Monte Alban in Oaxaca: Auf den Spuren der Zapoteken
31.05.2026 - 08:07:13 | ad-hoc-news.deWenn sich am frühen Morgen der Nebel über den Bergen von Oaxaca lichtet, taucht Monte Alban (sinngemäß „Weißer Berg“) wie eine steinerne Insel aus einer grünen Meereslandschaft auf. Die alten Pyramiden, Paläste und Höfe der Zapoteken liegen hier auf einem künstlich abgeflachten Höhenrücken, hoch über dem Tal von Oaxaca im Süden Mexikos – ein Ort, der sich anfühlt, als sei er bewusst zwischen Himmel und Erde platziert.
Monte Alban: Das ikonische Wahrzeichen von Oaxaca
Monte Alban ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten Mesoamerikas und gehört seit den 1980er-Jahren zum UNESCO-Welterbe. Die Anlage thront auf rund 1.900 m Höhe auf einem Plateau, das von den einstigen Baumeistern regelrecht in den Berg hineingeschnitten wurde – ein monumentales Ingenieurprojekt der Antike. Wer von Oaxaca-Stadt aus heraufkommt, blickt auf einen gewaltigen Hauptplatz, umgeben von Pyramiden, Palastruinen und zeremoniellen Plattformen.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des heutigen Oaxaca ist Monte Alban weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit. Die Anlage gilt als identitätsstiftender Kulturschatz, der die lange Tradition der indigenen Völker der Region – allen voran der Zapoteken – symbolisiert. Reiseführer wie GEO Saison und Spezialpublikationen zu Mexiko betonen immer wieder, dass kaum ein anderer Ort so eindrücklich verdeutlicht, wie hoch entwickelt die Kulturen in Mittelamerika lange vor den Azteken und der Ankunft der Spanier waren.
Für Reisende aus Deutschland erschließt sich auf Monte Alban ein Epochenbogen, der weit vor den bekannten europäischen Zeitmarken liegt: Als in Mitteleuropa noch frühe Eisenzeitkulturen lebten, organisierten die Zapoteken hier bereits eine komplexe Stadtgesellschaft mit Schrift, Kalender, Handelsbeziehungen und religiösen Ritualen.
Geschichte und Bedeutung von Monte Alban
Die Geschichte von Monte Alban beginnt im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Archäologische Funde legen nahe, dass die ersten Siedler bereits im 8. bis 5. Jahrhundert v. Chr. mit der Nutzung des Höhenrückens begannen. Im Lauf weniger Jahrhunderte entwickelte sich daraus ein städtisches Zentrum, das eng mit der aufstrebenden Kultur der Zapoteken verbunden war. Monte Alban war über lange Zeit Hauptstadt dieses Volks und Sitz seiner religiösen und politischen Elite.
Seine Blütezeit erreichte Monte Alban ungefähr zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. In dieser Zeit entstanden die meisten sichtbaren Monumente: der Große Platz, die Plattformen an Nord- und Südende, Pyramiden, Tempelgebäude, Wohnkomplexe der Elite sowie eine Vielzahl von Grabanlagen. Schätzungen von Archäolog:innen gehen von enormen Bevölkerungszahlen im Umland aus – Monte Alban fungierte als Zentrum eines dicht besiedelten Tals mit landwirtschaftlich intensiv genutzten Terrassenhängen.
Die Zapoteken entwickelten auf Monte Alban eine eigene Schrifttradition mit piktografischen und syllabischen Elementen. Inschriften und Reliefs berichten von Dynastien, Eroberungen und rituellen Handlungen. Anhand von Kalendersymbolen und Datierungen lässt sich rekonstruieren, dass Monte Alban in einem weiten Netz mesoamerikanischer Kulturen eingebunden war. Kontakte zu anderen Zentren – etwa Teotihuacán im Tal von Mexiko – werden heute in der Fachliteratur häufig hervorgehoben.
