Goldener Kreis Island: Gullni hringurinn zwischen Geysiren und Geschichte
28.05.2026 - 01:46:58 | ad-hoc-news.deZwischen dampfenden Geysiren, donnernden Wasserfällen und tektonischen Felsspalten zieht der Goldener Kreis Island, auf Isländisch Gullni hringurinn („der goldene Ring“), einen weiten Bogen durch die Landschaft rund um Selfoss. Hier verdichten sich in einem Tagesausflug die großen Themen Islands: Feuer und Eis, Wikinger-Geschichte und moderne Roadtrip-Kultur. Für Reisende aus Deutschland ist dieser Rundkurs längst mehr als nur ein Fotomotiv – er ist das vielleicht kompakteste Versprechen, Island mit allen Sinnen zu verstehen.
Goldener Kreis Island: Das ikonische Wahrzeichen von Selfoss
Wenn in Island vom Goldener Kreis Island gesprochen wird, ist nicht ein einzelnes Bauwerk, sondern eine ganze Route gemeint. Unter dem Namen Gullni hringurinn hat sich eine Rundstrecke etabliert, die von der Region um Selfoss aus die drei Klassiker Þingvellir, Geysir-Gebiet und Wasserfall Gullfoss verbindet und in vielen Varianten wieder an die Südküste zurückführt. Für Besucher:innen, die in Selfoss übernachten oder dort mit dem Mietwagen starten, ist der Goldene Kreis der naheliegende Einstieg in die Insel.
Selfoss selbst ist eine Kleinstadt im Süden Islands und liegt nur gut 50 km von Reykjavík entfernt. Von hier aus verzweigen mehrere wichtige Straßen, weshalb sich Selfoss als logistische Basis anbietet: Hotels, Gästehäuser, Supermärkte und Tankstellen sind gebündelt vorhanden, und die meisten geführten Touren auf dem Goldenen Kreis holen Gäste direkt an Unterkünften im Großraum Selfoss oder Reykjavík ab. Die Route ist damit ein gewisser Gegenpol zur Wildheit der Hochlandpisten: relativ gut ausgebaut, touristisch erschlossen – und dennoch eindrucksvoll genug, um die meisten Reisenden nachhaltig zu beeindrucken.
Island-Expert:innen von Reiseverlagen wie National Geographic und GEO betonen immer wieder, dass der Goldene Kreis als „Einsteigerroute“ funktioniert. Wer nur wenige Tage im Land ist, erhält hier in kurzer Zeit einen Überblick: Hier steht man mit einem Fuß auf der eurasischen, mit dem anderen auf der nordamerikanischen Platte, beobachtet aus wenigen Metern Entfernung, wie der Geysir Strokkur kochendes Wasser in den Himmel schleudert, und spürt den Sprühnebel des Gullfoss im Gesicht. Der Goldene Kreis condense die islandtypische Dramatik auf eine Strecke, die – bei normaler Straßenlage – auch ohne Allradfahrzeug zu bewältigen ist.
Geschichte und Bedeutung von Gullni hringurinn
Im Gegensatz zu historischen Bauwerken ist der Gullni hringurinn als touristischer Begriff vergleichsweise jung. Die isländische Tourismusförderung und Reiseveranstalter begannen im 20. Jahrhundert, die Route als „Goldenen Kreis“ zu vermarkten, um drei ohnehin bedeutende Punkte im Landesinneren in einer verständlichen Erzählung zusammenzufassen. Damit erhielt Island früh einen klar benennbaren „Signature Drive“, ähnlich wie später die Ringstraße um die gesamte Insel.
Historisch ist vor allem das Gebiet Þingvellir (Thingvellir) von Bedeutung. Hier tagte seit dem 10. Jahrhundert das Althing, eine der ältesten noch bestehenden parlamentarischen Institutionen der Welt. Für deutsche Leser:innen lässt sich der Stellenwert ungefähr so verorten, wie es etwa die Paulskirche in Frankfurt oder das Hambacher Schloss für die deutsche Demokratiegeschichte haben: ein mythischer Gründungsort politischer Kultur. Þingvellir ist heute Teil eines Nationalparks und steht als UNESCO-Welterbe unter Schutz, weil hier politische Geschichte, geologische Besonderheit und Landschaftsbild einzigartig zusammentreffen.
