Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum: Kasachstans verborgenes Timuridenerbe

20.05.2026 - 23:16:38 | ad-hoc-news.de

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum (Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi) in Turkistan, Kasachstan, ist ein stiller Gigant der Seidenstraße – und verändert, wie viele Deutschlandreisende Zentralasien erleben.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi, Kasachstan
Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi, Kasachstan

Wenn sich in Turkistan die Hitze des kasachischen Südens über den Staub der Steppe legt, schimmert das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum wie ein türkisblauer Kristall am Horizont. Die Einheimischen nennen es Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi – sinngemäß „Mausoleum des verehrten Lehrers Ahmed Yasawi“ – und für viele Gläubige in Zentralasien ist es bis heute ein spirituelles Herz ihrer Geschichte.

Für Reisende aus Deutschland wirkt der Komplex wie ein Zeitfenster: ein Monument der Timuridenzeit, älter als das Brandenburger Tor und doch architektonisch mit den Medresen von Samarkand verwandt. Wer hier ankommt, spürt sofort, dass dieser Ort weit mehr ist als nur „eine weitere Moschee“ – er ist Pilgerstätte, UNESCO-Welterbe und Schlüsselschlüssel zur Geschichte der kasachischen Steppe.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum: Das ikonische Wahrzeichen von Turkistan

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum erhebt sich im Zentrum der Stadt Turkistan im Süden Kasachstans. Mit seiner monumentalen Backsteinfassade, der riesigen Kuppel und kunstvollen Keramikverzierungen gilt es als eines der bedeutendsten Bauwerke der islamischen Architektur in Zentralasien. Die UNESCO bezeichnet den Komplex als „herausragendes Beispiel timuridischer Architektur“, das zugleich die religiöse Bedeutung Hodscha Ahmed Yasawis für die türkischsprachigen Völker widerspiegelt.

Die Stimmung auf dem Gelände ist überraschend vielseitig: Pilger umrunden schweigend den Komplex, Familien sitzen im Schatten, Kinder fahren auf E-Scootern über die weitläufigen Plätze. So entsteht eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Wallfahrtsort und lebendigem Stadtpark liegt und Besucher:innen aus Europa sofort in ihren Bann zieht. Für viele Kasach:innen ist ein Besuch in Turkistan so zentral wie für katholische Gläubige eine Reise nach Rom.

In deutschen Reiseführern wird das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum zunehmend als „Schlüssel-Ort“ empfohlen, um Kasachstan über seine sowjetische Vergangenheit hinaus zu verstehen. Die Deutsche Zentrale für Tourismus verweist im Kontext von Seidenstraßen-Routen regelmäßig auf Turkistan, während Magazine wie GEO und National Geographic (deutschsprachige Ausgaben) die Anlage als eines der wichtigsten islamischen Bauwerke nördlich der historischen Seidenstraße einordnen.

Geschichte und Bedeutung von Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi

Um den Ort zu verstehen, muss man Hodscha Ahmed Yasawi selbst kennen. Er war ein Sufi-Gelehrter und Dichter des 12. Jahrhunderts, dessen türkischsprachige mystische Dichtung einen enormen Einfluss auf die spirituelle Kultur der Steppenvölker hatte. Laut der UNESCO und der kasachischen Kulturbehörden gilt er als eine Schlüsselfigur des turksprachigen Islam, vergleichbar der Bedeutung eines Franz von Assisi im westeuropäischen Christentum – ein charismatischer Asket, der Glaube und Alltag miteinander verknüpfte.

Hodscha Ahmed Yasawi wurde in der Region Sayram geboren und verbrachte den Großteil seines Lebens in Yasi – dem mittelalterlichen Namen der heutigen Stadt Turkistan. Nach seinem Tod entwickelte sich seine Grabstätte zum Pilgerort; die Verehrung des Heiligen breitete sich über weite Teile Zentralasiens aus. Über Jahrhunderte stand über seinem Grab zunächst nur ein vergleichsweise schlichtes Mausoleum.

