Ijen-Krater bei Banyuwangi: Wo der Kawah Ijen blaues Feuer speit
25.06.2026 - 20:40:53 | ad-hoc-news.deNachts liegt der Ijen-Krater im Dunkel der indonesischen Tropennacht, nur das Flackern der Stirnlampen wandert langsam den steilen Pfad hinauf. Über dem Rand des Kawah Ijen („Ijen-Krater“ auf Indonesisch) steigen Schwefelwolken auf, und tief unten im Krater blitzt plötzlich ein unheimliches, elektrisches Blau auf: die legendären „Blue Flames“, das blaue Feuer, das diesen Vulkan bei Banyuwangi zu einem der spektakulärsten Naturphänomene Indonesiens macht.
Ijen-Krater: Das ikonische Wahrzeichen von Banyuwangi
Der Ijen-Krater liegt im Osten der Insel Java, hoch über der Stadt Banyuwangi, und gilt als einer der eindrucksvollsten Vulkane Indonesiens. Er ist Teil des Ijen-Hochlands, eines aus mehreren Vulkanen bestehenden Gebirgsmassivs, das sich zwischen Banyuwangi und Bondowoso erhebt und in der Region als landschaftliches Wahrzeichen gilt. Der Krater ist vor allem durch drei Extreme berühmt: den grell-türkisen Säuresee, die dichten Schwefelwolken und das seltene blaue Feuer, das in klaren Nächten sichtbar sein kann.
Der Kratersee im Ijen-Krater zählt zu den stärksten Säureseen der Erde und wirkt mit seiner milchig-türkisgrünen Farbe fast irreal. Geologische Fachbeiträge und Berichte von National Geographic Deutschland beschreiben ihn als einen See mit extrem niedrigem pH-Wert, gespeist von vulkanischen Gasen und hydrothermalen Quellen. Diese Kombination aus Vulkanismus, Chemie und Landschaftsdrama macht den Kawah Ijen zu einem Schauplatz, an dem Naturkräfte auf engstem Raum spürbar sind.
Darüber hinaus ist der Ijen-Krater ein Ort, an dem sich spektakulärer Naturtourismus und harte menschliche Arbeit überlagern. Seit Jahrzehnten wird am Krater Schwefel im Tagebau gewonnen, viele Bergleute tragen bis heute Körbe mit 60 bis 80 kg Schwefel auf ihren Schultern den steilen Pfad hinauf. Deutsche Medien wie GEO und internationale Dokumentationen greifen diesen Kontrast zwischen Postkartenmotiv und gefährlicher Arbeit immer wieder auf und haben damit die Bekanntheit von Kawah Ijen auch in Deutschland stark erhöht.
Geschichte und Bedeutung von Kawah Ijen
Vulkanologisch betrachtet gehört der Kawah Ijen zu einem größeren Vulkankomplex, der sich entlang des sogenannten Sundabogens erstreckt. Dieser Bogen ist eine klassische Subduktionszone: Die Indisch-Australische Platte schiebt sich unter die Eurasische Platte, wodurch es auf Java zu starker vulkanischer Aktivität kommt. Der Ausbruchsgeschichte nach ist Ijen über viele Jahrtausende durch phreatische und phreatomagmatische Eruptionen geformt worden. Chroniken der Kolonialzeit, auf die sich Fachliteratur bezieht, erwähnen größere Aktivitäten vom späten 18. bis ins 20. Jahrhundert, wobei es in der jüngeren Vergangenheit vor allem zu Gasemissionen und kleineren eruptiven Episoden kam, weniger zu spektakulären Lavaströmen.
Während der niederländischen Kolonialzeit erkannten Ingenieure und Unternehmer das wirtschaftliche Potenzial der Schwefelvorkommen am Ijen-Krater. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Schwefelabbau und einfache Transportstrukturen aufgebaut, um den Rohstoff für industrielle Zwecke – etwa für die Zuckerindustrie und chemische Prozesse – nutzen zu können. Auch nach dem Ende der Kolonialzeit blieb die Schwefelgewinnung ein wichtiger, wenn auch gesundheitlich riskanter Erwerbszweig für die lokale Bevölkerung.
