Gros Morne National Park: Wo Kanadas Erde ihr Inneres zeigt
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 09:30 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Gros Morne National Park an der Westküste von Neufundland bei Rocky Harbour gehört zu den landschaftlich und geologisch eindrucksvollsten Nationalparks Kanadas. Das Schutzgebiet zeigt in einem kompakten Gebiet fjordähnliche Täler, hohe Plateaus und die kargen Tablelands, in denen Gesteine aus dem Erdmantel an der Oberfläche liegen. Seit 1987 ist Gros Morne National Park als UNESCO-Welterbe eingetragen und gilt als einer der wenigen Orte, an denen sich die Prozesse der Plattentektonik direkt im Gelände ablesen lassen.
Eine Landschaft aus Fjorden, Plateaus und Küstenbergen
Gros Morne National Park liegt an der Westküste der Insel Neufundland und umfasst Teile der Long Range Mountains, eines Unterzugs der kanadischen Appalachen, sowie eine rauhe Atlantikküste mit Buchten und vorgelagerten Inseln.Die Long Range Mountains bestehen aus alten Gneisen und Graniten, die mehr als eine Milliarde Jahre Erdgeschichte repräsentieren und heute als abgerundete Höhenzüge über den Waldflächen und Seen des Parks aufragen.Das Gebirge im Park
Zwischen den Bergen haben Gletscher tiefe Täler ausgeschliffen, die sich als fjordartige Einschnitte bis weit ins Landesinnere ziehen. Besonders markant ist Western Brook Pond, ein landgebundener Fjord, dessen steile Felswände direkt aus dem Wasser aufsteigen und dessen Becken durch das Nachlassen des Eisgewichts vom Meer abgetrennt wurde.Western Brook Pond Auf den Hochflächen oberhalb dieser Täler erstrecken sich blockige Plateaus mit Mooren, Seen und Felsgelände, in denen man die Spuren von Gletscherschrammen und Geröllfeldern erkennen kann.
UNESCO-Welterbe und geologisches Lehrbuch
Gros Morne National Park wurde 1987 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen, vor allem wegen seiner außergewöhnlichen geologischen Bedeutung und der deutlich sichtbaren Spuren der Plattentektonik.Die UNESCO-Eintragung Die Gesteinsabfolgen zeigen den Übergang von einem alten kontinentalen Untergrund über eine frühere Kontinentalrandstufe bis hin zu Resten einer ozeanischen Kruste und Gesteinen des oberen Erdmantels, die während der Schließung eines urzeitlichen Ozeans auf den Kontinent geschoben wurden.Die geologischen Sequenzen
Im Park sind Abschnitte des sogenannten Long-Range-Untergrundes mit hochmetamorphen Gneisen und Graniten zu sehen, daneben frühere Schelfablagerungen aus Karbonaten mit Fossilien sowie Schichten aus Schiefer und Kalkkonglomeraten, die einst an einem Kontinentalhang entstanden.Die geologischen Einheiten Ergänzt wird diese Folge durch vulkanische Gesteine ozeanischen Ursprungs und durch Teile einer ozeanischen Lithosphäre, deren Mantelgestein durch tektonische Vorgänge an die Oberfläche gelangt ist. Zusammen ergibt sich ein Querschnitt durch eine urzeitliche Kontinentalrandzone, wie er in dieser Klarheit nur selten zu sehen ist.
Die Tablelands: Wandern auf dem Erdmantel
Das auffälligste geologische Element von Gros Morne National Park sind die Tablelands im Süden des Parks, eine karge Hochfläche mit rostbraunen Hängen und flachen Rücken. Der Untergrund besteht aus ultramafischen Gesteinen wie Peridotit, die aus dem oberen Erdmantel stammen und in der Zeit der Schließung des Iapetus-Ozeans vor hunderten Millionen Jahren auf den Kontinent geschoben wurden.Die Tablelands
Die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung dieser Gesteine mit hohem Metallgehalt und geringem Nährstoffangebot führt zu einem spärlichen Bewuchs, sodass innerhalb des Parks ein deutlicher Kontrast zwischen den gras- und waldbewachsenen Tälern und den fast vegetationsfreien Flächen der Tablelands entsteht.Das Erscheinungsbild der Tablelands Wanderwege führen über alte Fahrspuren und Pfade durch dieses Gelände, wobei die Besucher direkt auf Mantelgestein gehen und die Bruchkanten, Blockhalden und Verwitterungsspuren aus nächster Nähe sehen können.
Gros Morne National Park besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Gros Morne National Park liegt im kanadischen Bundesstaat Newfoundland and Labrador an der Westküste der Insel Neufundland, Rocky Harbour dient als wichtiger Zugangsort mit Straßenverbindungen zu den Parkbereichen.
- Das Gelände im Park reicht von Küstenpfaden über sanfte Täler bis zu steilen Anstiegen in den Long Range Mountains und den offenen Flächen der Tablelands, sodass je nach Route auch längere Wege über unbefestigten Untergrund und felsige Abschnitte zu erwarten sind.
- Im Winter kann in den Hochlagen und auf den Plateaus des Parks viel Schnee liegen, während im Sommer auf den Tablelands die kargen Felsflächen und offenen Hänge im trockenen Zustand besonders deutlich hervortreten.
- In der Umgebung von Gros Morne National Park liegen weitere kleine Gemeinden entlang der Küste, und vom Ufer aus bietet sich der Blick auf Buchten und vorgelagerte Inseln der Westküste Neufundlands.
- Amtssprache ist Englisch, gezahlt wird in Kanadischen Dollar; die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit, deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.
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Gros Morne National Park: häufige Fragen
Wo liegt Gros Morne National Park genau?
Gros Morne National Park liegt an der Westküste der Insel Neufundland im kanadischen Bundesstaat Newfoundland and Labrador, nahe der Gemeinde Rocky Harbour.
Was bietet ein Besuch im Gros Morne National Park?
Ein Besuch verbindet fjordartige Täler, Küstenberge und die kargen Tablelands, sodass sowohl klassische Berg- und Küstenlandschaft als auch selten sichtbares Mantelgestein erlebt werden können.
Was kennzeichnet Gros Morne National Park besonders?
Der Park ist durch seine UNESCO-Welterbe-Anerkennung und die sichtbaren Beispiele von Plattentektonik geprägt, insbesondere durch die Tablelands und die geologische Abfolge vom alten Kontinent über Schelfgesteine bis zu Teilen einer ehemaligen ozeanischen Kruste.
