Jardin Majorelle: Das blaue Gartenwunder von Marrakesch
29.05.2026 - 16:39:39 | ad-hoc-news.deIntensives Kobaltblau, das in der Sonne von Marrakesch beinahe zu leuchten scheint, dazu Palmen, Bambushaine und das leise Plätschern von Wasser – der Jardin Majorelle („Garten Majorelle“) zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Der Garten in Marrakesch, Marokko, gilt heute als eines der stimmungsvollsten urbanen Refugien Nordafrikas und als ikonisches Zusammenspiel von Natur, Design und Modegeschichte.
Jardin Majorelle: Das ikonische Wahrzeichen von Marrakesch
Der Jardin Majorelle ist heute eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Marrakesch und ein Symbol dafür, wie sich Kunst, Landschaftsarchitektur und Modegeschichte über Jahrzehnte miteinander verweben können. Besucher erleben nicht einfach nur einen botanischen Garten, sondern eine sorgfältig komponierte Bühne aus Farben, Formen und Klängen, in der jede Perspektive wie ein gemaltes Bild wirkt.
Besonders auffällig ist das charakteristische „Bleu Majorelle“, ein kräftiges, fast elektrisches Kobaltblau, das nach dem Schöpfer des Gartens benannt ist. Es überzieht die Villa, Töpfe, Geländer und architektonische Details und bildet einen radikalen Kontrast zum satten Grün der tropischen Pflanzen und zum Ocker der marokkanischen Erde. Für viele Reisende aus Deutschland ähnelt der Besuch eher einem Gang durch ein Kunstwerk als einem klassischen Stadtpark.
Gleichzeitig ist der Jardin Majorelle ein ruhiger Gegenpol zur geschäftigen Altstadt von Marrakesch. Wer eben noch durch die lauten Souks der Medina mit ihren Händlern, Mopeds und Gewürzständen gegangen ist, findet hier ein überraschend stilles Refugium mit Schatten, Wasser und klaren Formen – ein Ort, der die Sinne beruhigt und schärft.
Geschichte und Bedeutung von Jardin Majorelle
Die Geschichte des Jardin Majorelle beginnt in den 1920er Jahren mit dem französischen Maler Jacques Majorelle, der sich damals in Marrakesch niederließ. Fasziniert vom Licht, den Farben und der Pflanzenwelt Nordafrikas erwarb er ein Grundstück in der damals noch außerhalb der Stadt gelegenen Ville Nouvelle (heute Stadtteil Guéliz) und begann, rund um sein Atelier einen experimentellen, privaten Garten anzulegen. Was als persönliches Refugium eines Künstlers begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem botanischen Labor, in dem Majorelle Pflanzen aus aller Welt sammelte.
In den 1930er Jahren ließ Majorelle die markante Art-Déco-Villa errichten, deren Fassaden er mit dem später nach ihm benannten Blau überziehen ließ. Das „Bleu Majorelle“ wurde zu seinem Markenzeichen – sowohl in der Malerei als auch in der Gartengestaltung. Der Garten war zu Majorelles Lebzeiten teilweise öffentlich zugänglich, blieb aber ein eher intimer Ort, bekannt vor allem in Künstler- und Intellektuellenkreisen.
Nach einem Autounfall und gesundheitlichen Problemen musste Jacques Majorelle den Garten in den 1950er Jahren schrittweise verkaufen. In den 1960er und 1970er Jahren verfiel das Anwesen; es war zeitweise sogar vom Abriss bedroht, um Platz für Hotel- oder Wohnbauten zu schaffen. Diese Phase des Niedergangs bildet den Hintergrund für die zweite, weltbekannte Epoche des Jardin Majorelle.
1974 entdeckten der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent und sein Partner Pierre Bergé das Anwesen in Marrakesch. Sie hatten sich bereits in die Stadt verliebt und suchten einen dauerhaften Rückzugsort. Mitte der 1980er Jahre übernahmen sie schließlich den Jardin Majorelle und bewahrten ihn so vor der endgültigen Zerstörung. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Garten umfassend restauriert und weiterentwickelt.