Für Indonesien hat Kawah Ijen eine doppelte Bedeutung: Zum einen als Rohstoffquelle, zum anderen als Symbol für die Kraft des „Ring of Fire“, des Pazifischen Feuerrings, zu dem das Land gehört. Indonesische Behörden und das nationale Geologie- und Vulkanologiezentrum (PVMBG) überwachen den Vulkan, um im Falle erhöhter Aktivität Warnungen aussprechen zu können. Reisehinweise – etwa vom Auswärtigen Amt in Deutschland – erinnern ausdrücklich daran, dass Wanderungen auf Vulkane in Indonesien nur unter sorgfältiger Beachtung der Sicherheits- und Wetterlage erfolgen sollten.
Touristisch wurde der Ijen-Krater vor allem ab den 1990er- und 2000er-Jahren international populär. Reiseführer wie Marco Polo, Merian und ADAC Reisemagazin führten ihn zunehmend als „Geheimtipp“ in Ostjava auf. Spätestens mit der weltweiten Verbreitung von Fotos und Videos des blauen Feuers – unter anderem über BBC-Dokumentationen und Berichte internationaler Agenturen – stieg Kawah Ijen in die Liga der global bekannten Naturikonen auf. Für viele Indonesien-Reisende aus Deutschland steht der nächtliche Aufstieg heute gleichberechtigt neben Klassikern wie dem Borobudur oder dem Bromo-Vulkan.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn es sich beim Ijen-Krater nicht um ein Bauwerk, sondern um ein Naturphänomen handelt, weist dieser Vulkan gewissermaßen eine eigene „Architektur“ auf. Die steilen Innenwände des Kraters fallen zum See ab und sind von Schwefel- und Mineralablagerungen in Gelb-, Ocker- und Grautönen überzogen. Fachbeiträge des indonesischen Geologischen Dienstes und internationale vulkanologische Studien beschreiben, dass im Kraterinneren Fumarolen, also Gasöffnungen, auf engem Raum konzentriert sind. Hier entweichen hochtemperierte Gase mit hohem Schwefelgehalt, die an Luft oxidieren und die charakteristischen gelben Schwefelkrusten bilden.
Besonders ikonisch ist das blaue Feuer am Kawah Ijen. Dabei handelt es sich nicht um blaue Lava, wie gelegentlich fälschlich behauptet wird, sondern um die Verbrennung von Schwefelgasen. Wenn diese Gase mit Temperaturen von über 600 °C an die Oberfläche treten und sich entzünden, brennen sie in einem intensiven Blau, das bei Dunkelheit als flackernde Flammen an den Kraterhängen sichtbar wird. Wissenschaftliche Artikel internationaler Institutionen und Reportagen von BBC und National Geographic haben dieses Phänomen ausführlich erklärt und betonen, dass diese Erscheinung zu den seltenen vulkanischen Besonderheiten der Welt gehört.
Der Kratersee selbst ist ein Naturlabor. Mit seinem hohen Säuregrad – häufig wird in Fachquellen von pH-Werten im Bereich starker Säuren berichtet – löst das Wasser Mineralien und Gesteine, färbt sich dadurch milchig-türkis und ist für Mensch und Tier extrem gefährlich. Das Auswärtige Amt und Geowissenschaftler weisen darauf hin, dass das Einatmen der aufsteigenden Dämpfe reizend bis gesundheitsschädlich wirken kann. Daher tragen viele Arbeiter und zunehmend auch Besucher Atemschutzmasken oder zumindest einfache Masken, um die Schwefelgase zu filtern.
Kulturell hat der Ijen-Krater Spuren in der Fotografie, im Dokumentarfilm und in der Reiseliteratur hinterlassen. Zahlreiche Fotoausstellungen und Bildstrecken – unter anderem in GEO, Spiegel-Online-Bildergalerien und internationalen Agenturarchiven – zeigen die surrealen Kontraste: das kalte Blau des Feuers, das giftige Grün des Sees und die warmen Gelbtöne der Schwefelbrocken. Kunsthistorisch wird dieser ästhetische Kontrast gelegentlich mit romantischen Naturdarstellungen der europäischen Malerei verglichen, etwa mit dramatischen Gebirgsszenen des 19. Jahrhunderts – nur dass sich hier die Dramatik nicht auf Leinwand, sondern direkt in der Natur abspielt.
