Hawa Mahal Jaipur, Reise

Hawa Mahal Jaipur: Warum der „Palast der Winde“ verzaubert

20.05.2026 - 01:15:57 | ad-hoc-news.de

Der Hawa Mahal Jaipur in Indien, der berühmte „Palast der Winde“, fasziniert mit filigraner Fassade, verborgenen Innenhöfen und kluger Klimakunst – ein ikonisches Wahrzeichen, das mehr erzählt als jedes Foto.

Hawa Mahal Jaipur, Reise, Kultur
Hawa Mahal Jaipur, Reise, Kultur

Am Rand der Altstadt von Jaipur erhebt sich der Hawa Mahal Jaipur wie ein rosa-rot glühender Fächer aus Stein: ein „Palast der Winde“, dessen hunderte kleiner Fenster im Morgenlicht funkeln, während unten Rikschas hupen und Straßenhändler rufen. Von außen wirkt der Hawa Mahal fast wie eine Bühnenkulisse – doch hinter der filigranen Fassade verbergen sich kühle Gänge, schattige Nischen und die Erinnerung an ein höfisches Leben, das bis heute die Fantasie von Reisenden aus aller Welt beflügelt.

Hawa Mahal Jaipur: Das ikonische Wahrzeichen von Jaipur

Der Hawa Mahal Jaipur, auf Deutsch sinngemäß „Palast der Winde“, ist das wohl bekannteste Wahrzeichen der „Pink City“ Jaipur im nordindischen Bundesstaat Rajasthan. Das Gebäude liegt direkt an der geschäftigen Hauptstraße im historischen Zentrum und gehört zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten Indiens. Die fünfstöckige Straßenfassade mit ihren vielen Erkern und Bögen ist zur Legende geworden – nicht zuletzt, weil sie das Stadtbild von Jaipur ähnlich prägt wie das Brandenburger Tor Berlin.

Internationale Reisemagazine wie „National Geographic Traveller India“ und deutschsprachige Titel wie das „ADAC Reisemagazin“ heben übereinstimmend hervor, dass kaum ein anderes Bauwerk Jaipurs die Mischung aus höfischer Pracht, raffiniertem Klimadesign und religiösem Symbolismus so eindrucksvoll verkörpert. Mit seiner charakteristischen rosa Terrakotta-Farbe fügt sich der Hawa Mahal in das historische Farbkonzept der Altstadt ein, das Jaipur den Spitznamen „Pink City“ eingebracht hat. Die Farbe geht auf eine Tradition des 19. Jahrhunderts zurück, als die Stadt zur Begrüßung eines britischen Prinzen in Rosa gestrichen wurde – rosa gilt in Rajasthan als Farbe der Gastfreundschaft.

Für Reisende aus Deutschland ist der Hawa Mahal ein idealer Einstieg in die Welt Rajasthans: Er ist zentral gelegen, relativ kompakt zu besichtigen und vermittelt durch seine Architektur in kurzer Zeit viel vom kulturellen Kontext Nordindiens – vom Rajputen-Adel über die Mogul-Einflüsse bis hin zur Rolle der Frauen in der höfischen Gesellschaft.

Geschichte und Bedeutung von Hawa Mahal

Nach übereinstimmenden Angaben der offiziellen Tourismusbehörden von Rajasthan und des Indischen Tourismusministeriums wurde der Hawa Mahal im Jahr 1799 errichtet. Auftraggeber war Maharaja Sawai Pratap Singh, Herrscher von Jaipur aus der Dynastie der Kachwaha-Rajputen. Er ließ den Bau als Erweiterung seines Stadtpalastes (City Palace) errichten. Damit ist der Hawa Mahal etwas älter als viele bekannte klassizistische Gebäude in Deutschland und entstand rund 70 Jahre vor der Gründung des Deutschen Reichs.

