Kapellbrucke: Holzweg über die Reuss mit Bildtafeln
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 11:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Kapellbrucke führt in Luzern über die Reuss und verbindet die Altstadt mit dem Ufer auf der anderen Flussseite. Ihr gedeckter Holzweg gehört zum Stadtbild, während bemalte Bildtafeln unter dem Dach historische Szenen zeigen.
Kapellbrucke als gedeckter Wehrgang über der Reuss
Die Kapellbrucke entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Baugeschichtliche Untersuchungen datieren ihre Entstehung um 1365, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1367. Entstehung um 1365
Die Brücke war ursprünglich Teil der Luzerner Stadtbefestigung und diente zugleich als Verbindung über die Reuss. Der überdachte Holzbau liegt auf steinernen Pfeilern im Fluss. Von der Stadtseite führt der Weg am älteren Wasserturm vorbei.
Die Kapellbrucke misst rund 205 Meter. Ihre Konstruktion verläuft nicht als gerade Linie über den Fluss, sondern in mehreren Richtungen zwischen den Ufern. Das Dach schützt den hölzernen Laufweg und fasst die Brücke als zusammenhängenden Baukörper.
Bildtafeln unter dem Dach erzählen Luzerns Geschichte
Unter dem Dach hängen dreieckige Gemälde in den Giebelfeldern. Der Bilderzyklus entstand im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Renward Cysat entwickelte das Konzept, Hans Heinrich Wägmann schuf die Bilder, und Hans Rudolf von Sonnenberg verfasste die begleitenden Texte.
Die Darstellungen verbinden Szenen aus der Geschichte Luzerns und der Schweiz mit Legenden über die Stadtpatrone Mauritius und Leodegar. Dadurch wird der Übergang über die Reuss von einer rein baulichen Verbindung zu einer Folge gemalter Erzählungen.
Die Tafeln liegen unter der Dachlinie und begleiten den Weg durch den Holzbau. Das Motiv der Brücke besteht deshalb aus zwei sichtbaren Ebenen: dem Fluss unter den Pfeilern und der Bilderfolge über dem Laufweg. dreieckige Gemälde unter dem Dach
Der Wasserturm steht neben dem hölzernen Übergang
Der Wasserturm gehört zum Ensemble der Kapellbrucke, ist jedoch älter als die Brücke. Er entstand um 1290 bis 1300 und steht im Fluss an der Brückenachse. Der massive Turm aus Stein bildet einen deutlichen Gegensatz zum überdachten Holzweg.
Der Turm besitzt einen achteckigen Grundriss, eine Höhe von 34,5 Metern und einen Umfang von 39 Metern. Seine Räume wurden im Lauf seiner Geschichte unterschiedlich genutzt, darunter als Gefängnis, Verhörraum, Schatzkammer und Archiv.
Die Kapellbrucke führt am Wasserturm vorbei, während die Reuss unter beiden Bauwerken fließt. Holz, Stein, Dach und Wasser liegen auf engem Raum nebeneinander. 34,5 Meter Höhe
Ein Brand am 18. August 1993 zerstörte einen großen Teil der Brücke und zahlreiche Gemälde. Der wiederaufgebaute Holzweg führt erneut zwischen den Luzerner Ufern über die Reuss. Die Brandgeschichte gehört zur heutigen Erscheinung, weil erhaltene und rekonstruierte Teile nebeneinander stehen.
Kapellbrucke besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Kapellbrucke liegt im Zentrum von Luzern und führt vom Bereich des Luzerner Theaters am Südufer der Reuss zum Rathausquai bei der Peterskapelle.
- Der Weg verläuft über einen hölzernen Laufsteg mit Dach. Unter den Dachfeldern hängen Bildtafeln, an denen der Übergang entlangführt.
- Der Wasserturm steht im Fluss neben der Brücke. Er ist ein steinerner Bau mit achteckigem Grundriss und gehört zum sichtbaren Ensemble.
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Kapellbrucke: häufige Fragen
Wo liegt die Kapellbrucke?
Die Kapellbrucke liegt im Zentrum von Luzern und überspannt die Reuss zwischen dem Südufer und dem Rathausquai.
Was bietet ein Besuch?
Der gedeckte Holzweg verbindet den Übergang über den Fluss mit bemalten Bildtafeln unter dem Dach. Neben der Brücke steht der steinerne Wasserturm.
Was kennzeichnet die Kapellbrucke?
Die Brücke entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts und war Teil der Stadtbefestigung. Ihre Bildtafeln stammen aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts.
