Goldener Kreis Island: Gullni hringurinn zwischen Geysiren und Geschichte entdecken
29.05.2026 - 01:40:19 | ad-hoc-news.deWer zum ersten Mal entlang des Goldenen Kreis Island fährt, spürt schnell, warum diese Route zu den berühmtesten Landschaftsikonenen des Nordens gehört: Zwischen Selfoss, dampfenden Geysiren, donnernden Wasserfällen und offenen Lavaebenen entfaltet sich ein Island-Panorama, das nach Schwefel riecht, nach Geschichte klingt – und nach Abenteuer aussieht. Der lokal so genannte Gullni hringurinn (auf Deutsch sinngemäß „Goldener Ring“) ist weniger ein einzelnes Bauwerk als ein mythischer Rundkurs, der Islands Naturwunder und Kulturgeschichte auf engem Raum verdichtet.
Goldener Kreis Island: Das ikonische Wahrzeichen von Selfoss
Der Goldene Kreis Island ist eine der bekanntesten Panoramarouten des Landes und wird von isländischen und internationalen Tourismusorganisationen seit Jahren als Signature Route Islands beschrieben. Er ist von der Kleinstadt Selfoss im Süden aus leicht zu erreichen und führt typischerweise über drei ikonische Stationen: den Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet mit dem Geysir Strokkur sowie den Wasserfall Gullfoss. Diese „Kernroute“ wird in vielen Reiseführern als kompaktes Destillat der isländischen Natur – Vulkanismus, Wasser, Tektonik – vorgestellt.
Islands offizielle Tourismuswerbung spricht beim Goldenen Kreis von einem „Schaufenster der geologischen Kräfte“, das auf vergleichsweise kurzer Strecke Einblicke in die Entstehung des Nordatlantiks ermöglicht. In deutschsprachigen Reiseführern wie etwa den Island-Bänden etablierter Verlage wird der Goldene Kreis zudem immer wieder als ideale Einstiegstour für Erstbesucher:innen beschrieben, da er von Reykjavík und Selfoss aus gut in ein bis zwei Tagen zu bewältigen ist und dabei einige der berühmtesten Fotomotive des Landes vereint.
Auch für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Gullni hringurinn längst zu einem Begriff geworden. Viele Island-Rundreisen, egal ob individuell mit Mietwagen oder als geführte Busreise, bauen die Route rund um Selfoss als ersten Höhepunkt ein. So entsteht früh im Urlaub das klassisch-islandtypische Bild: weite, oft baumlose Landschaften, dazwischen eruptierende Geysire, tief eingeschnittene Schluchten und die Spuren der frühmittelalterlichen isländischen Demokratie in Þingvellir.
Geschichte und Bedeutung von Gullni hringurinn
Der Ausdruck Gullni hringurinn hat sich im 20. Jahrhundert eingebürgert, als Island langsam vom entlegenen Nordatlantikstaat zum international gefragten Reiseziel wurde. Anders als ein historischer Name für eine Burg oder ein Monument ist der „Goldene Kreis“ eine touristische Bezeichnung, die die Idee eines kostbaren Rundwegs vermittelt: Er verbindet drei Punkte, die in Islands Geschichte und Identität eine besondere Rolle spielen.
Am Beginn vieler Touren steht der Nationalpark Þingvellir. Hier tagte ab dem 10. Jahrhundert das isländische Althing, eines der ältesten noch bestehenden Parlamente der Welt. Die isländische Geschichtsschreibung betont, dass in diesem Grabenbruchgebiet Gesetze gesprochen und Konflikte geschlichtet wurden, während ringsum vulkanische Aktivität und tektonische Verschiebungen die Landschaft formten. Für deutsche Leser:innen lässt sich Þingvellir zeitlich in etwa in die Epoche der Ottonen und frühen deutschen Kaiser einordnen – eine Zeit, in der politische Strukturen in Europa vielfach noch im Fluss waren.
