Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum: Kasachstans stiller Schatz in Turkistan

01.06.2026 - 07:10:17 | ad-hoc-news.de

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum in Turkistan, lokal Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi genannt, ist Kasachstans verborgenes UNESCO-Juwel – und verändert jede Reise durch Zentralasien.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi, Turkistan
Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum, Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi, Turkistan

Wer sich Turkistan nähert, sieht das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum schon von weitem: Ein gewaltiger, türkis glitzernder Kuppelbau, der wie ein Märchenbild aus der Seidenstraßen-Zeit über der Steppe von Kasachstan schwebt. Die Einheimischen sprechen ehrfürchtig von der Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi (sinngemäß „Mausoleum des Hodscha Ahmed Yasawi“), einem der heiligsten Orte in ganz Zentralasien – Pilgerziel, Kulturschatz und architektonisches Manifest einer längst vergangenen Epoche zugleich.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum: Das ikonische Wahrzeichen von Turkistan

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum erhebt sich im Zentrum von Turkistan, einer traditionsreichen Stadt im Süden Kasachstans, unweit der Grenze zu Usbekistan. Der monumentale Bau ist das markanteste Wahrzeichen der Region und gilt als einer der bedeutendsten islamischen Sakralbauten in ganz Zentralasien. Für Reisende aus Deutschland, die oft zuerst an Samarkand oder Buchara denken, ist Turkistan damit ein noch wenig entdeckter, aber äußerst lohnender Abstecher auf einer Route entlang der historischen Seidenstraße.

Das Monument verbindet religiöse Bedeutung mit politischer und kultureller Symbolkraft. Es bewahrt das Grab des Sufi-Heiligen Ahmed Yasawi, der im 12. Jahrhundert lebte und als einer der wichtigsten Mystiker und Missionare im turksprachigen Raum verehrt wird. Sein Einfluss auf die Verbreitung des Islam in den Steppengebieten des heutigen Kasachstan, Kirgisistan und weiterer Regionen ist mit dem Einfluss großer Heiliger in Europa vergleichbar – in etwa so prägend wie Franz von Assisi für den katholischen Westen, nur in einem anderen religiösen Kontext.

Die Anlage ist nicht nur ein Pilgerzentrum, sondern auch ein nationales Symbol. Kasachstan präsentiert die Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi bewusst als „Wiege“ eines eigenen kulturellen Selbstverständnisses. Das Mausoleum wurde als eine der ersten Stätten des Landes in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen – ein klares Zeichen dafür, welche Bedeutung ihm kunsthistorisch und kulturpolitisch beigemessen wird.

Wer heute die große Vorhalle betritt, hört oft das Murmeln von Gebeten, das Klingen von Schritten auf jahrhundertealten Steinplatten und das leise Echo der eigenen Stimme unter der riesigen Hauptkuppel. Dieses Zusammenspiel aus Spiritualität und Architektur ist es, das viele Besucherinnen und Besucher nachhaltig beeindruckt.

Geschichte und Bedeutung von Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi

Im Zentrum der Anlage steht die Person, der das Ganze seinen Namen verdankt: Hodscha Ahmed Yasawi. Er war ein einflussreicher Sufi-Gelehrter und Mystiker, der im 12. Jahrhundert in der Region lebte und wirkte. Seine Gedichte und Lehrtexte in turksprachigen Dialekten machten mystische islamische Theologie für die nomadisch und halbsesshaft lebende Bevölkerung verständlich und zugänglich. Dadurch prägte er die religiöse Kultur der Steppe nachhaltig.

Ahmed Yasawi starb der Überlieferung nach im 12. Jahrhundert und wurde an der Stelle beigesetzt, an der heute das Mausoleum steht. Über seinem Grab befand sich zunächst ein deutlich bescheidenerer Bau. Erst im späten 14. Jahrhundert trat eine Gestalt auf den Plan, die den heutigen monumentalen Charakter begründete: Timur (auch Tamerlan genannt), der berühmte Herrscher aus Samarkand und Begründer des timuridischen Reiches.

Timur ließ um 1390–1400 herum einen neuen, monumentalen Bau über dem Grab Yasawis errichten. Er verfolgte mehrere Ziele zugleich: religiöse Verehrung, politische Legitimation und künstlerische Demonstration seiner Macht. Indem er das Andenken eines im Volk hoch angesehenen Sufi-Heiligen ehrte, verband er sich symbolisch mit der geistigen Autorität der Region und stärkte so seinen Herrschaftsanspruch.