Unter Yves Saint Laurent und Pierre Bergé wurde der Garten nicht nur instand gesetzt, sondern auch in seiner künstlerischen Dramaturgie geschärft. Pflanzen wurden neu arrangiert, Wegeführung und Blickachsen präzisiert und die Farbkontraste von Blau, Gelb und Grün bewusst herausgearbeitet. Gleichzeitig öffneten sie den Jardin Majorelle breiter für Besucher und machten ihn zu einem kulturellen Treffpunkt in Marrakesch.
Nach dem Tod von Yves Saint Laurent im Jahr 2008 wurde im Jardin Majorelle ein symbolisches Denkmal errichtet, und seine Asche wurde in einem Teil des Gartens verstreut. Heute wird der Garten von einer Stiftung verwaltet, die sich der Bewahrung des Erbes von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé sowie der Förderung von Kulturprojekten widmet. Der Jardin Majorelle hat sich damit von einem privaten Refugium zu einem öffentlichen Kulturschatz entwickelt, der in Reiseführern, Kunstpublikationen und Medienberichten regelmäßig als eine der wichtigsten Attraktionen von Marrakesch bezeichnet wird.
Für deutsche Reisende ist der Ort auch deshalb interessant, weil er die Verflechtung europäischer Kunstgeschichte mit nordafrikanischer Kultur sichtbar macht. Der Garten entstand im Spannungsfeld von kolonialer Geschichte, französischer Moderne und marokkanischer Tradition – ein Kontext, der sich beim Besuch im Detail entdecken lässt, etwa in der Architektur, der Bepflanzung und den Museumsbereichen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch und gestalterisch lässt sich der Jardin Majorelle am besten als Mischung aus Art Déco, marokkanischen Elementen und modernem Landschaftsdesign beschreiben. Die zentrale Villa mit ihrem klaren Volumen, den geometrischen Linien und der markanten Farbgebung erinnert an die internationalen Stilrichtungen der 1930er Jahre, während Details wie die dekorativen Gitter, Fliesen und Brunnenformen eindeutig an marokkanische Handwerkstraditionen anknüpfen.
Die Wegeführung ist bewusst inszeniert: Statt großer, offener Flächen finden sich schmale, verschlungene Pfade, die mit Bambus, Kakteen oder Palmen gerahmt sind. Immer wieder öffnen sich kleine Plätze mit Wasserbecken, Fontänen oder Sitzgelegenheiten. Das Wasser spielt eine zentrale Rolle; es sorgt in der Hitze von Marrakesch nicht nur für Kühlung, sondern auch für akustische Ruhepunkte. Viele Besuchende berichten, dass das permanente Rauschen und Plätschern – zusammen mit den Vogelstimmen – den Garten wie eine andere Welt wirken lässt als die laute Stadt draußen.
Botanisch ist der Jardin Majorelle eine Sammlung von Pflanzen aus unterschiedlichen Klimazonen, jedoch mit Schwerpunkt auf Sukkulenten, Kakteen und Palmenarten. Die exakt dokumentierte Artenvielfalt variiert im Detail je nach Quelle und Aktualisierungen, doch klar ist: Der Garten kombiniert einheimische marokkanische Flora mit mediterranen und exotischen Pflanzen aus anderen Teilen der Welt. Dies spiegelt Majorelles ursprüngliche Idee eines experimentellen botanischen Gartens wider.
Besonders markant ist der sogenannte Kakteengarten mit einer dichten Pflanzung verschiedenster Kakteen- und Agavenarten. In Kombination mit den farbkräftigen Töpfen und dem blau gestrichenen Hintergrund entstehen hier Motive, die auf Social-Media-Plattformen vielfach geteilt werden und zum ikonischen Bild des Jardin Majorelle beigetragen haben.
Im Ensemble des Gartens befinden sich mehrere kleinere Bauten: Neben der Hauptvilla fallen etwa ein pavillonartiger Bau, Wasserbecken und Sitznischen auf. Die Farbpalette konzentriert sich auf das kräftige Blau, ein intensives Sonnengelb, Akzente in Orange und die natürliche Farbigkeit von Ziegeln, Holz und Pflanzen. Diese Reduktion macht den Ort fotogen und zugleich überraschend ruhig, da das Auge sich an wenige klar definierte Töne halten kann.
