Reisen, unterhaltung

Neben den Versicherungsschutz wollen Fachpolitiker der Unions- und SPD-Bundestagsfraktion einen neuen Fonds einreichen.

21.02.2020 - 05:02:39

Zahlungen von Touristen sollen Fonds zusätzlich absichern

Der verbraucherpolitische Sprecher der SPD, Johannes Fechner, wies auf die Notwendigkeit neuer Kundengeldabsicherungen in der Reisebranche hin. Am Markt gäbe es nur noch wenige Anbieter, welche Kundengelder gegen die Insolvenz von Reiseveranstaltern versichern. Fechner forderte in der Freitagsausgabe der "Welt", dass die Reisebranche den Schutz um einen Fonds erweitert. Auch sein Kollege aus der Union, Sebastian Steineke, sieht Handlungsbedarf. Er fordert das Erhöhen der Haftungsgrenze. Gleichzeitig bezweifelt der Unionspolitiker jedoch, dass das Abdecken eines Maximalrisikos durch eine Versicherung bezahlbar möglich ist. Deshalb plädiert auch Steineke für einen Fonds für Reiseanbieter. Nach Informationen der Welt stehen beide Politiker mit dieser Meinung nicht allein. In einer Anhörung des Bundesjustizministeriums, bei der die Öffentlichkeit nicht zugelassen war, plädierten auch Verbände und Experten für einen Fonds. Keine Einigung gibt es bisher über den Umfang, den ein gemeinsamer Fonds der Branche benötigt. Die Versicherer regten an, aus diesem Topf mindestens Kosten für die Rückholung von Touristen zu bezahlen.. Nils Hellberg vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft regte dies für den Fall der Pleite eines Reiseveranstalters an. Es sei sinnvoll, die Organisation von Rückführungen an die Tourismusbranche zu übertragen. Die FDP kritisierte die Handhabe im Fall der Thomas-Cook-Insolvenz. Unverständlich ist der Partei vor allem, dass zu der Übernahme der Entschädigungen für Kunden keine Debatte im Bundestag stattfand. Eine Entscheidung in Millionenhöhe ohne Einbeziehung des Parlamentes zu treffen, sei nicht hinnehmbar, sagte der Obmann der Liberalen im Reiseausschuss, Roman Müller-Böhm. Er forderte für die Reform der Insolvenzabsicherung eine Transparenzklausel. Müller-Böhm forderte, dass Pauschalreisekunden zu jeder Zeit wissen müssten, wie Geld im Insolvenzfall abgesichert ist.
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