Die zweite Säule des Goldenen Kreises ist das Geothermalgebiet Haukadalur mit seinen heißen Quellen und Geysiren. Der Name „Geysir“ selbst leitet sich vom dortigen Großen Geysir ab, dessen Ausbrüche seit Jahrhunderten beschrieben werden und im 18. und 19. Jahrhundert erste naturkundlich interessierte Reisende anlockten. Während der Große Geysir heute nur noch unregelmäßig aktiv ist, tritt der nahegelegene Strokkur in kurzen Abständen aus und ist so zu einem Symbol der Route geworden.
Der dritte klassische Stopp ist der Wasserfall Gullfoss, oft als „goldener Wasserfall“ übersetzt. Die Geschichte von Gullfoss ist eng mit dem Schutz der isländischen Natur verbunden: Im frühen 20. Jahrhundert gab es Pläne, die Wasserkraft für industrielle Zwecke zu nutzen. Eine bekannte Überlieferung erzählt von der Bäuerin Sigríður Tómasdóttir, die sich gegen den Ausbau engagierte und damit in der isländischen Umweltbewegung zu einer frühen Symbolfigur wurde. Ob einzelne Details dieser Geschichte romantisiert sind, wird in der Forschung unterschiedlich bewertet – unbestritten ist jedoch, dass Gullfoss heute als geschütztes Naturdenkmal gilt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewann der Gullni hringurinn an touristischer Bedeutung, als Island durch bessere Flugverbindungen und die wachsende Popularität des Nordens insgesamt mehr internationale Gäste erhielt. Reiseveranstalter bündelten die drei bereits etablierten Punkte Þingvellir, Geysir und Gullfoss zu einer klar vermarktbaren Route – dem Goldenen Kreis. Bis heute sind diese drei Stationen Kern der Marke, auch wenn viele Angebote zusätzliche Stopps wie etwa Kraterseen, kleinere Wasserfälle oder Geothermalbäder einbauen.
Der Goldene Kreis ist zudem wichtig für die regionale Entwicklung rund um Selfoss. Die Stadt gilt als eine Art Tor zum ländlichen Süden und profitiert von Übernachtungen, Gastronomie und Dienstleistungen für Selbstfahrer und Busgruppen. Lokale Verwaltungen und Tourismusverbände nutzen den Begriff Gullni hringurinn daher bewusst, um auch weniger bekannte Highlights in der Umgebung sichtbar zu machen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Auch wenn der Goldene Kreis Island vor allem eine Landschaftsroute ist, spielt gebaute Architektur an vielen Punkten eine Rolle – häufig in Form von Besucherzentren, Aussichtsanlagen oder schlichten Kirchen, die in der Weite der Landschaft markante Akzente setzen. Für Reisende aus Deutschland, wo historische Stadtkerne und sakrale Bauwerke zum vertrauten Reisebild gehören, wirkt diese isländische Architektur oft bewusst zurückgenommen, fast minimalistisch, und fügt sich in die Natur ein, statt sie zu dominieren.
Im Nationalpark Þingvellir finden sich neben den natürlichen Formationen Informationsbauten, Stege und Aussichtsplattformen. Diese sind meist aus Holz oder Metall gefertigt und folgen einem zurückhaltenden nordischen Design – funktional, robust und mit Fokus auf Barrierearmut. Die Architektur unterstützt dabei die Interpretation der Landschaft: Infotafeln erläutern in mehreren Sprachen geologische Prozesse, historische Ereignisse und die Bedeutung des Althing. So werden Felswände, Spalten und Ebenen quasi zu einem „Freilichtmuseum“ politischer und geologischer Geschichte.
Beim Geothermalgebiet Haukadalur prägen vor allem technische und sicherheitsrelevante Elemente das Bild: markierte Holzstege, Absperrungen, Warnschilder und Wegeführungen sorgen dafür, dass Besucher:innen in der Nähe von heißen Quellen und brodelnden Schlammlöchern gefahrlos unterwegs sind. Die Szene selbst wirkt fast wie eine bewegte Kunstinstallation: periodische Eruptionen des Strokkur, der Kontrast zwischen grauen Bodenstrukturen und türkisen Wasserflächen, dazu aufsteigende Dampfwolken, die je nach Licht und Wind immer neue Formen annehmen.