Mehrere Quellen, darunter das indische Kulturministerium und der renommierte Architekturführer „Buildings of India“, betonen, dass Sawai Pratap Singh ein großer Anhänger des hinduistischen Gottes Krishna war. Die gesamte Fassade des Hawa Mahal soll an die Krone Krishnas erinnern: Die Schichtung der kleinen Erker und Kuppeln wirkt wie eine ornamentale, nach oben strebende Kopfbedeckung. Dieses religiöse Motiv verschmilzt mit repräsentativen und praktischen Funktionen zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Historisch spielte der Hawa Mahal eine besondere Rolle im höfischen Alltag: Laut der offiziellen Beschreibung des Archaeological Survey of India (ASI), der indischen Behörde für Archäologie und Denkmalschutz, nutzten die Frauen des königlichen Haushalts – insbesondere die Purdah lebenden Hofdamen, die nach strengen Regeln vor fremden Blicken geschützt werden sollten – den Hawa Mahal als diskrete Aussichtstribüne. Durch die vielen vergitterten Fenster konnten sie unbemerkt Prozessionen, Straßenfeste und religiöse Umzüge im Basarviertel verfolgen, ohne selbst gesehen zu werden. Der Palast diente also als eine Art „Loge hinter dem Vorhang“.

Während der Kolonialzeit und nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 änderten sich die Nutzungen. Der Hawa Mahal verlor seine Funktion als Frauenhof, blieb jedoch als Symbol der Stadt bedeutsam und wurde zunehmend zum touristischen Aushängeschild Jaipurs. Nach Angaben der Tourismusabteilung Rajasthans stand der Hawa Mahal zunächst im Besitz der königlichen Familie, bevor Verwaltung und Erhalt nach und nach durch staatliche Institutionen übernommen wurden. Heute ist der Palast als wichtiges Kulturdenkmal geschützt und wird vom ASI betreut.

Obwohl der Hawa Mahal selbst nicht als eigenständige UNESCO-Welterbestätte gelistet ist, wird Jaipur seit 2019 von der UNESCO als „Walled City of Jaipur, Rajasthan, India“ in der Welterbeliste geführt. In den offiziellen UNESCO-Unterlagen wird der Hawa Mahal als bedeutender Bestandteil der historischen Stadtstruktur erwähnt, insbesondere aufgrund seiner Lage an der Marktstraße und seiner ikonischen Fassade, die das Stadtbild prägt. Kunsthistoriker und Denkmalpfleger sehen den Hawa Mahal daher als Schlüsselbau innerhalb des Welterbes „Jaipur Altstadt“.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist der Hawa Mahal ein Meisterwerk der späten Rajputenarchitektur, das stark von der indo-islamischen Mogultradition und lokalen rajasthanischen Formen geprägt ist. Fachliteratur wie die Publikationen des Indian National Trust for Art and Cultural Heritage (INTACH) beschreibt den Baustil als Mischung aus Rajput-Architektur (erkennbar an Zinnen, Erkern und Chhatris, den pavillonartigen Dächern) und Mughal-Elementen wie den filigranen Steinornamenten (Jali-Gitter) und Spitzbögen.

Das auffälligste Merkmal ist die fünfstöckige Fassade zur Hauptstraße hin. Sie ist – je nach Zählweise – mit rund 900 kleinen Fenstern und Nischen versehen. Zahlenangaben schwanken zwischen etwa 900 und 953 Öffnungen; offizielle indische Stellen nennen meist 953. Da sich diese Zahl in manchen populären Medien widersprüchlich wiederfindet, ist für Reisende eher der Eindruck entscheidend: Die Fassade wirkt wie ein fein durchlöcherter Vorhang aus Stein, der dem Gebäude seinen Namen „Hawa Mahal“ – „Palast der Winde“ – gibt.

Die Steinfenster sind mit aufwendig geschnitzten Ornamenten, Blumenmotiven und geometrischen Mustern versehen. Viele der Öffnungen waren ursprünglich zusätzlich mit farbigem Glas ausgestattet, das dem Inneren ein gedämpftes Licht verlieh. Der Sandstein selbst stammt aus der Region, was ihm den typischen rosa- bis terrakottafarbenen Ton verleiht, der auch bei anderen berühmten Bauten Jaipurs verwendet wurde.

