Hawa Mahal Jaipur, Reise

Hawa Mahal Jaipur: Indiens „Palast der Winde“ neu entdecken

29.05.2026 - 15:12:23 | ad-hoc-news.de

Hawa Mahal Jaipur, der legendäre „Palast der Winde“ in Jaipur, Indien, fasziniert mit tausenden Fenstern, königlichen Geschichten und perfektem Licht – was macht diesen Ort für Reisende aus Deutschland so besonders?

Hawa Mahal Jaipur, Reise, Kultur
Hawa Mahal Jaipur, Reise, Kultur

Wenn in Jaipur die ersten Sonnenstrahlen über die rosafarbenen Fassaden gleiten, beginnt der Hawa Mahal Jaipur – der berühmte „Palast der Winde“ – in warmen Orange- und Rosatönen zu leuchten. Die schier endlose Reihe filigraner Fenster wirkt wie ein steinernes Spitzengewebe, durch das der Morgenwind leise flüstert. Hier verdichtet sich das märchenhafte Bild von Rajasthan zu einem Moment, den viele Reisende aus Deutschland als Inbegriff ihres Indien-Traums beschreiben.

Hawa Mahal Jaipur: Das ikonische Wahrzeichen von Jaipur

Der Hawa Mahal Jaipur, auf Deutsch sinngemäß „Palast der Winde“, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Jaipur im nordindischen Bundesstaat Rajasthan. Er gehört zum historischen Stadtbild der sogenannten „Pink City“, deren Altstadtfassaden in charakteristisches Rosa getaucht sind. Der Hawa Mahal steht an einer der Hauptstraßen der Altstadt und ist eines der meistfotografierten Bauwerke Indiens.

Für Reisende aus Deutschland verbindet dieses Monument gleich mehrere Sehnsuchtsmotive: eine exotische Königsstadt, leuchtende Farben, detaillierte Rajputen-Architektur und ein Hauch von Märchen aus 1001 Nacht – auch wenn Jaipur historisch zur hinduistisch geprägten Rajputenkultur gehört und nicht zur arabischen Welt. Der Palast ist damit ein idealer Einstieg in Rajasthan und oft eine der ersten Stationen nach der Ankunft in Indien.

Kulturinstitutionen wie die Deutsche Welle und Reiseverlage wie Marco Polo oder Merian beschreiben den Hawa Mahal regelmäßig als „Postkartenmotiv“ und „Symbol von Jaipur“. Er prägt das Stadtmarketing und wird von der Tourismusbehörde Rajasthans in offiziellen Materialien als Schlüsselattraktion hervorgehoben. Wer Bilder von Jaipur sieht, sieht fast immer auch den Hawa Mahal.

Geschichte und Bedeutung von Hawa Mahal

Der Hawa Mahal wurde im späten 18. Jahrhundert errichtet, in einer Epoche, in der in Deutschland noch Kleinstaaten existierten und das Deutsche Reich erst Jahrzehnte später gegründet werden sollte. Der Auftraggeber war der damalige Maharaja von Jaipur, der den Palast als Erweiterung seines bestehenden Stadtpalastes bauen ließ. Der Bau diente nicht als vollwertiger Palast mit großen Thronsälen, sondern als repräsentative Fassade mit dahinterliegenden Räumen und Galerien.

Die entscheidende Idee hinter dem Bau war sozial wie klimatisch motiviert: Der Hawa Mahal sollte es den Frauen des Hofes – insbesondere der Königsfamilie – ermöglichen, das Treiben auf der Straße, religiöse Prozessionen und Feste zu beobachten, ohne selbst in der Öffentlichkeit sichtbar zu sein. Hintergrund ist das in Teilen Nordindiens damals verbreitete Purdah-System, eine Form räumlicher Abschirmung von Frauen höherer Schichten. Die hunderten, oft sehr kleinen Fenster des Palastes wurden so gestaltet, dass man von innen hinaus, aber von außen kaum hineinsehen konnte.

