Hallasan Jeju: Südkoreas heilige Vulkaninsel entdecken
12.06.2026 - 17:18:32 | ad-hoc-news.deWenn sich über Jeju die Wolken öffnen, ragt der Hallasan Jeju wie ein gewaltiger grüner Kegel aus dem Meer aus Lava und Nebel empor. Der Hallasan (wörtlich etwa „hoher, erhabener Berg“) ist nicht nur der höchste Berg Südkoreas, sondern ein heiliger Vulkan, dessen Kratersee, uralte Wälder und steil abfallende Lavaschluchten seit Jahrhunderten Mythen, Pilger und heute Wandernde aus aller Welt anziehen.
Hallasan Jeju: Das ikonische Wahrzeichen von Jeju
Hallasan Jeju dominiert als mächtiger Schildvulkan die gesamte Insel Jeju vor der Südküste Südkoreas. Mit einer Höhe von rund 1.950 m über dem Meeresspiegel ist der Hallasan der höchste Gipfel des Landes und bildet das Herz des Hallasan Nationalparks, der fast das gesamte Inselinnere einnimmt. Die Silhouette des Vulkans ist auf Jeju allgegenwärtig: auf Versicherungslogos, in Cafés, auf Buslinien – und selbst vom Flugzeugfenster wirkt der Krater wie ein grünes Auge inmitten des Pazifiks.
Für Reisende aus Deutschland ist Hallasan Jeju die seltene Möglichkeit, einen vergleichsweise leicht zugänglichen Vulkan in Asien zu erleben, der gleichzeitig als Naturheiligtum, Wanderparadies und Kulturstätte gilt. Anders als schroffe Alpengipfel wirkt dieser Vulkan eher wie ein riesiger, überwachsener Schild – sanfte Flanken, tief eingeschnittene Täler, im Frühjahr überzogen von Rhododendren, im Herbst von leuchtend roten Ahornwäldern.
Die südkoreanische Regierung hat Hallasan bereits in den 1970er-Jahren zum Nationalpark erklärt und die Insel Jeju später als „Jeju Volcanic Island and Lava Tubes“ in die Liste des UNESCO-Welterbes einbringen lassen. Hallasan ist dabei die natürliche Krone dieser Lavawelt: ein Kratersee auf dem Gipfel, mehrere Seitenkrater, zahllose Lavahöhlen und eine einzigartige Flora und Fauna, die nur hier vorkommt.
Geschichte und Bedeutung von Hallasan
Geologisch ist Hallasan ein vergleichsweise junger Vulkan, der sich im Verlauf von Hunderttausenden bis wenigen Millionen Jahren aus dem Meeresboden erhob. Die heutigen weichen Konturen verdankt er seiner Entstehungsart: Als Schildvulkan ist er durch immer wieder ausfließende, vergleichsweise dünnflüssige Lava aufgebaut worden. Diese Lava floss in Schichten übereinander und formte die breite, schildartige Gestalt, die sich deutlich von spitzen Stratovulkanen wie dem Fuji in Japan unterscheidet.
Die letzte bekannte Eruption von Hallasan liegt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mehrere Jahrtausende zurück. Seismologische Messungen und Studien deuten darauf hin, dass der Vulkan heute als ruhend gilt, aber vulkanische Restaktivitäten – etwa in Form von warmen Quellen oder geothermischen Phänomenen – zum Teil weiterhin messbar sind. Aus diesem Grund wird das Gebiet kontinuierlich geologisch überwacht, ohne dass für Wandernde konkrete Gefährdungen im Alltag gemeldet sind.
Für die Menschen auf Jeju ist der Hallasan weit mehr als ein Vulkan. In der koreanischen Kultur gilt der Berg seit Jahrhunderten als heiliger Ort, an dem Götter und Geister wohnen. Traditionelle Legenden erzählen von Berggeistern, die die Insel schützen, und von Göttinnen, die in den Wolken über dem Krater leben. Ähnlich wie der heilige Paektusan im Norden der koreanischen Halbinsel oder der Jirisan im Süden gehört Hallasan zu den „großen Bergen“ des Landes, die spirituelle Bedeutung mit landschaftlicher Schönheit verbinden.