Am Gullfoss wiederum ist die landschaftliche Inszenierung besonders eindrücklich. Terrassenartige Aussichtsplateaus, meist mit Geländern und gesicherten Pfaden, führen in unterschiedliche Perspektiven auf die beiden Fallstufen. An klaren Tagen entstehen durch das Sprühwasser Regenbögen, die den Namen „goldener Wasserfall“ visuell unterstreichen. Die isländische Naturverwaltung setzt auf robuste, aber möglichst unaufdringliche Materialien, um die empfindliche Vegetation zu schützen und gleichzeitig den Andrang zu kanalisieren.
Künstlerisch wurde der Gullni hringurinn vielfach interpretiert. Fotograf:innen nutzen die Route als Bühne für Langzeitbelichtungen, Luftaufnahmen und Serien, die Übergänge zwischen den Jahreszeiten dokumentieren. In Literatur und Film wird der Goldene Kreis häufig eingesetzt, um „typisch isländische“ Motive zu verdichten: das Spiel von Licht und Schatten, abrupt wechselnde Witterung, Einsamkeit und die Nähe von Mensch und Naturgewalt. Diese mediale Präsenz hat wiederum zur globalen Bekanntheit der Route beigetragen.
Für architekturinteressierte Reisende lohnt der Blick auf Details: kleine, oft weiße Kirchen in der Umgebung, Farmgebäude mit Wellblechdächern oder moderne Geothermalanlagen, die zeigen, wie Island die Energien aus Vulkanismus und heißem Wasser technisch nutzt. Diese Mischung aus traditioneller ländlicher Architektur und zeitgenössischer Infrastruktur bildet einen eigenen Kontrast zum Naturspektakel und lässt sich gut mit dem Objektiv oder einfach im stillen Beobachten erkunden.
Goldener Kreis Island besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Der Goldene Kreis liegt im Süden Islands, mit Selfoss als wichtigem Knotenpunkt. Deutsche Reisende fliegen in der Regel nach Reykjavík-Keflavík. Nonstop-Verbindungen von Flughäfen wie Frankfurt, München oder Berlin werden von verschiedenen europäischen Fluggesellschaften saisonal angeboten. Die reine Flugzeit liegt meist bei etwa 3 bis 4 Stunden, je nach Abflugort. Vom Großraum Reykjavík aus erreicht man Selfoss mit dem Auto in rund 1 bis 1,5 Stunden, je nach Route und Verkehr. Von Selfoss führen gut ausgebaute Straßen zu den klassischen Stationen des Gullni hringurinn.
- Reisen mit Mietwagen oder Bus: Viele deutsche Besucher:innen entscheiden sich für einen Mietwagen, um den Goldenen Kreis flexibel zu erkunden. Die Straßen sind in der Hauptsaison in der Regel gut befahrbar, allerdings sollte man sich auf rasch wechselnde Wetterverhältnisse einstellen. Alternativ bieten isländische und internationale Anbieter geführte Bus- und Minibustouren ab Reykjavík und teilweise auch ab Selfoss an. Diese Touren bündeln häufig mehrere Stopps und sind besonders dann sinnvoll, wenn man nicht selbst fahren möchte oder nur kurz in Island ist.
- Öffnungszeiten und Zugänglichkeit: Die Naturattraktionen des Goldenen Kreises sind grundsätzlich ganzjährig zugänglich. Einzelne Besucherzentren, Gastronomiebetriebe oder Museumsangebote entlang der Route können jedoch saisonabhängige Öffnungszeiten haben. Da Öffnungszeiten sich ändern können, sollten Reisende aktuelle Informationen direkt bei den jeweiligen Einrichtungen oder über die offiziellen Tourismuswebseiten prüfen. In den Wintermonaten ist zu beachten, dass Tageslichtstunden begrenzt sind und Wetterereignisse wie Schnee und Eis vorübergehende Einschränkungen bringen können.