Ein besonderes Merkmal, das viele Besucher überrascht, ist die Geräuschkulisse des Kawah Ijen. Aus den Fumarolen dröhnt und zischt es, die Schwefelgase treten mit hörbarer Kraft aus. Zusammen mit dem Klirren der Eisenstangen, mit denen Arbeiter Schwefelplatten lösen, entsteht eine fast industrielle Atmosphäre. Dieser Klangteppich, kombiniert mit dem Geruch nach faulen Eiern – typisch für Schwefelwasserstoff – macht deutlich, dass der Ijen-Krater kein bloßes Fotomotiv, sondern ein hochaktiver Vulkan ist.
Ijen-Krater besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Der Ijen-Krater liegt im Osten der Insel Java in der Provinz Jawa Timur, rund 40 bis 50 km nordwestlich von Banyuwangi. Für Reisende aus Deutschland führt der Weg in der Regel über die internationalen Flughäfen Jakarta (Soekarno-Hatta) oder Denpasar auf Bali. Von Frankfurt, München oder Berlin gibt es je nach Airline ein- bis zweimaliges Umsteigen, meist über Drehkreuze wie Singapur, Doha oder Dubai. Die reine Flugzeit liegt – ohne Umsteigezeiten – grob zwischen 16 und 20 Stunden. Von Jakarta aus geht es weiter per Inlandsflug nach Banyuwangi oder per Zug und Auto nach Bondowoso oder Banyuwangi. Viele Reisende kombinieren Kawah Ijen mit einem Aufenthalt auf Bali: Von Bali aus ist Banyuwangi per Fähre über die Meerenge von Bali erreichbar, die Überfahrt dauert typischerweise unter einer Stunde, hinzu kommen Transferzeiten per Auto oder Minibus. - Aufstieg und Touren
Der Ausgangspunkt für die meisten Touren ist das Basislager Paltuding, das auf rund 1.800 m Höhe liegt. Von dort führt ein etwa 3 km langer Aufstieg zum Kraterrand, der bei moderatem Tempo in 1,5 bis 2 Stunden zu schaffen ist. Wer das blaue Feuer sehen möchte, startet häufig gegen Mitternacht oder kurz danach, um zwischen 02:00 und 04:00 Uhr am Kraterrand und im Krater zu sein. Da sich die Bedingungen vor Ort ändern können und es immer wieder Sicherheitsanpassungen gibt, wird empfohlen, Touren mit einem ortskundigen, lizenzierten Guide zu unternehmen. Viele Agenturen in Banyuwangi, Bondowoso und auf Bali bieten entsprechende Ausflüge an. - Öffnungszeiten
Der Zugang zum Kawah Ijen unterliegt der Verwaltung der lokalen Behörden und des Forst- bzw. Schutzgebiets. Typischerweise ist der Aufstieg in den Nacht- und frühen Morgenstunden möglich, tagsüber wird der Zugang je nach Gasentwicklung und Wetterlage teilweise eingeschränkt. Da offizielle Öffnungszeiten in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst wurden, sollten Reisende unbedingt vor dem Besuch den aktuellen Stand über ihre lokale Agentur, die Unterkunft oder die Verwaltung des Ijen-Naturparks prüfen. Kurzfristige Sperrungen aufgrund von hoher Gasentwicklung, Waldbrandgefahr oder vulkanologischer Warnungen sind möglich. - Eintritt und Gebühren
Für den Besuch des Ijen-Kraters fällt eine Eintrittsgebühr an, die zwischen indonesischen und internationalen Besuchern unterscheiden kann. Die genaue Höhe wurde in der Vergangenheit mehrfach geändert und ist von Wochentag und Verwaltungspraxis abhängig. Reisende sollten daher damit rechnen, vor Ort einen Betrag im Bereich einiger Euro – umgerechnet in Indonesische Rupiah (IDR) – zu entrichten. Da Wechselkurse schwanken, empfiehlt es sich, direkt bei der gebuchten Tour oder der offiziellen Parkverwaltung die aktuelle Gebühr zu erfragen und ausreichend Bargeld in Rupiah bereitzuhalten. - Beste Reisezeit