Schon in der Zeit der Joseon-Dynastie reisten Gelehrte und Beamte nach Jeju, um den Hallasan zu besteigen, Gedichte zu schreiben und seinen Anblick zu verewigen. Historische Reisebeschreibungen heben immer wieder den Kratersee auf dem Gipfel hervor, der auf Koreanisch „Baengnokdam“ genannt wird. Sinngemäß bedeutet der Name „Kratersee der weißen Hirsche“ – einer Legende zufolge sollen weiße Hirsche zum See gekommen sein, um hier unsterblich zu werden. Bis heute ist der See für viele Koreaner ein Sehnsuchtsort, an dem sich Naturmystik und nationale Identität begegnen.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Südkoreas nach dem Koreakrieg entwickelte sich Jeju zur bevorzugten Urlaubsinsel für Einheimische, und Hallasan wurde ein Symbol der wachsenden Reiselust. Hochzeitsreisen, Familienausflüge, Schulausflüge – Generationen von Koreanerinnen und Koreanern verbinden mit Hallasan ihre ersten großen Wandererlebnisse. Parallel dazu stieg die internationale Bekanntheit: Die Insel wurde zur „Honeymoon Island“ Ostasiens, und Hallasan avancierte zum Pflichtmotiv in Reiseführern, Fotobänden und Dokumentationen.
Die UNESCO zeichnete die Vulkaninsel Jeju, einschließlich Hallasan, im frühen 21. Jahrhundert als Weltnaturerbe aus. Die Experten betonen insbesondere die außergewöhnliche Kombination aus Schildvulkan, Kratersee, zahlreichen Nebenkratern und weitverzweigten Lavaröhren. Für deutsche Reisende, die oft bereits die Alpen oder Vulkane wie den Ätna kennen, bietet Hallasan damit einen faszinierenden Vergleich: ein vollständig begrünter Vulkan mit subtropischem Einfluss, umgeben von Meer, Teeplantagen und schwarzen Lavaküsten.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Hallasan Jeju ist kein Bauwerk im klassischen Sinn, doch die Natur hat eine Art vulkanische „Architektur“ geschaffen, die mindestens so beeindruckend wirkt wie eine Kathedrale oder Festung. Der zentrale Krater „Baengnokdam“ ist ein fast kreisrunder Einsturzkrater mit einem Durchmesser von mehreren Hundert Metern. In seinem Inneren liegt ein saisonal schwankender Kratersee, der mal als kleiner Teich, mal als spiegelnde Wasserfläche erscheint, abhängig von Niederschlag und Jahreszeit.
Die Hänge des Hallasan sind von Lavaflüssen, Ascheschichten und Schlackenablagerungen gezeichnet, die im Laufe der Zeit vollständig von Vegetation überzogen wurden. Auf verschiedenen Höhenstufen finden sich unterschiedliche Ökosysteme: In den unteren Lagen dominieren immergrüne Wälder und subtropische Pflanzen; höhere Bereiche sind von Laub- und Nadelmischwäldern geprägt, während die Gipfelregion eine alpine, karge Vegetation zeigt. Biologen weisen darauf hin, dass auf Hallasan zahlreiche endemische Arten vorkommen, also Pflanzen und Tiere, die ausschließlich auf Jeju existieren.
Besonders bekannt sind die ausgedehnten Rhododendronfelder, die im späten Frühjahr die Hänge des Vulkans in Rosa- und Rottönen leuchten lassen. Dazu kommen im Herbst leuchtend gelbe und rote Laubwälder, die für viele Koreaner sogar attraktiver sind als die Frühblüte. Die offizielle Verwaltung des Hallasan Nationalparks veröffentlicht regelmäßig Hinweise zur Blüte- und Laubfärbungszeit, weil die Wanderrouten in diesen Wochen besonders stark besucht sind.
In kulturhistorischer Hinsicht tauchen Hallasan und Jeju in zahlreichen literarischen Werken, Gedichten, Gemälden und Fotografien auf. Koreanische Künstler nutzen den symbolträchtigen Berg als Metapher für Beständigkeit, Isolation, aber auch für Freiheit und Weite. In der Moderne ist Hallasan zu einem beliebten Motiv in K-Pop-Videos, koreanischen Dramen und Social-Media-Kampagnen geworden. Unter Hashtags wie „#Hallasan“ oder „#JejuIsland“ finden sich Millionen Fotos, die von Sonnenaufgängen über dem Krater, verschneiten Winterlandschaften und Nebelmeeren erzählen.