- Eintritt und Kosten: Für die natürlichen Hauptattraktionen wie die Landschaft von Þingvellir, den Blick auf Strokkur und den Gullfoss wird häufig kein klassischer Eintritt erhoben, allerdings können Parkgebühren oder Gebühren für Besucherzentren anfallen. Diese werden üblicherweise in Isländischen Kronen abgerechnet; für deutsche Reisende ist es praktisch, mit Karte zu zahlen. Richtwerte für Park- oder Servicegebühren sollten vorab über offizielle Quellen geprüft werden, da sich Preise ändern können. Eine Umrechnung in Euro ist stets abhängig vom aktuellen Wechselkurs.
- Beste Reisezeit: Der Goldene Kreis kann das ganze Jahr über besucht werden, allerdings verändert sich das Erlebnis deutlich mit der Jahreszeit. Von späten Frühling bis Frühherbst (etwa Mai bis September) sind die Straßen meist am besten befahrbar, Tage sind lang, und die Temperaturen liegen in einem für mitteleuropäische Verhältnisse kühlen, aber angenehmen Bereich. In dieser Zeit ist jedoch auch der Besucherandrang am stärksten, insbesondere tagsüber. Wer die Route ruhiger erleben möchte, sollte früh am Morgen oder am späten Nachmittag fahren. Im Winter bietet der Goldene Kreis dagegen das Potenzial für verschneite Landschaften und – bei passenden Bedingungen – Sicht auf Polarlichter in den Nächten, erfordert aber mehr Vorsicht bei Straßenverhältnissen.
- Klima und Kleidung: Island liegt im Nordatlantik und ist geprägt von schnell wechselnden Wetterlagen. Selbst im Sommer können Temperaturen deutlich unter 10 °C fallen; Wind, Regen und Sonne wechseln sich oft innerhalb eines Tages ab. Deutsche Reisende sollten daher im Zwiebellook reisen: wind- und wasserabweisende Außenjacke, wärmende Zwischenlagen und stabile, möglichst wasserdichte Schuhe sind empfehlenswert. Auch Mütze und Handschuhe können in exponierten Lagen, etwa am Gullfoss oder in Þingvellir, mitten im Sommer sinnvoll sein.
- Sprache und Verständigung: Amtssprache ist Isländisch, doch entlang des Gullni hringurinn ist Englisch weit verbreitet. Viele Beschäftigte im Tourismus, etwa in Hotels, Cafés und bei Touranbietern, sprechen gutes Englisch. Deutsch wird deutlich seltener gesprochen, im Einzelfall aber vor allem in größeren Hotels und bei einigen Reiseleitern. Für die Reiseplanung reicht in der Regel Englisch; Informationsmaterialien sind häufig auf Isländisch und Englisch, teilweise auch auf Deutsch verfügbar.
- Zahlungskultur: Island ist stark kartenzahlungsorientiert. In der Praxis können selbst kleine Beträge im Café oder an Parkautomaten mit Kreditkarte oder gängigen Debitkarten bezahlt werden. Für Reisende aus Deutschland lohnt es sich, eine Kreditkarte mitzuführen, die im Ausland einsetzbar ist. Bargeld (Isländische Kronen) wird zwar akzeptiert, ist aber oft nicht zwingend nötig. Mobile Payment-Dienste sind verbreitet; dennoch sollte man prüfen, inwieweit die eigenen Apps mit isländischen Terminals kompatibel sind.
- Trinkgeld: In Island ist Trinkgeld weniger stark institutionalisiert als in vielen anderen Ländern. In Restaurants und Cafés ist Service meist im Preis enthalten, und ein obligatorisches Trinkgeld wird nicht erwartet. Wer besonders zufrieden ist, kann Rechnungen aufrunden oder eine kleine Summe zusätzlich geben. Bei geführten Touren freut sich das Personal über ein freiwilliges Trinkgeld, Pflicht ist es jedoch nicht. Reisende aus Deutschland, wo Trinkgeld in der Gastronomie üblich ist, können sich daher an einer Mischung aus lokal üblicher Zurückhaltung und persönlicher Wertschätzung orientieren.