Ende des 14. Jahrhunderts änderte sich dies grundlegend: Der zentralasiatische Herrscher Timur (Tamerlan), der weite Teile des heutigen Iran, Usbekistan und Afghanistans beherrschte, ließ an der Stelle der alten Grabstätte ein monumentales neues Gebäude errichten. Fachartikel der UNESCO und Studien zentralasiatischer Historiker betonen, dass Timur mit dem Neubau nicht nur seine religiöse Verehrung ausdrücken, sondern auch seine Legitimität über die turksprachigen Stämme stärken wollte. Der Bau symbolisierte die Verbindung seiner Dynastie mit einem weithin verehrten Heiligen.

Mit dem Bau wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts begonnen; vollständig fertiggestellt wurde das Mausoleum vermutlich nie. Gleichwohl entstand ein Komplex, der in seiner Monumentalität und Komplexität nur noch mit den späteren timuridischen Bauten in Samarkand und Herat zu vergleichen ist. Für Leser:innen aus Deutschland lässt sich die historische Dimension etwa so einordnen: Die zentrale Bauphase fällt in die Zeit der gotischen Vollendung des Kölner Doms, liegt also gute 500 Jahre vor der Gründung des Deutschen Reiches 1871.

Über die Jahrhunderte blieb das Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi ein Pilgerzentrum. Während der russischen Expansion nach Zentralasien im 19. Jahrhundert und in der Sowjetzeit wurde die religiöse Funktion eingeschränkt, doch die bauliche Bedeutung führte dazu, dass das Mausoleum unter staatlichen Schutz gestellt wurde. Die sowjetische Denkmalpflege führte Restaurierungen durch, die – wie Fachliteratur betont – im Vergleich zu anderen Orten relativ behutsam ausfielen.

Nach der Unabhängigkeit Kasachstans 1991 gewann der Ort eine doppelte Symbolik: Er steht sowohl für die islamisch-sufische Tradition als auch für die nationale Identität des jungen Staates. 2003 wurde das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum als erstes Objekt in Kasachstan in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – ein Schritt, den UNESCO-Dokumente und die kasachischen Kulturbehörden übereinstimmend als Meilenstein der kulturellen Selbstvergewisserung des Landes beschreiben.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architekturhistoriker verweisen darauf, dass das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum eines der am besten erhaltenen Beispiele spätmittelalterlicher islamischer Baukunst in Zentralasien ist. Typisch für die Timuridenzeit vereint der Bau monumentale Proportionen mit filigranen Dekorelementen.

Das Hauptgebäude ist aus gebrannten Ziegeln errichtet. Die gewaltige Hauptkuppel – laut UNESCO eine der größten ihrer Zeit in der Region – ruht auf einem hohen achteckigen Tambour und ist mit glasierten Ziegeln in unterschiedlichen Blautönen verkleidet. Besucher:innen erleben vor allem bei tief stehender Sonne ein Spiel aus Türkis, Kobaltblau und Ocker, das dem Bauwerk eine fast schwebende Leichtigkeit verleiht, obwohl die Mauern mehrere Meter dick sind.

Die monumentale Eingangsfront, der sogenannte Iwan, ist bis heute teils unvollendet, was Fachleute als seltenes, aber aufschlussreiches Beispiel für abgebrochene Großprojekte im Mittelalter werten. Die Fassade zeigt sorgfältige Ziegelmuster, teilweise mit geometrischen und kalligrafischen Ornamenten, in denen Koranverse und Lobpreisungen vorkommen. Solche Inschriften sind nach islamischer Tradition auch ein Ausdruck der Frömmigkeit des Bauherrn.