Ab etwa dem 7. Jahrhundert n. Chr. setzte ein langsamer Bedeutungsverlust ein. Gründe dafür werden in politischen Umbrüchen, klimatischen Veränderungen, wirtschaftlichen Verschiebungen oder dem Aufstieg anderer regionaler Zentren gesehen. Monte Alban wurde nicht abrupt aufgegeben, doch die Bevölkerung schrumpfte, und einige zeremonielle Funktionen verlagerten sich. Später nutzten andere Gruppen, insbesondere die Mixteken, bestimmte Bereiche der Anlage weiter – vor allem als Bestattungsort. Die berühmten, reich ausgestatteten Gräber stammen teils aus dieser späteren Nutzungsphase.
Für die moderne Wissenschaft wurde Monte Alban im 19. Jahrhundert interessant, als Reisende und Forscher aus Mexiko, aber auch aus Europa und den USA, begannen, die Reste systematisch zu beschreiben. Größere archäologische Grabungen setzten im frühen 20. Jahrhundert ein. Heute wird Monte Alban von mexikanischen Denkmalbehörden betreut, die den Erhalt der Strukturen, kontrollierte Zugänglichkeit und die wissenschaftliche Erforschung koordinieren.
Die UNESCO würdigt Monte Alban als herausragendes Beispiel für eine frühstaatliche Stadtanlage in Mesoamerika. Besonders hervorgehoben werden die Größe des städtischen Projekts, die komplexe symbolische Architektur und die Zeugnisse einer eigenständigen Schrift- und Kalendertradition. Aus historischer Perspektive ist Monte Alban damit so etwas wie das „politische Rom“ des alten Oaxaca – ein Zentrum, von dem Macht, Kultur und Religion ausstrahlten.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch beeindruckt Monte Alban bereits durch seine Lage: Der Gipfel des Berges wurde für die Stadtanlage großflächig eingeebnet. So entstand ein etwa 400 m langer und 200 m breiter Hauptplatz, umgeben von Plattformen, die ursprünglich Tempel- und Palastbauten trugen. Wer heute den Platz betritt, erlebt eine bewusst inszenierte Raumwirkung: lange Sichtachsen, erhöhte Plattformen, monumentale Treppen – alles dient dazu, den zeremoniellen Charakter zu unterstreichen.
Die Nord- und Südplattformen bilden markante Endpunkte dieses Hauptplatzes. Von oben eröffnet sich ein weiter Blick über das Tal von Oaxaca und auf die geometrische Ordnung der Anlage. Archäolog:innen deuten die Architektur als Ausdruck einer kosmologischen Ordnung: Der Platz und die Plattformen sollten die Verbindung von Unterwelt, irdischer Sphäre und Himmelswelt symbolisch abbilden. Für Besucherinnen und Besucher sind diese Sichtachsen auch heute noch eindrucksvoll, zumal das Tal in der Trockenzeit häufig in warmen Gold- und Ockertönen liegt.
Ein besonders auffälliges Bauwerk ist die sogenannte Struktur J, eine pfeilförmig angelegte Plattform, die schräg zum übrigen Raster des Platzes steht. Viele Forschende interpretieren sie als Observatorium oder zumindest als Bauwerk mit astronomischer Funktion, da ihre Ausrichtung offenbar mit bestimmten Sternpositionen und Sonnenständen zusammenhängt. Obwohl es keine endgültige Deutung gibt, gilt Struktur J als eines der spannenden Beispiele für das Zusammenspiel von Architektur und Himmelsbeobachtung in Mesoamerika.
Zu den markanten Elementen von Monte Alban gehören zudem die sogenannten „Danzantes“ – Steinreliefs mit menschlichen Figuren in ungewöhnlichen, teils verdrehten Körperhaltungen. Früher wurden sie als tanzende Menschen interpretiert, daher der Name. Heute gehen viele Expert:innen davon aus, dass es sich eher um gefangene oder geopferte Feinde handelt. Die Reliefs sind wichtige Zeugnisse der Kunst der Zapoteken und zugleich ein Hinweis auf die politische Dimension der Anlage: Monte Alban war nicht nur spirituelles, sondern auch militärisches und diplomatisches Zentrum.