Zum Ensemble rund um den Jardin Majorelle gehört heute auch ein Museum, das sich der Kulturgeschichte der Berber widmet. Hier werden traditionelle Schmuckstücke, Textilien, Alltagsgegenstände und Kunsthandwerk der Berbergruppen Nordafrikas gezeigt. Damit verknüpft der Besuch des Gartens die ästhetische Erfahrung mit einer vertiefenden Einordnung der regionalen Kultur. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist dieser Zusammenhang oft besonders spannend, weil er einen Zugang zur Vielfalt der marokkanischen Gesellschaft jenseits der Kulisse aus Souks und Riads eröffnet.
Die Verbindung zur Modegeschichte ist vor allem über Yves Saint Laurent präsent. In vielen Darstellungen wird betont, dass der Jardin Majorelle zu einem dauerhaften Inspirationsort für den Designer wurde. Farbkontraste, Formen und Materialien sollen in Kollektionen eingeflossen sein, die Saint Laurent in Paris präsentierte. Der Garten wird damit zu einem Bindeglied zwischen der Haute Couture Europas und der Handwerks- und Naturwelt Marokkos.
Ein weiterer Aspekt der Gestaltung ist die Barrierewirkung nach außen: Hohe Mauern, dichte Bepflanzung und begrenzte Blickachsen sorgen dafür, dass die Geräusche und der visuelle Trubel der Stadt weitgehend ausgeblendet werden. Wer sich im Garten bewegt, erlebt eine Art „Inszenierung der Stille“, die sich deutlich von vielen anderen touristischen Orten unterscheidet, an denen Souvenirstände, laute Musik oder aggressive Werbung dominieren.
Jardin Majorelle besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Marrakesch liegt im Landesinneren von Marokko und ist von Deutschland aus in der Regel per Flug erreichbar. Von großen Flughäfen wie Frankfurt (FRA), München (MUC), Berlin (BER), Düsseldorf (DUS) oder Hamburg (HAM) bestehen – teils saisonal und mit wechselnden Anbietern – Direktverbindungen oder Umsteigeverbindungen über andere europäische Drehkreuze. Die reine Flugzeit bei Direktverbindungen liegt meist bei rund 3,5 bis 4 Stunden, zuzüglich An- und Abreisezeiten am Boden.
Der Jardin Majorelle befindet sich im Stadtteil Guéliz, etwas nordwestlich der historischen Medina von Marrakesch. Vom zentralen Platz Djemaa el Fna sind es – je nach Route – etwa 2 bis 3 km. Viele Besucherinnen und Besucher nutzen Taxis, offizielle oder App-basierte Fahrdienste. Für Reisende aus Deutschland kann es sinnvoll sein, vor Fahrtantritt den ungefähren Preis zu klären oder ein Taxi mit Taxameter zu wählen, sofern verfügbar. Zu Fuß ist der Garten von der Stadtmitte aus in etwa 30 bis 40 Minuten erreichbar, allerdings oft bei starker Sonne und Verkehr. - Öffnungszeiten
Die Öffnungszeiten des Jardin Majorelle können sich saisonal und organisatorisch ändern. Üblicherweise ist der Garten tagsüber geöffnet, mit leicht verlängerten Öffnungszeiten in den Hauptreisezeiten und eventuell reduzierten Zeiten an religiösen Feiertagen. Da sich konkrete Uhrzeiten ändern können, sollten Besucher die jeweils aktuellen Informationen direkt über die offizielle Website des Jardin Majorelle oder über seriöse Reiseführer und Tourismusinformationen von Marrakesch prüfen. Es empfiehlt sich, insbesondere in der Hochsaison oder an Wochenenden früh am Tag zu kommen, da sich vor Ort Warteschlangen bilden können.
