Lotus Temple, Delhi

Lotus Temple in Delhi als weiße Blüte aus Marmor

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 09:18 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Der Lotus Temple in Delhi verbindet eine offene Blütenform, weißen Marmor und Bahá’í-Gottesdienst zu einem markanten Bauwerk.

Aquarell-Illustration von Lotustempel Delhi in Delhi, Indien als Reiseposter
Aquarellillustration des Wahrzeichens Lotustempel Delhi in Delhi Indien, weiche Farbverläufe und pastelliges Reiseposter-Feeling, Illustration mit AI erstellt.

Der Lotus Temple in Delhi ist ein Bahá’í-Haus der Andacht mit der Form einer geöffneten Lotusblüte. Weiße Marmorflächen, geschwungene Schalen und Wasserbecken prägen das Bauwerk, das im Dezember 1986 geweiht wurde.

Lotus Temple und die Architektur der Lotusblüte

Die äußere Gestalt des Lotus Temple entsteht aus 27 freistehenden Betonschalen. Sie sind mit weißem Marmor verkleidet und in drei Ringen um die zentrale Halle angeordnet. Die Schalen lesen sich aus der Entfernung als Blütenblätter, während ihre Konstruktion ein religiöses Gebäude mit einer ungewöhnlichen äußeren Silhouette bildet.

Der iranische Architekt Fariborz Sahba entwarf den Bau. Fariborz Sahba entwarf den Lotus Temple als Bahá’í-Haus der Andacht in Neu-Delhi. Der Bau gehört damit zur modernen Sakralarchitektur und verbindet eine abstrakte Tragstruktur mit dem Bild einer Pflanze.

Die neunseitige Anlage besitzt neun Zugänge zur zentralen Halle. Die Zahl neun ist ein wiederkehrendes Merkmal der Bahá’í-Häuser der Andacht. Im Lotus Temple erscheint sie in der Gliederung der Baukörper und in der Ordnung des Grundrisses.

Lotus Temple zwischen Marmor, Wasser und Garten

Das Gebäude steht in Bahapur im Süden Delhis, nahe Kalkaji und östlich von Nehru Place. Um den weißen Bau liegen Gartenflächen und Wasserbecken. Die Becken begleiten die äußere Kontur der Anlage und bilden einen sichtbaren Übergang zwischen Landschaft und Architektur.

Der verwendete Marmor prägt die Wahrnehmung des Bauwerks stärker als eine dekorative Ausstattung. Die helle Verkleidung liegt über den geschwungenen Betonschalen und lässt die einzelnen Blütenblätter als zusammenhängende Gebäudehülle erscheinen. Der Lotus Temple liegt in Bahapur im National Capital Territory of Delhi.

Die zentrale Halle bildet den Innenraum des Hauses der Andacht. Ihre Ausstattung bleibt auf den Raum selbst konzentriert. Figürliche Darstellungen und festgelegte religiöse Bildprogramme prägen den Innenraum nicht. Dadurch steht die Architektur mit ihrer Höhe, den Kurven und den Öffnungen der Schalen im Vordergrund.

Der Lotus Temple ist kein Tempel einer einzelnen indischen Religionsgemeinschaft. Als Bahá’í-Haus der Andacht steht er Menschen verschiedener Glaubensrichtungen offen. Im Zentrum befinden sich Gebet und Lesungen aus heiligen Schriften. Musik und gemeinsames Singen gehören ebenfalls zur Andachtsform.

Lotus Temple als Bauwerk des 20. Jahrhunderts

Der Bau begann 1980 und wurde 1986 abgeschlossen. Die Weihe erfolgte im Dezember 1986. Der Bau entstand in sechs Jahren und zählt zu den markanten Sakralbauten des späten 20. Jahrhunderts.

Die Tragwerksplanung übernahm das britische Ingenieurbüro Flint and Neill. Für die Ausführung war die ECC Construction Group von Larsen & Toubro beteiligt. Damit verbindet der Lotus Temple den Entwurf eines einzelnen Architekten mit einer umfangreichen technischen Umsetzung.

Die Form der Lotusblüte besitzt in Südasien eine lange religiöse und kulturelle Bedeutung. Im Bauwerk wird dieses Motiv nicht als Wandbild oder Ornament dargestellt. Es bildet die gesamte äußere Gestalt: Die Schalen steigen aus der Umgebung auf, überlagern sich und öffnen sich über der Halle.

Die Architektur gehört zur biomorphen Moderne. Dieser Begriff bezeichnet Bauformen, die sich an organischen Gestalten orientieren. Beim Lotus Temple bleibt die Anlehnung an die Blüte klar erkennbar, ohne dass der Bau eine naturalistische Nachbildung darstellt. Beton, Marmor, Wasser und Garten bilden die sichtbaren Bestandteile.

Der Lotus Temple steht damit an einer Schnittstelle zwischen religiöser Nutzung und moderner Ingenieurarchitektur. Die Räume dienen der Andacht, während die äußere Hülle von einer pflanzlichen Form bestimmt wird. Der Ort lässt sich als Sakralbau, Gartenanlage und Beispiel des modernen Bauens lesen.

Lotus Temple besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Der Lotus Temple liegt in Bahapur im Süden von Delhi, nahe Kalkaji und östlich von Nehru Place. Das Gelände ist über das Verkehrsnetz der indischen Hauptstadt erreichbar.
  • Der Weg führt durch Gartenflächen zu den Eingängen zwischen den äußeren Marmorschalen. Im Inneren befindet sich eine zentrale Halle mit Sitzplätzen und Raum für Gebet.
  • Amtssprache ist Hindi, gezahlt wird in Indischen Rupien.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

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Lotus Temple: häufige Fragen

Wo liegt der Lotus Temple?

Der Lotus Temple liegt in Bahapur im Süden von Delhi. Das Bauwerk befindet sich nahe Kalkaji und östlich von Nehru Place.

Was bietet ein Besuch im Lotus Temple?

Zum Ort gehören Gartenflächen, Wasserbecken, die weißen Außenschalen und die zentrale Halle. Der Besuch verbindet Architektur mit der Funktion eines Bahá’í-Hauses der Andacht.

Was kennzeichnet den Lotus Temple?

Der Bau besitzt 27 marmorverkleidete Betonschalen in der Gestalt einer geöffneten Lotusblüte. Fariborz Sahba entwarf das Gebäude, das 1986 geweiht wurde.

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