Ebenso bedeutend sind die Grabkammern, von denen einige reich mit Wandmalereien, Stein- und Goldarbeiten sowie Keramik ausgestattet waren. Besonders bekannt ist ein Grab mit exquisitem Schmuck, das häufig in Museen und Ausstellungen als Beispiel für die Kunstfertigkeit der Goldschmiede und Steinmetze der Region gezeigt wird. Ein Großteil der kostbaren Funde befindet sich heute im Regionalmuseum von Oaxaca-Stadt, wo Besucher:innen die Originale in musealer Umgebung betrachten können.
Die Bauweise von Monte Alban folgt einem typischen mesoamerikanischen Muster: Plattformen und Pyramiden wurden in mehreren Bauphasen aufgestockt, wobei ältere Strukturen überbaut, erweitert oder teilweise abgetragen wurden. Das führt dazu, dass unter sichtbaren Mauern oft frühere Bauphasen liegen. Archäolog:innen sprechen hier von „Baugeschichte in Schichten“. Für moderne Besucher:innen ist das nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch die umfangreichen Ausgrabungen legen an vielen Stellen diese verschachtelte Entwicklung frei.
Auch die Ausrichtung der Gebäude auf dem Plateau wird in der Forschung intensiv diskutiert. Viele Strukturen scheinen sich an den Himmelsrichtungen und bestimmten astronomischen Ereignissen zu orientieren – etwa den Sonnenauf- und -untergängen zu den Sonnenwenden. Dies verbindet Monte Alban mit anderen mesoamerikanischen Stätten und deutet auf ein hochentwickeltes astronomisches Wissen hin, das eng mit religiösen Ritualen verknüpft war.
Monte Alban besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
Für Besucher:innen aus Deutschland ist der Besuch von Monte Alban meist Teil einer Reise durch den Süden Mexikos oder einer Kombination aus Kultur- und Strandurlaub. Praktische Planung ist daher wichtig, um den Besuch möglichst entspannt zu gestalten.
- Lage und Anreise ab Oaxaca
Monte Alban liegt etwa 8–10 km westlich des historischen Zentrums von Oaxaca-Stadt, die Fahrt hinauf in die Berge dauert je nach Verkehr rund 20–30 Minuten. Von der Innenstadt führen eine kurvenreiche Straße und Zufahrten zum Besucherzentrum am Eingang der archäologischen Zone. In Oaxaca-Stadt bieten zahlreiche offizielle und private Anbieter geführte Touren an, häufig in Kombination mit weiteren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Alternativ können Taxis oder vorab organisierte Transfers genutzt werden; die Kosten variieren und sollten vor Fahrtantritt vereinbart werden. - Anreise aus Deutschland nach Oaxaca
Direktflüge aus Deutschland nach Oaxaca gibt es in der Regel nicht. Übliche Routen führen über große internationale Drehkreuze wie Mexiko-Stadt, Cancún oder gelegentlich über US-Flughäfen. Reisende starten häufig von Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf oder Hamburg und fliegen zunächst nach Mexiko-Stadt; von dort verkehren Inlandsflüge nach Oaxaca. Die gesamte Reisezeit von Deutschland nach Oaxaca liegt je nach Verbindung oft zwischen 15 und 20 Stunden, inklusive Umstiege. Wer Zeit mitbringt, kann auch einen mehrtägigen Aufenthalt in Mexiko-Stadt einplanen, bevor es weiter nach Oaxaca geht. - Öffnungszeiten und Besuchsorganisation
Die archäologische Zone von Monte Alban ist als offizielle Kulturstätte regulär an den meisten Tagen des Jahres geöffnet, meist täglich tagsüber. Konkret benannte Uhrzeiten können sich jedoch aufgrund von Witterung, Feiertagen, Wartungsarbeiten oder behördlichen Vorgaben ändern. Daher empfiehlt es sich, die jeweils aktuellen Öffnungszeiten kurz vor dem Besuch direkt bei der Verwaltung von Monte Alban oder über die offiziellen mexikanischen Kultur- und Tourismusinstitutionen zu prüfen. Häufig ist die Zeit um den frühen Vormittag besonders angenehm, weil das Licht weich ist und die Temperaturen noch moderat sind. - Eintrittspreise