Der zweite Baustein des Goldenen Kreises ist das Geothermalgebiet Haukadalur mit dem Geysir-Stromfeld. Der Name „Geysir“ selbst hat weltweit Schule gemacht – viele Sprachen nutzen ihn als Gattungsbegriff für ausbrechende Heißwasserquellen. Der „Große Geysir“ ist heute eher unregelmäßig aktiv, dafür tritt der benachbarte Strokkur meist im Abstand von wenigen Minuten in Aktion. Überlieferungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert berichten, dass Reisende eigens anreisten, um dieses Naturphänomen zu sehen, lange bevor Island ein modernes Reiseziel war.
Der dritte klassische Punkt, der den Goldenen Kreis komplettiert, ist der Wasserfall Gullfoss. Sein Name bedeutet „goldener Wasserfall“ und wird oft als Ursprung der Bezeichnung „Goldener Kreis“ interpretiert. Auch hier verschränken sich Natur und Kultur: Berühmt ist die Geschichte der Farmerstochter Sigríður Tómasdóttir, die Anfang des 20. Jahrhunderts gegen den Bau eines Wasserkraftwerks kämpfte, das Gullfoss in einen Stausee verwandelt hätte. Ob alle Details der Erzählung historisch gesichert sind oder teils Legende, ist zweitrangig – in Island gilt Sigríður als Symbolfigur eines frühen Naturschutzbewusstseins.
Die touristische Bedeutung des Goldenen Kreises wuchs besonders ab den 1990er-Jahren, als Island leichter per Direktflug erreichbar wurde und sich im deutschsprachigen Raum als Fernziel etablierte. Reiseführer wie der ADAC Reiseführer Island und der Marco-Polo-Band über Island ordnen den Goldenen Kreis heute als Standardroute ein, die in kaum einem Reiseprogramm fehlt. In einer Art stiller Hierarchie steht der Gullni hringurinn damit gleich nach Reykjavík und der Ringstraße auf der Liste der meistgenannten Island-Ikonen.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Der Goldener Kreis Island ist keine architektonische Attraktion im klassischen Sinn, denn es handelt sich um eine Straßenroute durch offene Landschaft. Dennoch spielt gebaute Infrastruktur eine Rolle. Besucherparkplätze, Holzstege, Aussichtspunkte und Besucherzentren sind so angelegt, dass sie einerseits die empfindliche Natur schützen und andererseits den Panorama-Blick inszenieren. Das Besucherzentrum am Gullfoss etwa rahmt mit großen Fensterfronten den Blick in die Schlucht, während der Weg entlang des Wasserfalls über Treppen und Stege führt, die sich dem Gelände anpassen.
In Þingvellir markiert ein modernes Besucherzentrum den Ausgangspunkt der Erkundung. Von hier führt ein Holzweg hinab in die Almannagjá-Schlucht, wo sich die nordamerikanische und die eurasische Platte voneinander wegbewegen. Der Kontrast zwischen dem schlichten, funktionalen Bau und den scharfkantigen Felswänden unterstreicht das Spannungsfeld zwischen Kultur und Natur. Tafeln erläutern die Geschichte des Althings und verknüpfen sie mit der Geologie – eine Form von „Open-Air-Museum“, die ohne große Inszenierung auskommt.
Das Geothermalgebiet rund um Strokkur ist als Netz aus Pfaden und Stegen organisiert, um Reisende von brühheißen Wasserflächen und instabilen Böden fernzuhalten. Informationstafeln kombinieren Infografiken über Geysire mit Sicherheitshinweisen. Viele dieser Beschilderungen sind zweisprachig (Isländisch und Englisch), mitunter ergänzt um Piktogramme; Deutsch ist nicht flächendeckend vorhanden, wird aber teilweise in Broschüren und Audioguides berücksichtigt, die über Veranstalter oder Apps zugänglich sind.