Innen überrascht der Hawa Mahal viele Besucherinnen und Besucher aus Deutschland: Hinter der spektakulären Fassade verbirgt sich kein prunkvoll möblierter Palast im europäischen Sinn, sondern ein System aus Höfen, Treppen, Rampen und schmalen Gängen. Der Zugang erfolgt über den rückseitigen Eingang, nicht durch die Fassade an der Hauptstraße. Die unteren Stockwerke sind um kleine Innenhöfe gruppiert, über rampenartige Wege gelangt man hinauf zu den oberen Ebenen, auf denen sich Aussichtsterrassen befinden.

Ein zentrales Element ist die passive Klimatisierung. Laut Berichten von Architekturhistorikern der Universität Rajasthan und Analysen in indischen Ingenieursjournalen sorgte die Vielzahl kleiner Öffnungen dafür, dass auch an heißen Sommertagen Luftzüge durch das Gebäude strömen konnten. Die schattigen Gänge, dicken Mauern und die Ausrichtung der Fenster auf typische Windrichtungen machten den Hawa Mahal zu einem natürlichen „Kühlhaus“ – lange bevor Klimaanlagen erfunden wurden. Für Reisende aus Mitteleuropa ist dieser Aspekt besonders beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die Temperaturen in Jaipur im Frühjahr und Sommer oft deutlich über 35 °C steigen.

Die oberen Stockwerke des Hawa Mahal sind übrigens vergleichsweise schmal – das erklärt die optische Illusion, dass die Fassade wie ein eigenständiger, fast flächiger Bau vor der eigentlichen Palaststruktur steht. Die schrittweise Verjüngung nach oben erinnert entfernt an gestapelte Theaterlogen. Einige Kulturwissenschaftler sprechen von einer „steingewordenen Tribüne“, auf der höfische Zuschauerinnen einst das Straßenleben beobachteten.

Fotografisch besonders reizvoll ist der Hawa Mahal in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag, wenn das warme Sonnenlicht die Fassade modelliert. Viele Bildbände über Indien nutzen genau diese Ansicht als Covermotiv. Von den oberen Terrassen aus eröffnet sich zudem ein weiter Blick über die Märkte, den Verkehr und die umliegenden Hügel mit ihren Festungen, darunter der berühmte Nahargarh Fort. So wird der Hawa Mahal für Besucherinnen und Besucher zu einem Panorama-Balkon über Jaipur.