Für den Zugang zur archäologischen Zone wird in der Regel ein Eintritt erhoben. In ganz Mexiko gilt üblicherweise ein gestaffeltes System mit reduzierten Tarifen für bestimmte Personengruppen (z. B. Kinder, Studierende, Senior:innen) und kostenfreien oder ermäßigten Zutrittstagen für mexikanische Staatsbürger. Da sich die konkreten Beträge in mexikanischen Peso und ihre ungefähren Gegenwerte in Euro im Laufe der Zeit ändern, sollten Reisende die aktuellen Preise möglichst kurz vor dem Besuch über offizielle Kanäle recherchieren. Zur groben Orientierung bewegen sich die Eintrittspreise für bedeutende mexikanische archäologische Stätten meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich pro erwachsener Person, je nach Wechselkurs. - Beste Reisezeit und Tageszeit
Oaxaca liegt in einer Region mit überwiegend mildem bis warmem Klima. Die Trockenzeit erstreckt sich etwa von November bis April, während von Mai bis Oktober häufiger Regen auftreten kann. Monte Alban ist durch seine Lage auf knapp 2.000 m Höhe etwas kühler als das Tal, doch die Sonne kann tagsüber sehr intensiv sein. Viele Reiseführer empfehlen daher die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag für einen Besuch. Um die Mittagszeit sind Schattenplätze rar, und der Hauptplatz wirkt wie ein großer, steiniger Sonnenkessel. In der Hochsaison – etwa um Weihnachten, Ostern und in den Sommerferien – ist mit mehr Andrang zu rechnen. - Sprache vor Ort
In Oaxaca und bei Monte Alban ist Spanisch die Hauptsprache. In der Tourismusbranche – insbesondere in Hotels, bei offiziellen Führungen und in einigen Agenturen – wird häufig auch Englisch gesprochen. Deutschsprachige Führungen sind deutlich seltener und sollten, falls gewünscht, lange im Voraus organisiert werden. Wer ein paar Grundbegriffe Spanisch beherrscht, hat es im Alltag leichter. Wichtig ist außerdem, sich bewusst zu machen, dass in der Region auch indigene Sprachen wie Zapotekisch verbreitet sind, die das kulturelle Erbe vor Ort lebendig halten. - Zahlung und Trinkgeld
In Oaxaca-Stadt sind Kreditkarten in vielen Hotels, Restaurants und größeren Geschäften verbreitet, dennoch bleibt Bargeld in mexikanischen Peso sehr wichtig – insbesondere für Märkte, kleine Läden, Taxis und Trinkgelder. Es empfiehlt sich, ausreichend lokale Währung für Eintritt, kleinere Ausgaben und eventuelle Trinkgelder mitzuführen. Trinkgeld ist im Dienstleistungssektor üblich; in Restaurants gelten etwa 10–15 % als Anhaltspunkt, wenn kein Servicezuschlag ausgewiesen ist. Für lokale Guides auf Monte Alban ist ein angemessenes Trinkgeld nach einer guten Führung üblich, Betrag und Höhe können je nach Umfang der Leistung variieren. Kartenzahlung direkt an der Stätte kann nicht immer garantiert werden, weshalb etwas Bargeld ratsam ist. - Kleiderwahl, Sonnenschutz und Fotografieren
Für den Besuch von Monte Alban sind bequeme, feste Schuhe unbedingt zu empfehlen. Der Untergrund ist uneben, es geht oft über Steine, Stufen und leichte Hänge. Luftige, aber schützende Kleidung, ein Hut oder eine Kappe sowie eine Sonnenbrille helfen, die starke Sonne auszuhalten. Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind wichtig, ebenso ausreichend Trinkwasser – insbesondere in den warmen Mittagsstunden. Was das Fotografieren betrifft, sind Aufnahmen für den privaten Gebrauch in archäologischen Zonen in Mexiko meist erlaubt; für professionelles Filmen oder den Einsatz von Stativ- und Drohnentechnik können jedoch besondere Genehmigungen erforderlich sein. Es ist ratsam, sich vor Ort über die jeweils gültigen Regeln zu informieren und Hinweise der Aufsicht zu beachten. - Sicherheit und Gesundheit
