HaKotel HaMa'aravi, Jerusalem

HaKotel HaMa'aravi: Steine des zerstörten Tempels

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 14:05 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

HaKotel HaMa'aravi in Jerusalem führt direkt an die erhaltene Stützmauer des Tempelbergs und macht die Geschichte des jüdischen Tempels erfahrbar.

Schwarzweiss-Reportage vom Wahrzeichen Klagemauer Jerusalem in Jerusalem, Israel
Schwarzweiss-Reportagebild vom Wahrzeichen Klagemauer Jerusalem in Jerusalem Israel, dokumentarische Reisefotografie mit starken Kontrasten, Illustration mit AI erstellt.

HaKotel HaMa'aravi, die Westmauer des Jerusalemer Tempelbergs, ist der sichtbarste Rest der monumentalen Stützmauern, die König Herodes im 1. Jahrhundert v. Chr. um den Tempelberg errichten ließ.Die Westmauer in der Altstadt von Jerusalem gehört zu den dauerhaft prägenden Orten des Judentums und bildet heute eine große, offene Gebetsfläche.

HaKotel HaMa'aravi und der Tempelberg

Die Westmauer stützt die westliche Seite des erhöhten Plateaus, auf dem der Tempelberg mit dem Standort des Ersten und des Zweiten Tempels lag.Der freiliegende Abschnitt der Mauer misst rund 57 Meter, während der erhaltene Unterbau sich unter Straßenniveau fortsetzt.Herodes der Große ließ die Stützmauern zur Erweiterung des Tempelareals errichten, sodass die Westmauer selbst nicht Teil des Tempelgebäudes, sondern Teil der Umfassungsanlage ist.

Der sichtbare Abschnitt der Westmauer zeigt deutlich die Schichtung unterschiedlicher Bauphasen: Unten liegen gewaltige Kalksteinquader mit umlaufenden Bossen, die aus der Zeit des Zweiten Tempels stammen, darüber folgen jüngere Steinlagen bis in das 19. Jahrhundert.Der untere Teil mit seinen hochformatigen Blöcken trägt den ältesten Bauzustand, der bei Ausgrabungen noch um weitere Steinreihen unter dem heutigen Bodenniveau ergänzt wird.Höhere Steinlagen stammen aus frühislamischer und aus osmanischer Zeit und schließen die Stützmauer nach oben ab.

Gebetsplatz und Platzgestaltung vor der Westmauer

Vor der Westmauer zieht sich eine große, offene Fläche, die als Gebetsplatz genutzt wird und an der sich die unterschiedliche Nutzung des Geländes über viele Jahrhunderte ablesen lässt.Bis in die Neuzeit reichten Wohnhäuser dicht an die Mauer heran, wodurch lediglich ein schmaler Durchgang für Betende blieb.Nach der Eroberung der Jerusalemer Altstadt im Juni 1967 wurde das Quartier vor der Mauer abgeräumt und der Platz deutlich erweitert.

Der Gebetsplatz ist in Zonen gegliedert und wird durch niedrige Abtrennungen und die Mauer selbst gefasst, die wie eine hohe, geschlossene Felsfront wirkt.Besuchende können unmittelbar an die Steinoberfläche treten, in deren Fugen kleine Zettel stecken, die handschriftliche Gebete und Bitten tragen.Die Fläche davor dient als freies Areal für individuelle und gemeinschaftliche Gebete und ist an hohen Feiertagen besonders geprägt.

Religiöse Bedeutung und historische Brüche

Für das Judentum ist die Westmauer der nächstgelegene zugängliche Ort zum ehemaligen Standort des Allerheiligsten im Zweiten Tempel und damit ein zentraler Platz für Gebet und Erinnerung.Bereits spätantike Quellen nennen die Bindung jüdischer Gebete an die Tempelstätte, die sich über die Diaspora hinweg hielt.Die Westmauer wurde über Jahrhunderte zum Ort, an dem die Zerstörung des Tempels beklagt wurde und an dem die Hoffnung auf eine Wiederherstellung präsent blieb.

Die Geschichte der Westmauer ist von politischen Herrschaftswechseln und Zugangsbeschränkungen geprägt: Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels durch römische Truppen im Jahr 70 n. Chr. blieb die Stützmauer stehen, doch die jüdische Bevölkerung wurde aus Jerusalem verdrängt.Unter osmanischer und später jordanischer Herrschaft kam es zeitweise zu erheblichen Einschränkungen des Zugangs, bis Israel die Altstadt 1967 militärisch einnahm.Seither ist die Westmauer als offener Gebetsort organisiert, an dem religiöses Leben und historische Erinnerung unmittelbar zusammentreffen.

HaKotel HaMa'aravi besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • HaKotel HaMa'aravi liegt in der Altstadt von Jerusalem am westlichen Rand des Tempelbergs und ist über die engen Gassen der historischen Viertel sowie das Dung-Tor erreichbar.
  • Der Zugang zum Gebetsplatz erfolgt über befestigte Wege und teils über Treppen, die vom höher gelegenen Straßenniveau hinunter zur offenen Fläche vor der Mauer führen.
  • In der Umgebung der Westmauer liegen das jüdische Viertel der Altstadt und weitere religiöse Stätten auf dem Tempelberg, deren Nähe den Charakter des Ortes bestimmt.
  • Amtssprache ist Hebräisch, gezahlt wird in Neuen Schekel.
  • Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

HaKotel HaMa'aravi auf Social-Media-Plattformen

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HaKotel HaMa'aravi: häufige Fragen

Wo liegt HaKotel HaMa'aravi in Jerusalem?

HaKotel HaMa'aravi steht in der Altstadt von Jerusalem an der westlichen Stützmauer des Tempelbergs und wird über das Dung-Tor und die angrenzenden Gassen erreicht.

Was bietet ein Besuch an der Westmauer?

Ein Besuch führt unmittelbar an die Oberflächen der herodianischen Kalksteinquader und den offenen Gebetsplatz, auf dem sich religiöse Praxis und die Erinnerung an den zerstörten Tempel verdichten.

Was kennzeichnet HaKotel HaMa'aravi besonders?

Kennzeichnend ist die Verbindung aus antiker Stützmauer, später ergänzten Steinlagen und der Funktion als zentraler jüdischer Gebetsort, der räumlich an den historischen Standort des Allerheiligsten gebunden ist.

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