Hinweis: Öffnungszeiten können variieren – am besten direkt bei Jardin Majorelle oder der offiziellen Tourismusinformation von Marrakesch prüfen. - Eintritt
Der Besuch des Jardin Majorelle ist kostenpflichtig. Die Einnahmen dienen nach Angaben der Betreiber auch der Erhaltung der Anlage und der Finanzierung kultureller Projekte. Höhe und Struktur der Eintrittspreise (zum Beispiel unterschiedliche Tarife für Garten, Museum, ermäßigte Tickets) können sich ändern. Es ist daher ratsam, vor dem Besuch die aktuell gültigen Preise über die offizielle Website oder über etablierte Reiseportale einzusehen. Als grobe Orientierung können Reisende aus Deutschland mit einem Eintritt im unteren bis mittleren zweistelligen Eurobereich rechnen, umgerechnet aus der lokalen Währung marokkanischer Dirham (MAD). Da Wechselkurse schwanken, empfiehlt sich die Umrechnung kurz vor der Reise.
Hinweis: Eintrittspreise ohne Gewähr – aktuelle Angaben immer direkt beim Jardin Majorelle prüfen. - Beste Reisezeit
Für Marrakesch allgemein gilt: Angenehm sind vor allem die Frühlings- und Herbstmonate, wenn die Temperaturen tagsüber meist zwischen etwa 20 und 30 °C liegen. In den Sommermonaten können die Werte tagsüber deutlich über 35 °C steigen, was besonders für empfindliche Personen anstrengend ist. Der Winter ist oft mild, kann aber je nach Wetterlage kühlere Nächte bringen.
Speziell für den Jardin Majorelle empfehlen viele Reiseführer einen Besuch am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag. Dann ist das Licht besonders schön, die Temperaturen sind erträglicher und der Andrang etwas geringer. In der absoluten Mittagszeit kann es sehr voll werden, weil viele organisierte Touren den Garten in ihre Programme einbauen. - Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotografie
In Marrakesch und im Umfeld des Jardin Majorelle werden Arabisch und Berber-Sprachen als Landessprachen gesprochen; Französisch ist weit verbreitet, insbesondere im Dienstleistungssektor. Englisch wird in vielen Hotels, Restaurants und bei touristischen Anbietern ebenfalls verstanden, Deutsch dagegen eher selten. Reisende aus Deutschland kommen mit Englisch oder Französisch in der Regel gut zurecht.
Bei der Zahlung sind in Marrakesch Bargeld (marokkanischer Dirham) und Kreditkarten gängig; viele touristische Einrichtungen akzeptieren Visa- oder Mastercard. Es kann jedoch Situationen geben, in denen nur Bargeld möglich ist, etwa bei kleineren Geschäften oder Taxis. Es ist daher sinnvoll, eine Mischung aus Bargeld und Karte bereitzuhalten. Girokarten deutscher Banken werden nicht überall akzeptiert, weshalb internationale Kreditkarten (Visa, Mastercard) zuverlässiger sind. Mobile Payment (Apple Pay, Google Pay) ist im Vergleich zu Westeuropa weniger flächendeckend, gewinnt aber in größeren Hotels und modernen Geschäften an Bedeutung.
Trinkgeld („Baksheesh“) hat in Marokko kulturelle Bedeutung: In Restaurants sind etwa 5 bis 10 % des Rechnungsbetrags üblich, wenn kein Service enthalten ist. Für kleinere Dienstleistungen – etwa Hilfe mit dem Gepäck oder kurze Führungen – werden oft kleinere Beträge erwartet. Beim Besuch des Jardin Majorelle selbst ist Trinkgeld für den Eintritt nicht nötig, kann aber für individuelle Dienstleistungen (z. B. private Führungen, Fotografen) relevant sein.
Eine spezielle Kleiderordnung wie in religiösen Stätten gibt es im Jardin Majorelle nicht, jedoch empfiehlt sich aus Respekt vor der lokalen Kultur und wegen des Klimas eine eher bedeckende, luftige Kleidung (Schultern und Knie eher bedeckt, insbesondere außerhalb des Gartens). Für die starke Sonne sind Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel sinnvoll.