Für Reisende gut sichtbar sind auch die kulturellen Spuren an den Zugängen zum Nationalpark: traditionelle Pavillons, schlichte Tempel, Gedenksteine und Beschriftungen in koreanischer Schrift, die an Schutzgeister, historische Ereignisse oder besondere Aussichtspunkte erinnern. Anders als an manchen europäischen Aussichtsgipfeln fehlen allerdings große bauliche Eingriffe: Die koreanische Parkverwaltung achtet darauf, Infrastruktur wie Bergstationen, Restaurants und Parkplätze vor allem an den unteren Einstiegen zu konzentrieren, um die Gipfelregion möglichst unberührt zu lassen.
Die UNESCO hebt in ihren Publikationen hervor, dass Hallasan zusammen mit den spektakulären Lavahöhlen und der Seongsan-Ilchulbong-Tuffkegelklippe ein einzigartiges vulkanisches Ensemble bildet. Reiseführer wie GEO Saison oder National Geographic Deutschland betonen zudem, dass diese geologische Vielfalt innerhalb einer relativ kleinen Insel erlebbar ist – ein Vorteil für deutsche Reisende, die oft nur eine begrenzte Zeit in Südkorea verbringen und dennoch verschiedene Landschaftsformen erleben möchten.
Hallasan Jeju besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise
Die Insel Jeju liegt südlich des koreanischen Festlands im Ostchinesischen Meer. Von Deutschland aus gibt es in der Regel keine Direktflüge nach Jeju, aber gute Verbindungen über die großen Drehkreuze in Seoul (Incheon und Gimpo) oder andere asiatische Hubs. Von Frankfurt, München oder Berlin beträgt die Flugzeit nach Seoul meist rund 10 bis 11 Stunden, je nach Route. Von dort aus fliegen zahlreiche Inlandsflüge in etwa 1 Stunde weiter nach Jeju. Alternativ gibt es Fährverbindungen von südkoreanischen Hafenstädten wie Busan oder Mokpo, die vor allem für Reisende interessant sind, die das Land mit Zug und Bus erkunden möchten. - Nationalpark-Zugänge und Wanderwege
Der Hallasan Nationalpark ist über mehrere offizielle Zugänge und Wanderwege erreichbar. Die beiden wichtigsten und bekanntesten Gipfelrouten sind der Seongpanak-Trail und der Gwaneumsa-Trail. Beide benötigen für Hin- und Rückweg im Tageslicht typischerweise zwischen 7 und 9 Stunden Gehzeit, abhängig von Kondition und Wetter. Die Parkverwaltung begrenzt die Zutrittszeiten so, dass Wandernde den Gipfel rechtzeitig wieder verlassen können; Startzeiten und eventuelle Reservierungs- oder Registrierungsregeln sollten unbedingt vorab auf der offiziellen Nationalpark-Webseite geprüft werden, da sie sich ändern können. Es gibt darüber hinaus kürzere Panoramawege, die nicht bis ganz zum Gipfel führen, aber eindrucksvolle Ausblicke und Einblicke in die Vegetation bieten. - Öffnungszeiten und Zugangsregeln
Der Nationalpark selbst ist grundsätzlich ganzjährig zugänglich, die konkreten Öffnungszeiten der Wanderwege hängen jedoch von Jahreszeit, Wetterbedingungen und Sicherheitslage ab. Bei starkem Wind, Starkregen, Nebel, Schneefall oder erhöhter Waldbrandgefahr werden Wege kurzfristig gesperrt. Es empfiehlt sich daher, am Vortag auf der offiziellen Seite des Hallasan Nationalparks oder bei der Tourismusorganisation von Jeju die aktuellen Hinweise zu prüfen. Öffnungszeiten können variieren — daher gilt: Zeiten immer direkt bei Hallasan Jeju beziehungsweise bei der Nationalparkverwaltung prüfen. - Eintritt
Der Zugang zu den Hauptwanderwegen des Hallasan Nationalparks ist traditionell entweder kostenlos oder nur mit geringen Gebühren verbunden. Da sich Gebührenmodelle, Reservierungssysteme oder Parkgebühren mit der Zeit ändern können, sollten die aktuellen Konditionen vor Ort oder über die offiziellen Informationsseiten abgefragt werden. Für zusätzliche Angebote wie geführte Touren, Besucherzentren oder Parkhäuser können separate Gebühren anfallen. Eine Tageswanderung bleibt aber im Vergleich zu vielen anderen internationalen Naturzielen meist kostengünstig. - Beste Reisezeit