Gleichzeitig sollte der Bau eine Art „Klimahülle“ sein: Die vielen Öffnungen ließen Luftzüge durch die Räume strömen, was gerade in den heißen Monaten Rajasthans für Kühlung sorgte. Deshalb auch der Name „Palast der Winde“. In Zeiten vor Ventilatoren und Klimaanlagen war dies ein fortschrittliches, architektonisch durchdachtes Konzept.

In der regionalen Geschichte Rajasthans gilt der Hawa Mahal bis heute als Ausdruck des Selbstverständnisses der Rajputenherrscher von Jaipur: nach außen prachtvoll, der Straße zugewandt, aber gleichzeitig die königliche Privatsphäre wahrend. Der Palast ist eng mit dem Stadtpalast-Komplex verbunden, zu dem er historisch gehörte, und fügt sich in das übergeordnete Stadtbild der geplanten, geometrisch angelegten Altstadt von Jaipur ein.

Während der Kolonialzeit blieb der Hawa Mahal – anders als manch andere Festung oder Palastanlage in Indien – weitgehend von Zerstörung verschont, war jedoch teilweise dem Verfall ausgesetzt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen Restaurierungsarbeiten, die von staatlichen Stellen Rajasthans und später von Denkmalbehörden begleitet wurden. In Reisebeiträgen deutscher Medien wird hervorgehoben, dass diese Restaurierungen dazu beigetragen haben, die filigrane Fassade zu stabilisieren, ohne ihren historischen Charakter zu verlieren.

Heute wird der Hawa Mahal von den lokalen Kulturbehörden als bedeutendes Beispiel für Rajputenarchitektur und als touristischer Schlüsselort verstanden. Er ist zwar kein eigenständiges UNESCO-Welterbe, wird aber häufig im Zusammenhang mit Jaipurs historischer Stadtstruktur und mit der benachbarten, tatsächlich als Welterbe gelisteten Stadt Jaipur beziehungsweise anderen Welterbestätten Rajasthans erwähnt. Kunsthistoriker betonen seine Rolle als Bindeglied zwischen repräsentativer Architektur und sozialer Funktion.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Architektonisch ist der Hawa Mahal sofort erkennbar: Die Fassade wirkt wie eine fünfstöckige, leicht geschwungene Wand aus rosa und rotem Sandstein, vollgespickt mit Fenstern, Nischen und kleinen Erkern. Die Stadt Jaipur selbst ist berühmt für ihre rosa getünchten Gebäude, die im 19. Jahrhundert zur Begrüßung eines britischen Prinzen eingefärbt wurden. Der Hawa Mahal fügt sich in dieses Farbschema ein und wirkt am Morgen und späten Nachmittag besonders fotogen.

Charakteristisch sind die zahlreichen, oft halbrund geschwungenen „Jharokhas“ – traditionelle Erkerfenster der Rajputenarchitektur. Sie werden von zarten Säulchen, Balustraden und Ornamenten aus Stein und Stuck umrahmt. Viele Öffnungen sind mit fein geschnitzten Steinrosetten oder filigranen Gitterelementen ausgestattet. Diese Gitter – in Indien als „Jali“ bekannt – brechen das Sonnenlicht und lassen im Inneren ein Spiel aus Schatten und Licht entstehen.

Die Fassade wird häufig mit einem Bienenstock oder einem ornamentalen Fächer verglichen. Je nach Quelle ist von mehreren hundert bis über 900 Fenstern und Nischen die Rede; da sich exakte Zahlen in seriösen Publikationen nicht immer decken, lässt sich vor allem festhalten: Es sind extrem viele, eng aneinander gesetzte Öffnungen, die dem Bau seine einzigartige Anmutung verleihen. Die Medienberichterstattung und Reiseführer sind sich darin einig, dass die Vielzahl dieser Fenster das markanteste Merkmal ist.

Stilistisch kombiniert der Hawa Mahal Elemente der Rajputen-Architektur mit Einflüssen aus der indo-islamischen Baukunst. Das zeigt sich in der Form der Bögen, in der Ornamentik und in der Art, wie die Fassade vertikal gegliedert ist. Kunsthistoriker beschreiben diese Kombination oft als typisch für das höfische Rajasthan des 18. Jahrhunderts, in dem lokale Herrscher mit benachbarten Mogul- und anderen Dynastien in kulturellem Austausch standen.