Fotografieren ist im Außenbereich des Gartens üblicherweise gestattet, oft jedoch ohne den Einsatz von professionellem Equipment wie großen Stativen oder Drohnen. In Innenbereichen, insbesondere im Museum, können Einschränkungen gelten. Die jeweils aktuellen Regeln sollten vor Ort beachtet werden, Hinweise finden sich meist ausgeschildert oder werden vom Personal erläutert. - Einreisebestimmungen und Sicherheit
Für Staatsbürgerinnen und Staatsbürger Deutschlands gelten für Marokko eigene Einreisebestimmungen, die sich ändern können. Vor einer Reise sollte unbedingt ein Blick auf die aktuell gültigen Hinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de erfolgen. Dort finden sich Informationen zu Einreisedokumenten (Reisepass, Gültigkeitsdauer), Visabestimmungen, gesundheitlichen Hinweisen sowie Sicherheits- und Verhaltensempfehlungen.
Marokko liegt in einer anderen Zeitzone als Deutschland: Normalerweise beträgt der Unterschied zu Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) in weiten Teilen des Jahres eine Stunde (Marokko liegt häufig eine Stunde hinter Deutschland), wobei sich dies durch lokale Zeitumstellungen und Ramadan-Regelungen zeitweise ändern kann. Vor Reiseantritt sollte die konkrete Zeitdifferenz geprüft werden. Für Telefonate, Online-Reservierungen oder verabredete Führungen ist es wichtig, die lokale Uhrzeit im Blick zu behalten.
Für medizinische Fragen bietet eine Auslandskrankenversicherung zusätzliche Sicherheit. Innerhalb der EU reicht meist die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), für Marokko als Nicht-EU-Land ist eine separate Auslandsreisekrankenversicherung ratsam. Aktuelle Hinweise hierzu geben Krankenkassen, Versicherer und das Auswärtige Amt.
Warum Jardin Majorelle auf jede Marrakesch-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland bildet der Jardin Majorelle einen Höhepunkt der Marrakesch-Reise, weil er ein seltenes Zusammenspiel aus Ruhe, Ästhetik und Geschichte bietet. Während die Medina mit ihren Basaren, Moscheen und Plätzen stark vom Alltag und der Geschäftsaktivität geprägt ist, steht der Garten für eine bewusst gestaltete, kontemplative Erfahrung. Er verknüpft die Tradition der walled gardens, also ummauerter Gärten in der islamischen Welt, mit europäischer Moderne und internationaler Kunstgeschichte.
Verglichen mit bekannten deutschen Gärten und Parks wirkt der Jardin Majorelle zugleich vertraut und fremd: Die Idee eines gestalteten Landschaftsraums erinnert etwa an Schlossgärten wie in Sanssouci oder Herrenhausen, doch Farbwahl, Pflanzenwelt und Lichtstimmung sind völlig anders. Viele Besucherinnen und Besucher beschreiben die Atmosphäre als „filmreif“ oder „surreal“, weil die Farbkontraste und die dichte Bepflanzung wie eine Kulisse aus einer anderen Welt wirken.
Ein weiterer Grund, warum der Jardin Majorelle auf viele Wunschlisten gehört, ist seine starke Präsenz in der visuellen Kultur der letzten Jahre. Auf Social-Media-Plattformen – von Instagram über Pinterest bis TikTok – tauchen immer wieder Fotos und Videos aus dem Garten auf. Das ikonische Blau, die Kakteen und die reflektierenden Wasserflächen sind zu wiedererkennbaren Motiven geworden. Gleichzeitig ist der Garten trotz seiner Popularität kein reines „Fotomotiv“, sondern bietet bei genauerem Hinsehen viele Ebenen von Geschichte, Kultur und Naturbeobachtung.
Auch die Nähe zu weiteren Sehenswürdigkeiten macht ihn attraktiv: In Marrakesch lassen sich der Jardin Majorelle, der zentrale Platz Djemaa el Fna, die Koutoubia-Moschee, der Bahia-Palast oder die Saadier-Gräber in einem kompakten Stadtbesuch kombinieren. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann außerdem Ausflüge ins Atlasgebirge oder in Oasenstädte planen und so das Erlebnis des „Gartenwunders“ mit Eindrücken aus der umgebenden Landschaft verbinden.
