Hallgrimskirkja: Betonfächer über Reykjavik
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 12:52 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Hallgrimskirkja ist die große evangelisch-lutherische Pfarrkirche auf dem Hügel Skólavörðuholt in Reykjavik und gilt mit ihrem hohen Turm und dem langen Kirchenschiff als größte Kirche Islands.Entworfen wurde sie von dem Staatsarchitekten Guðjón Samúelsson, der seinen markanten Betonbau ab den 1930er Jahren plante und dessen Umsetzung sich von 1945 bis zur Fertigstellung des Kirchenschiffs im Jahr 1986 hinzog.Der Turm erreicht eine Höhe von etwa 74,5 m und macht Hallgrimskirkja zu einem der höchsten Bauwerke in der Stadt.
Hallgrimskirkja als skulpturale Betonkirche
Die Hallgrimskirkja steht auf einem kleinen Stadtberg oberhalb des Zentrums von Reykjavik und ist schon aus großer Entfernung durch ihren schlanken, stufenartig aufgebauten Turm und die seitlichen Flügel zu erkennen.Der Baukörper besteht aus Stahlbeton mit hellen, nahezu weißen Außenflächen, die sich in vertikalen Rippen nach oben staffeln und wie ein gefächerter Block über den Hügel ragen.Die Fassade ist von vertikalen Betonrippen geprägt, die zur Turmspitze hin schmaler werden und den Eindruck eines aus dem Boden aufsteigenden Fächergebirges erzeugen.
Der Grundriss der Kirche folgt einem längsgerichteten Kirchenschiff mit daran anschließenden Seitenflügeln, die sich an den Turmkörper anschmiegen und eine klare Trennung zwischen Eingangsseite und Chorraum bilden.Konzipiert wurde der Bau als evangelisch-lutherische Pfarrkirche der isländischen Staatskirche, zugleich aber als städtebaulich wirkender Hochpunkt, der die einfache Bebauung um den Hügel überragt.Mit der Kombination aus Turm und langem Kirchenschiff entsteht ein großer zusammenhängender Sakralraum, dessen klare Linien auf expressionistische und skandinavische Moderne verweisen.
Innenraum, Orgel und Leifur-Eiríksson-Statue
Im Inneren der Hallgrimskirkja öffnet sich ein hoher, geradliniger Saal mit Betonwänden, in den große Fensterflächen eingelassen sind und der durch die fehlenden Seitenschiffe und Stützen als nahezu ununterbrochene Halle wahrgenommen wird.Die vertikalen Betonrippen der Fassade wirken konstruktiv und tragen den Bau so, dass das Kirchenschiff als freier Raum gestaltet werden konnte, in dessen Mitte der Blick entlang der Achse direkt auf den Altar fällt.Über dem Eingang zur Kirche befindet sich im Inneren eine große Orgel, die den Raum akustisch und optisch dominiert und als eigenständiges Gestaltungselement in den hohen Saal eingefügt ist.
Vor der Westseite der Hallgrimskirkja steht auf einem gepflasterten Platz die Statue des nordischen Entdeckers Leifur Eiríksson, deren Sockel und Figur sich deutlich von den hellen Betonflächen der Kirche abheben.Die Statue wurde vom Bildhauer Alexander Stirling Calder geschaffen und Island im Jahr 1930 von den Vereinigten Staaten gestiftet, um an die lange Geschichte der Entdeckungsfahrten zwischen Europa und Nordamerika zu erinnern.Sie steht auf einem quadratischen Sockel direkt vor dem Hauptportal, sodass Kirche und Denkmal zusammen einen kleinen Skulpturenraum über den Straßen von Reykjavik bilden.
Baugeschichte und Stellung in Reykjavik
Guðjón Samúelsson, der als Staatsarchitekt Islands tätig war, entwickelte ab 1937 einen Entwurf für Hallgrimskirkja, der aus langgezogenen Betonrippen und einem hohen Turm besteht und deutlich mit der kirchlichen Bautradition Mitteleuropas bricht.Der Baubeginn erfolgte 1945, nachdem die Planungsarbeiten bereits in den späten 1930er Jahren angelaufen waren.Die Krypta unter dem Chor wurde 1948 geweiht, Turm und Seitenflügel erreichten ihren ausgebauten Zustand 1974, bevor 1986 der große Kirchensaal fertiggestellt und die Kirche als Gesamtbau eingeweiht wurde.
Mit ihrer Länge und dem hohen Turm bildet Hallgrimskirkja einen weithin sichtbaren Sakralbau, der sich aus der relativ niedrigen Bebauung rund um den Hügel Skólavörðuholt heraushebt und die Silhouette der Stadt maßgeblich mitprägt.Die Kirche ist als Pfarrkirche in die evangelisch-lutherische Staatskirche Islands eingebunden und verbindet die Funktion eines Gemeindebaus mit der Präsenz eines weithin erkennbaren Architekturzeichens.Durch ihre auffällige Turmform und die großflächigen Betonwände ist Hallgrimskirkja zu einem festen Bestandteil der städtischen Identität geworden, den viele Darstellungen der Hauptstadt zeigen.
Hallgrimskirkja besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Hallgrimskirkja steht auf dem Hügel Skólavörðuholt westlich des historischen Zentrums von Reykjavik und ist aus der Innenstadt über mehrere Straßen und Gehwege zu erreichen.
- Der Zugang zur Kirche erfolgt über einen Platz mit Stufen vor der Westfassade, und im Inneren führen Treppenanlagen bis in die oberen Ebenen des Turms.
- Rund um die Kirche liegen Wohnstraßen und kleinere Plätze, von denen aus sich unterschiedliche Blickwinkel auf den Turm und die Betonrippen der Fassade ergeben.
- Amtssprache ist Isländisch, gezahlt wird in Isländischen Kronen; die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
Hallgrimskirkja auf Social-Media-Plattformen
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Hallgrimskirkja: häufige Fragen
Wo liegt Hallgrimskirkja innerhalb von Reykjavik?
Hallgrimskirkja steht auf dem Hügel Skólavörðuholt westlich des Stadtzentrums von Reykjavik und ist von den zentralen Straßen der Hauptstadt gut sichtbar.
Was bietet ein Besuch der Hallgrimskirkja im Inneren?
Im Inneren der Hallgrimskirkja erwartet Besucher ein hoher, geradliniger Kirchensaal mit Betonwänden, großen Fenstern und einer dominierenden Orgel über dem Eingang.
Was kennzeichnet die Architektur der Hallgrimskirkja besonders?
Prägend für Hallgrimskirkja sind die vertikalen, hellen Betonrippen des Turms und der Fassade, die sich wie ein Fächer über den Hügel ziehen und den Bau zur größten Kirche Islands machen.
