Kiyomizu-dera: Tempel über dem Holzpodest von Kyoto
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 13:20 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Der Kiyomizu-dera ist ein buddhistischer Tempel im Osten von Kyoto und gehört zu den bekanntesten historischen Anlagen Japans. Auf der mittleren Höhe des Otowa-Berges trägt er ein weit vorspringendes Holzpodest, das über dem steilen Hang liegt und zum prägenden Bild des Tempels geworden ist. Der Tempelkomplex wird dem 8. Jahrhundert zugeordnet und steht als Teil der Historischen Monumente des alten Kyoto auf der Welterbeliste.
Kiyomizu-dera: Tempel des „reinen Wassers“ am Otowa-Berg
Der vollständige Name des Tempels lautet Otowa-san Kiyomizu-dera und verweist auf die Lage am Otowa-Berg im Stadtbezirk Higashiyama im Osten von Kyoto. Der Tempel gehört zur Kita-Hosso-Richtung innerhalb des japanischen Buddhismus und richtet sich in seiner Verehrung besonders auf Kannon, die Bodhisattva-Gestalt des Mitgefühls.Otowa-san Kiyomizu-dera Die Gründung des Tempels wird auf das Jahr 778 datiert, womit seine Geschichte in die Zeit vor der Gründung der Hauptstadt Heian-ky?, dem späteren Kyoto, zurückreicht.Gründung im Jahr 778
Der Name Kiyomizu-dera bedeutet „Tempel des reinen Wassers“ und bezieht sich auf die Otowa-Quelle, deren Wasser am Fuß des Tempelhangs gefasst wird. Besucher können die Quelle über ein Dach erreichen, unter dem das Wasser in mehrere Ausläufe geleitet wird; die Quelle gilt seit Jahrhunderten als zentrales Element der Tempelanlage.Otowa-Quelle am Tempelhang Die Gesamtanlage umfasst zahlreiche Hallen, Tore und eine Pagode, die sich über den Hang verteilen; der Kern ist das Hauptgebäude mit der großen hölzernen Bühne, die in der Edo-Zeit neu errichtet wurde.Hauptgebäude aus dem Jahr 1633
Holzbühne über dem Hang und Hallenensemble
Das Hauptgebäude, der Hond?, wurde 1633 in der frühen Edo-Zeit errichtet und ist als Nationaler Schatz Japans ausgewiesen.Hond? als Nationaler Schatz Die große Veranda des Hond? ist als Bühne bekannt, die sich frei über den steilen Hang schiebt. Sie ruht auf einem Gefüge aus hohen Holzstützen, die mit Querhölzern in mehreren Ebenen verbunden sind und den Eindruck eines Gerüsts erzeugen. Diese Bauweise wird als kakezukuri bezeichnet und erlaubt es, einen geschlossenen Innenraum mit einem offenen, weit vorspringenden Außenraum zu verbinden.
Die Bühne ist ohne metallene Verstärkung in Holz konstruiert und gehört zu den am häufigsten abgebildeten Architekturen in Kyoto. Vom Rand der Veranda reicht der Blick über die Dächer der Stadt bis zu den umgebenden Hügeln. Neben dem Hond? stehen weitere Gebäude wie die dreistöckige Koyasu-Pagode und Hallen, die Sutren, Bilder oder bestimmte Buddhas aufnehmen.Koyasu-Pagode und weitere Hallen Tore wie das Nio-mon markieren den Zugang zum Tempelbereich und bilden mit der Pagode und der Holzbühne ein Ensemble, das sich in Stufen über den Hang legt.Nio-mon als Hauptzugang
Welterbestatus und religiöse Bedeutung
Kiyomizu-dera ist einer der Standorte innerhalb der UNESCO-Welterbestätte „Historische Monumente des alten Kyoto“, die seit 1994 eingetragen ist.UNESCO-Eintrag für Kiyomizu-dera Der Tempel ist Station auf der Saigoku-Kannon-Pilgerroute und zählt zu den bedeutenden Pilgerorten für die Verehrung von J?ichimen Kannon, einer elfgesichtigen Form des Bodhisattva. Im Hauptgebäude befindet sich eine Statue dieser Gestalt, die als „verborgene Buddhafigur“ nur zu seltenen Anlässen gezeigt wird.J?ichimen-Kannon im Hauptgebäude
Ein Teil der Anlage ist dem Jishu-Schrein gewidmet, der eine Gottheit des Glücks in Beziehungen verehrt und innerhalb des Tempelgeländes eine eigenständige Shinto-Tradition repräsentiert.Jishu-Schrein auf dem Gelände Im Osten des Hauptbereichs liegt der Joju-in-Garten, der Landschaftselemente der Umgebung als „geliehene Szenerie“ einbezieht und damit ein Beispiel für japanische Gartengestaltung der frühen Edo-Zeit ist. Die Kombination aus buddhistischen Hallen, Pagode, Shinto-Schrein, Quelle und Garten macht den Kiyomizu-dera zu einem vielschichtigen religiösen und landschaftlich geprägten Ort.
Kiyomizu-dera besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Der Kiyomizu-dera liegt im Stadtbezirk Higashiyama im Osten von Kyoto und ist von der Innenstadt aus über Stadtbusse und die Bahnlinie mit der Station Kiyomizu-Gojo erreichbar.
- Der Weg vom Talbereich des Stadtteils bis zum Tempel verläuft über eine ansteigende Straße und schließt einen Abschnitt mit deutlichem Gefälle und Stufen ein.
- Innerhalb der Anlage verbinden Treppen die Ebenen zwischen Eingangstor, Hauptgebäude, Pagode, Quelle und Garten, sodass der Besuch mehrere Auf- und Abstiege auf gepflasterten Wegen umfasst.
- Amtssprache ist Japanisch, gezahlt wird in Japanischen Yen.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Kiyomizu-dera auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Kiyomizu-dera.
Kiyomizu-dera: häufige Fragen
Wo liegt der Kiyomizu-dera innerhalb von Kyoto?
Der Tempel liegt im Stadtbezirk Higashiyama am Hang des Otowa-Berges im östlichen Teil von Kyoto und ist über die Stadtviertel am Fuß des Hügels erschlossen.
Was bietet ein Besuch des Kiyomizu-dera?
Ein Besuch führt über den Zugang mit Toren und Treppen zur großen Holzbühne des Hauptgebäudes, zu Hallen, Pagode, Quelle und Garten und verbindet Architektur, Stadtblick und religiöse Orte.
Was kennzeichnet den Kiyomizu-dera besonders?
Kennzeichnend ist die weit über den Hang vorspringende Holzbühne des Hauptgebäudes, die Lage am „Tempel des reinen Wassers“ mit der Otowa-Quelle und der Status als Teil des UNESCO-Welterbes für die historischen Monumente des alten Kyoto.