Der Besuch des Jardin Majorelle schärft zudem den Blick für die Rolle von Gärten in der Kulturgeschichte: In der islamisch geprägten Welt haben Gärten seit Jahrhunderten eine besondere Bedeutung als Orte der Ruhe, der Wasser- und Pflanzenverehrung und als Sinnbilder des Paradieses. Im Jardin Majorelle trifft diese Tradition auf ein modernes Verständnis von Design und Markenidentität, das vor allem durch Yves Saint Laurent verkörpert wird. Für ein deutsches Publikum, das häufig mit europäischen Park- und Schlossanlagen vertraut ist, bietet dieser Kontrast einen spannenden Perspektivwechsel.
Schließlich trägt der Garten auch zu einem differenzierteren Bild Marokkos bei. Marrakesch ist in vielen Köpfen mit Djemaa el Fna, Schlangenbeschwörern, Marktständen und Riads verknüpft. Der Jardin Majorelle zeigt dagegen eine andere Facette: ein bewusst gestaltetes, gepflegtes, internationales Kulturprojekt, das lokale Traditionen respektiert und zugleich global vernetzt ist. Wer sich für Architektur, Mode, Kunstgeschichte oder Gartenkultur interessiert, findet hier einen hoch verdichteten Ort, an dem sich all diese Themen erleben lassen.
Jardin Majorelle in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Netzwerken hat der Jardin Majorelle einen festen Platz als Sehnsuchtsort: Unter entsprechenden Hashtags werden täglich Bilder des blauen Hauses, der Kakteen und der Wasserbecken geteilt. Viele Berichte heben die fotogene Inszenierung hervor, andere betonen die überraschende Ruhe mitten in der Stadt. Für Reisende aus Deutschland kann ein Blick in diese digitalen Impressionen helfen, den Besuch zu planen und zu entscheiden, zu welcher Tageszeit Licht und Andrang am besten zur gewünschten Stimmung passen.
Jardin Majorelle — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Jardin Majorelle
Wo liegt der Jardin Majorelle in Marrakesch genau?
Der Jardin Majorelle befindet sich im Stadtteil Guéliz nordwestlich der Medina von Marrakesch. Von zentralen Punkten wie dem Platz Djemaa el Fna sind es je nach Route etwa 2 bis 3 km; erreichbar ist der Garten per Taxi, Fahrdienst, zu Fuß oder mit lokalen Verkehrsmitteln.
Wer hat den Jardin Majorelle angelegt?
Der Garten wurde ursprünglich in den 1920er Jahren vom französischen Maler Jacques Majorelle entworfen und über mehrere Jahrzehnte weiterentwickelt. In den 1980er Jahren übernahmen der Modeschöpfer Yves Saint Laurent und sein Partner Pierre Bergé den Garten, restaurierten ihn und öffneten ihn in größerem Umfang für Besucher.
Wie viel Zeit sollte man für den Besuch des Jardin Majorelle einplanen?
Die meisten Besucher verbringen etwa 1,5 bis 2 Stunden im Jardin Majorelle, je nachdem, wie intensiv sie die Anlage, die Museumsbereiche und die Fotomöglichkeiten nutzen möchten. In Stoßzeiten sollte zusätzliche Zeit für Warteschlangen eingeplant werden.
Wann ist die beste Tageszeit für den Jardin Majorelle?
Als besonders angenehm gelten der frühe Vormittag und der späte Nachmittag, wenn das Licht weicher ist und die Temperaturen milder sind. In diesen Zeitfenstern ist der Garten häufig etwas weniger überlaufen als zur Mittagszeit.
Ist der Jardin Majorelle für Kinder geeignet?
Viele Familien besuchen den Jardin Majorelle, da die Farben, Wasserbecken und Wege auch für Kinder spannend sind. Eltern sollten jedoch im Blick behalten, dass es Wasserflächen, unebene Wege und teilweise dichten Besucherandrang gibt. Kinderwagen sind grundsätzlich möglich, aber auf schmalen Wegen kann es eng werden.
Mehr zu Jardin Majorelle auf AD HOC NEWS
Mehr zu Jardin Majorelle auf AD HOC NEWS:
Alle Beiträge zu „Jardin Majorelle" auf AD HOC NEWS ansehen ?Alle Beiträge zu „Jardin Majorelle" auf AD HOC NEWS ansehen ?
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