Monte Alban gilt im Rahmen organisierter Touren und normaler Besuchszeiten als gut kontrollierte Sehenswürdigkeit. Wie an jedem touristischen Ort sollte man dennoch auf seine Wertsachen achten, größere Bargeldbeträge unauffällig verwahren und nur das Nötigste mitnehmen. Aufgrund der Höhenlage und der Sonne ist es wichtig, genug zu trinken und auf Anzeichen von Kreislaufproblemen zu achten. Für Reisen nach Mexiko insgesamt empfiehlt sich eine Auslandskrankenversicherung, die auch Rücktransport einschließt. Innerhalb der EU anerkannte Krankenversicherungskarten gelten in Mexiko nicht; daher ist zusätzlicher Schutz sinnvoll. - Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger
Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise für Mexiko direkt beim Auswärtigen Amt auf auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich Informationen zu erforderlichen Reisedokumenten, Visabestimmungen, Empfehlungen zu Reisedauer, Sicherheit im Land, Gesundheitsaspekten sowie Hinweise zu eventuellen besonderen Vorschriften für bestimmte Regionen. Diese Hinweise werden regelmäßig aktualisiert und bieten den verlässlichsten Rahmen für eine sichere Reiseplanung. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Oaxaca liegt in einer Zeitzone, die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in der Regel um mehrere Stunden hinterherhinkt. Je nach Jahreszeit und Sommerzeitregelungen in Mexiko und in Europa ergibt sich meist eine Differenz von etwa 7 bis 8 Stunden. Für die Planung von An- und Abreise, Telefonaten nach Deutschland und inner-mexikanischen Anschlussverbindungen ist es sinnvoll, die aktuelle Zeitverschiebung kurz vor der Reise zu prüfen – etwa über seriöse Zeit- und Flugportale.
Warum Monte Alban auf jede Oaxaca-Reise gehört
Monte Alban ist nicht nur ein Pflichtpunkt auf der touristischen Landkarte, sondern ein Ort, der das Verständnis für Mexiko deutlich vertieft. Wer die Stätte besucht, spürt, wie alt die kulturellen Wurzeln des Landes sind – lange vor den Azteken, den Maya-Pyramiden von Yucatán oder der Kolonialarchitektur der spanischen Epoche. Die Ruinen erzählen von einer hoch differenzierten Gesellschaft mit eigenen Vorstellungen von Raum, Macht und Spiritualität.
Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung von Landschaft und Architektur. Von der Nordplattform aus öffnet sich der Blick über das gesamte Tal von Oaxaca, eingerahmt von Bergketten. Bei klarem Wetter leuchten die Häuser der Stadt wie ein Band im Talboden, während auf dem Plateau Stille herrscht, nur unterbrochen von Wind und Vogelrufen. Viele Reisende beschreiben dieses Gefühl, kurz zwischen den Zeiten zu stehen – mit den Füßen auf jahrtausendealten Steinen, den Blick auf eine lebendige, moderne Stadt.
Für Kulturinteressierte bietet sich eine Kombination von Monte Alban mit weiteren Stätten in der Umgebung an. Im Tal von Oaxaca finden sich zahlreiche kleinere archäologische Orte, traditionelle Dörfer mit Handwerkskunst – etwa Webereien und Töpfereien – sowie Märkte, auf denen sich regionale Produkte und Speisen probieren lassen. Wer sich für vorspanische Kunst interessiert, sollte zusätzlich das Regionalmuseum im ehemaligen Kloster Santo Domingo in Oaxaca-Stadt besuchen, wo viele Funde aus Monte Alban ausgestellt sind.
