Lalibela: aus dem Fels gemeißelte Stadt des Glaubens
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 16:56 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Lalibela im Norden Athiopiens ist ein Ort, an dem eine ganze Sakralanlage aus dem Fels herausgearbeitet wurde und bis heute das Zentrum einer lebendigen christlichen Tradition bildet. Die Felsenkirchen von Lalibela gehen auf die Regentschaft von Kaiser Gebra Maskal Lalibela im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert zurück und gehören seit 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Lalibela als „Neues Jerusalem“ im Hochland von Lasta
Lalibela liegt im historischen Hochland von Lasta in der Region Amhara und ist nach Kaiser
Gebra Maskal Lalibela aus der Zagwe-Dynastie benannt, der die Anlage der Felsenkirchen in Auftrag gab.Kaiser Gebra Maskal Lalibela Die Stadt entwickelte sich in dieser Zeit zu einem bedeutenden Zentrum des christlichen Äthiopiens und wird wegen ihrer Anlagen aus dem Fels häufig als „Neues Jerusalem“ beschrieben.Neues Jerusalem
Die Felsenkirchen liegen in einem gebirgigen Gelände des westlichen äthiopischen Hochlands, in dem rötlicher vulkanischer Tuff und dunklere Basaltlagen das Gestein prägen.vulkanischer Tuff und Basalt Aus diesem Gestein wurden die Kirchen als monolithische Bauwerke herausgearbeitet, sodass Wände, Dächer und Pfeiler Teil des ursprünglichen Felsens bleiben. Zwischen den Kirchen verlaufen vertiefte Gräben, schmale Durchgänge und in den Fels geschlagene Treppen, die den Komplex wie eine unterirdisch wirkende Stadtstruktur erscheinen lassen.
Elf aus dem Fels gehauene Kirchen und ihr Aufbau
Der Kern von Lalibela besteht aus insgesamt elf Felsenkirchen, die als gesamte Einheiten aus dem natürlichen Gestein herausgehauen wurden und zu den größten von Menschen geschaffenen monolithischen Strukturen zählen.elf Felsenkirchen Sie sind in mehrere Gruppen gegliedert, die durch ein künstlich angelegtes System von Gräben und Gängen verbunden sind, während einzelne Kirchen wie Biete Giyorgis (Haus des Heiligen Georg) freistehend in einem rechteckig ausgehobenen Hof liegen.Biete Giyorgis
Zu den Kirchen im nördlichen Bereich zählen unter anderem Biete Medhane Alem, Biete Maryam, Biete Meskel, Biete Denagel sowie Biete Golgotha Mikael, während im östlichen Bereich Biete Amanuel, Biete Qeddus Mercoreus, Biete Abba Libanos, Biete Gabriel-Rufael und Biete Lehem liegen.Gruppen der Kirchen Die Kirchen sind durch Tunnel, schmale Korridore und in den Fels geschnittene Treppen verbunden, deren Anlage die verschiedenen Hofbereiche und Ebenen des Komplexes miteinander verknüpft. Im Inneren besitzen die Kirchen mehrschiffige Räume mit Pfeilern, Arkaden und teils gemalten Wandflächen, die an Formen der altorientalischen und byzantinischen Baukunst erinnern.
UNESCO-Welterbe und lebendiges Pilgerzentrum
Die Felsenkirchen von Lalibela wurden 1978 als eine der ersten Stätten Athiopiens in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und sind dort unter der Bezeichnung „Rock-Hewn Churches, Lalibela“ mit der Referenznummer 18 verzeichnet.UNESCO-Weltkulturerbe seit 1978 Die Einstufung erfolgt aufgrund ihrer Bedeutung als außergewöhnliche Leistung der mittelalterlichen Architektur, ihrer engen Verbindung zur Geschichte des äthiopischen Christentums und ihrer Funktion als religiöses Zentrum, das bis in die Gegenwart genutzt wird.religiöses Zentrum
Die Kirchen dienen der äthiopisch-orthodoxen Kirche weiterhin als Gottesdienstorte, und Lalibela ist ein wichtiger Pilgerort für Gläubige aus Athiopien und anderen Regionen. Prozessionen, Gebete und liturgische Gesänge finden dort in Räumen statt, deren Wände, Böden und Dächer zugleich unbeweglicher Fels sind. Für Besucher entsteht dadurch der Eindruck, eine Stadt zu betreten, in der Sakralarchitektur und Landschaft ineinander übergehen und der Glaube unmittelbar mit dem Material des Gebirges verbunden ist.
Lalibela besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lalibela liegt in der Region Amhara im Norden Athiopiens, und der nächstgelegene internationale Bezugspunkt ist die Hauptstadt Addis Abeba, von der Inlandsflüge zum Flughafen nahe Lalibela führen.
- Der Zugang zu den Felsenkirchen erfolgt über in den Fels geschlagene Wege, Treppen und Höfe, die teils steil und uneben sind und Konzentration beim Gehen auf dem Gelände verlangen.
- In den Kirchen und Höfen stehen Besucher auf unterschiedlichen Ebenen, weil manche Räume deutlich unter der ursprünglichen Felsoberfläche liegen, was das Gelände komplex und stellenweise verwinkelt macht.
- Amtssprache ist Amharisch, gezahlt wird in Äthiopischen Birr.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Lalibela auf Social-Media-Plattformen
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Lalibela: häufige Fragen
Wo liegt Lalibela?
Lalibela liegt im Norden Athiopiens in der Region Amhara im historischen Hochland von Lasta.
Was bietet ein Besuch der Felsenkirchen von Lalibela?
Ein Besuch führt durch eine zusammenhängende Anlage von elf aus dem Fels gehauenen Kirchen mit miteinander verbundenen Höfen, Gängen und Treppen, die noch immer als Sakralräume genutzt werden.
Was kennzeichnet Lalibela besonders?
Besonders kennzeichnet Lalibela, dass eine mittelalterliche christliche Kultlandschaft vollständig aus vulkanischem Gestein herausgearbeitet wurde und als UNESCO-Weltkulturerbe weiterhin ein bedeutendes Pilgerzentrum ist.