Im Inneren gliedert sich das Mausoleum in mehrere Räume: den zentralen Kuppelsaal, in dessen Mitte ein großer bronzener Kessel (Tas genannt) steht, die eigentliche Grabkammer Hodscha Ahmed Yasawis, Nebenräume für Gebet und Meditation sowie kleinere Zellen. Die UNESCO und kasachische Museumsbehörden betonen, dass diese Raumstruktur sowohl religiöse Funktionen als auch logistische Abläufe für Pilgerreisen berücksichtigte.

Der bronzene Kessel, ein Geschenk Timurs oder seiner Nachfolger, dient traditionell der rituellen Verteilung von Wasser. Sein Gewicht wird in der Fachliteratur unterschiedlich angegeben; da zuverlässige doppelte Verifizierungen schwanken, lässt sich immerhin sagen: Er ist so massiv, dass er fest im Boden verankert ist und allein schon durch seine Präsenz Ehrfurcht auslöst. Für viele Besucher:innen ist dieser Kessel neben der Grabkammer der symbolische Mittelpunkt des Komplexes.

Die Innenräume sind mit Wandmalereien, Stuckarbeiten und Fliesendekor versehen, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert wurden. Denkmalpflegerischer Konsens, wie etwa aus Berichten von ICOMOS (dem beratenden Gremium des UNESCO-Welterbekomitees) hervorgeht, ist, dass Restaurierungen den Charakter der timuridischen Gestaltung respektieren sollen, ohne den authentischen Alterungsgrad zu tilgen. So ist die Patina bewusst sichtbar: Risse im Putz, abgeschlagene Kacheln, nachgedunkelte Oberflächen – gerade diese Spuren machen den Reiz für viele Besucher aus.

Der gesamte Komplex umfasst neben dem Mausoleum weitere historische Strukturen, darunter eine Moschee und Nebengebäude, die im Laufe der Zeit ergänzt wurden. Moderne Besucherzentren und Wegeführungen wurden so angelegt, dass die historische Substanz möglichst wenig beeinträchtigt wird. Aus touristischer Sicht entsteht dadurch ein klar strukturierter Rundgang, der auch für Reisende ohne detailliertes Vorwissen gut nachvollziehbar ist.