Hawa Mahal Jaipur besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Lage und Anreise
    Der Hawa Mahal liegt in der historischen Altstadt von Jaipur, direkt an der Hauptstraße Badi Chaupar. Für deutsche Reisende ist Jaipur in der Regel über Delhi oder Mumbai erreichbar. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf gibt es keine durchgängigen Nonstop-Flüge nach Jaipur, aber zahlreiche Verbindungen mit Umstieg, etwa über Delhi, Mumbai, Doha oder Dubai. Die reine Flugzeit Deutschland–Delhi liegt, je nach Abflugort und Route, bei etwa 7–8 Stunden, hinzu kommt ein Inlandsflug von Delhi nach Jaipur von rund 1 Stunde oder alternativ eine Zug- bzw. Autofahrt von etwa 5–6 Stunden.
    Innerhalb Jaipurs erreicht man den Hawa Mahal bequem per Taxi, App-basiertem Fahrdienst, Auto-Rikscha oder zu Fuß, wenn man in einem Hotel in der Altstadt oder in deren Nähe wohnt. Die Straße vor dem Hawa Mahal ist stark befahren; es lohnt sich, für die letzten Meter etwas Zeit und Gelassenheit einzuplanen.
  • Öffnungszeiten
    Offizielle indische Stellen wie der Archaeological Survey of India geben für viele Denkmäler in Jaipur Öffnungszeiten von etwa 9:00 Uhr bis in den späten Nachmittag an. Konkrete Uhrzeiten können jedoch je nach Saison, Feiertagen und Verwaltung variieren. Es empfiehlt sich daher, die aktuell gültigen Zeiten kurz vor dem Besuch über die offizielle Tourismusseite von Rajasthan oder direkt vor Ort zu prüfen. Reisehandbücher und Tour-Anbieter nennen häufig Kernzeiten am Vormittag und frühen Nachmittag; besonders attraktiv ist der Besuch am frühen Morgen, wenn es noch nicht so heiß und weniger voll ist.
  • Eintrittspreise
    Für den Hawa Mahal wird üblicherweise ein Eintrittsgeld erhoben, wobei es je nach Nationalität, Altersgruppe und Kombi-Tickets mit anderen Denkmälern unterschiedliche Tarife gibt. Da sich die genauen Beträge im Lauf der Jahre ändern können und in verschiedenen Währungen angegeben werden, ist es sinnvoll, kurz vor der Reise die aktuellen Preise auf der Website von Rajasthan Tourism oder beim Ticketverkauf vor Ort zu prüfen. Im Vergleich zu europäischen Sehenswürdigkeiten liegen die Preise für internationale Besucherinnen und Besucher in der Regel in einem moderaten Bereich, oft deutlich unter 20 € (in indischer Rupie, INR, umgerechnet). Reisende sollten bedenken, dass Wechselkurse schwanken.
  • Beste Reisezeit und beste Tageszeit
    Für Jaipur empfehlen indische und internationale Tourismusorganisationen meist die Monate Oktober bis März als angenehmste Reisezeit. In dieser Periode sind die Temperaturen vergleichsweise milder, oft zwischen etwa 15 und 28 °C, während es von April bis Juni sehr heiß und im Juli bis September monsunnass sein kann. Wer aus Deutschland anreist, findet im Winterhalbjahr somit ein angenehmes Klima vor, insbesondere für Stadtbesichtigungen.
    Für den konkreten Besuch des Hawa Mahal empfiehlt sich der frühe Morgen oder der späte Nachmittag. Am Morgen ist das Licht weich und ideal zum Fotografieren, zudem ist der Andrang geringer. Am späten Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, leuchtet die Fassade besonders intensiv, allerdings kann es dann voller werden. Mittags ist es oft sehr hell und heiß, was gerade für Menschen, die aus dem mitteleuropäischen Klima kommen, anstrengend sein kann.
  • Sprache, Zahlung, Trinkgeld
    In Jaipur wird überwiegend Hindi und Rajasthani gesprochen, im touristischen Bereich ist Englisch weit verbreitet. Deutschkenntnisse sind eher selten, aber in größeren Hotels und bei einigen Reiseleitern durchaus anzutreffen. Mit englischen Grundkenntnissen kommt man gut zurecht.
    Beim Bezahlen sind in Jaipur international akzeptierte Kreditkarten (z. B. Visa, Mastercard) in Hotels, vielen Restaurants und größeren Geschäften üblich. In kleineren Läden, bei Rikschas und auf Märkten ist Bargeld in indischer Rupie wichtig. Bargeldabhebung an Geldautomaten ist in der Stadt verbreitet; Girocard (Debitkarte deutscher Banken) funktioniert je nach Bank über das internationale Maestro- bzw. Debit-System, sollte aber vor der Reise bei der eigenen Bank geprüft werden. Mobile Payment-Lösungen wie UPI oder lokale Wallets sind unter Inderinnen und Indern sehr verbreitet, aber für ausländische Besucher ohne indisches Bankkonto oft weniger zugänglich.
    Trinkgeld (Tip) ist in Indien üblich, allerdings meist in moderaten Beträgen. Für kleine Dienstleistungen, etwa eine kurze Tragehilfe oder ein Foto-Stopp, sind umgerechnet wenige Euro angemessen, im Restaurant rund 5–10 % des Rechnungsbetrags, sofern kein Service Charge enthalten ist. Für lokale Guides am Hawa Mahal oder bei Stadttouren wird ein Trinkgeld am Ende der Führung erwartet, abhängig von Qualität und Dauer.
  • Kleiderordnung und Verhalten
    Der Hawa Mahal ist zwar kein aktiver Tempel, aber trotzdem Teil eines historischen Palast- und Kulturerbes. Respektvolle Kleidung wird daher empfohlen: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, extrem knappe Kleidung ist eher unpassend. Leichte, luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen ist wegen des Klimas ideal. Beim Betreten bestimmter Bereiche kann es erforderlich sein, Schuhe auszuziehen – Hinweise vor Ort beachten.
    Beim Fotografieren ist die Fassade von der Straße aus frei und ständig ein beliebtes Motiv. Im Inneren des Palastes sind Fotos in der Regel erlaubt, Blitz und Stative können jedoch eingeschränkt sein. Aktuelle Hinweisschilder und Anweisungen des Aufsichtspersonals sollten respektiert werden. Drohnen sind in vielen Teilen Indiens rund um historische Monumente nicht gestattet oder genehmigungspflichtig; Reisende sollten sich im Zweifel vorab informieren.
  • Gesundheit, Sicherheit und Einreise
    Für Reisen nach Indien sollten deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger rechtzeitig vor Abflug die aktuellen Einreise- und Gesundheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich Informationen zu Visabestimmungen, empfohlenen Impfungen und Sicherheitslage. Üblicherweise ist für touristische Aufenthalte ein Visum nötig, das vor Reiseantritt beantragt werden muss; Details und eventuelle e-Visa-Regelungen können sich ändern und müssen aktuell abgefragt werden.
    Da Indien nicht zum Geltungsbereich der gesetzlichen deutschen Krankenversicherung gehört, ist eine private Auslandsreisekrankenversicherung dringend zu empfehlen. In Jaipur gibt es Krankenhäuser und Kliniken, doch gerade bei schwereren Fällen ist eine Rücktransportmöglichkeit nach Deutschland wichtig.
    Was die Sicherheit betrifft, wird Jaipur von vielen Reisenden als vergleichsweise angenehme Großstadt erlebt. Wie überall empfiehlt es sich, auf Wertsachen zu achten, nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig zu sein und seriöse Transportmittel zu wählen. Leitungswasser sollte nicht ungefiltert getrunken werden; Flaschenwasser ist weit verbreitet.
  • Zeitverschiebung
    Jaipur liegt in der Zeitzone Indian Standard Time (IST), die gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) um +4,5 Stunden verschoben ist, gegenüber Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) um +3,5 Stunden. Das bedeutet: Wenn es in Berlin 12:00 Uhr mittags ist, ist es in Jaipur im Winterhalbjahr bereits 16:30 Uhr, im Sommerhalbjahr 15:30 Uhr. Diese etwas ungewöhnliche halbe Stunde resultiert aus der indischen Entscheidung für eine einheitliche Landzeitzone.