- Gesundheit und Versicherung: Island gehört nicht zur Europäischen Union, ist aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraums. Gesetzlich krankenversicherte Reisende aus Deutschland können mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, sollten jedoch bedenken, dass nicht alle Zusatzkosten abgedeckt sind. Eine private Auslandsreisekrankenversicherung kann sinnvoll sein, insbesondere bei Aktivitäten abseits der üblichen Routen. Bei Wanderungen oder winterlichen Ausfahrten auf Nebenstrecken sollte man vorsichtig planen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen.
- Einreisebestimmungen: Island gehört zum Schengen-Raum. Deutsche Staatsbürger können in der Regel mit gültigem Reisepass oder Personalausweis einreisen. Da sich Einreisebestimmungen ändern können und etwaige Zusatzauflagen möglich sind, sollten aktuelle Hinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de geprüft werden.
- Zeitzone: Island verwendet ganzjährig die Greenwich Mean Time (GMT) ohne Sommerzeit. Damit besteht im europäischen Winterhalbjahr in der Regel eine Zeitverschiebung von 1 Stunde gegenüber Mitteleuropäischer Zeit (MEZ); während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) sind es üblicherweise 2 Stunden. Für deutsche Reisende ist dies relevant bei der Planung von Flügen, Touren und der Kommunikation nach Hause.
- Verkehrsregeln und Sicherheit: In Island herrscht Rechtsverkehr. Höchstgeschwindigkeiten liegen meist bei 90 km/h auf asphaltierten Landstraßen, 80 km/h auf Schotterstraßen und 50 km/h in Ortschaften, sofern keine anderen Schilder gelten. Besonders im Bereich des Goldenen Kreises sollte man mit abrupten Wetterwechseln, möglichem Wildwechsel (unter anderem Schafe auf der Fahrbahn) und starken Seitenwinden rechnen. Offizielle Hinweise zum Straßenzustand sind über nationale Portale verfügbar und sollten vor Fahrtantritt geprüft werden.
Warum Gullni hringurinn auf jede Selfoss-Reise gehört
Wer in Selfoss übernachtet oder die Stadt als Basis für den Süden Islands wählt, hat mit dem Goldenen Kreis eine Route vor der Tür, die in kurzer Fahrzeit mehrere „Island-Bilder“ zugleich bietet. In einem einzigen Tag können Reisende die tektonischen Gräben von Þingvellir durchschreiten, das rhythmische Spiel der Geysire erleben und die Gischt des Gullfoss im Gesicht spüren – ein Intensivkurs in isländischer Natur, der in vielen Reiseberichten als emotionales Highlight beschrieben wird.
Für deutsche Besucher:innen, die möglicherweise nur einige Tage auf der Insel verbringen, ist der Gullni hringurinn besonders attraktiv, weil er planungssicher und gut erschlossen ist. Straßen sind befestigt, Infrastruktur wie Toiletten, Cafés und Informationszentren vorhanden, und die meisten Wegstrecken lassen sich ohne hochspezialisierte Ausrüstung bewältigen. So ist die Route auch für Island-Einsteiger:innen oder Familien geeignet, die sich langsam an das Klima und die Bedingungen im Norden herantasten möchten.
Zugleich lädt der Goldene Kreis dazu ein, über den Standard hinauszugehen. Abseits der stark frequentierten Aussichtspunkte finden sich in der Umgebung von Selfoss und entlang der Strecke kleinere Wasserfälle, dünn besiedelte Täler und Gehöfte, die das Bild eines ländlichen Islands zeichnen, das vom Takt der Jahreszeiten und den Launen des Wetters geprägt ist. Wer Zeit mitbringt, kann zusätzliche Stopps einplanen und der Route so eine ganz persönliche Note geben.
Ein weiterer Grund, warum der Goldene Kreis gerade für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum interessant ist, liegt im Zusammenspiel von Natur und Geschichte. Während Island vielen zunächst als Landschaftsziel im Gedächtnis ist, zeigt Þingvellir, dass die Insel auch eine politische und kulturelle Tradition hat, die bis ins europäische Mittelalter zurückreicht. Die Kombination von geologischer Besonderheit und parlamentarischer Erinnerungskultur macht den Besuch für historisch Interessierte besonders reizvoll.