Hallasan Jeju ist grundsätzlich das ganze Jahr über ein Erlebnis, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charakter. Im Frühjahr (ungefähr April bis Mai) blühen die Rhododendren und andere Gebirgsblumen und tauchen die Hänge in kräftige Farben. Der Sommer bringt üppig grüne Wälder, aber auch höhere Luftfeuchtigkeit und gelegentliche Regenperioden durch den ostasiatischen Monsun. Der Herbst (etwa Oktober bis Anfang November) ist wegen der spektakulären Laubfärbung besonders beliebt; dann leuchten die Wälder in Rot, Orange und Gelb. Im Winter kann Hallasan schneebedeckt sein und ein eindrucksvolles, aber kaltes Wanderziel darstellen. Für Reisende aus Deutschland ist der späte Frühling und der frühe Herbst oft die angenehmste Zeit, weil Temperaturen moderat sind und die Sicht häufig klarer ist. Unabhängig von der Jahreszeit sollten Wettervorhersagen stets kurzfristig geprüft werden, da sich das Wetter am Berg schnell ändern kann. - Ausrüstung und Sicherheit
Auch wenn Hallasan kein technischer Hochgebirgsgipfel ist, handelt es sich um eine ernst zu nehmende Bergwanderung mit Höhenmetern und teils langen Distanzen. Feste Wanderschuhe, wetterangepasste Kleidung im Zwiebellook, Regen- oder Windschutz, ausreichend Wasser und Snacks sind Pflicht. Im Sommer ist Sonnenschutz wichtig, im Winter zusätzliche wärmende Kleidung und gegebenenfalls leichte Spikes oder Grödel für vereiste Abschnitte. Die Wege sind gut markiert, aber bei Nebel oder starkem Wetter kann die Orientierung schwieriger werden. Die Parkverwaltung und koreanische Rettungsdienste arbeiten zuverlässig, dennoch sollten Wandernde eigenverantwortlich planen und ihre Kondition realistisch einschätzen. - Sprache und Beschilderung
Auf Jeju wird Koreanisch gesprochen, und die Beschilderung in den Nationalparkeingängen ist in der Regel auf Koreanisch und Englisch vorhanden. In den touristischen Zentren der Insel und an den beliebten Wanderzugängen kommen viele Menschen mit Englisch zurecht. Deutsch wird nur vereinzelt gesprochen. Es empfiehlt sich, eine Offline-Karte und eine Übersetzungs-App zu nutzen, um Hinweise oder Notfälle besser kommunizieren zu können. - Zahlung und Trinkgeld
In Südkorea sind Kartenzahlungen sehr weit verbreitet, auch auf Jeju. Internationale Kreditkarten werden meist problemlos akzeptiert. Mobile Bezahlmethoden wie Apple Pay oder Google Pay sind teilweise möglich, hängen aber von der jeweiligen Karte ab. Bargeld in der Landeswährung Won ist für kleinere Ausgaben, Parkplätze oder ländlichere Cafés dennoch hilfreich. Trinkgeld ist in Südkorea nicht fest etabliert und wird in vielen Situationen nicht erwartet. In Restaurants ist Service meist im Preis inbegriffen; bei außergewöhnlichem Service oder privaten Tourguides wird ein kleines Trinkgeld jedoch in der Regel freundlich angenommen. - Zeitzone und Einreise
Jeju und ganz Südkorea liegen in der Zeitzone Korea Standard Time (KST), die der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) im Winter um +8 Stunden und der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) im Sommer um +7 Stunden voraus ist. Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Südkorea unter bestimmten Bedingungen kein klassisches Visum, müssen sich aber an aktuelle Einreiseprogramme, elektronische Voranmeldungen oder Visaregeln halten, die sich ändern können. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. - Gesundheit und Versicherung
Südkorea verfügt über ein gut ausgebautes Gesundheitssystem, doch Behandlungen sind für ausländische Reisende häufig kostenpflichtig. Es wird empfohlen, vor der Reise eine ausreichende Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die auch sportliche Aktivitäten wie Wandern abdeckt. Spezielle Impfungen sind für eine Reise nach Jeju in der Regel nicht obligatorisch, dennoch sollten Standardimpfungen überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden. Die jeweils aktuellen medizinischen Empfehlungen des Auswärtigen Amts und von Gesundheitsbehörden sollten vor Reiseantritt konsultiert werden.