Innen überrascht der Hawa Mahal viele Besucher:innen, die nur die prachtvolle Straßenfront kennen. Hinter der schmal wirkenden Fassade verbirgt sich ein System von Rampen, Treppen, Galerien und Höfen. Die Räume sind vergleichsweise schlicht, aber durch Steinböden, Bögen und kleine Nischen atmosphärisch. Von den oberen Ebenen bietet sich ein Blick über die Altstadt von Jaipur und auf bekannte Nachbar-Sehenswürdigkeiten wie den Stadtpalast oder den Jantar Mantar, eine historische Sternwarte, die als UNESCO-Welterbe eingetragen ist.

Architekturmagazine und Reiseberichte betonen regelmäßig, dass die Belichtung und Luftzirkulation im Inneren zu den bemerkenswertesten Aspekten des Baus gehören. Der Hawa Mahal ist so angelegt, dass selbst bei großer Hitze ein leichter Luftstrom zu spüren ist, der aus den vielen Öffnungen entsteht. Diese natürliche Kühlung hebt ihn von massiven Festungsbauten der Region ab und zeigt, wie eng Klimaanpassung und Ästhetik im traditionellen Bauen verbunden waren.

Ein weiteres Detail, das besonders Fotograf:innen aus Deutschland schätzen, ist die Farbwirkung zu verschiedenen Tageszeiten. Am frühen Morgen dominiert ein zartes Rosa, mittags ein kräftiges, fast orangefarbenes Leuchten, während kurz vor Sonnenuntergang die Konturen weicher werden und der Palast in goldenes Licht getaucht ist. Diese Lichtstimmungen machen Hawa Mahal zu einem idealen Motiv für Reisefotografie.

Hawa Mahal Jaipur besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Für Reisende aus Deutschland ist der Hawa Mahal leicht in eine Rajasthan- oder Nordindien-Reise integrierbar. Jaipur gehört zum sogenannten „Goldenen Dreieck“ mit Delhi und Agra und ist daher für Erstbesucher:innen ein gängiger Einstieg in das Land.