Warum Hawa Mahal auf jede Jaipur-Reise gehört

Für viele Indienreisende ist der Moment, in dem sie zum ersten Mal vor dem Hawa Mahal stehen, ein Schlüsselerlebnis – vergleichbar mit dem ersten Blick auf den Taj Mahal in Agra oder das Gateway of India in Mumbai. Das liegt nicht nur an der Schönheit des Bauwerks, sondern auch daran, wie es sich in das pulsierende Leben der Stadt einfügt. Anders als bei manchen abgeschlossenen Monumenten ist der Hawa Mahal Teil des Alltags: Vor der Fassade fahren Rikschas, Händler bieten Gewürze und Tücher an, und auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben sich eine Reihe von Cafés und Dachterrassen etabliert, die bewusst den Blick auf den Palast inszenieren.

Reiseführer wie „Marco Polo Rajasthan“ oder „Lonely Planet India“ empfehlen, den Hawa Mahal nicht nur von außen zu betrachten, sondern auch das Innere zu erkunden und anschließend von einem der benachbarten Rooftop-Cafés aus einen Kaffee oder Chai zu trinken. Von dort ergibt sich ein Panoramablick, der die Komplexität der Fassade besonders gut zeigt. Wer fotografiert, findet auf den gegenüberliegenden Terrassen den idealen Abstand, um die gesamte Front ins Bild zu setzen.

Inhaltlich verbindet der Hawa Mahal mehrere Themen, die viele deutsche Reisende an Indien faszinieren: die Rolle der Maharadschas, die Stellung der Frauen in der traditionellen Gesellschaft, die Verbindung von Religion und Architektur und die Anpassung an extreme klimatische Bedingungen. Zudem lässt sich der Besuch des Hawa Mahal ideal mit anderen Highlights Jaipurs kombinieren – etwa mit dem City Palace, dem Jantar Mantar (einer historischen Freiluft-Sternwarte, die als UNESCO-Welterbe ausgezeichnet ist) und dem Amber Fort, der mächtigen Bergfestung vor den Toren der Stadt.