Das Klima am Kawah Ijen ist tropisch, mit einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit. Die trockensten Monate auf Java liegen häufig in der Zeit von etwa Mai bis September, während von ungefähr November bis März eher Regenzeit herrscht. Für den Aufstieg auf den Ijen-Krater sind trockene Bedingungen von Vorteil, da der Pfad bei Nässe rutschig wird und Wolken die Sicht auf den See und das blaue Feuer beeinträchtigen können. Viele Reisende und Reiseveranstalter empfehlen daher den Besuch in der Trockenzeit oder an Tagen mit stabiler Wetterlage. Unabhängig von der Jahreszeit ist die beste Tageszeit für die Beobachtung des blauen Feuers der Zeitraum vor Sonnenaufgang, der Blick auf den türkisfarbenen See ist dagegen bei Licht, also im Anschluss an den Sonnenaufgang, besonders eindrücklich. - Gesundheit und Sicherheit
Der Ijen-Krater ist ein aktiver Vulkan mit teils hohen Konzentrationen von Schwefelgasen. Das Auswärtige Amt rät generell dazu, sich vor Besteigungen von Vulkanen in Indonesien über Risiken und Verhaltenshinweise zu informieren und Touren möglichst mit ortskundigen Führern zu unternehmen. Vor Ort werden meist Gas- oder Atemschutzmasken angeboten oder von Guides bereitgestellt; das Tragen ist im Bereich der Fumarolen im Kraterinneren dringend empfehlenswert. Personen mit Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Problemen oder generell eingeschränkter Belastbarkeit sollten den Besuch sorgfältig abwägen und gegebenenfalls auf den Abstieg in den Krater verzichten. - Ausrüstung und Kleidung
Obwohl Banyuwangi im Flachland tropisch-warm ist, können die Temperaturen am Kawah Ijen in der Nacht deutlich abkühlen und im Kraterbereich durch Wind und Feuchtigkeit kühl wirken. Empfehlenswert sind feste Wanderschuhe, warme Schichten (Fleece, Windjacke), eine Mütze oder Kapuze sowie eine Stirnlampe mit ausreichend Batteriereserven. Wegen des chemischen Staubs und losen Gerölls sind geschlossene Schuhe mit gutem Profil sinnvoll. Eine Sonnenbrille und Sonnenschutz sind für den Rückweg nach Sonnenaufgang hilfreich, Trinkwasser ist Pflicht. Viele Guides stellen zusätzlich einfache Handschuhe und Schutzmasken zur Verfügung. - Sprache, Zahlung und Trinkgeld
In Banyuwangi und Umgebung sprechen die meisten Menschen Indonesisch (Bahasa Indonesia), regional auch Javanisch und Maduresisch. In touristischen Betrieben, Hotels und bei Guides wird häufig Englisch gesprochen, Deutsch dagegen eher selten. Die Währung ist die Indonesische Rupiah (IDR). In größeren Hotels und einigen Restaurants werden internationale Kreditkarten akzeptiert, im ländlichen Raum und an der Zufahrt zum Ijen-Krater dominiert Bargeld. Reisende aus Deutschland sollten ausreichend Rupiah in bar mitführen, zum Beispiel für Eintritt, Snacks, Toilettenbesuch und kleine Einkäufe. Trinkgeld ist in Indonesien nicht zwingend, wird aber im Tourismusbereich geschätzt. Für Guides und Fahrer sind freiwillige Trinkgelder in moderater Höhe üblich, zum Beispiel einige Euro in Rupiah umgerechnet, abhängig von Dauer und Qualität der Tour. - Einreise und Formalitäten
Deutsche Staatsbürger benötigen für Indonesien in der Regel einen Reisepass, der bei Einreise noch eine bestimmte Mindestgültigkeit aufweist und oft ein Visum beziehungsweise eine visumsähnliche Einreiseerlaubnis (z. B. Visa on Arrival) erfordert. Die Bedingungen wurden in den vergangenen Jahren wiederholt angepasst. Es wird daher dringend empfohlen, die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregelungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de zu prüfen und die Hinweise der indonesischen Behörden zu beachten. Da sich Vorschriften etwa zu Gesundheitsnachweisen oder Gebühren ändern können, ist eine aktuelle Vorabinformation unerlässlich. - Zeitverschiebung