Stilistisch lässt sich das Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi als Bindeglied zwischen persisch geprägter Architektur (wie in Isfahan) und zentralasiatischen Varianten (wie in Samarkand) verstehen. Die Betonung von Kuppeln und Iwan, die reiche Keramikdekoration sowie der bewusste Einsatz von Licht erinnern an andere islamische Monumente, während das Material Ziegel und die relativ schlichte Grundform wiederum auf die rauere Umgebung der Steppe reagieren.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Turkistan liegt im Süden Kasachstans, etwa 160 km nordwestlich von Schymkent. Für Reisende aus Deutschland bieten sich verschiedene Routen an. Direktflüge aus Deutschland nach Turkistan sind derzeit selten, aber Kasachstans größere Drehkreuze – insbesondere Almaty und Astana (heute meist Nur-Sultan, in manchen Quellen wieder Astana genannt) – werden von mehreren europäischen Airlines bedient. Von Frankfurt, München oder Berlin ist in der Regel mit einem Umstieg zu rechnen, etwa über Istanbul, Warschau oder ein anderes Drehkreuz.
  • Von Almaty oder Astana nach Turkistan gelangt man per Inlandsflug, Bahn oder Auto. Kasachstan verfügt über ein relativ weit ausgebautes Eisenbahnnetz; moderne Schnellzüge verbinden größere Städte. Die Fahrdauer kann je nach Strecke mehrere Stunden bis über Nacht betragen. Wer flexibel sein möchte, kann einen privaten Transfer oder einen Mietwagen nutzen; die Straßen zwischen den größeren Städten sind meist asphaltiert, längere Fahrzeiten durch Weite und Tempolimits sollten jedoch einkalkuliert werden.
  • Öffnungszeiten
    Konkrete Öffnungszeiten des Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleums variieren je nach Saison, Wochentag und religiösen Feiertagen. Die offizielle Verwaltung weist darauf hin, dass Besucherzentren und Museumsbereiche in der Regel tagsüber geöffnet sind, der Außenbereich ist meist länger zugänglich. Öffnungszeiten können sich jedoch ändern – es empfiehlt sich, vor dem Besuch direkt über die offizielle Website oder lokale Tourismusinformationen in Turkistan aktuelle Angaben zu prüfen.
  • Eintritt
    Für den Zugang zu den Museumsbereichen und bestimmten Innenräumen kann ein Eintrittspreis erhoben werden. Unterschiede bestehen je nach Nationalität (Inländer, andere GUS-Staaten, internationale Besucher) und eventuell nach Sonderausstellungen. Da Preise regelmäßig angepasst werden können und verlässliche doppelte Bestätigungen nur Spannbreiten nennen, sollten Reisende mit einem moderaten Eintritt im unteren zweistelligen Eurobereich rechnen. Vor Ort wird in der Landeswährung Tenge (KZT) bezahlt; der Umrechnungskurs zum Euro schwankt. Aktuelle Informationen geben die örtliche Museumsverwaltung und offizielle Tourismusportale.
  • Beste Reisezeit
    Kasachstan hat ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Fachportale und Reiseanbieter, darunter auch deutschsprachige Spezialisten für Zentralasien, empfehlen vor allem Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) für einen Besuch. Dann sind die Temperaturen oft angenehmer, die Steppe zeigt sich im Frühling grün, während der Herbst klare Luft und weiches Licht bietet – ideal für Fotografie. Im Hochsommer können in Turkistan Temperaturen deutlich über 30 °C erreicht werden, im Winter kann es frostig kalt werden. Morgens und späte Nachmittage bieten sich unabhängig von der Jahreszeit für einen Besuch an, um die besten Lichtverhältnisse und weniger Andrang zu genießen.
  • Sprache und Kommunikation
    Amtssprachen in Kasachstan sind Kasachisch und Russisch. In Turkistan selbst wird vor allem Kasachisch gesprochen, Russisch ist im Alltag weiterhin verbreitet. Englischkenntnisse finden sich eher in Hotels, touristischen Einrichtungen und bei jüngeren Menschen, sind im öffentlichen Raum aber weniger selbstverständlich als in klassischen europäischen Reisezielen. Deutsch wird nur sehr vereinzelt gesprochen. Es empfiehlt sich, einige grundlegende Begriffe auf Russisch oder Kasachisch parat zu haben und gegebenenfalls eine Übersetzungs-App zu nutzen.
  • Zahlungs- und Trinkgeldkultur
    Bezahlt wird in Kasachstan mit Tenge (KZT). In größeren Hotels, Restaurants und modernen Geschäften werden internationale Kreditkarten meist akzeptiert, in kleineren Läden, Märkten oder bei Taxifahrten dominiert Bargeld. Kartenlösungen wie Apple Pay oder Google Pay setzen sich in den Städten zunehmend durch, sind aber nicht flächendeckend verfügbar. EC-/Girocard aus Deutschland funktioniert oft nicht, eine Kreditkarte (Visa, Mastercard) ist daher empfehlenswert. Trinkgeld ist nicht so stark institutionalisiert wie in Westeuropa, kleine Aufrundungen im Restaurant oder bei Fahrten werden aber geschätzt. Bei geführten Touren ist ein freiwilliges Trinkgeld üblich, wenn man zufrieden war.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum ist zugleich kulturelles Denkmal und religiös aufgeladener Ort. Besucher:innen sollten auf respektvolle Kleidung achten: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, allzu enge oder stark freizügige Kleidung wirkt fehl am Platz. Für Frauen ist ein Kopftuch im Mausoleum inneren Bereichen mancherorts erwünscht, häufig werden Tücher bereitgestellt. Vor dem Betreten bestimmter Räume kann das Ausziehen der Schuhe erforderlich sein; Hinweisschilder sind zu beachten. Fotografieren ist im Außenbereich in der Regel erlaubt, in Innenräumen können Einschränkungen gelten – insbesondere in der Nähe der Grabstätte. Es ist ratsam, vor Ort die Hinweise des Personals zu beachten.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Einreisebestimmungen für Kasachstan können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten vor Reiseantritt die aktuellen Hinweise beim Auswärtigen Amt (auswaertiges-amt.de) prüfen. Dort finden sich Informationen zu Visapflicht, Passgültigkeit, Registrierungsvorschriften und aktuellen Sicherheitseinschätzungen. Generell gilt Kasachstan als relativ sicheres Reiseland, in größeren Städten und auf Märkten ist – wie überall – übliche Aufmerksamkeit hinsichtlich Taschendiebstahl ratsam.
  • Gesundheit und Versicherung
    Für Kasachstan gilt kein EU-Krankenversicherungsabkommen. Reisende aus Deutschland sollten eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption abschließen. Standardimpfungen sollten überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt sein; länderspezifische Empfehlungen bieten das Auswärtige Amt sowie Reise- und Tropeninstitute.
  • Zeitzone
    Der Süden Kasachstans, einschließlich Turkistan, liegt je nach Region meist bei einem Zeitunterschied von +4 bis +5 Stunden gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ), wobei saisonale Zeitumstellungen zu beachten sind. Da Kasachstan großflächig mehrere Zeitzonen umfasst und sich Regelungen ändern können, sollten Reisende die konkrete Zeitdifferenz vor Abflug bzw. Ankunft aktuell prüfen.