Warum Hallasan auf jede Jeju-Reise gehört
Hallasan Jeju ist weit mehr als ein „Programmpunkt“ unter vielen. Für die Inselbewohner ist der Berg eine Art natürlicher Mittelpunkt, der ihre Geschichte, ihre Mythen und ihren Alltag prägt. Wer nach Jeju reist und den Vulkan auslässt, verpasst die tiefste Dimension der Insel. Von den Gipfelwegen aus eröffnen sich weite Panoramen über das Meer, die schwarzen Lavaküsten, die Mandarinenplantagen und die kleinen Ortschaften – eine ideale Gelegenheit, die Insellandschaft im Ganzen zu begreifen.
Gleichzeitig ist der Hallasan ein Gegenpol zu den touristisch lebhaften Küstenorten und Strandabschnitten Jejus. Während an der Küste Cafés, Resorts und Wassersport dominieren, bietet der Vulkan Stille, klare Bergluft und gut strukturierte Wege. Deutsche Reisende, die Südostasien oder Ostasien oft mit dicht bevölkerten Metropolen verbinden, erleben hier eine überraschende Ruhe. Hallasan zeigt eine andere Seite Südkoreas: eine grüne, fast mystische Landschaft, in der das Rauschen des Windes und das Knirschen von Vulkangestein unter den Stiefeln den Ton angeben.
Die Nähe zu anderen Naturwundern macht Hallasan zudem zu einem idealen Ausgangspunkt für Rundreisen über Jeju. In kurzer Distanz befinden sich die berühmten Lavahöhlen, deren beleuchtete Tunnel den Blick ins Innere der einstigen Lavaflüsse erlauben. Der Seongsan Ilchulbong, ein tuffiger Kraterkegel an der Ostküste, ist besonders zum Sonnenaufgang ein magnetischer Anziehungspunkt. Wer nach einem Wandertag am Hallasan in einer der heißen Quellen der Insel entspannt oder an einer schwarzen Lavaküste den Wellen lauscht, erlebt eine Dramaturgie, wie sie kaum ein anderes Reiseziel so kompakt bietet.
Für kulturinteressierte Gäste erschließt Hallasan gleichzeitig den Zugang zur besonderen Identität Jejus. Die Insel besitzt einen eigenen Dialekt, eine Geschichte als Verbannungsort für missliebige Beamte und eine Tradition selbstbewusster Frauen, die als „Haenyeo“ (Meeresfrauen) ohne Tauchgerät nach Meeresfrüchten tauchen. Viele dieser kulturellen Elemente werden in Museen, Dörfern und Festivals dargestellt – und immer wieder taucht dabei der Berg im Hintergrund auf, als stiller Zeuge dieser Geschichte.
Wer gern fotografiert, findet am Hallasan nahezu unerschöpfliche Motive: Nebel, der aus den Tälern steigt, Lichtstreifen zwischen Moosbäumen, frostige Ranken aus Raureif im Winter, im Gegenlicht glühende Gräser im Herbst. Es lohnt sich, nicht nur die klassische Gipfelansicht zu suchen, sondern auch abseits der Hauptpfade – im Rahmen der erlaubten Wege – Details festzuhalten: Lavasteine, die von Flechten überwachsen sind, Holzstege, die sich durch Sumpfgebiete ziehen, oder schmale Bäche, die sich ihren Weg durch Basaltblöcke bahnen.
