Jungfraujoch, Schweiz

Jungfraujoch: Hochalpiner Bahnhof über dem ewigen Eis

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:29 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Das Jungfraujoch verbindet die Berner Alpen mit einer der höchstgelegenen Bahnstationen Europas und einem Forschungsstandort über Gletschern und Schnee – ein Ort zwischen Tourismus und Wissenschaft.

Schwarzweiss-Reportage vom Wahrzeichen Jungfraujoch in Jungfraujoch, Schweiz
Schwarzweiss-Reportagebild vom Wahrzeichen Jungfraujoch in Jungfraujoch Schweiz, dokumentarische Reisefotografie mit starken Kontrasten, Illustration mit AI erstellt.

Das Jungfraujoch ist ein hochalpiner Sattel zwischen Mönch und Jungfrau in den Berner Alpen und zugleich Standort eines der höchstgelegenen Bahnhöfe Europas. Auf über 3.400 Metern Höhe treffen hier die Welt des Tourismus und die Welt der Forschung in einer Landschaft aus Eis, Fels und Firn aufeinander. Die Erschließung durch die Jungfraubahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte den Grat für Besucher zugänglich und schuf die Grundlage für ein dauerhaft besetztes wissenschaftliches Observatorium im ewigen Schnee.

Jungfraujoch: Sattel im Hochgebirge und Bahnstation über dem Gletscher

Das Jungfraujoch liegt im Hochgebirge der Berner Alpen auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis und bildet den tiefsten Punkt im Grat zwischen dem Gipfel des Mönch und dem Gipfel der Jungfrau.Der tiefste Punkt im Verbindungsgrat ist zugleich deutlich über 3.000 Meter hoch und ragt damit weit in die Zone des ewigen Schnees hinein. Unterhalb des Sattels breiten sich die Gletscher der Region aus, darunter der Eisstrom des Aletschgebiets, der Teil des UNESCO-Welterbes „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“ ist.Das UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch rahmt die Szenerie des Jungfraujochs ein und macht deutlich, dass der Zugang hier in eine besonders geschützte Hochgebirgslandschaft führt.

Seit dem 1. August 1912 ist das Jungfraujoch durch die Jungfraubahn erschlossen, die von der Station Kleine Scheidegg ausgehend in den Berg hineinführt und über eine längere Tunnelstrecke bis zur unterirdischen Endstation hinaufsteigt.Die Jungfraubahn erschließt das Jungfraujoch seit 1912 Die Bahn wurde Ende des 19. Jahrhunderts geplant und ab 1896 gebaut; der Eröffnungszeitpunkt im frühen 20. Jahrhundert markiert den Abschluss eines technisch anspruchsvollen Projekts im Fels des Eiger und der umliegenden Berge.Der Bau der Jungfraubahn begann 1896 und endete 1912 Die unterirdische Bahnstation auf dem Jungfraujoch gilt als höchstgelegener Bahnhof Europas und ist seit mehr als einem Jahrhundert Ausgangspunkt für Aussichtsplattformen, Eisgänge und Besuche im Hochgebirge.

Vom Bahntunnel zur Forschungsstation: das Sphinx-Observatorium

Über der Bahnstation erhebt sich die Felsformation der Sphinx mit einem markanten Gebäude, dem Sphinx-Observatorium. Diese Forschungsstation steht auf einer Felsspitze mit einer Höhe von rund 3.571 Metern über Meer und trägt eine astronomische Kuppel sowie mehrere Labors und Terrassen für wissenschaftliche Experimente.Das Sphinx-Observatorium auf der Felsspitze Sphinx Die Anlage wurde im Jahr 1937 fertiggestellt und entwickelte sich zu einem Symbol für wissenschaftliche Aktivität im hochalpinen Raum.Das Sphinx-Observatorium wurde 1937 fertiggestellt

Die Infrastruktur umfasst nach Angaben der betreibenden Stiftung mehrere große und kleine Labors, eine Werkstatt, eine Wetterbeobachtungsstation sowie Terrassen im Freien, die für Messreihen zu Luftschadstoffen, Aerosolen und anderen Umweltparametern genutzt werden.Labors und Terrassen des Sphinx-Observatoriums Die internationale Forschung am Jungfraujoch konzentriert sich auf Fragen der Atmosphärenchemie, des Klimas und der Luftqualität, wobei die exponierte Höhenlage mit geringer lokaler Luftverschmutzung eine besondere Rolle spielt. Messungen zur Zusammensetzung der Erdatmosphäre, zu Treibhausgasen und zu anderen Spurstoffen laufen hier teilweise über Jahrzehnte hinweg und liefern Datenreihen, die europaweit in Auswertungen einfließen.