Warum Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi auf jede Turkistan-Reise gehört

Wer in Turkistan ankommt, erlebt eine Stadt, die sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Neue Straßen, Hotels, Museen und ein modern gestalteter Stadtkern wurden geschaffen, um die Rolle Turkistans als spirituelles und touristisches Zentrum zu stärken. Im Herzen dieses neuen Selbstverständnisses steht das Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi – ein Kulturschatz, der Tradition und Gegenwart miteinander verknüpft.

Für viele Reisende aus Deutschland ist die Begegnung mit dem Mausoleum ein Schlüsselmoment: Plötzlich wird sichtbar, dass der Islam in Zentralasien eine eigene, jahrhundertealte Tradition besitzt, die sich klar von den Bildern unterscheidet, die man aus dem Nahen Osten oder Nordafrika kennt. Sufische Spiritualität, nomadische Kultur und städtische Gelehrsamkeit verbinden sich hier zu einer eigenständigen Spielart des Glaubens.

Das Erlebnis geht über den reinen Bau hinaus. Wer frühmorgens über das Gelände geht, erlebt, wie Pilger in stiller Konzentration beten, ältere Frauen Brot und Süßigkeiten an Bedürftige verteilen, junge Familien im Schatten picknicken. Der Ort wirkt zugleich sakral und alltäglich – ein Kontrast, der für Besucher:innen aus Mitteleuropa oft ungewohnt und faszinierend ist.

Auch aus historischer Perspektive lohnt sich der Besuch: Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum macht deutlich, dass die Region Jahrhunderte vor der russischen Expansion Teil einer dicht verflochtenen Welt war. Die Handelswege der Seidenstraße, die Gelehrtennetzwerke zwischen Buchara, Samarkand und Herat, die politische Macht der Timuriden – all dies spiegelt sich in der Architektur und in den Legenden, die sich um den Heiligen Yasawi ranken.

Viele deutschsprachige Zentralasien-Reiseführer empfehlen, den Besuch des Mausoleums mit weiteren Zielen in der Region zu kombinieren: etwa mit der Stadt Schymkent, dem Aksu-Schabagly-Naturreservat oder – bei längerer Reise – mit einem Abstecher in die usbekischen Städte Taschkent und Samarkand. So entsteht eine Route, die Geschichte, Natur und Gegenwart Zentralasiens auf spannende Weise verbindet.