Die Bauarbeiten am Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum wurden nie vollständig abgeschlossen. Dennoch gehört der Bau zu den am besten erhaltenen Großprojekten der Timuridendynastie. Er gibt damit einen selten klaren Einblick in die Architektur- und Kunstauffassung dieser Zeit. Für deutsche Besucherinnen und Besucher ist es hilfreich, sich vorzustellen: Das Mausoleum wurde ungefähr zur Zeit des Spätmittelalters in Europa errichtet – also noch vor der Entdeckung Amerikas und gut ein halbes Jahrtausend vor der Gründung des Deutschen Reiches.

Über Jahrhunderte blieb die Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi ein Pilgerzentrum für Muslime aus dem gesamten zentralasiatischen Raum. Selbst während der Sowjetzeit, als religiöse Praktiken massiv eingeschränkt wurden, blieb die Anlage als historisches Monument von Bedeutung. Nach der Unabhängigkeit Kasachstans Anfang der 1990er-Jahre gewann sie zusätzlich Symbolkraft als Ausdruck der eigenen nationalen und kulturellen Identität.

Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste unterstreicht diese Bedeutung. Fachleute heben hervor, dass die Architektur des Mausoleums einen Meilenstein in der Entwicklung der timuridischen Baukunst markiert und zugleich die Verknüpfung von Religion, regionaler Identität und imperialer Repräsentation exemplarisch sichtbar macht.

Heute ist das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum sowohl lebendiger religiöser Ort als auch museale Stätte und touristische Attraktion. Pilger aus dem gesamten muslimischen Raum treffen hier auf kulturinteressierte Reisende aus Europa, darunter zunehmend auch Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Die Architektur der Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi gilt als Schlüsselwerk der timuridischen Kunst. Charakteristisch sind die mächtige Hauptkuppel, die prächtige, hohe Portalfront (Iwan) und die reiche Verwendung von glasierten Ziegeln, Fayencen und Fliesen in Blau- und Türkistönen. Diese Farbpalette ist für Zentralasien typisch und erinnert an die berühmten Bauwerke von Samarkand und Buchara, steht ihnen aber in ihrer Monumentalität kaum nach.

Der Grundriss der Anlage ist komplex. Er umfasst neben der zentralen Grabhalle zahlreiche Nebenräume, darunter Moscheeräume, Meditations- und Unterrichtszellen, Nebengräber, Lagerräume und eine große Vorhalle. Insgesamt ergeben sich mehrere Dutzend Räume, die um den Kernbereich angeordnet sind. Dies spiegelt die historische Funktion des Ortes wider: Er diente nicht nur als Mausoleum, sondern auch als religiöses und soziales Zentrum, in dem gelehrt, meditiert und empfangen wurde.

Besonders beeindruckend ist die Hauptkuppel, die zu den größten ihrer Art in der Region gehört. Sie ruht auf einer ausgeklügelten Konstruktion von Übergangsformen (z. B. Trompen und Muqarnas-artigen Elementen), die die quadratische Grundform des Raumes in die runde Kuppel überführt. Für Besucher aus dem europäischen Raum lässt sich der Eindruck vielleicht mit dem Staunen vergleichen, das die Kuppel des Doms von Florenz oder des Petersdoms in Rom auslöst – nur dass hier die Formensprache islamisch-zentralasiatisch geprägt ist.

Die Portalfront ist reich dekoriert, mit geometrischen Mustern, Kalligraphie und vegetabilen Ornamenten. Viele dieser Motive enthalten Inschriften mit Koranversen, Segensformeln und Lobpreisungen des Heiligen. Die Kombination aus konstruktiver Strenge und ornamentaler Fülle verleiht der Fassade eine starke visuelle Wirkung, die durch das Spiel von Licht und Schatten im Tagesverlauf zusätzlich verstärkt wird.

Im Inneren der Grabhalle befindet sich ein großer Sarkophag aus Stein über der eigentlichen Grabstätte Yasawis. In der Nähe steht ein mächtiger bronzener Kessel (oft als „Tajen“ beschrieben), der in der Vergangenheit für rituelle Zwecke genutzt wurde, etwa zur Ausgabe von gesegnetem Wasser. Solche Objekte unterstreichen die Funktion des Ortes als Zentrum der Volksfrömmigkeit und der Sufi-Tradition.

Die UNESCO und Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger aus Kasachstan betonen, dass das Mausoleum auch aufgrund seiner bautechnischen Lösungen herausragend ist. Die Kombination aus dicken Lehmziegelmauern, aufwendigen Stützsystemen und sorgfältig geplanten Kuppel- und Gewölbekonstruktionen hat dazu beigetragen, dass der Bau die Jahrhunderte weitgehend unbeschadet überstanden hat. Restaurierungen des 20. und 21. Jahrhunderts konzentrieren sich daher vor allem auf die Sicherung, Reinigung und Ergänzung der Dekorationen sowie auf Maßnahmen gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.

