den Lago Argentino reicht.

Was macht den Glaciar Perito Moreno so besonders?

Der Perito-Moreno-Gletscher gilt als besonders, weil er eine Kombination aus Größe, Dynamik und Zugänglichkeit bietet. Besucher können die bis zu etwa 60 m hohe Eisfront aus nächster Nähe von Stegen aus beobachten, Bootsfahrten unternehmen und – mit Genehmigung und Guide – sogar über das Eis wandern. Zudem wird seine vergleichsweise stabile Frontlinie in vielen Berichten hervorgehoben, was ihn im Kontext des globalen Gletscherrückgangs zu einem oft zitierten Sonderfall macht.

Wann ist die beste Reisezeit für den Perito-Moreno-Gletscher?

Die beliebteste Reisezeit sind die patagonischen Sommermonate von ungefähr November bis März, wenn die Tage lang und die Temperaturen milder sind. In der Hochsaison ist mit vielen Besuchern zu rechnen, während im Frühling und Herbst das Besucheraufkommen etwas geringer, das Wetter aber kühler und wechselhafter sein kann. Warme, winddichte Kleidung ist zu jeder Jahreszeit ratsam.

Welche Tipps sind für Reisende aus Deutschland besonders wichtig?

Reisende aus Deutschland sollten ausreichend Zeit für die Anreise einplanen, da der Weg in der Regel über Buenos Aires und einen Inlandsflug nach El Calafate führt. Ein gültiger Reisepass ist erforderlich; die aktuellen Einreisebestimmungen sollten vorab beim Auswärtigen Amt auf auswaertiges-amt.de geprüft werden. Englisch wird im Tourismusbereich weitgehend verstanden, und Kreditkarten sind gängig, während Bargeld in Argentinischen Pesos dennoch sinnvoll bleibt. Eine gute Reiseversicherung, wetterfeste Kleidung und frühzeitige Buchung von Unterkünften und Ausflügen, insbesondere in der Hochsaison, erleichtern den Aufenthalt erheblich.

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