Ostjava, einschließlich Banyuwangi und Kawah Ijen, liegt in der Zeitzone Waktu Indonesia Tengah (WITA) oder in der West- bzw. Zentralindonesischen Zeit, je nach genauer regionaler Zuordnung. Gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) und Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) besteht in der Regel ein Vorlauf von mehreren Stunden. Je nach Jahreszeit in Deutschland beträgt die Zeitverschiebung meist zwischen +6 und +7 Stunden. Wer etwa gegen 22:00 Uhr deutscher Zeit in Banyuwangi ankommt, landet lokal in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages. Für die Planung des nächtlichen Aufstiegs auf den Ijen-Krater sollte dieser Zeitunterschied berücksichtigt werden, um Jetlag und Schlafmangel nicht zu unterschätzen. - Versicherung und medizinische Versorgung
Für Reisen nach Indonesien empfiehlt es sich für Personen mit Wohnsitz in Deutschland, eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen, die auch Bergrettung und gegebenenfalls einen Rücktransport abdeckt. Innerhalb der EU ist die Europäische Krankenversicherungskarte relevant, für Indonesien hingegen nicht ausreichend. Die medizinische Versorgung in den größeren Städten Indonesiens kann gut sein, in ländlichen Regionen ist sie häufig einfacher. Wer den Ijen-Krater besucht, sollte eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitnehmen und auf ausreichenden Mückenschutz achten, insbesondere in tief liegenden, feuchten Gebieten.
Warum Kawah Ijen auf jede Banyuwangi-Reise gehört
Für viele Indonesien-Reisende aus Deutschland ist der Ijen-Krater der eindrucksvollste Moment ihrer Java- oder Bali-Reise. Selten lassen sich so viele extreme Sinneseindrücke in wenigen Stunden bündeln: der nächtliche Sternenhimmel, das leise Rascheln der Wanderer auf dem Pfad, der beißende Geruch der Schwefelgase, das intensive Blau der Flammen und schließlich das erste Tageslicht, das den giftgrünen See und die umliegenden Bergketten freigibt. Diese Dramaturgie wird von fast allen verlässlichen Reisequellen als einzigartig betont.
Hinzu kommt der menschliche Aspekt. Wer am Kraterrand steht und die Schwefelträger beobachtet, die mit schweren Körben an einem vorbeiziehen, erlebt unmittelbar die harte Realität des Schwefelabbaus. Reportagen deutscher Medien wie der Süddeutschen Zeitung, der Deutschen Welle oder GEO schildern die gesundheitlichen Risiken und niedrigen Einkommen vieler Arbeiter. Reisende werden dadurch sensibel für die sozialen Hintergründe dieses Naturerlebnisses. Manches Reiseunternehmen weist in Informationsblättern darauf hin, respektvoll zu fotografieren und Trinkgelder oder kleine Käufe vor Ort als Unterstützung zu sehen – ohne den Eindruck zu erwecken, dass dies die Arbeitsbedingungen grundlegend lösen könnte.
In Kombination mit anderen Sehenswürdigkeiten Ostjavas – etwa Teeplantagen, Wasserfällen oder dem berühmten Bromo-Vulkan – ergibt sich aus dem Kawah Ijen ein dichtes Reiseprogramm. Viele Reisende aus Deutschland verbinden in 3 bis 5 Tagen mehrere Vulkane, bevor sie auf Bali entspannen oder weitere Inseln Indonesiens erkunden. Der Ijen-Krater bietet dabei einen stärkeren „Expeditionscharakter“ als manch andere Ziele: Der nächtliche Start, die Notwendigkeit von Stirnlampe und Schutzmaske und die unmittelbare Nähe zu giftigen Gasen vermitteln ein Gefühl von Abenteuer, das sich dennoch mit professioneller Organisation gut beherrschen lässt.