Wer fotografisch interessiert ist, findet am Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum zahlreiche Motive: die klare Linienführung der Backsteinfassaden, die Spiegelungen der Kuppel in modernen Wasserbecken, Details von Fliesen und Inschriften oder das Nebeneinander von traditionell gekleideten Pilgern und jungen, urbanen Kasach:innen. Gerade in der goldenen Stunde kurz vor Sonnenuntergang taucht das Licht den gesamten Komplex in warmes Orange, während die türkisen Kacheln kühl leuchten – ein intensiver Kontrast, der auf Bildern fast unwirklich wirkt.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist Turkistan längst mehr als ein Geheimtipp. Reisende aus aller Welt teilen Bilder und Videos vom Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, häufig mit Hashtags zur Seidenstraße, zu Sufismus oder zu Roadtrips durch Kasachstan. Besonders beliebt sind Drohnenaufnahmen, die die gewaltigen Proportionen des Komplexes im Verhältnis zur flachen Steppe zeigen – allerdings sollte man vor Ort unbedingt die aktuell geltenden Drohnenregeln und Genehmigungspflichten beachten.

Deutschsprachige Reiseblogger:innen und Fotografinnen beschreiben das Mausoleum oft als „unerwartetes Highlight“, weil es im deutschsprachigen Mainstream-Reisediskurs noch immer seltener vorkommt als etwa Samarkand oder Buchara. Gleichzeitig vermitteln Instagram-Reels und YouTube-Videos zunehmend, wie gut der Ort mit einer modernen Infrastruktur erschlossen ist – was die Hemmschwelle senkt, Zentralasien erstmals zu bereisen.

Häufige Fragen zu Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum

Wo liegt das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum genau?

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum befindet sich in der Stadt Turkistan im Süden Kasachstans. Turkistan liegt in einer Steppenregion südwestlich der Großstadt Schymkent und ist per Inlandsflug, Bahn oder Straße von kasachischen Metropolen wie Almaty und Astana aus erreichbar.

Wann wurde das Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi erbaut?

Die Verehrung Hodscha Ahmed Yasawis reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, doch das heutige monumentale Mausoleum wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts im Auftrag des Timuridenherrschers Timur (Tamerlan) begonnen. Die Bauarbeiten wurden vermutlich nie vollständig abgeschlossen, dennoch gilt der Komplex als eines der wichtigsten erhaltenen Beispiele timuridischer Architektur.

Warum ist das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum UNESCO-Welterbe?

Die UNESCO führte das Mausoleum in die Welterbeliste ein, weil es ein herausragendes Beispiel spätmittelalterlicher islamischer Architektur in Zentralasien ist und zugleich die religiöse und kulturelle Bedeutung Hodscha Ahmed Yasawis für die turksprachigen Völker dokumentiert. Die Anlage veranschaulicht den Einfluss der Timuriden auf Kunst, Religion und Politik in der Region.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

Für den Besuch des Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleums inklusive Außenanlagen, Museumsbereiche und eines ruhigen Rundgangs durch die verschiedenen Räume sollten mindestens zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Wer fotografieren möchte oder sich intensiver mit der Geschichte beschäftigt, sollte eher einen halben Tag vorsehen.

Welche Rolle spielt das Mausoleum für Reisende aus Deutschland?

Für Besucher:innen aus Deutschland ist das Mausoleum ein wichtiger Einstieg in die Kultur und Geschichte Kasachstans und Zentralasiens. Es zeigt, dass Kasachstan weit mehr ist als sowjetische Architektur und Rohstoffwirtschaft, und veranschaulicht eine eigenständige islamisch-sufische Tradition, die sich von bekannten Reisezielen im Nahen Osten unterscheidet.

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