Mezquita-Catedral de Cordoba: Wald aus Säulen und Doppelbögen
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 16:58 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Mezquita-Catedral de Cordoba in Cordoba gehört zu den bekanntesten Sakralbauten Spaniens und beeindruckt durch ihre weit gespannte Gebetshalle mit einem Wald aus Säulen und rot-weißen Doppelbögen, in deren Mitte sich ein später eingefügtes Kathedralschiff erhebt. Schon im 8. Jahrhundert entstand hier die Hauptmoschee des Emirats von Cordoba, bevor der Bau nach der christlichen Eroberung zur Kathedrale umgestaltet wurde.
Vom Emirat zur Kathedrale: Schichten aus über tausend Jahren Baugeschichte
Die ursprüngliche Moschee der heutigen Mezquita-Catedral de Cordoba wurde im späten 8. Jahrhundert unter Emir Abd al-Rahman I. begonnen, der den Bau auf den Überresten der westgotischen Kirche San Vicente errichten ließ.Emir Abd al-Rahman I. knüpfte damit an den Rang Cordobas als Zentrum von Al-Andalus an und schuf eine neue Hauptmoschee der Stadt.Hauptmoschee der Stadt Bereits wenige Jahrzehnte später wurde der Bau durch Abd al-Rahman II. nach Süden erweitert, indem die Gebetshalle vergrößert und der Innenraum verlängert wurde.Erweiterung durch Abd al-Rahman II.
Im 10. Jahrhundert erreichte die Moschee unter dem Kalifen Al-Hakam II. eine besonders reiche Ausgestaltung: Es entstanden zusätzliche Arkadenreihen, ein aufwendig dekoriertes marmornes Mihrab und eine charakteristische Kuppel im Bereich der Gebetsrichtung.Mihrab und Kuppel im Gebetsraum Gegen Ende des 10. Jahrhunderts ließ Almanzor die Moschee nochmals nach Osten erweitern und vergrößerte die Gebetshalle zu einer der größten islamischen Sakralanlagen ihrer Zeit.späte Erweiterung unter Almanzor Nach der Eroberung Cordobas durch kastilische Truppen im Jahr 1236 wurde der gesamte Moscheebau zur christlichen Kathedrale erklärt, die kirchlich der Gottesmutter Maria geweiht ist.Weihe als Kathedrale im 13. Jahrhundert
Architektur der Säulenhalle: Doppelbögen, Mihrab und Renaissance-Schiff
Das Innere der Mezquita-Catedral de Cordoba ist vor allem durch ihre weitläufige, horizontale Struktur geprägt: Eine große Gebetshalle erstreckt sich über ein rechteckiges Grundrissfeld, das von zahlreichen Säulenreihen und darüberliegenden Arkaden gegliedert wird.rechteckiger Grundriss und Säulenwald Charakteristisch sind die berühmten Doppelbögen, bei denen auf kurzen Säulen zunächst Hufeisenbögen ruhen, über denen weitere Bogenreihen liegen; viele dieser Bögen sind mit abwechselnd hellen und rötlichen Steinen gefasst und erzeugen das bekannte Streifenmuster.rot-weiße Doppelbögen in der Halle Die Säulen selbst stammen teilweise aus älteren römischen und westgotischen Bauten und wurden als Spolien wiederverwendet, was dem Raum eine Mischung verschiedener Materialien und Kapitellformen verleiht.Spolien aus älteren Bauwerken
An der südlichen Seite der Halle befindet sich der kunstvoll gestaltete Mihrab, die Gebetsnische der ehemaligen Moschee, mit reichem Dekor aus Marmor und Mosaiken sowie einer markanten, kuppelartigen Überdeckung im Bereich der Gebetsrichtung.dekorierter Mihrab mit Kuppel Im 16. Jahrhundert wurde in die bestehende Säulenhalle ein Kathedralschiff im Stil der Gotik und Renaissance eingefügt, dessen Bau mit dem Namen Hernán Ruiz des Älteren verbunden ist und über einen langen Zeitraum weitergeführt wurde.Kathedralschiff im Renaissance-Stil So begegnen in diesem einen Gebäude islamische Architekturformen wie Hufeisenbögen und maurische Dekore unmittelbar gotischen Gewölben, Renaissanceportalen und barocken Ausstattungselementen.
UNESCO-Welterbe und Altstadtlage am Guadalquivir
Die Mezquita-Catedral de Cordoba steht im historischen Zentrum von Cordoba unweit des Flusses Guadalquivir und grenzt an die mittelalterliche Altstadt mit engen Gassen und Innenhöfen.Lage im historischen Zentrum von Cordoba Der Baukomplex umfasst neben der Säulenhalle auch einen von Arkaden umgebenen Hof, den sogenannten Patio de los Naranjos, in dem Wasserbecken und Zitrusbäume an die frühere Funktion als Hof der Moschee erinnern.Patio de los Naranjos als Hofanlage Seit 1984 gehört die Moschee-Kathedrale zusammen mit der Altstadt von Cordoba und der nahegelegenen Medina Azahara zum UNESCO-Welterbe und wurde darüber hinaus als bedeutendes Kulturdenkmal Spaniens besonders geschützt.UNESCO-Welterbe seit 1984
Kirchlich trägt die Kathedrale den Namen „Catedral de Nuestra Señora de la Asunción“, da sie der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht ist.kirchlicher Titel der Kathedrale Zugleich ist der Begriff „Mezquita“ für viele Menschen weiterhin geläufig und verweist auf den Ursprung als Hauptmoschee des islamischen Cordoba, dessen Architektur im Inneren in großen Teilen erhalten blieb.Moschee-Kathedrale mit erhaltener Struktur
Mezquita-Catedral de Cordoba besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Mezquita-Catedral de Cordoba liegt im historischen Zentrum von Cordoba am Nordufer des Guadalquivir und ist über den Bahnhof von Cordoba sowie das Busnetz der Stadt gut erreichbar.
- Innerhalb des Baukomplexes führt der Weg durch den Patio de los Naranjos und weiter in die Säulenhalle, in der zahlreiche Säulenreihen und Arkaden den Boden stark strukturieren.
- Wer die Glockenturm-Anlage besuchen möchte, erreicht sie über Treppenaufgänge im Bereich des Hofes, die mehrere Ebenen miteinander verbinden.
- In der Umgebung der Mezquita-Catedral de Cordoba liegen die römische Brücke über den Guadalquivir und weitere historische Bauten der Altstadt, die zu Fuß erreichbar sind.
- Amtssprache ist Spanisch, gezahlt wird in Euro. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Mezquita-Catedral de Cordoba: häufige Fragen
Wo liegt die Mezquita-Catedral de Cordoba?
Die Moschee-Kathedrale steht im Zentrum der Stadt Cordoba in Andalusien im Süden Spaniens, nahe dem Fluss Guadalquivir.
Was bietet ein Besuch der Mezquita-Catedral de Cordoba?
Ein Besuch führt durch den Patio de los Naranjos in die weite Säulenhalle mit den rot-weißen Doppelbögen und hinein in das christliche Kathedralschiff.
Was kennzeichnet die Mezquita-Catedral de Cordoba besonders?
Besonders kennzeichnend ist die Verbindung einer erhaltenen islamischen Moscheearchitektur mit einer später eingefügten Kathedrale sowie der Status als UNESCO-Welterbe.