Für kunsthistorisch Interessierte bietet das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum eine Art „Lehrbuch in Stein“: Hier lassen sich typische Merkmale islamischer Architektur – etwa die Betonung von Symmetrie, Achsen und geometrischen Ornamenten – ebenso studieren wie regionale Besonderheiten Zentralasiens. Die Anlage ist damit ein eindrucksvoller Gegenpart zu europäischen Gotik- oder Barockbauten: keine figürliche Darstellung, aber eine enorme Komplexität in Muster, Schrift und Material.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise: Turkistan liegt im Süden Kasachstans, ungefähr zwischen den Metropolen Schymkent und Kysylorda. Für Reisende aus Deutschland ist die Anreise in der Regel mit mindestens einem Umstieg verbunden. Häufige Routen führen über große internationale Drehkreuze wie Istanbul, Astana (heute wieder Astana) oder Almaty, von wo aus Inlandsflüge oder Bahnverbindungen nach Turkistan bestehen. Die Gesamtflugzeit ab Frankfurt, München oder Berlin liegt, je nach Verbindung, meist im Bereich von rund 8–11 Stunden plus Umstiegszeiten. Alternativ ist eine Kombination aus Flug nach Almaty oder Astana und anschließender Zugfahrt nach Turkistan möglich, was zeitlich länger, aber landschaftlich interessant ist.
  • Öffnungszeiten: Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum ist als religiöser und kultureller Ort in der Regel tagsüber für Besucher geöffnet. Die konkreten Öffnungszeiten können saisonal und an religiösen Feiertagen variieren. Es empfiehlt sich, kurz vor dem Besuch die aktuellen Angaben direkt bei der Verwaltung des Mausoleums oder über lokale Tourismusinformationen in Turkistan zu prüfen. Besonders an Freitagen und während wichtiger islamischer Feiertage kann es zu eingeschränkten Besuchszeiten oder erhöhtem Andrang kommen.
  • Eintritt: Für internationale Besucher kann ein moderates Eintrittsgeld erhoben werden, das oftmals auch den Zugang zu museal genutzten Bereichen umfasst. Die genauen Tarife ändern sich jedoch gelegentlich und können je nach Kategorie (Erwachsene, Studierende, Kinder) unterschiedlich sein. Als Orientierung lässt sich sagen, dass Eintritte an vergleichbaren Orten in Kasachstan häufig im niedrigen einstelligen Euro-Bereich liegen. Am besten werden aktuelle Preise kurz vor der Reise bei offiziellen Stellen eingeholt; vor Ort ist in der Regel Zahlung in der Landeswährung Tenge üblich, teils auch per Karte.
  • Beste Reisezeit: Das Klima in Turkistan ist kontinental geprägt, mit heißen Sommern und kalten Wintern. Für Besuche des Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleums eignen sich vor allem Frühling (etwa April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober). In diesen Monaten sind die Temperaturen meist angenehm, und die Lichtstimmung ist für Fotografie besonders reizvoll. Im Hochsommer können die Temperaturen deutlich über 30 °C steigen, was Aufenthalte im Freien anstrengend macht. Im Winter ist es oft trocken und kalt; Besuche sind möglich, erfordern aber passende Kleidung und wetterangepasste Planung.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleiderordnung, Fotografieren: In Kasachstan sind Kasachisch und Russisch Amtssprachen. In touristisch geprägten Einrichtungen und Hotels sprechen Mitarbeitende häufig Englisch, Deutsch ist deutlich seltener anzutreffen. Eine einfache Verständigung auf Englisch oder mit wenigen russischen Floskeln gelingt jedoch meist gut. In der Stadt Turkistan wird zunehmend auf Infrastruktur für Besucher geachtet, doch bleibt sie im Vergleich zu europäischen Großstädten eher überschaubar.

Bei der Zahlung ist die Landeswährung Tenge der Standard. In größeren Hotels, Restaurants und an einigen Kassen von Museen oder Sehenswürdigkeiten werden internationale Kreditkarten akzeptiert; kleinere Beträge, etwa für Souvenirs, Snacks oder Taxis, sollten besser in bar gezahlt werden. Mobile Payment-Lösungen setzen sich in Kasachstan zwar zunehmend durch, sind aber noch nicht überall verfügbar. Die in Deutschland übliche Girocard kann im Ausland nicht immer genutzt werden; eine Kreditkarte ist deutlich zuverlässiger.

