Kawah Ijen: Türkisfarbener Säuresee und Schwefelarbeiter in Banyuwangi
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 15:28 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Kawah Ijen ist der aktive Gipfelkrater des Ijen-Vulkanmassivs im Osten von Java und liegt im Regierungsbezirk Banyuwangi in Indonesien. Im Zentrum dieses Kraters befindet sich ein leuchtend türkisfarbener See, dessen extrem saure, metallreiche Wasserflächen und die harte körperliche Arbeit der Schwefelarbeiter gemeinsam eine der eindrucksvollsten Vulkanlandschaften Südostasiens bilden.
Kawah Ijen: Vulkanmassiv am Rand des Ijen-Plateaus
Der Ijen-Komplex ist ein vulkanischer Gebirgszug im Osten von Java, dessen höchste Punkte sich auf dem Ijen-Plateau über der umliegenden Landschaft erheben.Der Standort in Ost-Java macht Kawah Ijen von Banyuwangi und Bondowoso aus zu einem markanten Bezugspunkt entlang der Kante des Hochlands. Westlich eines älteren Stratovulkans namens Gunung Merapi liegt der Krater von Kawah Ijen als jüngerer, aktiver Teil des Massivs in einer deutlich eingesenkten Mulde.Die Lage westlich von Gunung Merapi ist in vielen Satelliten- und Luftbildern klar erkennbar.
Der Krater von Kawah Ijen besitzt eine nahezu kreisförmige Grundfläche mit einem Durchmesser von rund einem Kilometer, in deren Mitte der See die Vertiefung fast vollständig ausfüllt.Die Ausdehnung des Säuresees wird in geologischen Beschreibungen mit einer Breite von etwa 700 bis 1.000 m und einer Tiefe um 200 m angegeben. Damit fasst der See viele Millionen Kubikmeter Flüssigkeit und gilt als größter hochgradig saurer Kratersee der Erde.Der größte hochsaure Kratersee macht Kawah Ijen zu einem weltweit beachteten Untersuchungsort für Vulkanologie und Hydrochemie.
Der türkise Säuresee und das „blaue Feuer“
Das auffälligste Merkmal von Kawah Ijen ist der intensiv türkise Kratersee, dessen Farbe sich aus hohen Konzentrationen gelöster Metalle und stark verdünnter Schwefel- und Salzsäure ergibt.Die Chemie des Kratersees führt zu pH-Werten deutlich unter 1, die im Bereich von Batterieflüssigkeit liegen und Metalloberflächen innerhalb kurzer Zeit sichtbar angreifen können. Geochemische Studien beschreiben diese Wasseransammlung als Hyperazid-Brine, deren Zusammensetzung bereits seit dem späten 18. Jahrhundert dokumentiert ist.Die lang bekannte Existenz des Sees macht ihn zu einem seltenen natürlichen Labor für extreme Säureverhältnisse.
Am südöstlichen Ufer des Sees treten in einem Fumarolenfeld schwefelhaltige Gase aus, die beim Austritt kondensieren und dicke Lagen gelben Schwefels bilden.Das Fumarolenfeld mit Schwefelablagerungen ist zugleich Ursprung eines optisch besonders eindringlichen Phänomens: In der Nacht werden die Gase an der Luft entzündet und erscheinen als flackernde, elektrische blaue Flammen entlang der Rohrleitungen und Gesteinsrisse.Das sogenannte „blaue Feuer“ ist eine Form chemischer Verbrennung, bei der Schwefelgase mit Sauerstoff reagieren und die Flammen aufgrund ihrer Temperatur und Zusammensetzung blau leuchten.
Schwefelabbau im Krater von Kawah Ijen
Die Schwefellager im Fumarolenfeld von Kawah Ijen werden seit Jahrzehnten bergmännisch genutzt, wobei der Abbau weitgehend von Hand erfolgt.Arbeitsweise der Schwefelarbeiter beschreibt, wie Minerale im Kraterboden mit einfachen Werkzeugen gelöst und in Körben gesammelt werden. Die gefüllten Körbe werden auf den Schultern von der Kratersohle bis zum oberen Rand einer steilen Geröllrampe getragen, bevor sie entlang eines Weges über den Vulkanhang zur Verladestelle gelangen.Der Weg von der Kratersohle zum Rand führt durch Gelände mit scharfkantigem Fels, lockeren Ascheablagerungen und teils deutlicher Steigung.
Die Fumarolen selbst sind von kristallisiertem Schwefel umhüllt, der an den Austrittsstellen wie erstarrte, gelbe Tropfen und Platten wirkt.Die Schwefelkrusten im Krater geben dem inneren Krater ein Farbspiel aus Gelb, Ocker und Türkis, das sich deutlich von der dunklen Lava des äußeren Vulkankegels absetzt. Die Kombination aus Säuresee, Gasfeldern und abgebautem Schwefel macht Kawah Ijen zu einem Ort, an dem geologische Prozesse und menschliche Arbeit in unmittelbarer Nähe zueinander stattfinden.
Kawah Ijen besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Kawah Ijen liegt im Osten der Insel Java im Regierungsbezirk Banyuwangi; Ausgangspunkte für einen Besuch sind insbesondere Banyuwangi und Bondowoso, von wo aus Straßen und lokale Transporte auf das Ijen-Plateau führen.
- Der Zugang zum Kraterrand erfolgt über einen Bergpfad mit längerem Anstieg über vulkanisches Geröll und Asche; der Abstieg in den Krater verläuft über steile, unbefestigte Passagen, die Trittsicherheit erfordern.
- Im inneren Krater von Kawah Ijen treten schwefelhaltige Gase aus, die sich in bestimmten Zonen deutlich konzentrieren; vor allem in der Nähe des Fumarolenfeldes können reizende Dämpfe auftreten.
- Auf dem Kraterrand und entlang des Weges bestehen oft freie Blickachsen über das Ijen-Massiv und auf den türkisen Säuresee; an einigen Stellen ist die Geländekante jedoch schmal, weshalb Aufmerksamkeit gegenüber dem Untergrund wichtig ist.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Kawah Ijen auf Social-Media-Plattformen
Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Kawah Ijen.
Kawah Ijen: häufige Fragen
Wo liegt Kawah Ijen genau?
Kawah Ijen liegt im Osten der Insel Java im Regierungsbezirk Banyuwangi auf dem Ijen-Plateau und gehört zum Ijen-Vulkanmassiv.
Was bietet ein Besuch von Kawah Ijen?
Ein Besuch führt auf den Rand eines aktiven Kraters mit Blick auf einen türkisen, hochsauren See, ein Schwefel-Fumarolenfeld und den von Hand betriebenen Schwefelabbau.
Was kennzeichnet Kawah Ijen im Vergleich zu anderen Vulkanen?
Kawah Ijen ist durch den größten hochgradig sauren Kratersee der Welt, das nächtliche „blaue Feuer“ der Schwefelgase und den intensiven manuellen Schwefelabbau gekennzeichnet.