  • Lage und Anreise
    Der Hawa Mahal befindet sich im Herzen der Altstadt von Jaipur, an einer der zentralen Verkehrsachsen (normalerweise stark befahren, mit viel Auto- und Motorradrikschaverkehr). Von vielen Unterkünften in der Altstadt ist der Palast zu Fuß oder per kurzer Tuk-Tuk-Fahrt erreichbar.
    Für die Anreise ab Deutschland ist in der Regel ein Linienflug nach Indien nötig, meist über die großen Drehkreuze wie Delhi oder Mumbai. Von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf gibt es regelmäßig Verbindungen indischer und internationaler Airlines nach Delhi; die Flugzeit liegt – je nach Route und Zwischenstopp – grob zwischen 8 und 10 Stunden. Von Delhi nach Jaipur geht es weiter per Inlandsflug (etwa 1 Stunde Flugzeit) oder mit dem Zug beziehungsweise per Auto in rund 4 bis 6 Stunden, je nach Verkehrssituation und Zugkategorie. Ein direkter Langstreckenflug nach Jaipur ist derzeit selten und wechselt je nach Flugplan, weshalb die Kombination internationaler Flug + Inlandsflug oder Bahn/Auto die realistischste Option ist.
  • Öffnungszeiten
    Der Hawa Mahal ist üblicherweise tagsüber geöffnet, mit Kernzeiten am Vormittag und frühen Nachmittag. Konkrete Uhrzeiten können sich ändern, etwa zu Feiertagen oder aus organisatorischen Gründen. Es empfiehlt sich unbedingt, die jeweils aktuellen Öffnungszeiten kurz vor dem Besuch über die offizielle Tourismusinformation von Rajasthan oder über Unterkünfte vor Ort zu prüfen. Gerade in Zeiten von Renovierungsarbeiten oder besonderen Veranstaltungen kann es kurzfristige Anpassungen geben.
  • Eintritt
    Für den Besuch des Hawa Mahal wird in der Regel ein Eintrittsgeld erhoben, das für ausländische Besucher höher ist als für indische Staatsbürger. Die Beträge werden von den zuständigen Behörden festgelegt und können sich ändern, etwa durch Anpassungen der Tourismuspolitik oder Währungsentwicklung. Einige Reiseführer sprechen von kombinierten Tickets, die den Eintritt zu mehreren Sehenswürdigkeiten Jaipurs umfassen. Da die genauen Preise regelmäßig angepasst werden, sollten aktuelle Angaben direkt vor Ort, über offizielle Informationsstellen oder seriöse Reiseportale mit Fokus auf Indien abgefragt werden. Bei Preisangaben ist zu berücksichtigen, dass Umrechnungskurse zwischen Euro (€) und Indischer Rupie (INR) schwanken.
  • Beste Reisezeit und optimale Besuchszeit
    Für Nordindien und Rajasthan gilt grob: Die angenehmsten Monate sind meist zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen im Vergleich zum heißen Sommer deutlich gemäßigter sind. Im europäischen Winter herrschen in Jaipur oft tagsüber angenehme Werte, während es abends abkühlen kann. Zwischen März und Juni steigen die Temperaturen häufig deutlich, häufig über 35 °C, bevor der Monsun im Sommer einsetzt. Der Monsun bringt zwar etwas Abkühlung, aber auch Schwüle und starke Regenfälle. Viele erfahrene Indien-Reiseveranstalter empfehlen daher die Wintermonate als Hauptreisezeit für Jaipur.
    Für den Besuch des Hawa Mahal selbst bietet sich der frühe Vormittag an: Das Licht ist weich, die Fassade leuchtet und der Andrang ist noch überschaubar. Später am Tag wird es heißer und dichter, insbesondere in der Hochsaison. Am späten Nachmittag entstehen wiederum eindrucksvolle Lichtstimmungen für Fotografien, allerdings ist dann mit mehr Besucher:innen zu rechnen.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleidung, Fotografieren
    Sprache: In Jaipur werden Hindi und Rajasthani gesprochen, im touristischen Umfeld ist Englisch weit verbreitet. In Hotels, bei Stadtführungen und an Sehenswürdigkeiten sind grundlegende englische Sprachkenntnisse in der Regel ausreichend. Deutsch wird nur vereinzelt in einigen Agenturen oder Hotels gesprochen, meist in Verbindung mit deutschsprachigen Gruppenreisen.
    Zahlung: In vielen Hotels, besseren Restaurants und größeren Geschäften sind internationale Kreditkarten verbreitet, Mobile-Payment-Lösungen wie Apple Pay oder Google Pay haben sich punktuell etabliert, ersetzen Bargeld aber nicht vollständig. Im Umfeld des Hawa Mahal, bei Rikschafahrten oder kleinen Läden ist Bargeld (Indische Rupie) wichtig. Euro müssen meist in Banken oder Wechselstuben getauscht oder über Geldautomaten per Karte abgehoben werden. Girocards deutscher Banken funktionieren nicht immer reibungslos, Kreditkarten mit Visa- oder Mastercard-Logo sind verbreiteter.
    Trinkgeld: Im Dienstleistungssektor sind kleine Trinkgelder üblich, etwa für Fahrer, Gepäckträger oder Guides. Beträge sind niedriger als in Deutschland, werden aber – insbesondere in touristischen Kontexten – häufig erwartet. Bei geführten Besichtigungen des Hawa Mahal sind Trinkgelder für Ortsführer üblich, insbesondere wenn sie sich Zeit für Erklärungen und Fotostopps nehmen.
    Kleidung: Eine dezente, leichte und die Schultern wie Knie bedeckende Kleidung ist empfehlenswert, auch wenn der Hawa Mahal kein religiöser Tempel ist. Das gilt in besonderem Maße für Besuche weiterer Sehenswürdigkeiten in Jaipur, etwa Tempelanlagen. Atmungsaktive Stoffe helfen gegen die Hitze, ein Tuch oder Schal kann zugleich Sonnenschutz sein.
    Fotografieren: Der Hawa Mahal ist ein ausgesprochen fotogenes Motiv, sowohl von außen als auch von innen. Je nach Regelung vor Ort können Einschränkungen für Stative oder professionelle Ausrüstung gelten. Drohnen sind in Indien und insbesondere in stadtnahen Gebieten oft genehmigungspflichtig oder verboten; hier sollten Reisende vorab prüfen, welche Bestimmungen aktuell gelten. Für private Reisefotografie mit Smartphone oder Kamera bestehen in der Regel keine Probleme, sofern Rücksicht auf andere Besucher:innen genommen wird.
  • Einreisebestimmungen und Gesundheit
    Indien liegt außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums. Deutsche Staatsbürger benötigen für touristische Aufenthalte in der Regel ein Visum, häufig in Form eines elektronischen Visums (e-Visa), das vor der Reise beantragt werden muss. Da Einreisebestimmungen sich ändern können, sollten deutsche Staatsbürger die aktuellen Hinweise, Visa- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Für österreichische und schweizerische Staatsbürger gelten eigene Bestimmungen, die über die jeweiligen Außenministerien einzusehen sind.
    Für Reisen nach Indien wird außerhalb der EU der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung empfohlen, da die gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland normalerweise keine umfassende Kostenübernahme garantiert. Impfempfehlungen und Gesundheitsinformationen sollten vor der Reise mit einem Tropeninstitut oder einer reisemedizinischen Beratungsstelle abgestimmt werden.
  • Zeitzone und Alltagsrhythmus
    Jaipur liegt in der indischen Standardzeit (IST), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) um 4,5 Stunden voraus ist. Während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) beträgt der Zeitunterschied 3,5 Stunden. Das bedeutet: Wenn es in Deutschland 12:00 Uhr mittags ist, ist es in Jaipur im Winter bereits 16:30 Uhr, im Sommer 15:30 Uhr. Der Tagesrhythmus ist an das Klima angepasst – viele Aktivitäten finden am frühen Morgen und Abend statt, wenn es kühler ist.