Wer Jaipur als Teil der klassischen „Goldenen Dreieck“-Route (Delhi–Agra–Jaipur) bereist, erlebt im Hawa Mahal eine Art kompaktes Destillat des rajasthanischen Königtums. Die obersten Etagen des Palastes bieten zudem eine überraschend ruhige Perspektive auf die Stadt: Während das Leben unten tobt, weht oben der Wind durch die Fenster – ganz so, wie es die Erbauer vor mehr als 200 Jahren geplant hatten. Gerade aus mitteleuropäischer Sicht, wo historische Bauten oft hermetisch geschützt sind, ist diese unmittelbare Nähe von Monument und Alltagsleben ungewöhnlich und eindrucksvoll.

Hawa Mahal Jaipur in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien hat der Hawa Mahal Jaipur längst den Status eines „Instagram-Spots“ erreicht. Reisende aus Deutschland teilen Fotos der rosa Fassade, Detailaufnahmen der Fensterornamente und Selfies von den Dachterrassen gegenüber. Auf Videoplattformen wiederum lassen sich Zeitrafferaufnahmen finden, die zeigen, wie sich das Licht im Lauf des Tages verändert und wie der Verkehr unterhalb der Fassade nie ganz zur Ruhe kommt. Viele Indien-Bloggende und Fotojournalistinnen nutzen den Hawa Mahal als visuelle Kurzformel für Jaipur – ähnlich wie den Eiffelturm für Paris.

Häufige Fragen zu Hawa Mahal Jaipur

Wo liegt der Hawa Mahal Jaipur genau?

Der Hawa Mahal befindet sich in der historischen Altstadt von Jaipur im Bundesstaat Rajasthan in Indien, direkt an der stark befahrenen Hauptstraße Badi Chaupar. Er gehört zum größeren Palastkomplex rund um den City Palace. Für Besucherinnen und Besucher ist er gut erreichbar, da viele Stadtrundfahrten und Rikschafahrten hier einen Stopp einplanen.

Wann wurde der Hawa Mahal gebaut und von wem?

Der Hawa Mahal wurde im Jahr 1799 im Auftrag von Maharaja Sawai Pratap Singh errichtet, einem Herrscher aus der Rajputen-Dynastie der Kachwaha. Er ließ den „Palast der Winde“ als Erweiterung des Stadtpalastes bauen, um den Frauen des Hofes einen geschützten Blick auf das Straßenleben zu ermöglichen.

Was macht den Hawa Mahal architektonisch so besonders?

Besonders ist vor allem die fünfstöckige Fassade aus rosa Sandstein mit rund 900 kleinen Fenstern und Erkern. Sie sorgt für eine einzigartige Optik und erfüllt zugleich eine Klimafunktion, indem sie Luftströme durch das Gebäude leitet. Die Mischung aus Rajput- und Mughal-Elementen, die ornamentale Steinmetzarbeit und die Farbe, die zur „Pink City“ Jaipur gehört, machen den Hawa Mahal unverwechselbar.

Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch des Hawa Mahal einplanen?

Für einen Besuch des Inneren des Hawa Mahal inklusive der Terrassen und Höfe sollte man mindestens 45–60 Minuten einplanen, bei Interesse an Details eher 1,5 Stunden. Wer zusätzlich Fotos von der gegenüberliegenden Straßenseite oder aus einem Rooftop-Café machen möchte, sollte mehr Zeit vorsehen, da der Verkehr und das Suchen eines geeigneten Fotospots zusätzliche Minuten kosten können.

Wann ist die beste Reisezeit für den Hawa Mahal aus deutscher Sicht?

Die angenehmste Reisezeit für Jaipur und damit auch für den Hawa Mahal liegt zwischen Oktober und März, wenn die Temperaturen im Vergleich zum heißen Sommer moderat sind. Innerhalb eines Tages sind die frühen Morgenstunden und der späte Nachmittag ideal, sowohl wegen des Lichts als auch wegen der Hitze. Deutsche Reisende sollten berücksichtigen, dass Jaipur im Sommer sehr heiß wird und im Monsun kräftige Regenfälle auftreten können.

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