Palia Poli Rodou – Mauern, Gassen und Rittererbe auf Rhodos
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 19:08 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Palia Poli Rodou, die mittelalterliche Altstadt von Rhodos, ist ein von Steinmauern umschlossener Stadtkern aus der Zeit der Kreuzritter, der bis heute als lebendiges Viertel erhalten ist. Seit 1988 gehört die mittelalterliche Stadt von Rhodos als UNESCO-Welterbe zum geschützten historischen Erbe Griechenlands und macht die enge Verbindung von Wehrarchitektur und Alltagsleben unmittelbar sichtbar.
Palia Poli Rodou und ihre Stadtmauern
Die Altstadt von Rhodos liegt im Norden der Insel und wird von einer zusammenhängenden Festungsmauer umgeben, die sich über rund vier Kilometer zieht und mit Türmen, Bastionen und Toren gegliedert ist.Die mittelalterliche Stadt ist von einer etwa vier Kilometer langen Mauer eingefasst, die auf Teilen älterer byzantinischer Befestigungen ruht. Zwischen dem Mauerzug und der Außenseite verläuft ein breiter, trockener Graben, der als zusätzlicher Schutzgürtel angelegt wurde und bis heute die Wehrhaftigkeit der Anlage erkennen lässt.
In die Befestigung sind mehrere Tore eingelassen, über die Besucher in die Altstadt gelangen, darunter Meerestore in der Nähe der Hafenanlagen und weiter landeinwärts liegende Eingänge. Entlang der Mauern stehen zahlreiche Türme und Bastionen, auf denen sich Wappen und Inschriften einzelner Großmeister des Johanniterordens erhalten haben, die Ausbauphasen im 14. bis 16. Jahrhundert dokumentieren.Die Stadtmauer mit ihren Bastionen und Türmen prägt damit noch heute den äußeren Eindruck von Palia Poli Rodou.
Ritter, Viertel und UNESCO-Welterbe
Die prägende Epoche für Palia Poli Rodou begann im frühen 14. Jahrhundert, als der Johanniterorden – auch als Ritter des Ordens des heiligen Johannes bekannt – Rhodos eroberte und die Stadt zu seinem Hauptsitz ausbaute.Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert wurden die Mauern und die innere Stadtstruktur von den Rittern systematisch verstärkt. Die mittelalterliche Stadt gliedert sich in eine obere Stadt im Norden, das Kollachium, in dem der Ritterorden seine wichtigsten Bauten konzentrierte, und eine untere Stadt im südwestlichen Bereich, in der die übrige Bevölkerung lebte.Die Einteilung in obere und untere Stadt ist bis heute erkennbar.
In der oberen Stadt liegen der Palast des Großmeisters, der als repräsentativer Sitz der Ordensleitung diente, und die Unterkünfte der verschiedenen „Zungen“, also der sprachlich-nationalen Gruppen innerhalb des Ritterordens. In der unteren Stadt entwickelte sich ein dicht bebautes Wohnviertel mit Kirchen, Moscheen und später auch jüdischen Einrichtungen, in dem sich die lange byzantinische, osmanische und italienische Phase der Stadtgeschichte spiegelt.Die Altstadt von Rhodos ist seit 1988 als UNESCO-Welterbe eingetragen und wird als Beispiel für eine mittelalterliche Hospitaliter-Festungsstadt mit späteren osmanischen Schichten gewürdigt.
Die Straße der Ritter und zentrale Bauten
Ein besonders markantes Element von Palia Poli Rodou ist die sogenannte Straße der Ritter, eine gepflasterte Hauptachse, die vom Platz vor dem Archäologischen Museum zum Palast des Großmeisters hinaufführt.Die Straße der Ritter verläuft zwischen dem Palast des Großmeisters und der Kirche Panagia tou Kastrou und wird von den Unterkünften mehrerer „Zungen“ gesäumt, deren Fassaden mit Wappen und Inschriften gestaltet sind. Entlang dieser Straße liegen unter anderem das Hospital des Ordens, das heute das Archäologische Museum von Rhodos beherbergt, sowie weitere Ordensgebäude mit spätgotischen Details.
Der Palast des Großmeisters erhebt sich auf einem erhöhten Punkt im Nordwesten der Altstadt und zeigt neben den mittelalterlichen Grundstrukturen auch Spuren späterer Umgestaltungen in der italienischen Zeit. In unmittelbarer Nähe finden sich Plätze, Sakralbauten und Wohnhäuser, die die verschiedenen Schichten der Stadtgeschichte sichtbar machen. Palia Poli Rodou vereint damit Wehrarchitektur, höfische Repräsentation und dichtes Alltagsgefüge innerhalb derselben Mauern.
Palia Poli Rodou besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Altstadt liegt im Norden von Rhodos-Stadt und schließt direkt an den Hafen von Mandraki sowie weitere Hafenbecken an, sodass sich der ummauerte Kern schon von See aus deutlich abzeichnet.
- Der Zugang erfolgt durch mehrere Stadttore in der Stadtmauer; viele Wege innerhalb von Palia Poli Rodou sind gepflasterte Gassen, die teils über Stufen und leichte Steigungen verlaufen.
- Rhodos-Stadt ist über den internationalen Flughafen der Insel sowie den Fährhafen mit dem übrigen Griechenland verbunden; von dort führen Straßen und Gehwege direkt an die Mauern der Altstadt.
- Amtssprache ist Griechisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Palia Poli Rodou auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Palia Poli Rodou.
Palia Poli Rodou: häufige Fragen
Wo liegt Palia Poli Rodou genau?
Palia Poli Rodou liegt im nördlichen Teil der Insel Rhodos in Griechenland und bildet den historischen Stadtkern von Rhodos-Stadt innerhalb einer geschlossenen Stadtmauer.
Was bietet ein Besuch der Altstadt von Rhodos?
Ein Besuch führt durch eine vollständig ummauerte mittelalterliche Stadt mit Ritterpalast, gepflasterten Gassen, Sakralbauten verschiedener Epochen und sichtbaren Spuren byzantinischer, osmanischer und italienischer Herrschaft.
Was kennzeichnet Palia Poli Rodou besonders?
Charakteristisch sind die lange Stadtmauer mit ihren Bastionen, die Einteilung in obere und untere Stadt und die Straße der Ritter mit den Unterkünften der verschiedenen „Zungen“ des Johanniterordens.