Auch aus deutscher Perspektive ist ein Besuch in Monte Alban eine spannende Ergänzung zu bekannten europäischen historischen Orten. Die Anlage ist deutlich älter als etwa das Brandenburger Tor in Berlin oder der Kölner Dom und repräsentiert eine völlig andere Vorstellung von Stadt, Religion und Weltordnung. Diese Kontrasterfahrung – vom mittelalterlichen Münster in Europa hin zu den Stufenpyramiden in Mexiko – wird von vielen Kulturreisenden als besonders bereichernd empfunden.
Wer ein wenig Zeit mitbringt, kann Monte Alban außerhalb der Spitzenzeiten recht ruhig erleben. Ein Aufenthalt von zwei bis drei Stunden reicht, um die Hauptstrukturen zu sehen, den Platz zu umrunden und einen Eindruck von der Anlage zu gewinnen. Für vertiefte Erkundungen – etwa mit fachkundiger Führung, Aufenthalt im kleinen Museum am Eingang und zusätzlicher Zeit zum Fotografieren – kann man problemlos einen halben Tag einplanen.
Monte Alban in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Monte Alban regelmäßig präsent – nicht mit der Massendynamik mancher Strandziele oder Mega-Metropolen, aber als konstantes Motiv für Reisefotografie, Kulturreportagen und Videodokumentationen. Besonders beliebt sind Panoramabilder vom Hauptplatz, Drohnenaufnahmen aus erlaubter Distanz und Nahaufnahmen der „Danzantes“-Reliefs. Viele Reisende teilen Eindrücke von Morgendunst, dramatischen Wolkenstimmungen und den weiten Blicken ins Tal.
Monte Alban — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Monte Alban
Wo liegt Monte Alban genau?
Monte Alban liegt im Süden Mexikos, im Bundesstaat Oaxaca, auf einem Höhenzug westlich des Tals von Oaxaca. Die Stätte befindet sich etwa 8–10 km vom historischen Zentrum der Stadt Oaxaca entfernt und ist über eine Bergstraße in rund 20–30 Minuten zu erreichen, meist mit Taxi, organisiertem Transfer oder geführter Tour.
Wie alt ist Monte Alban und wer hat es gebaut?
Die Ursprünge von Monte Alban reichen in das 1. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die Hauptbauphasen fallen in die Zeit zwischen etwa dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. Errichtet und geprägt wurde die Anlage vor allem von den Zapoteken, einem indigenen Volk der Region Oaxaca, das dort ein frühes städtisches Zentrum mit religiösen, politischen und wirtschaftlichen Funktionen schuf.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch einplanen?
Für einen ersten Besuch, bei dem die wichtigsten Strukturen – Großer Platz, Nord- und Südplattform, einige Pyramiden sowie das kleine Museum – erkundet werden, reichen etwa zwei bis drei Stunden. Wer darüber hinaus eine geführte Tour mit vertiefenden Erklärungen, fotografische Stopps an mehreren Punkten und eine Pause mit Aussicht plant, kann problemlos einen halben Tag für Monte Alban einplanen.
Ist Monte Alban für Familien mit Kindern geeignet?
Monte Alban kann auch mit Kindern besucht werden, allerdings sollten Eltern die Besonderheiten des Geländes beachten: Viele Treppen, unebenes Terrain, wenig Schatten und starke Sonne in der Mittagszeit. Feste Schuhe, Kopfbedeckung, Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind besonders wichtig. Ältere Kinder und Jugendliche finden häufig Gefallen an den Pyramiden und dem „Entdeckergefühl“, jüngere Kinder sollten eng begleitet werden und nicht auf Mauern oder an steilen Hängen spielen.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten für eine Reise nach Oaxaca und Monte Alban?
Angenehm sind häufig die Monate der Trockenzeit von etwa November bis April, wenn Regenfälle seltener und die Temperaturen meist gut auszuhalten sind. In der Regenzeit von Mai bis Oktober kann es zu Schauern und Gewittern kommen, die Landschaft wirkt dann dafür besonders grün. Generell bieten die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag gute Licht- und Temperaturverhältnisse, unabhängig von der Jahreszeit.
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