Jameos del Agua: Vulkanhöhlen als Kulturraum auf Lanzarote
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 10:03 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Jameos del Agua auf der kanarischen Insel Lanzarote sind ein Naturraum in einem vulkanischen Tunnel, den der Künstler und Gestalter César Manrique zu einem Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus umgeformt hat. In einer Reihe von Lavahöhlen nördlich der Ortschaft Haría treffen hier Basaltgestein, ein unterirdischer Salzsee und gestaltete Terrassen aufeinander und machen die Verbindung von Landschaft und Architektur zum prägenden Eindruck des gesamten Ensembles.
Jameos del Agua: Vulkanischer Tunnel und unterirdischer See
Die Jameos del Agua liegen im Norden von Lanzarote im Gemeindegebiet von Haría und gehören zum weit verzweigten Lavastrom des Vulkans La Corona, dessen Ausbrüche einen mehrere Kilometer langen Tunnel in das erstarrte Gestein geschnitten haben.Dieser Abschnitt des Lavastroms besitzt Stellen, an denen das Dach eingestürzt ist und offene Mulden entstanden sind, die auf Lanzarote „Jameos“ genannt werden.Der Name des Ortes verweist auf diese natürlichen Öffnungen entlang des vulkanischen Tunnels.
In einer der tiefer gelegenen Senken hat sich Meerwasser gesammelt, das durch das poröse Gestein aus dem Atlantik in den Hohlraum eindringt und dort einen dauerhaften unterirdischen Salzsee bildet.Dieser See bildet das Zentrum des natürlichen Teils der Anlage und beherbergt eine endemische Krebsart, den blinden weißen Höhlenkrebs Munidopsis polymorpha, der nur in diesem abgeschlossenen Ökosystem vorkommt. Die Höhlen selbst bestehen aus erstarrter Basaltlava, deren gerippte Oberflächen und erstarrte Fließstrukturen die vulkanische Herkunft der Landschaft sichtbar halten.
César Manrique und die Umgestaltung zum Kulturraum
Die heutige Gestalt der Jameos del Agua geht auf die Arbeit des Lanzaroter Künstlers César Manrique zurück, der in den 1960er Jahren begann, Teile der Höhlenlandschaft behutsam in einen zugänglichen Raum für Besucher zu verwandeln.Die ersten baulichen Eingriffe fanden Mitte der 1960er Jahre im Bereich des „Jameo Chico“ statt, während der größere „Jameo Grande“ und weitere Bereiche in den folgenden Jahrzehnten ausgebaut wurden. Manrique nutzte die vorhandenen natürlichen Vertiefungen und Tunnelstücke und ergänzte Wege, Sitzstufen und Terrassen, die dem Verlauf der Höhlen folgen.
Im Laufe der Arbeiten entstand ein Ensemble, das aus einem Restaurantbereich in der Höhle, Gartenanlagen im Freien, einer offenen Wasserfläche mit hell ausgekleideten Rändern und einem Auditorium besteht.Das Auditorium liegt in einem Teil der Höhle, der als „Jameo de la Cazuela“ bezeichnet wird, während die oberhalb gelegene Struktur unter dem Namen Casa de los Volcanes einen Ausstellungs- und Forschungsbereich zur Vulkanologie Lanzarotes aufnimmt.Die Casa de los Volcanes ergänzt die Höhlenräume um einen wissenschaftlichen Zugang zur Entstehung der Insel und des Lavastroms.
Architektur im Spannungsfeld von Basalt, Wasser und Licht
Das Erscheinungsbild der Jameos del Agua wird von einem Wechsel zwischen dunklem Lavagestein und hellen, architektonisch gefassten Flächen geprägt, die Manrique entlang der natürlichen Konturen angelegt hat. In den tieferen Teilen des Tunnels führen Treppen und Wege über vulkanische Stufen und Plateaus, wobei Geländer und Mauern aus dem selben Gestein bestehen wie die Höhle selbst. Im Bereich des unterirdischen Salzsees ist der Wasserspiegel von niedrigen Natursteinrändern eingefasst, an deren Oberseite sich das Licht bricht und die kleinen weißen Krebse sichtbar werden.
An der Oberfläche setzt sich die Gestaltung der Höhle in einen Garten mit Terrassen fort, in dem Pflanzen zwischen den Basaltblöcken wachsen und der Übergang zwischen Innenraum und Außenraum fließend bleibt.In einem Bereich des Gartens liegt ein Wasserbecken mit hell gefassten Rändern, das die vulkanische Umgebung spiegelt und zusammen mit den Sitzstufen einen offenen Aufenthaltsraum bildet. Die Kombination aus Lavagestein, Wasserflächen und zurückhaltend eingefügten baulichen Elementen macht die Jameos del Agua zu einem Beispiel dafür, wie eine vorhandene Naturlandschaft als Raum für Aufenthalte und Veranstaltungen genutzt wird, ohne ihre geologische Struktur zu überformen.
Jameos del Agua besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Die Jameos del Agua liegen im Norden von Lanzarote an der Straße zwischen Arrieta und Órzola im Gemeindegebiet von Haría und sind mit dem Auto oder Linienbussen von Arrecife aus erreichbar.
- Im Inneren des Lavastunnels führen Treppen über mehrere Höhenstufen, die teilweise schmal sind und über Natursteinstufen verlaufen, sodass trittsicheres Gehen auf unebenem Untergrund erforderlich ist.
- Der unterirdische Salzsee liegt unter dem Meeresspiegel und wird durch Meerwasser gespeist, wodurch der Besuch auch Einblicke in ein abgeschirmtes Ökosystem mit blinden weißen Höhlenkrebsen bietet.
- Amtssprache ist Spanisch, gezahlt wird in Euro.
- Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Jameos del Agua auf Social-Media-Plattformen
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Jameos del Agua: häufige Fragen
Wo liegen die Jameos del Agua auf Lanzarote?
Die Jameos del Agua liegen im Norden von Lanzarote im Gemeindegebiet von Haría an der Küstenstraße zwischen Arrieta und Órzola in Spanien.
Was erwartet Besucher in den Jameos del Agua?
Besucher erleben eine vulkanische Höhlenlandschaft mit einem unterirdischen Salzsee, gestalteten Wegen, einem Auditorium und der Casa de los Volcanes als Zentrum zur Vulkanologie der Insel.
Was kennzeichnet die Jameos del Agua besonders?
Prägend sind der natürliche Lavastunnel mit seinen Öffnungen, der unterirdische Salzsee mit den blinden weißen Höhlenkrebsen und die durch César Manrique gestaltete Verbindung von Naturraum und Kulturzentrum.
