Karnak – Säulenwald und Heiligtümer am Nil
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 12:09 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Karnak bei Luxor in Ägypten ist ein gewaltiger Tempelkomplex am Ostufer des Nils, dessen Bauten von der Zeit des Mittleren Reiches bis in die ptolemäische Epoche reichen. In diesem Ensemble, das in der Antike Ipet?sut hieß, sind die Spuren zahlreicher Pharaonen zu sehen, von Senusret I. bis zu Herrschern der 30. Dynastie.
Karnak: Stadt der Tempel am Nil
Karnak liegt auf der Ostseite des Nils gegenüber der Westufer-Nekropole von Luxor und gehörte zum antiken Theben. Die Tempel stehen auf einer leichten Erhebung im Überschwemmungsgebiet des Flusses, umgeben von heute trockenen Flächen, die früher näher am Nil lagen.Der Ort war eines der wichtigsten Heiligtümer Oberägyptens. In der altägyptischen Sprache trug Karnak den Namen Ipet?Sut, „die auserlesensten Stätten“, was die besondere Stellung des Komplexes ausdrückt.Die Bezeichnung ist in Inschriften belegt.
Der Komplex nimmt eine Fläche von mehreren Quadratkilometern ein, gegliedert durch gewaltige Umfassungsmauern, Pylone, Höfe und Hallen. Die antike Stadt Theben reichte bis an dieses Heiligtum heran, und die heutige Stadt Luxor schließt direkt an die Tempelanlagen an. Die Tempel von Karnak sind Teil des UNESCO-Welterbes „Antikes Theben mit seiner Nekropole“.
Jahrtausende Baugeschichte in Stein
Die frühesten nachweisbaren Bauten in Karnak stammen aus dem Mittleren Reich und lassen sich in die Zeit des Pharaos Senusret I. im 20. Jahrhundert v. Chr. datieren. Aus dieser Phase sind Bauteile wie die sogenannte Weiße Kapelle bekannt, die den Beginn der monumentalen Bebauung markieren.Senusret I. gilt als einer der frühesten nachweisbaren Bauherren in Karnak. Später, in der 18. Dynastie, wurden große Teile des Amun-Bezirks errichtet und erweitert, darunter Kapellen und Obelisken der Königin Hatschepsut.
Während des Neuen Reiches, insbesondere unter Herrschern wie Thutmosis III., Amenophis III., Sethos I. und Ramses II., erreichte der Tempelkomplex seine größte Ausdehnung. In dieser Phase entstanden auch die monumentalen Pylone, die den Hauptzugang rahmen, sowie zahlreiche Seitenhöfe, Nebentempel und Kolonnaden.Der Ausbau zog sich vom Mittleren Reich über das Neue Reich bis in die Ptolemäerzeit. Noch in der 30. Dynastie, unter Nectanebo I., wurden der gewaltige erste Pylon und umfassende Umfassungsmauern hinzugefügt.
Der Amun-Bezirk und die Große Säulenhalle
Das Herz von Karnak bildet der Bezirk des Gottes Amun mit seinem Haupttempel, der von einer Folge von Pylonen und Höfen zum inneren Heiligtum führt. Hinter dem ersten Pylon liegt ein weiter Hof, in dem sich Reste von Kapellen und Kolossalstatuen befinden. Dahinter schließt die berühmte Große Säulenhalle an, eine Halle mit dichten Reihen massiver Steinsäulen.
Diese Säulenhalle wurde in der 19. Dynastie begonnen und durch Sethos I. und Ramses II. ausgestaltet.Die Bauinschriften nennen beide Könige als maßgebliche Herrscher. In der Halle stehen über einhundert dicht gestellte Säulen, deren Kapitelle wie aufgeblähte Pflanzenformen gestaltet sind, und deren Wände und Pfeiler mit Reliefs bedeckt sind. Oberlichter zwischen höheren Mittelreihen sorgen über Öffnungen im Dach für Licht in den Gängen.
Weitere Bezirke, Obelisken und der Heilige See
Neben dem Amun-Tempel umfasst Karnak weitere Tempelbezirke, darunter den Bezirk der Göttin Mut und einen Bereich für den Mondgott Chons. Zwischen diesen Bezirken verlaufen Prozessionswege mit Sphingenreihen, die einst auch den Weg zum Luxor-Tempel säumten.Der Prozessionsweg verband Karnak mit dem südlich gelegenen Tempel von Luxor. In Höfen und an Achsen stehen Obelisken, deren monolithische Schäfte aus Granit gefertigt und mit hieroglyphischen Inschriften übersät sind.
Ein auffälliges Element ist der Heilige See im Amun-Bezirk. Dieses Becken liegt innerhalb der Umfassungsmauern und ist von Steinmauern gefasst. Inschriften und Funde deuten darauf, dass der See eine Rolle im Ritualleben des Tempels spielte, etwa für Reinigungsriten und Prozessionen der Kultbarken. Um den See gruppieren sich weitere Bauten, darunter Magazinhäuser und kleinere Kapellen, deren Mauern die Nähe des Wassers widerspiegeln.
Karnak besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Karnak liegt am östlichen Nilufer am nördlichen Rand der Stadt Luxor; der Zugang erfolgt über Straßen, die von der Innenstadt und vom Nilufer in Richtung der Tempelanlage führen.
- Innerhalb des Tempelkomplexes sind die Wege überwiegend unbefestigt, und zwischen den Höfen liegen Stufen und Schwellen aus Stein, sodass längere Strecken zu Fuß auf unebenem Untergrund zurückgelegt werden.
- Die Sommer in Luxor sind sehr heiß, und die Tempelanlage bietet nur begrenzte schattige Bereiche; Sonnenschutz und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind deshalb wichtig.
- Amtssprache ist Arabisch, gezahlt wird in Ägyptischen Pfund.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Karnak: häufige Fragen
Wo liegt Karnak?
Karnak liegt am Ostufer des Nils in Luxor in Oberägypten und war Teil der antiken Stadt Theben.
Was bietet ein Besuch von Karnak?
Ein Besuch führt durch Tempelhöfe, Pylone, eine große Säulenhalle und weitere Heiligtümer, die verschiedene Bauphasen der altägyptischen Geschichte zeigen.
Was kennzeichnet Karnak besonders?
Besonders kennzeichnend sind die dichten Reihen hoher Steinsäulen der Großen Säulenhalle und die Vielzahl von Tempelbezirken, Obelisken und Höfen innerhalb eines einzigen Komplexes.