Auch in Selfoss selbst finden sich Bezüge zum Goldenen Kreis. Die Stadt dient als Verkehrsknotenpunkt, und in ihrer Umgebung entstehen immer wieder neue Unterkünfte, Restaurants und touristische Services, die den stetig wachsenden Besucherstrom aufnehmen. Anders als die traditionellen Holzkirchen und alten Farmhöfe im ländlichen Island ist die Architektur hier eher funktional: moderne Hotels, Gästehäuser, kleine Einkaufszentren. Einige neue Projekte greifen jedoch isländische Bauweisen auf – etwa die Verwendung von Wellblech und Beton, kombiniert mit großen Fenstern, um die tief stehende Sonne zu nutzen.
Künstlerisch inspiriert der Goldene Kreis seit Jahrzehnten Maler:innen, Fotograf:innen und Autor:innen. Bildbände und Reportagen in Magazinen wie „GEO Saison“ und „Merian“ zeigen, wie die Farbpalette der Region – von schwefelgelb über moosgrün bis basalt-schwarz – immer wieder neu interpretiert wird. Wer auf Social Media nach Gullni hringurinn sucht, findet unzählige Bildserien, die architektonische Elemente wie Stege, Geländer und Besucherplattformen als grafische Linien einsetzen, um die Dynamik von Wasser und Dampf zu betonen.
Goldener Kreis Island besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise: Der Goldene Kreis liegt östlich von Reykjavík, der internationale Flughafen Keflavík befindet sich rund 50 km südwestlich der Hauptstadt. Von Deutschland aus verkehren saisonal und teils ganzjährig Direktflüge etwa ab Frankfurt (FRA), München (MUC), Berlin (BER), Düsseldorf (DUS) oder Hamburg (HAM) nach Keflavík. Die Flugzeit liegt – je nach Abflugort – in der Regel zwischen 3 und 4 Stunden. Von Keflavík geht es mit Shuttle oder Mietwagen nach Reykjavík oder direkt weiter in Richtung Selfoss. Öffentlicher Linienbusverkehr ist vorhanden, aber weniger dicht getaktet als in Mitteleuropa; für den klassischen Goldenen-Kreis-Trip nutzen viele Reisende Mietwagen oder organisierte Bustouren.
- Startpunkt Selfoss: Selfoss liegt an der Ringstraße (Route 1) und ist von Reykjavík aus in gut einer Stunde per Auto erreichbar, abhängig von Wetter und Verkehr. Die Stadt eignet sich als Basis, weil sie am Übergang von der Küste ins Landesinnere liegt: Von hier sind es noch rund 60–70 km bis zu den Kernpunkten des Goldenen Kreises. Wer das Hochland oder die Südküste weiter erkunden möchte, kann Selfoss als Drehkreuz nutzen.
- Öffnungszeiten: Die Natursehenswürdigkeiten des Goldenen Kreises sind grundsätzlich frei zugänglich, allerdings haben Besucherzentren, Cafés, Souvenirshops und einige Parkplätze Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren. Je nach Abschnitt können Gebühren für Parkplätze oder Toiletten anfallen. Da sich Angaben zu Saisonzeiten und Öffnungszeiten immer wieder ändern, sollten Reisende kurz vor der Abreise direkt auf offiziellen Seiten der jeweiligen Nationalparks oder Tourismusorganisationen nachsehen. Ein einfacher Richtwert: In der hellen Jahreshälfte sind Einrichtungen meist länger geöffnet als im Winter.
- Eintritt: Für Þingvellir und Gullfoss wird in der Regel kein klassischer Eintrittspreis in Form eines Tickets verlangt; teilweise wird aber eine Parkgebühr erhoben, die zur Finanzierung von Infrastruktur und Naturschutz beiträgt. Für geführte Touren, spezielle Aktivitäten (z. B. Schnorcheln in der Silfra-Spalte bei Þingvellir) und organisierte Tagesausflüge fallen gesonderte Kosten an. Da sich Preise in Island schnell ändern können und zudem vom Anbieter abhängen, lohnt ein aktueller Blick in seriöse Reiseunterlagen oder auf die Websites der Veranstalter. Reiseführer wie der ADAC oder Marco Polo geben Orientierung, ersetzen aber keine tagesaktuelle Prüfung.