Nicht zuletzt ist der Gullni hringurinn auch fotografisch ein lohnendes Ziel. Das diffuse Licht nordischer Tage, die Spiegelungen in Wasserflächen, Regenbogen über dem Wasserfall und die kräftigen Farben von Moosen und Vulkanfelsen bieten eine Fülle visueller Eindrücke. Gerade wer aus dicht bebauten Regionen Deutschlands kommt, erlebt hier eine ungewohnte Weite und Stille, die sich nur schwer in Bildern festhalten, aber gut im Gedächtnis bewahren lässt.
Goldener Kreis Island in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Netzwerken ist der Goldene Kreis Island längst zu einem visuellen Fixpunkt für Island-Inhalte geworden: kurze Clips von Geysirausbrüchen, Drohnenaufnahmen über Gullfoss und Zeitraffervideos der wechselnden Lichtstimmungen rund um Selfoss prägen die Feeds. Reisende teilen Routenvorschläge, Tipps zur besten Tageszeit für Fotos und persönliche Eindrücke von der Kraft der Natur. Damit trägt die digitale Sichtbarkeit wesentlich dazu bei, dass der Begriff Gullni hringurinn auch fernab Islands – etwa in Deutschland – immer vertrauter klingt.
Goldener Kreis Island — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Goldener Kreis Island
Wo liegt der Goldene Kreis Island genau?
Der Goldene Kreis Island liegt im Süden des Landes, in Reichweite der Hauptstadtregion und der Stadt Selfoss. Die klassische Route bildet einen Rundkurs, der von der Region Reykjavík beziehungsweise Selfoss aus über den Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet mit dem Geysir Strokkur und den Wasserfall Gullfoss führt, bevor er wieder in Richtung Süden zurückkehrt.
Wie viel Zeit sollte man für den Gullni hringurinn einplanen?
Für die Standardroute des Gullni hringurinn planen viele Reisende einen Tagesausflug mit mehreren Stunden Fahrzeit und ausgedehnten Stopps ein. Wer an den Hauptattraktionen länger verweilen, fotografieren oder zusätzliche kleinere Sehenswürdigkeiten integrieren möchte, kann auch zwei Tage einplanen und zum Beispiel in Selfoss oder in der Nähe einer der Stationen übernachten.
Kann man den Goldenen Kreis Island im Winter besuchen?
Ja, der Goldene Kreis ist grundsätzlich auch im Winter zugänglich, allerdings unter anderen Bedingungen als im Sommer. Straßen können vereist oder schneebedeckt sein, und Tageslicht ist begrenzt. Viele Besucher:innen schätzen die winterliche Stimmung, etwa wenn Gullfoss teilweise vereist ist oder Nordlichter am Himmel stehen. Eine vorsichtige Fahrweise und aktuelle Informationen zu Wetter und Straßenzustand sind in dieser Jahreszeit besonders wichtig.
Ist der Goldene Kreis für Familien mit Kindern geeignet?
Der Goldene Kreis wird häufig auch von Familien besucht. Die Hauptattraktionen sind gut erschlossen, und viele Aussichtspunkte sind vergleichsweise leicht erreichbar. Dennoch sollten Eltern beachten, dass es sich um naturnahe Ziele mit Steilhängen, heißen Quellen und wechselhaftem Wetter handelt. Entsprechend sorgfältige Aufsicht, feste Schuhe und passende Kleidung sind empfehlenswert.
Was macht den Goldenen Kreis Island so besonders im Vergleich zu anderen Routen?
Der Goldene Kreis bündelt in kurzer Distanz mehrere symbolträchtige Elemente Islands: historische Stätten wie Þingvellir, geothermal aktive Zonen mit Geysiren und spektakuläre Wasserfälle. Diese Kombination, verbunden mit der guten Erreichbarkeit von Reykjavík und Selfoss aus, unterscheidet ihn von vielen anderen Routen, die entweder stärker auf abgelegene Natur oder auf städtische Eindrücke spezialisiert sind. Für viele Reisende ist er daher der erste intensive Kontakt mit der isländischen Landschaft.
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