Aus kulturgeografischer Sicht ist ein Besuch von Kawah Ijen zudem eine Gelegenheit, die Vielfalt Indonesiens kennenzulernen. Java ist dicht besiedelt, von Geschichte und Religion geprägt – hier liegen bedeutende buddhistische und hinduistische Tempel, später wurde die Insel zu einem Zentrum des Islam in Südostasien. Der Besuch eines Vulkans wie des Ijen-Kraters macht unmittelbar deutlich, wie sehr die Landschaft das Leben und die Mythen im Archipel prägt. In der lokalen Kultur spielen Vulkane eine wichtige Rolle, oft als Wohnort von Geistern oder als Manifestation übernatürlicher Kräfte. Internationale Berichte betonen, dass viele Indonesier diese Naturgewalten mit Respekt, aber auch mit einer gewissen Alltäglichkeit betrachten, da das Leben mit vulkanischem Risiko Teil der Realität ist.
Ijen-Krater in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist der Ijen-Krater längst zu einem Star geworden: Auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube kursieren eindrucksvolle Fotos und Videos des blauen Feuers, des leuchtenden Säuresees und der Schwefelträger. Viele Reiseberichte deutschsprachiger und internationaler Nutzer werden von klassischen Medien aufgegriffen, gleichzeitig nutzen Tourismusbehörden und lokale Anbieter die sozialen Netzwerke, um auf Sicherheitsaspekte und verantwortungsvolles Verhalten hinzuweisen. Wer eine Reise plant, kann sich über Hashtags und Videoplattformen ein sehr aktuelles Bild von Wetter, Andrang und typischem Ablauf machen.
Ijen-Krater — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Ijen-Krater
Wo liegt der Ijen-Krater genau?
Der Ijen-Krater liegt im Osten der indonesischen Insel Java, in der Provinz Jawa Timur, etwa 40 bis 50 km von der Stadt Banyuwangi entfernt. Er ist Teil eines Vulkankomplexes, der sich zwischen Banyuwangi und Bondowoso erstreckt und über Bergstraßen sowie den Ausgangspunkt Paltuding erreichbar ist.
Was macht den Kawah Ijen so besonders?
Kawah Ijen ist vor allem wegen seines giftgrünen Säuresees, der starken Schwefelgas-Emissionen und des seltenen blauen Feuers bekannt, das bei Dunkelheit entstehen kann, wenn Schwefelgase verbrennen. Gleichzeitig wird im Krater traditionell Schwefel von Hand abgebaut, was die eindrucksvolle Naturkulisse mit der harten Arbeit der Bergleute konfrontiert.
Kann man das blaue Feuer im Ijen-Krater immer sehen?
Das blaue Feuer ist ein natürliches Phänomen, das stark von Gasmenge, Temperatur, Wind und Dunkelheit abhängt. Es zeigt sich am besten in den Nacht- und frühen Morgenstunden bei klarer Sicht. Garantien gibt es jedoch nicht – an manchen Tagen ist es nur schwach zu sehen oder durch dichte Schwefelwolken verdeckt, an anderen erstrahlt es spektakulär.
Wie anstrengend ist der Aufstieg für ungeübte Wanderer?
Der klassische Aufstieg vom Parkplatz Paltuding zum Kraterrand ist mit rund 3 km Länge und moderater Steigung für gesunde, normalTrainierte Personen machbar, kann aber wegen der Uhrzeit, der Höhe und teilweise rutschiger Abschnitte anstrengend wirken. Der Abstieg in den Kraterinneren Bereich, um näher an das blaue Feuer heranzukommen, ist deutlich anspruchsvoller und erfordert Trittsicherheit, eine gute Taschen- oder Stirnlampe und Vorsicht durch die Gasentwicklung.
Wann ist die beste Zeit für eine Reise zum Ijen-Krater aus Deutschland?
Viele Reisende bevorzugen die trockeneren Monate, grob von Mai bis September, wenn Regen seltener ist und die Sicht auf Feuer und Kratersee meist besser. Wer aus Deutschland anreist, plant den Besuch des Ijen-Kraters oft als Teil einer größeren Indonesien-Route über Java und Bali und sollte bei der Terminwahl sowohl Klima als auch Ferienzeiten berücksichtigen. Entscheidend ist zudem eine aktuelle Sicherheits- und Vulkanlage, über die Reiseveranstalter und offizielle Stellen informieren.
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