- Beste Reisezeit: Der Goldene Kreis ist ganzjährig befahrbar, doch das Erlebnis unterscheidet sich stark je nach Saison. Im Sommer (Juni bis August) locken lange Tage, milde Temperaturen und vergleichsweise sichere Straßenbedingungen. Allerdings ist dann auch der Andrang am größten, insbesondere zur Mittagszeit, wenn Busgruppen eintreffen. Früh morgens oder am späten Abend wirken die Orte ruhiger – ein klarer Vorteil des isländischen Sommers mit sehr langen Tagen. Im Winter bietet der Gullni hringurinn eine andere Atmosphäre: Schnee, Eis und tief stehende Sonne schaffen dramatische Lichtstimmungen, dafür sind Straßen glatter, Tage kurz und einzelne Abschnitte können zeitweise gesperrt werden. Für Winterfahrten ist Erfahrung mit Fahren bei Eis und Schnee ratsam.
- Wetter und Kleidung: Island liegt im Nordatlantik, das Wetter gilt als wechselhaft. Innerhalb eines Tages können Sonne, Regen, Wind und Nebel einander ablösen. Reisende aus Deutschland sollten auf das „Zwiebelprinzip“ setzen: mehrere Schichten, wind- und wasserdichte Außenschicht, Mütze und Handschuhe, dazu rutschfeste Schuhe mit gutem Profil. Selbst im Sommer können Temperaturen im einstelligen Bereich liegen, besonders bei Wind und in der Nähe von Wasserfällen. Ein dünner Wollpullover oder Fleece gehört fast immer ins Gepäck.
- Sprache vor Ort: Amtssprache ist Isländisch, im touristischen Kontext ist Englisch sehr verbreitet. Deutsch wird gelegentlich verstanden, insbesondere von Mitarbeitenden in größeren Hotels oder bei Reiseveranstaltern, sollte aber nicht vorausgesetzt werden. Beschilderung an den Sehenswürdigkeiten ist meist auf Isländisch und Englisch; wer auf Deutsch lesen möchte, greift auf Reiseführer, Apps oder Audioguides zurück.
- Zahlung und Währung: Island verwendet die Isländische Krone (ISK). Für Reisende aus Deutschland empfiehlt sich eine Kredit- oder Debitkarte, da Kartenzahlung sehr weit verbreitet ist – oft auch für kleinste Beträge, etwa an Tankautomaten oder bei Parkgebühren. Euro-Bargeld wird nur ausnahmsweise akzeptiert. Viele Isländer:innen nutzen kontaktloses Bezahlen oder Smartphone-Wallets. Eine Girocard (frühere EC-Karte) funktioniert nicht immer zuverlässig, eine Visa- oder Mastercard ist sicherer.
- Trinkgeld-Kultur: In Island sind Trinkgelder nicht so stark verankert wie in manchen anderen Ländern. Serviceentgelte sind häufig bereits in den Preisen enthalten. Wer mit einer Leistung besonders zufrieden ist, kann dennoch aufrunden oder ein kleines zusätzliches Trinkgeld geben, etwa bei einer geführten Tour. Es wird geschätzt, aber nicht erwartet.
- Verkehr und Sicherheit: Auf dem Goldenen Kreis sind die Straßen überwiegend asphaltiert und gut befahrbar. Dennoch gilt: Wilde Wetterumschwünge, Seitenwind und plötzlich auftauchende Schafe sind nicht zu unterschätzen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen liegt meist bei 90 km/h, bei Schotterabschnitten darunter. Wer im Winter unterwegs ist, sollte sich an lokale Empfehlungen halten und vor Fahrtantritt Straßen- und Wetterberichte prüfen. In Island herrscht Anschnallpflicht, Tageslichtscheinwerfer sind auch tagsüber vorgeschrieben.
- Fotografie und Drohnen: Fotografieren ist an den meisten Aussichtspunkten erlaubt, allerdings sollten Hinweisschilder beachtet werden. Drohnenflüge sind in Island reguliert; in Nationalparks wie Þingvellir gelten besondere Regeln, teils ist das Fliegen von Drohnen nur mit Genehmigung oder gar nicht erlaubt. Wer mit Drohne reisen möchte, sollte sich im Vorfeld bei den zuständigen Behörden und verwaltenden Stellen informieren.