Warum Hawa Mahal auf jede Jaipur-Reise gehört

Der Hawa Mahal ist nicht nur ein Fixpunkt auf Stadtplänen und in Reiseführern, sondern vor allem ein Ort, der Atmosphäre bündelt. Wer vor der Fassade steht, spürt das Zusammenspiel aus lebendigem Straßenverkehr, Honking der Autos, Rufen der Händler und der stillen Poesie der rosafarbenen Erker. Es ist eines dieser Bilder, das sich bei Indien-Reisen in das Gedächtnis einprägt – ähnlich wie der erste Blick auf das Taj Mahal in Agra oder den Palastkomplex in Udaipur.

Für Kulturinteressierte bietet der Hawa Mahal Einblicke in die Rolle von Frauen an den Höfen Rajasthans, in Fragen von Öffentlichkeit und Privatheit und in die Art, wie Architektur gesellschaftliche Regeln abbildet. Die Idee, einen Palast zu bauen, der gleichsam in die Stadt hineinblickt, ohne selbst preiszugeben, wer aus seinen Fenstern schaut, ist kulturhistorisch bemerkenswert. Sie macht den Hawa Mahal zu einem gelungenen Beispiel für Architektur als Spiegel gesellschaftlicher Normen.

Auch für Architektur- und Fotografie-Fans ist der Besuch lohnend. Die geometrische Wiederholung der Erker, die Ornamente und die Farbnuancen eröffnen unzählige Details. Wer Zeit mitbringt, kann vom gegenüberliegenden Straßenzug aus oder von Dachterrassen der umliegenden Cafés verschiedene Blickwinkel ausprobieren. Viele erfahrene Reisende nehmen sich daher nicht nur 15 Minuten für ein schnelles Foto, sondern planen mindestens eine gute Stunde ein, um die unterschiedlichen Ebenen und Ausblicke des Palastes zu erleben.

In Kombination mit anderen Sehenswürdigkeiten Jaipurs ergibt sich ein dichtes Reiseprogramm: Der Stadtpalast mit seinen Innenhöfen und Museen, das Observatorium Jantar Mantar, das Amber Fort etwas außerhalb der Stadt und der See-Palast Jal Mahal lassen sich gut mit dem Hawa Mahal verbinden. Viele organisierte Stadttouren bauen den „Palast der Winde“ daher als festen Programmpunkt ein.