In der Gesamtschau ist Hallasan Jeju ein Reiseziel, das Natur, Geologie, Kultur und Spiritualität auf besondere Weise verbindet. Für Reisende aus Deutschland, die Südkorea über K-Pop, Serien und die Metropole Seoul kennenlernen, ist eine Wanderung auf Hallasan oft der Moment, in dem sich das Bild des Landes erweitert: Weg von Neonlichtern hin zu Nebelwäldern, von Straßencafés zu Bergpavillons, von Hochhäusern zu Lavaschluchten.
Hallasan Jeju in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Hallasan Jeju zu einem der meistfotografierten Naturmotive Südkoreas geworden. Instagram, TikTok und YouTube sind voll von Sonnenaufgangs-Clips, Drohnenflügen über dem Krater und Zeitraffern, in denen Wolken in den Krater hinein- und wieder hinaustriften. Wandernde teilen ihre Routen, Ausrüstungstipps und eindrucksvollste Ausblicke, während Influencer den Vulkan gern als ruhige Kulisse für Mode- oder Lifestyle-Shootings nutzen.
Hallasan Jeju — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Hallasan Jeju
Wo liegt Hallasan Jeju genau?
Hallasan Jeju befindet sich im Zentrum der Insel Jeju vor der Südküste Südkoreas. Der Vulkan liegt innerhalb des Hallasan Nationalparks, der das bergige Inselinnere umfasst. Die Küstenstädte Jeju City im Norden und Seogwipo im Süden sind jeweils Ausgangspunkte, von denen aus man die verschiedenen Parkeingänge mit Bus, Taxi oder Mietwagen in 20 bis 60 Minuten erreichen kann.
Wie hoch ist der Hallasan und ist der Gipfel für Wandernde zugänglich?
Hallasan ist mit rund 1.950 m der höchste Berg Südkoreas. Der Gipfelbereich ist für Wandernde über markierte Wege zugänglich, unter anderem über die Routen Seongpanak und Gwaneumsa. Die koreanische Parkverwaltung begrenzt aus Sicherheitsgründen die täglichen Zugangszeiten, damit niemand im Dunkeln am Gipfel bleibt. Wer den Gipfel erreichen möchte, sollte früh starten, ausreichend Kondition mitbringen und sich vorab über die aktuell zulässigen Startzeiten informieren.
Benötigt man besondere Genehmigungen, um Hallasan zu besteigen?
Für eine normale Tageswanderung auf den markierten Wegen sind in der Regel keine speziellen Genehmigungen erforderlich. Je nach aktueller Regelung kann jedoch eine Online-Registrierung oder eine Beschränkung der täglichen Besucherzahlen gelten, insbesondere für die Gipfelrouten. Informationen hierzu stellt der Hallasan Nationalpark auf seiner offiziellen Webseite bereit. Es ist ratsam, vor Reiseantritt und kurz vor der Wanderung die aktuellen Modalitäten zu prüfen, da sich Regelungen ändern können.
Was macht Hallasan Jeju im Vergleich zu anderen Bergen besonders?
Hallasan Jeju kombiniert mehrere Besonderheiten: Er ist ein ruhender Schildvulkan mit einem beeindruckenden Gipfelkrater und Kratersee, liegt zugleich auf einer subtropisch geprägten Insel und ist von Meer umgeben. Die Vegetation wechselt auf vergleichsweise kurzer Strecke von immergrünen Wäldern zu alpinen Zonen, und gleichzeitig spielt der Berg in der koreanischen Mythologie eine zentrale Rolle. Diese Kombination aus Geologie, Landschaft, Kultur und Spiritualität findet sich in dieser Form nur selten.
Wann ist die beste Reisezeit für Hallasan aus deutscher Sicht?
Die für viele Reisende angenehmste Zeit liegt im späten Frühjahr (April bis Mai) und im frühen Herbst (Oktober bis Anfang November). Im Frühjahr locken Blüten und milde Temperaturen, im Herbst die eindrucksvolle Laubfärbung und oft klare Fernsichten. Sommer kann sehr warm und feucht sein, Winter kalt und mit Schnee verbunden. Wer aus Deutschland anreist, sollte neben der gewünschten Jahreszeit auch die Zeitverschiebung berücksichtigen und gegebenenfalls ein bis zwei Tage zur Akklimatisierung in Seoul oder Jeju einplanen, bevor eine anspruchsvollere Wanderung auf Hallasan unternommen wird.
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