Hochgebirgslandschaft, Besucherzentrum und Erlebniselemente im Eis

Rund um das Jungfraujoch erstreckt sich eine Hochgebirgslandschaft mit Gletschern, Firnfeldern und Felsgraten, die für Besucher über angelegte Wege und gesicherte Plattformen zugänglich ist. Die Bahnstation führt unmittelbar in ein Besucherzentrum, dessen Räume in den Berg hineinreichen und Angebote wie Ausstellungsbereiche, Aussichtspunkte und Zugänge zu Eiswegen bündeln.Das Besucherzentrum auf dem Jungfraujoch Von dort aus gelangt man zu Aussichtsplattformen auf dem Grat sowie zu Bereichen im Eis, in denen der Gletscher über begehbare Gänge erlebt werden kann. Glasflächen, Felswände und Schneeflächen bilden zusammen einen Raum, in dem der Übergang zwischen Innenbereich und Hochgebirge unmittelbar sichtbar ist.

Der Blick von den Außenterrassen des Jungfraujochs reicht über die umliegenden Gipfel der Berner Alpen hinweg und hinunter auf die Gletscherflächen. Die Nähe zur Firnzone und zur Grenze zwischen Fels und Eis macht den Ort zu einem markanten Aussichtspunkt im Hochgebirge, an dem der Übergang zwischen verschiedenen Höhenstufen und Klimazonen nachvollzogen werden kann. Gleichzeitig bleibt die Anlage durch die Bahnstation und die in den Fels eingeschnittenen Wege dauerhaft erreichbar, sodass Besucher ohne Kletterausrüstung Zugang zu einem Umfeld erhalten, das sonst primär Bergsteigern vorbehalten wäre.

Jungfraujoch besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Das Jungfraujoch liegt im Hochgebirge der Berner Alpen in der Schweiz und ist über die Jungfraubahn erreichbar, die von der Station Kleine Scheidegg aus in den Berg führt.
  • Die Bahnstation befindet sich in großer Höhe, und der Weg zu den Außenterrassen führt durch Tunnel und Gebäude mit Treppen sowie durch hochalpin geprägtes Gelände mit Schnee und Eis.
  • Von Interlaken Ost aus bestehen Bahnverbindungen nach Grindelwald oder Lauterbrunnen, von wo aus die Wengernalpbahn beziehungsweise weitere Züge zur Kleinen Scheidegg und damit zur Jungfraubahn führen.
  • Auf den Außenterrassen und auf Wegen im Eis ist alpine Witterung mit Wind und Schnee zu erwarten, weshalb angepasste Kleidung und sicheres Gehen auf festen Untergründen wichtig sind.
  • Amtssprache ist Deutsch, gezahlt wird in Schweizer Franken.

Jungfraujoch auf Social-Media-Plattformen

Diese Links öffnen auf den jeweiligen Plattformen eine Suche nach dem Stichwort Jungfraujoch.

Jungfraujoch: häufige Fragen

Wo liegt das Jungfraujoch genau?

Das Jungfraujoch liegt in den Berner Alpen auf dem Grat zwischen Mönch und Jungfrau und markiert den tiefsten Punkt des Verbindungsgrats auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis.

Was bietet ein Besuch auf dem Jungfraujoch?

Ein Besuch führt in ein hochalpines Umfeld mit Bahnstation in großer Höhe, Aussichtsplattformen auf einem Grat, begehbaren Eisbereichen im Gletscher und Einblicken in das Sphinx-Observatorium als Forschungsstandort.

Was kennzeichnet das Jungfraujoch besonders?

Besonders kennzeichnend ist die Kombination aus einer historisch gewachsenen Bergbahn mit unterirdischem Endbahnhof, der Lage im UNESCO-Welterbe „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“ und der Präsenz einer europäischen Höhenforschungsstation auf der Felsspitze über dem Sattel.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70088205 |