Trinkgeld wird im Land geschätzt, ist aber weniger fest institutionalisiert als in manchen anderen Regionen. In Restaurants sind etwa 5–10 Prozent bei gutem Service üblich, sofern kein Servicezuschlag bereits enthalten ist. Bei Stadtführern oder Fahrern kann ein kleines zusätzliches Trinkgeld gegeben werden, wenn man zufrieden war.

Da das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum ein aktiver religiöser Ort ist, sollte auf angemessene Kleidung geachtet werden: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, sehr körperbetonte oder stark ausgeschnittene Kleidung ist unpassend. Frauen tragen in einigen Bereichen ein Kopftuch, insbesondere in Gebetsräumen; ein leichtes Tuch im Gepäck ist sinnvoll. Für Männer sind kurze Hosen in Sakralräumen nicht empfehlenswert. Vor dem Betreten bestimmter Innenräume kann es erforderlich sein, Schuhe auszuziehen.

Fotografieren ist in vielen Bereichen der Anlage gestattet, allerdings möglicherweise mit Einschränkungen. In Gebetsbereichen und direkt am Grab sollte sensibel vorgegangen werden, um betende Personen nicht zu stören. Es empfiehlt sich, vor Ort auf Hinweisschilder zu achten oder das Aufsichtspersonal freundlich zu fragen, ob Fotos erlaubt sind. Für professionelle Foto- oder Filmaufnahmen kann eine besondere Genehmigung erforderlich sein.

Einreisebestimmungen und praktische Hinweise für Reisende aus Deutschland: Kasachstan liegt östlich von Mitteleuropa; die Zeitverschiebung beträgt in vielen Regionen des Landes gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) normalerweise +4 bis +5 Stunden, je nach Region und Jahreszeit. Turkistan orientiert sich an der Zeitzone des südlichen Kasachstans; Reisende sollten die aktuelle Differenz vor Abflug prüfen, da es in einigen Ländern keine Zeitumstellung zwischen Sommer und Winter gibt.

Deutsche Staatsbürger sollten die jeweils aktuellen Einreisebestimmungen, Visaregelungen und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Je nach aktueller Regelung können Visafreiheiten, Aufenthaltsdauer und Anforderungen an Reisedokumente variieren. Innerhalb der EU ausgestellte Krankenversicherungskarten gelten in Kasachstan nicht automatisch; eine separate Auslandskrankenversicherung wird daher in der Regel empfohlen.

Aus gesundheitlicher Sicht sollten allgemeine Hinweise für Reisen nach Zentralasien beachtet werden: ein ausreichender Impfschutz nach Empfehlung des Hausarztes, gegebenenfalls an die Region angepasste Empfehlungen (z. B. bezüglich Hepatitis oder Magen-Darm-Infektionen) sowie eine kleine Reiseapotheke. Trinkwasser aus der Leitung wird vielerorts nicht ohne weitere Aufbereitung empfohlen; abgefülltes Wasser ist günstig und weit verbreitet.

Warum Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi auf jede Turkistan-Reise gehört

Für viele Reisende ist der Besuch des Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleums der emotionale Höhepunkt einer Turkistan-Reise. Das liegt nicht nur an der beeindruckenden Architektur, sondern auch an der besonderen Atmosphäre, die sich aus dem Zusammenspiel von Geschichte, Religion und Alltagsleben ergibt. Man bewegt sich hier zwischen Pilgern, Familien, Schulklassen und Touristengruppen, hört Kasachisch und Russisch, gelegentlich auch andere Sprachen aus der Region – und steht zugleich vor einem Monument, das in seiner Dimension problemlos mit europäischen Kathedralen mithalten kann.

Wer sich Zeit nimmt, kann die verschiedenen Bereiche der Anlage in Ruhe durchwandern: die Vorhöfe, in denen sich Gruppen sammeln; die kühleren Innenräume mit ihren dicken Mauern; die Grabhalle mit dem Sarkophag und dem bronzenen Kessel; kleinere Nischenräume, in denen Ausstellungen zur Geschichte des Ortes Informationen bieten. Viele Besucher berichten, dass gerade dieser Wechsel zwischen sakraler Stille und lebendigem Außenraum den besonderen Reiz ausmacht.