Für Reisende aus Deutschland, die eher zögerlich an Indien herangehen, kann Jaipur und insbesondere Hawa Mahal ein guter Einstieg sein. Die Stadt ist touristisch relativ gut erschlossen, wobei Infrastruktur und Verkehrsaufkommen deutlich intensiver sind als in europäischen Städten. Die Kombination aus ansprechendem Stadtbild, historischer Tiefe und gut dokumentierten Sehenswürdigkeiten erleichtert den Zugang und erlaubt es, sich Schritt für Schritt auf den kulturellen und sensorischen Reichtum Indiens einzulassen.

Hawa Mahal Jaipur in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In den sozialen Medien ist Hawa Mahal Jaipur längst zu einem ikonischen Motiv geworden. Reisende teilen hier Bilder im ersten Morgenlicht, Panorama-Aufnahmen von Dachterrassen und Detailstudien der ornamentalen Jali-Fenster. Hashtags rund um Hawa Mahal, Jaipur und Rajasthan kursieren auf Instagram, TikTok und anderen Plattformen; Reisevideos auf YouTube erklären, zu welchen Tageszeiten die Fassade am schönsten wirkt. Diese Bilderflut prägt heute stark, welches Bild vom „Palast der Winde“ in Deutschland entsteht, bevor Reisende ihn zum ersten Mal real sehen.

Häufige Fragen zu Hawa Mahal Jaipur

Wo liegt der Hawa Mahal Jaipur genau?

Hawa Mahal Jaipur befindet sich in der Altstadt von Jaipur im Bundesstaat Rajasthan in Indien, direkt an einer der Hauptstraßen der sogenannten „Pink City“. Er ist vom Stadtzentrum aus leicht mit Tuk-Tuk, Taxi oder zu Fuß erreichbar, je nachdem, wo sich die Unterkunft befindet.

Warum heißt der Hawa Mahal „Palast der Winde“?

Der Name „Palast der Winde“ bezieht sich auf die vielen kleinen Fenster und Öffnungen in der Fassade, durch die Luft hindurchströmen kann. Dadurch entsteht eine natürliche Kühlung der Innenräume, was in der heißen, trockenen Klimazone Rajasthans von großer Bedeutung ist. Zudem erlauben die Fenster den Blick nach draußen, ohne Einblicke nach innen zu gewähren.

Wann ist die beste Reisezeit, um Hawa Mahal zu besuchen?

Die angenehmste Zeit für einen Besuch in Jaipur und damit am Hawa Mahal liegt überwiegend zwischen November und Februar, wenn die Temperaturen vergleichsweise mild sind. Innerhalb des Tages ist der frühe Vormittag besonders empfehlenswert, weil Licht und Temperaturen dann meist am angenehmsten sind und der Besucherandrang noch überschaubar ist.

Wie erreicht man Hawa Mahal von Deutschland aus?

Von Deutschland aus fliegen Reisende meist über große Drehkreuze wie Delhi oder Mumbai nach Indien. Von dort geht es per Inlandsflug oder mit dem Zug weiter nach Jaipur. Direkte Langstreckenflüge nach Jaipur sind selten und ändern sich je nach Flugplan, daher ist die Kombination aus internationalem Flug und Anschlussflug beziehungsweise Zug die gängigste Variante. Reisezeiten und Verbindungen sollten jeweils aktuell bei Fluggesellschaften oder Bahnunternehmen geprüft werden.

Was macht Hawa Mahal für Reisende aus Deutschland besonders sehenswert?

Für Reisende aus Deutschland ist Hawa Mahal eine eindrucksvolle Mischung aus Architektur, Geschichte und Atmosphäre: die rosa Fassade als Fotomotiv, die dahinterliegenden Geschichten über das Leben am Rajputenhof, die klimatisch durchdachten Strukturen und der Kontrast zwischen dichtem Straßenleben und stiller Palastarchitektur. In Kombination mit anderen Sehenswürdigkeiten in Jaipur ergibt sich ein dichtes, kulturell reiches Reiseerlebnis.

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