- Einreisebestimmungen: Island gehört zum Schengen-Raum. Für deutsche Staatsbürger genügt in der Regel ein gültiger Personalausweis oder Reisepass zur Einreise, sofern keine besonderen Umstände vorliegen. Bestimmungen können sich jedoch ändern. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Einreisebestimmungen und Reisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen.
- Gesundheit und Versicherung: Da Island zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört, können gesetzlich Versicherte aus Deutschland mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) beziehungsweise der Rückseite der deutschen Krankenversicherungskarte grundsätzlich medizinische Leistungen im Rahmen der isländischen Regelungen in Anspruch nehmen. Dennoch empfehlen viele Verbraucherschützer eine ergänzende Auslandskrankenversicherung, etwa wegen möglicher Rücktransportkosten nach Deutschland. Wer Aktivitäten wie Schnorcheln oder Reiten plant, sollte prüfen, ob entsprechende Risiken abgedeckt sind.
- Zeitzone: Island nutzt ganzjährig die Greenwich Mean Time (GMT) ohne Sommerzeit. Im Winter entspricht dies der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ minus 1 Stunde), im Sommer liegt Island zwei Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ). Wer also im Juli von Deutschland nach Selfoss reist und dort um 10:00 Uhr Ortszeit eine Tour starten möchte, hat in Deutschland bereits 12:00 Uhr.
Warum Gullni hringurinn auf jede Selfoss-Reise gehört
Für viele Islandreisende ist der Gullni hringurinn der erste große Ausflug nach Ankunft – besonders, wenn die Basis in Selfoss oder Reykjavík liegt. Was macht den Goldenen Kreis so attraktiv, dass er selbst bei Reisenden, die sonst Menschenmengen meiden, auf der Liste bleibt? Zum einen ist es die Dichte der Eindrücke. Kaum eine andere Route des Landes bietet auf relativ kurzer Strecke derart viele ikonische Bilder: eine tektonische Spalte, eine historische Thingstätte, ein regelmäßig ausbrechender Geysir, ein vielstufiger Wasserfall, weite Lavafelder, Farmen und Pferdeweiden.
Zum anderen ist der Goldene Kreis trotz seiner touristischen Popularität flexibel. Wer es eilig hat, kann in einem langen Tag die Hauptpunkte ansteuern, Fotos machen und weiterziehen. Wer mehr Zeit hat, nimmt Nebenstraßen, besucht zusätzliche Stationen wie das geothermale Kraftwerk Hellisheiði, Gewächshausbetriebe oder Reiterhöfe und kombiniert die Route mit einem Abstecher in die Südküste. Für Leser:innen aus Deutschland, die vielleicht zum ersten Mal nördlich des Polarkreises unterwegs sind, ist der Goldene Kreis auf diese Weise ein kontrollierter Einstieg in eine ansonsten sehr rau wirkende Landschaft.
Auch für Familien eignet sich die Route, weil sie viele kurze, klar strukturierte Stopps bietet. Kinder erleben Geysire, Wasserfälle und Felsschluchten direkt, ohne lange Märsche in unwegsamem Gelände. Viele Aussichtspunkte sind in wenigen Minuten vom Parkplatz erreichbar, Toiletten und Cafés sind vorhanden. Wer mit älteren Kindern oder Jugendlichen reist, kann die Tour durch kurze Wanderungen entlang der Schluchten in Þingvellir oder zu weniger bekannten Aussichtspunkten erweitern.
Reisende, die fotografieren, finden entlang des Gullni hringurinn eine Fülle unterschiedlicher Motive: im Sommer satte Grüntöne im Moos, im Herbst orange-braune Farbtöne in der Vegetation, im Winter das Blau der Dämmerung und weißes Eis an den Felsen. Der Sprühnebel des Gullfoss erzeugt bei tief stehender Sonne Regenbögen, die Gischt fällt in zwei Stufen in eine schmale Schlucht. Beim Geysir Strokkur wiederum geht es um das richtige Timing: der Moment, wenn die Wasserblase sich vor dem Ausbruch wölbt, ist für viele eines der markantesten Fotos des Islandtrips.