Ein weiterer Grund, warum die Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi auf keiner Reise durch Turkistan fehlen sollte, ist ihr Wert als Schlüssel zum Verständnis Zentralasiens. Hier wird anschaulich, wie eng in dieser Region Religion, Politik und Kultur miteinander verknüpft sind. Das Mausoleum erzählt vom Aufstieg Timurs, vom Einfluss der Sufi-Orden, von der Verbreitung des Islam in der Steppe und vom Selbstverständnis eines unabhängigen Kasachstan im 21. Jahrhundert. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist dies eine seltene Gelegenheit, über vertraute europäische Perspektiven hinauszublicken.

Turkistan selbst entwickelt sich zunehmend zu einem touristischen Zentrum mit neuer Infrastruktur, Museen, Hotels und kulturellen Veranstaltungen. Das Mausoleum bleibt dabei das Herzstück. Viele Reisende kombinieren den Besuch mit einem Spaziergang durch die historische Altstadt, einem Abstecher in nahegelegene Museen oder einem Ausflug in die Steppe, um die Weite der Landschaft zu erleben. Wer möchte, kann das Mausoleum auch zu verschiedenen Tageszeiten besuchen: morgens, wenn das Licht weich ist und die Kuppel in Pastelltönen leuchtet; mittags, wenn der blaue Himmel mit den Fliesenfarben konkurriert; oder abends, wenn die Anlage teilweise stimmungsvoll beleuchtet wird.

Gleichzeitig ist ein Besuch des Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleums eine Übung in Respekt und interkultureller Sensibilität. Es geht nicht nur darum, beeindruckende Fotos mit nach Hause zu nehmen, sondern auch darum, die Bedeutung des Ortes für die lokale Bevölkerung zu verstehen. Wer dies im Hinterkopf behält, wird nicht nur Erinnerungsbilder sammeln, sondern auch ein Stück tieferes Verständnis für Zentralasien und seine religiöse und kulturelle Landschaft gewinnen.

Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien taucht das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum zunehmend als Motiv für Reisefotografie, Kulturreportagen und spirituelle Inhalte auf – ein Indiz dafür, dass Turkistan auch für eine internationale Community sichtbarer wird.

Häufige Fragen zu Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum

Wo liegt das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum genau?

Das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum befindet sich im Zentrum der Stadt Turkistan im Süden Kasachstans. Die Stadt liegt in einer weiten Steppenlandschaft, etwa zwischen den größeren Städten Schymkent und Kysylorda, und ist über Straße, Schiene und Flugverbindungen mit anderen Teilen des Landes verbunden.

Wer war Hodscha Ahmed Yasawi?

Hodscha Ahmed Yasawi war ein bedeutender Sufi-Mystiker und Gelehrter des 12. Jahrhunderts, der in der Region des heutigen Kasachstan und darüber hinaus großen Einfluss auf die Verbreitung des Islam hatte. Seine auf Turksprachen verfassten Lehrtexte und Gedichte machten religiöse Inhalte für die damals vor allem nomadische Bevölkerung verständlich. Sein Grab in Turkistan entwickelte sich zu einem der wichtigsten Pilgerorte Zentralasiens.

Wann wurde die Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi errichtet?

Die Ursprungsgrabstätte entstand bereits im 12. Jahrhundert nach dem Tod Yasawis, doch die heute sichtbare monumentale Anlage wurde hauptsächlich im späten 14. Jahrhundert auf Initiative des Herrschers Timur (Tamerlan) errichtet. Die Bauarbeiten blieben unvollständig, dennoch gilt das Mausoleum als eines der am besten erhaltenen Großbauprojekte der Timuridendynastie.

Wie lässt sich das Mausoleum von Deutschland aus besuchen?

Von Deutschland aus führt der Weg meist per Flug über große Umsteigepunkte wie Istanbul, Astana oder Almaty nach Turkistan oder eine nahegelegene Stadt, von der aus es weiter per Inlandsflug, Bahn oder Auto geht. Die Gesamtanreise dauert in der Regel mehrere Stunden, inklusive Umstiege. Vor Reiseantritt sollten aktuelle Flugverbindungen und Verbindungen im Land geprüft werden; Einreisebestimmungen und Sicherheitshinweise sind beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de abrufbar.

Was macht das Hodscha-Ahmed-Yasawi-Mausoleum so besonders?

Das Mausoleum ist eine seltene Kombination aus religiöser Pilgerstätte, Meisterwerk timuridischer Architektur und identitätsstiftendem Symbol für Kasachstan. Die monumentale Kuppel, die reich dekorierte Portalfront, die kunstvollen Fliesen und die enge Verbindung zur Sufi-Tradition machen die Anlage zu einem einzigartigen Erlebnis. Wer die Khoja Ahmed Yasawi Keshenesi besucht, erhält einen tiefen Einblick in die Kultur und Geschichte Zentralasiens.

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