Wer Island kulturell verstehen möchte, erhält am Goldenen Kreis einen ersten Eindruck davon, wie eng Naturereignisse und historische Erzählungen miteinander verknüpft sind. Das Althing in Þingvellir, die Legende von Sigríður am Gullfoss, die Nutzung geothermaler Energie – all das zeigt, wie Island seine extreme Geografie in Kultur, Politik und Alltagsleben integriert hat. Für Leser:innen aus Deutschland, deren Heimat eher durch dichte Städte, Flusslandschaften und Wälder geprägt ist, öffnet dieser Kontrast oft eine neue Perspektive darauf, wie unterschiedlich europäische Lebenswelten sein können.
Schließlich bietet der Goldene Kreis auch einen emotionalen Wert: Viele Reisende berichten, dass sie hier den Moment erleben, in dem „Island wirklich ankommt“. Nach Flug, Mietwagenübernahme und Orientierung spürt man am Rand der Almannagjá-Schlucht oder mit Blick in die Gullfoss-Schlucht erstmals die Weite und das raue Klima der Insel. Der Wind, der Geruch von nassem Fels, das Donnern des Wassers – es ist ein Gesamterlebnis, das über einzelne Sehenswürdigkeiten hinausgeht.
Goldener Kreis Island in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
Auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube ist der Goldener Kreis Island eines der am häufigsten gezeigten Reiseziele des Landes. Kurzvideos, in denen Strokkur im Zeitraffer ausbricht, Drohnenaufnahmen über der Gullfoss-Schlucht und Slow-Motion-Clips aus der Almannagjá-Schlucht in Þingvellir prägen die visuelle Wahrnehmung des Gullni hringurinn weltweit. Wer eine Reise plant, nutzt Social Media zunehmend als Inspirationsquelle – das gilt auch für Reisende aus Deutschland.
Goldener Kreis Island — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Goldener Kreis Island
Wo liegt der Goldene Kreis Island genau?
Der Goldene Kreis Island ist eine Rundroute im Südwesten des Landes. Er verbindet von der Region um Selfoss und Reykjavík aus den Nationalpark Þingvellir, das Geothermalgebiet mit dem Geysir Strokkur und den Wasserfall Gullfoss. Die Strecke führt durchs Landesinnere und kehrt in der Regel zur Südküste oder nach Reykjavík zurück.
Wie viel Zeit sollte man für den Gullni hringurinn einplanen?
Für die klassische Variante des Gullni hringurinn mit Stopps in Þingvellir, Geysir und Gullfoss sollten Reisende mindestens einen vollen Tag einplanen. Wer zusätzliche Abstecher, Wanderungen oder längere Restaurantbesuche einbaut, verteilt die Route idealerweise auf zwei Tage oder kombiniert sie mit Übernachtungen rund um Selfoss.
Kann man den Goldenen Kreis im Winter besuchen?
Ja, der Goldene Kreis ist grundsätzlich ganzjährig befahrbar. Im Winter sollten Reisende aber mit Schnee, Eis, glatten Straßen und sehr kurzen Tagen rechnen. Ein wintertaugliches Fahrzeug, angepasste Fahrweise und der Blick auf aktuelle Wetter- und Straßeninformationen sind dabei besonders wichtig. Wer unsicher ist, wählt eine geführte Wintertour ab Selfoss oder Reykjavík.
Ist der Goldene Kreis Island für Kinder geeignet?
Viele Familien bereisen den Goldenen Kreis mit Kindern, da die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gut zugänglich sind und sich meist kurze Wege vom Parkplatz aus ergeben. Eltern sollten jedoch beachten, dass es an vielen Aussichtspunkten steile Kanten, Wasserläufe und rutschige Wege gibt. Kinder sollten daher stets in der Nähe der Erwachsenen bleiben.
Was ist die beste Reisezeit für den Goldenen Kreis Island?
Die beste Reisezeit hängt von den eigenen Vorlieben ab. Im Sommer profitieren Reisende von langen Tagen und relativ stabileren Straßenverhältnissen, müssen aber mit mehr Andrang rechnen. Frühling und Herbst bieten oft eine gute Mischung aus moderatem Betrieb und abwechslungsreichem Licht. Im Winter lockt eine besondere Atmosphäre mit Schnee und möglicher Sicht auf Nordlichter, verlangt aber mehr Vorbereitung.
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